SANTA SUSANA

 

Personajes

SUSANA

CLEMENCIA

MONJA ANCIANA

CRIADA

MOZO

Monja                    

Monja                   

Monja                 

Una criada del convento              

Un mozo del convento            

Soprano

Contralto

Contralto

Actriz

Actor

 

La acción se desarrolla en la iglesia de un convento, de noche, en época indeterminada.

 

EINZELHAKT


(Klosterkirche. Nachtigallen, Mondschein, Wind und Blüten. Zitternde
Mondscheinstreifen; in der Tiefe des Hochaltars das ewige Licht, in
der Mauernische vorn links vor dem überlebensgroßen Bilde des

Gekreuzigten eine brennende massige Kerze. Susanna vor dem
blumengeschmückten Altar der Himmelskönigin, der in der Nische
rechtwinklig neben dem Kruzifixaltar steht, liegt im Gebet, die Stirn
auf der untersten Stufe, die Arme über die oberen Stufen gebreitet.)

KLEMENTIA

(einige Schritte hinter ihr)
Santa Susanna!

(Sie legt die Hand auf Susannens Schulter. Susanna richtet sich auf.)

Die Nacht ist angebrochen!

SUSANNA

(geistesfern)
Es klingt ein Ton.

KLEMENTIA
Die Orgel tönet nach!

SUSANNA
Mir ist als klängen bodenlose Tiefen…

himmellose Höhen.

KLEMENTIA
Ihr kommt daher. Ihr wart bei Gott!

SUSANNA

(in Sinnen)
Ich war…

KLEMENTIA
Ihr seid krank. Ihr betet.

Ihr lebt kaum mehr auf dieser Erde.
Ihr habt auch einen Leib!

(Susanna erhebt sich, starrt sie schreckhaft

an. Klementia legt den Arm um sie.)

Kommt!

(Die Turmuhr schlägt hell einmal; der Nachtwind

rüttelt die Fenster, die Zweige rauschen.)

KLEMENTIA

(in sich)
Ave Maria!

SUSANNA

(fährt auf)
Wer spricht?

KLEMENTIA
Der Nachtwind wirft die Blüten gegen die Fenster.

SUSANNA
Es rief etwas.


KLEMENTIA
Die Turmuhr schlug.
Ich sprach das “Ave”.

(Ein Fenster schlägt. Der Nachtwind bricht ein in
singend verklingendem

Ton; Blätter und Zweige rauschen und raunen herab zu flüsterndem
Säuseln. Susanna wendet sich mit Händen, die nach abwärts vom Körper
gestreckt sind, zum dunkeln Chor, lautlos, starr.)

KLEMENTIA
Eine Scheibe schlug auf! Ich werde sie schließen!

SUSANNA
Laß sie.

(Sie atmet schwer.)

KLEMENTIA
Der große Fliederstrauch, riechst du die Blüten?

(Sie atmet ein.)

Sie duften bis her! Er blüht in weißen und roten Dolden,

oh solche Dolden! Ich werde ihn wegreißen lassen morgen,
wenn er dich stört!

SUSANNA
Er stört nicht. Er blüht!

(Eine Frauenstimme erstickt in wimmernder Lust.)

KLEMENTIA
Der Wiesenrain unter den Blüten!

Ich werde den Weg verbieten.

SUSANNA

(horcht)
Sie ist nicht allein!

(Klementia bekreuzigt sich. Susanna atmet schwer,

setzt zum Kreuze an, doch die Bewegung erstarrt.)

Ob sie wohl kommen würde.

KLEMENTIA
Wer?

(Klementia faltet erschrocken die Hände.)

SUSANNA

(schwer die Hand auf dem Betstuhl)
Ich will ihr ins Gewissen reden.

(Klementia faltet die Hände, senkt das

Haupt und geht. Eine Fangtür klappt leise.)

Der Flieder blüht!

(Der Schreckensschrei eines Weibes verhallt, die
Zweige rauschen.

Die Fangtür klappt leise mit wehendem Nachschwingen; leise schlürfende
Schritte nähern sich. Die Magd hinter Klementia, zitternd in scheuem
Umherblicken, die Hände gefaltet.)

SUSANNA
Ave Maria!

(Die Magd sinkt in die Knie, tief zu Boden gebeugt.)

Kind!

MAGD

(hebt hilflos den Kopf und starrt sie an)
Ick… ’k weeß nich!

(Sie bricht in erschrecktes Weinen aus und rutscht
 mit gefalteten

Händen gegen den Mittelpfeiler hin, sich dahinter zu verstecken.)

SUSANNA
Ich will dir nichts Böses!

Du warst unter dem Flieder?! Der… Oh…

MAGD

(ganz still geworden, starrt Susanna an)
Ik… ik… jar niks! Hei… hei… wull…

(senkt den Kopf tief)

SUSANNA

(schwer)
Der?!

MAGD
(hebt den Kopf und starrt sie an, lacht dann hell auf )
Min Willem… Heilige…

(Susanna schaut sie unbeweglich an; dann überfällt
sie ein plötzliches

silberhelles Lachen, das ihre ganze Gestalt in Leben überläuft. Die
Magd hält erschrocken inne, scheu geduckt.)

SUSANNA

(geht zur Magd, legt die Hand auf ihre Schulter,
hebt ihr den Kopf und schaut ihr ins Gesicht)
Steh auf!

(Die Magd steht auf mit gefalteten Händen.)

Hast du ihn lieb?

MAGD

(krampft die Finger ineinander,
scheu, leise lachend, verschämt)
O hilge Mudder…

SUSANNA
Ich möcht ihn sehn.

(Klementia hebt die Hand. Die Magd starrt auf Klementia

und schauert zusammen. Ein lautes Pochen an der Tür
im Chor dreimal und eine rufende Stimme. Alle
schrecken zusammen. Klementia läßt den Arm fallen.)

MAGD

(in befreiendem, verhaltenem Jubel)
Dät is er!

(Klementia geht in den Chor; eine verhaltene Männerstimme

spricht zürnend. Ein Knecht, jung und stämmig, die Mütze
in der Hand drehend, im Mittelweg zwischen den Pfeilern,
die Augen scheu zu Boden gesenkt, mit scheuem Trotz.)

KNECHT
Ik wull min Mächen holen!

(Klementia taucht hinter ihm aus dem Dunkel.
Susanna starrt

ihn an, wendet sich dann jählings um und geht zum Altar.
Tiefe Stille, das Mädchen schleicht zum Knecht; der legt den
Arm um sie; die beiden gehen ab, gefolgt von Klementia. Ein
Windstoß fährt polternd zwischen die Betstühle. Die Kerze vor
dem Kruzifix verlischt aufflackernd und zitternd. Susanna starrt
aufschreckend in das Dunkel, aus dem jetzt zwischen den
Betstühlen das weiße Antlitz Klementias näher schwebt.)

SUSANNA

(schreit auf )
Satanas! Satanas!

(Klementia bleibt einen Augenblick gelähmt

stehen, eilt dann gejagt nach vorne und steht
mit krampfhaft verschlungenen Händen vor Susanna.)

KLEMENTIA
Susanna!

(Susanna legt die Hand auf Klementias Schulter

und beugt erschöpft das Haupt. Klementia erschüttert)

Schwester Susanna!! Schwester!! Ihr müßt ruhn.

(will sie fortführen)

SUSANNA

(setzt sich auf die Stufen des Altars)
Zünd die Kerze an! Zünde sie an!

(Klementia nimmt einen Wachsstock aus der
Nische und geht in

den Chor; sie kehrt um in verwirrter Hast, die Augen hinter sich.)

Was ist?!

KLEMENTIA

(in hauchender Angst)
Ich… kann nicht!

(Sie drängt ganz dicht zu Susanna

hin, hockt auf die Stufen nieder.)

Ich weiß nicht. Es weht… es geht…

SUSANNA

(erhebt sich und schaut in das Dunkel)
Der Nachtwind?

KLEMENTIA
Es summt… es klopft…

SUSANNA
Die Orgel? Die Blüten?

(Sie nimmt ihr den Wachsstock aus der Hand.)

KLEMENTIA
Santa Susanna.

(Klementia kauert in sich zusammen und

schlägt die Hände vors Gesicht.)

(Susanna geht langsam zwischen den Betstühlen nach vorne, wo sie
gänzlich im Dunkel verschwindet; das ewige Licht verlischt hinter ihrer
Gestalt. Aus dem Dunkel nähert sich langsam ein Licht in gleicher Höhe,
das Licht des Wachsstocks, den Susanna vor sich her trägt.)

(Susanna zündet die Kerze an.)

KLEMENTIA

(stützt den Kopf auf die Hand)
Es war eine Nacht.

Es war eine Nacht wie diese… dreißig…
vierzig Jahre sind es… Es war eine Nacht wie diese.

(Sie steht starr auf, blickt in die Leere und hebt

die Hand beschwörend. Susanna wendet sich um
und starrt auf Klementia, unter deren Bann.)

KLEMENTIA
Der Nachtwind sang.


SUSANNA
Der Nachtwind sang?

KLEMENTIA
Die Blüten schlugen.

SUSANNA
Die Blüten schlugen.

KLEMENTIA
Und ich war jung.

SUSANNA
Jung?

KLEMENTIA
Dem Herrn geweiht.

(Susanna läßt den Kopf auf die Brust sinken.)

Hier lag ich auf den Knien, so wie du.

(Eine Nachtigall schlägt laut.

Klementia schreit heiser auf.)

Beata! Beata! Beata!

(Klementia verhüllt entsetzt mit den Armen ihr
Gesicht und läßt die
Arme wieder fallen. Susanna hebt den Kopf, starrt sie an, mit großen
schreckhaften Augen. Klementia die Worte gepreßt, ins Leere starrend)

Bleich ohne Brustschleier und Stirnband…

nackt… so kam sie…

(Eine Nachtigall lockt ferne.)

Daher…

(zeigt mit starrem Arm nach rechts)

sie schritt die Stufen empor und sah mich nicht.

Sie stieg auf den Altar, sie sah mich nicht.

(in heißer Hast)

Sie preßte ihren nackten sündigen Leib gegen

das gekreuzigte Heilandsbild…

(Die beiden Nachtigallen jubeln

nah und fern, laut und anhaltend)

…und sah mich nicht.

Sie umschlang ihn mit ihren weißglühenden Armen
und küßte sein Haupt und küßte, küßte…

(aufschreiend)

Beata… Beata… Beata! Ich rief… ich rief nur!

(ermattet)

Da fiel sie herunter…

(Die Nachtigallen verstummen plötzlich.)

Sie fiel. Wir trugen sie fort.

(mit Grauen den Oberkörper halb zum Bilde des

Gekreuzigten gewendet und die Hände abwehrend
von sich gestreckt)

Seitdem brennt die Kerze… ewig, die Kerze zur Sühne.

Seitdem umgürtet der Schal die Lenden… die Lenden dort.

(zeigt ins Dunkel hinter das Kruzifix)

Dort haben sie… sie eingemauert…

Fleisch und Blut in Mauer und Stein.

(heiser)

Hörst du sie?! Hörst du?!

Ich hab sie gehört lange, immer… vorhin

(zeigt in das Dunkel zum Hochaltar)

dort eben…

(schlägt die Hände vors Gesicht)

Allmächtiger Vater im Himmel!

Die Kerze ist erloschen!

SUSANNA

(starr)
Ich hab sie wieder entzündet!

(Susanna stützt ihre Hand auf den Altar.
Klementia
läßt die Hände langsam sinken und starrt sie an.
Eine faustgroße Spinne kriecht aus dem Dunkel
hinter dem Altar hervor.)

KLEMENTIA

(sinkt entsetzt in die Knie, auf das Insekt weisend)
Die Spinne!

(Susanna wendet den Kopf zur Spinne und bleibt
in lähmendem
Zittern gebannt stehen. Die Spinne läuft über den Altar und
verschwindet an der anderen Seite hinter dem Kruzifix. Susanna
wendet sich nach einer Weile Klementia zu, nimmt bebend

und zusammenschauernd in mechanischer Bewegung die
Hand vom Altar, die Hände vom Körper ab zu Boden gestreckt.)

SUSANNA

(erstarrend)
Hörst du sie?!

KLEMENTIA

(entsetzt)
Hörst du?

SUSANNA
Hörst du? Die Stimme!

KLEMENTIA
Ich höre nichts.

(macht eine Bewegung zum Aufschrei, bleibt aber heiser vor Entsetzen)

Ich höre nichts!

SUSANNA

(geisterhaft nachsprechend)
Bekenne… bekenne…


(steht mit dem Rücken gegen das Kreuz gewendet)

Sagt er was?!

(Klementia in höchstem Entsetzen. Susanna

macht eine Kopfbewegung nach dem Kreuze hin.)

KLEMENTIA
(

faltet die Hände, stotternd)
Ave Maria.

SUSANNA
Sagt er nichts?!

(Klementia schüttelt in stummem Entsetzen den
Kopf. Susanna löscht
mit der Hand den Wachsstock aus, der noch immer in ihrer Hand brennt
und legt ihn auf den Altar, alle Bewegungen mechanisch ausführend; dann
steigt sie vom Altar herunter, Schritt für Schritt, lautlos, bleibt dicht vor
Klementia stehen. Susanna lacht kurz silberhell glücklich auf. Sie reißt
sich Brustschleier, Kopftuch und Binde ab: ihr langes Haar fällt über die
nackten Schultern. Klementia sinkt, die gefalteten Hände hoch erhoben,

in die Knie.)

SUSANNA
Schwester Klementia, ich bin schön! Ich bin schön!


(Der Wind stößt stark, die Zweige rauschen gewaltig

und die Nachtigallen schlagen hell zusammen.)

KLEMENTIA

(erhebt sich starr und steif, mit jedem Wort fester werdend)
Keuschheit… Armut… Gehorsam…

(Susanna verstummt, starrt sie an, die Hand schwer

auf dem Betstuhl. Klementia geht fest an ihr vorbei
in das Dunkel; das Fenster klappt heftig zu, der
jubelnde Gesang der Nachtigallen, das Rauschen
der Bäume und das Singen des Windes erstirbt jäh.
Klementia kehrt zurück.)

SUSANNA

(springt auf und faßt sie an)
Das Fenster auf! Das Fenster…

(Klementia hebt ihr das große Kreuz des
Rosenkranzes

entgegen. Susanna taumelt, das Kreuz anstarrend, Schritt
für Schritt zurück bis zum Altar.)

Ich… Ich sehe den leuchtenden Leib!

Ich seh ihn hernieder steigen. Ich fühle die Arme breiten.

KLEMENTIA

(hält das Kreuz hoch)
Keuschheit… Armut… Gehorsam…


SUSANNA

(schreit auf und starrt umher)
Wer spricht da?!

KLEMENTIA
Ich!


SUSANNA
Ich… ich… ich sprach es nie!!

(Klementia hält ihr das Kreuz entgegen. Susanna
reißt das

Lendentuch von dem großen Kruzifix in einem Riß herunter.)

So helfe mir mein Heiland gegen den euren!

(Susanna sinkt in die Knie und schaut zu ihm auf.
Die Spinne fällt hinter
dem Kreuzesarm herunter ihr in das Haar. Susanna schreit gellend auf
und schlägt mit der Stirn auf den Altar. Die Spinne kriecht über den Altar
und verschwindet dahinter. Die Horenglocke läutet grell durch die Gewölbe,
dazwischen schallt dumpf der Glockenschlag der zwölften Stunde.)

(Susanna stört auf, fährt mit den Händen wild und wirr
durchs Haar und kriecht auf allen Vieren die Stufen des
Altars herunter, in Entsetzen vor sich selber fliehend.
Mit dem letzten Stundenschlag verstummt die Horenglocke.)

KLEMENTIA

(läßt das Kreuz wieder sinken)
Ave Maria! Ein neuer Tag!

(Susanna hockt stieren Blicks

auf der untersten Altarstufe.)

(Leise Schritte schlürfen und Gebete

murmeln. Der Zug der Nonnen tritt ein.)

ALTE NONNE
Kyrie eleison.

CHOR DER NONNEN
Kyrie eleison.

ALTE NONNE
Regina coeli sancta…

CHOR DER NONNEN
…ora pro nobis…

ALTE NONNE
…virgo virginum sancta.

(Das Mondlicht, das bisher in hellen Streifen durch

die Fenster fiel und bläuliche Lichter auf die
Betstühle warf, verlischt; es wird ganz dunkel. Die
Nonnen kommen vor bis zum Weihwasserbecken,
stocken, als sie auf Klementia stoßen, die
unbeweglich im Mittelgang zwischen den Pfeilern
steht und auf Susanna schaut. Das Gebet verstummt;
die Nonnen sammeln sich in stummer Bewegung in
weitem Halbkreis um Susanna; endlich stehen alle
still unbeweglich in stummer Scheu.)

ALTE NONNE

(tritt lautlos einen Schritt vor)
Santa Susanna!

(Susanna stiert pfeilgerade in die Höhe.

Die Alte Nonne senkt das Haupt.)

Santa Susanna!


SUSANNA

Hinter dem Hofe liegen Steine!

(Die Alte Nonne schaut auf. Susanna spricht fest.)

Ihr sollt mir die Mauer richten!

(Die alte Nonne sinkt langsam die Arme breitend

in die Knie. Der Chor folgt ihr. Klementia steht
starr auf Susanna schauend. Susanna plötzlich stark)

Nein!

(Die Alte Nonne springt auf. Der Chor folgt ihr. Die

Nonne hebt das Kreuz ihres Rosenkranzes über
ihr Haupt. Der Chor folgt ihr.)

ALTE NONNE
Beichte!

(Klementia hebt das Kreuz.)

KLEMENTIA UND ALTE NONNE

(hart, dringlich)
Beichte!!!

SUSANNA
Nein!!!

KLEMENTIA, ALTE NONNE UND CHOR

(gellend)
Beichte!!!

(Das Wort hallt aus den Gewölben dreimal wieder,

die Kirchenfenster zittern, der Sturm heult draußen auf.)

SUSANNA
Nein!!!

(Das Echo des Wortes wird von dem vorigen verschlungen.)

ALTE NONNE

(in Ekstase)
Satana!!!

KLEMENTIA UND ALTE NONNE
Satana!!!

KLEMENTIA, DIE ALTE NONNE UND CHOR
Satana!!!

(Gellendes, verworrenes Echo. Susanna aufgerichtet,

in unberührter Hoheit.)



ACTO ÚNICO


(Iglesia de un convento. Ruiseñores; luz de luna; viento y flores.
Rayos en la lejanía; la llama eterna sobre el altar. Delante a la
izquierda, en una abertura en la pared, una enorme vela arde ante
un Cristo crucificado de enormes proporciones. Ante el altar florido
de la Reina del Cielo, en un nicho situado en ángulo recto al crucifijo,
Susana yace en oración con la frente apoyada en el escalón y con
sus brazos extendidos sobre los escalones superiores)

CLEMENCIA

(unos pocos pasos detrás)
¡Santa Susana!

(Pone su mano sobre el hombro de Susana y ésta se levanta)

¡La noche ha llegado!

SUSANA

(distante)
Se oye un sonido.

CLEMENCIA
¡El órgano está sonando!

SUSANA
Siento como si el sonido proviniera

de profundidades insondables o de alturas infinitas.

CLEMENCIA
Es de allí donde has venido. ¡Estabas con Dios!

SUSANA

(pensativa)
Lo estaba…

CLEMENCIA
Te pondrás enferma siempre orando.

A duras penas vives en esta tierra.
¡También tienes un cuerpo!

(Susana se levanta alarmada.

Clemencia la abraza)

¡Ven!

(Un reloj da las horas; el viento nocturno

hace sonar las ventanas; las ramas crujen)

CLEMENCIA

(para sí)
¡Ave María!

SUSANA

(sobresaltada)
¿Quién habla?

CLEMENCIA
El viento golpea las flores contra las ventanas.

SUSANA
Algo gritó.


CLEMENCIA
El reloj de la iglesia ha sonado.
Y yo dije el “Ave”.

(Una ventana cruje. El viento sopla
produciendo un sonido débil.

El ruido de hojas y ramas se disipa en un murmullo. Silenciosa
y rígida, Susana, con los brazos estirados a lo largo del cuerpo,
se da la vuelta hacia la oscuridad del coro)

CLEMENCIA
¡Se ha abierto una ventana! ¡La cerraré!

SUSANA
Déjala.

(Respira pesadamente)

CLEMENCIA
¿Puedes oler las flores del lilo?

(Respira el aroma)

¡Su aroma llega directamente hasta aquí!

Racimos rojos y blancos están floreciendo, ¡oh, qué racimos!
Si te molestan, los arrancaré mañana.

SUSANA
No me molestan. ¡Están floreciendo!

(Una voz de mujer se ahoga en un gemido de placer)

CLEMENCIA
¡Retozan sobre las flores del prado!
Voy a cerrar.

SUSANA

(escuchando)
¡Ella no está sola!

(Clemencia se persigna. Susana respira pesadamente,

está a punto de persignarse pero se queda inmóvil)

¿Me pregunto si realmente ella vendrá?

CLEMENCIA
¿Quién?

(Clemencia se persigna aterrorizada)

SUSANA

(apoyando pesadamente su mano sobre un banco)
Quiero hablar seriamente con ella.

(Clemencia se persigna e inclina la cabeza. Una

puerta batiente se cierra silenciosamente)

¡Las lilas están floreciendo!

(Se oye el grito de una mujer aterrada. Las ramas crujen.

La puerta continúa batiéndose. Ruido de pasos ligeros
acercándose. La Criada se sitúa tras de Clemencia,
temblando, con la mirada baja y las manos juntas)

SUSANA
¡Ave María!

(La Criada cae de rodillas, con la cabeza hacia el piso)

¡Niña!

CRIADA

(levantando la cabeza con aire angustiado y mirándola)
Yo…yo, ¡no sé!

(Rompe en llanto y se arrastra
hacia el

pilar central para esconderse tras él)

SUSANA
¡No quiero hacerte daño!

¿Estabas debajo del lilo? El... oh...

CRIADA

(completamente en silencio, mira fijamente a Susana)
Yo…yo… ¡no he hecho nada! Él…él…quería…

(Baja la cabeza)

SUSANA

(severamente)
¡Él!

CRIADA

(levanta su cabeza y la mira, luego ríe alegremente)
Mi Willem... Feliz...

(Susana la mira sin moverse. Luego es presa de una

risa repentina y metálica que da vida a todo su
cuerpo. La Criada se se encoge tímidamente)

SUSANA

(va hacia la Criada, pone una mano sobre su
hombro, levanta su cabeza y la mira a la cara)
¡Levántate!

(La Criada se levanta con las manos juntas)

¿Lo amas?

CRIADA

(retorciendo sus dedos, tímidamente,
riendo suavemente, avergonzada)
¡Oh, Santa Madre!...

SUSANA
Me gustaría verlo.

(Clemencia levanta su mano. La Criada mira a

Susana y tiembla. Tocan ruidosamente a la
puerta del coro tres veces y se oye una voz.
Clemencia baja su brazo)

CRIADA

(con emoción liberada y contenida)
¡Es él!

(Clemencia va hacia el coro; la voz contenida de un

hombre habla airadamente. Un joven y corpulento
mozo, con su gorro en la mano, aparece en el pasillo
central entre las columnas, tímidamente desafiante)

MOZO
¡He venido por mi chica!

(
Susana lo mira y se da la vuelta abruptamente

dirigiéndose
hacia el altar. Silencio absoluto.
La Criada se acerca al Mozo, quien pone su brazo
alrededor de ella; se retiran tímidamente seguidos
por Clemencia. Una ráfaga de viento cruje entre los
bancos. La vela del crucifijo parpadea y se apaga.
Susana, sorprendida, mira a la oscuridad, de donde
sale la pálida cara de Clemencia flotando entre los bancos)

SUSANA

(gritando)
¡Satanás! ¡Satanás!

(Clemencia permanece inmóvil por un momento,

luego
corre hacia adelante y permanece con las
manos fuertemente apretadas frente a Susana)

CLEMENCIA
¡Susana!

(Susana pone su mano en el hombro de Clemencia
e inclina
la cabeza con cansancio. Clemencia está emocionada)

¡Hermana Susana! ¡Hermana! Debe descansar.

(Trata de llevársela)


SUSANA

(sentándose en los escalones del altar)
Enciende la vela. ¡Enciéndela!

(Clemencia toma un cirio de la abertura y entra al
coro,

se da la vuelta con prisa confusa, mirando tras ella)

¿Qué ocurre?

CLEMENCIA

(sin aliento, aterrada)
Yo... no puedo hacerlo.

(Se acerca a Susana y se pone

en cuclillas en los escalones)

No lo sé. Un soplo... un movimiento.

SUSANA

(se levanta y mira a la oscuridad)
¿El viento de la noche?

CLEMENCIA
Un zumbido... un golpe...

SUSANA
¿El órgano? ¿Las flores?

(Le quita el cirio de la mano)

CLEMENCIA
Santa Susana.

(Clemencia se acurruca y entierra

la cabeza entre sus manos)

(Susana camina lentamente hacia el fondo, donde desaparece
por completo en la oscuridad; la llama eterna es eclipsada por

su cara. Desde la oscuridad emerge lentamente una luz, la luz
del cirio que Susana tiene frente a ella)

(Susana enciende la vela)

CLEMENCIA

(apoyando la cabeza en su mano)
Fue una noche.

Fue una noche como ésta... hace treinta... cuarenta años...
Fue una noche como ésta.

(Se levanta rígidamente, mira al aire, y levanta la mano

implorando. Susana se da la vuelta y mira fijamente a
Clemencia, hechizada)

CLEMENCIA
El viento de la noche cantaba.


SUSANA
¿El viento de la noche cantaba?

CLEMENCIA
Las flores golpeaban.

SUSANA
Las flores golpeaban.

CLEMENCIA
Y yo era joven.

SUSANA
¿Joven?

CLEMENCIA
Dedicada al Señor.

(Susana deja caer su cabeza sobre el pecho.)

Me arrodillé aquí, como tú.


(Un ruiseñor canta con fuerza.

Clemencia grita con voz ronca)

¡Beata! ¡Beata! ¡Beata!

(Clemencia, petrificada de horror, se cubre la cara
con los brazos y luego los deja
caer de nuevo. Susana levanta la cabeza y la mira fijamente, con los ojos abiertos,
sobresaltados. Clemencia habla con dificultad, mirando al vacío)

Pálida como un cadáver, 

sin velo en sus pechos ni cofia alguna... desnuda... así vino ella.

(Un ruiseñor se oye en la distancia)

Allí...

(Señala a la derecha con el brazo rígido)

Subió las escaleras y no me vio.

Se aferró al altar y no me vio.

(Con prisa)

Juntó su desnudo cuerpo pecador

con la imagen del Salvador crucificado...

(Los dos ruiseñores cantan alegremente, de

cerca y de lejos, fuerte y persistentemente)

y no me vio...

Ella lo abrazó con sus blancos brazos
y besó su cabeza, la besó, la besó…

(Gritando)

 
¡Beata! ¡Beata! ¡Beata! ¡La llamé... la llamé!...

(Exhausta)

Entonces se desmayó...

(Los ruiseñores quedan de repente en silencio)

Se desmayó. Se la llevaron.

(Girando la parte superior del cuerpo, con horror,

hacia el crucifijo y extendiendo las manos a la
defensiva)
 
Desde entonces, la vela ha estado encendida... siempre, 

la vela de la expiación y un paño ha cubierto la cintura... allí.

(Señala la oscuridad detrás del crucifijo)

Allí ellos... la emparedaron...

carne y sangre en la pared y la piedra.

(Con voz ronca)

¿Puedes oírla? ¿La escuchas?

La he estado escuchando durante mucho tiempo, siempre... ahora mismo

(Señala la oscuridad tras el altar mayor)

Justo allí...

(Esconde el rostro entre las manos)

¡Padre Todopoderoso en el cielo!

¡La vela se ha apagado!

SUSANA

(rígidamente)
¡La he encendido de nuevo!

(Susana apoya su mano en el altar. Clemencia

lentamente baja las manos y la mira fijamente.
Una araña, del tamaño de un puño, sale de la
oscuridad detrás del altar.)

CLEMENCIA

(cae de rodillas horrorizada, señalando al insecto)
¡La araña!

(Susana gira la cabeza hacia la araña y queda

hechizada, paralizada. La araña corre por el altar y
desaparece al otro lado. Después de un rato, Susana
se gira hacia Clemencia; con un estremecimiento, retira
la mano del altar con un movimiento mecánico, extendiendo
las manos lejos de su cuerpo hacia el suelo)

SUSANA

(aturdida)
¿Puedes escucharla?

CLEMENCIA

(horrorizada)
¿La escuchas?

SUSANA
¿La escuchas? ¡La voz!

CLEMENCIA
No escucho nada.

(A punto de romper a llorar, pero con voz ronca)

¡No escucho nada!

SUSANA

(repitiendo de manera mecánica)
Confiesa... confiesa...

(Permanece de pie con la espalda hacia el crucifijo)

¿Él ha dicho algo?

(Clemencia está completamente aterrorizada,

Susana gira la cabeza hacia el crucifijo)

CLEMENCIA

(juntando las manos y tartamudeando)
¡Ave María!

SUSANA
¿Ha dicho algo?

(Clemencia niega con la cabeza.
Susana apaga
el cirio y lo pone en el altar, realiza estos movimientos
mecánicamente; luego desciende del altar en silencio
y se ubica frente a Clemencia. Susana emite una risa
corta, metálica y feliz. Se arranca el velo de su pecho,
el tocado y el hábito; su largo cabello cae sobre los
hombros desnudos. Clemencia cae de rodillas

con las manos levantadas)

SUSANA
Hermana Clemencia, ¡Soy hermosa! ¡Soy hermosa!

(El viento sopla ferozmente, las ramas crujen con

fuerza y los ruiseñores cantan de nuevo)

CLEMENCIA

(se levanta, tensa y rígida, su firmeza se incrementa con cada palabra)
Castidad... pobreza... obediencia...

(Susana se queda en silencio, mirándola, con la mano

sobre
el banco. Clemencia camina con paso
firme en la oscuridad; la ventana se cierra de golpe.
La alegre canción de los ruiseñores, el susurro de las
ramas y el canto del viento cesan repentinamente.
Clemencia regresa)

SUSANA
(salta y se aferra a ella)
¡Abre la ventana! La ventana…

(Clemencia levanta la gran cruz de su rosario hacia

ella. Susana, mirando fijamente la cruz, retrocede
paso a paso hacia el altar)

Veo... ¡Veo el cuerpo radiante!

Lo veo a Él, descender. Siento sus brazos extendidos.

CLEMENCIA

(levantando la cruz)
Castidad... pobreza... obediencia...

SUSANA

(grita y mira a su alrededor)
¿Quién está hablando?

CLEMENCIA
¡Yo!

SUSANA
Yo... yo... yo... ¡nunca lo dije!

(Clemencia levanta la cruz hacia ella. Susana arranca

el paño de pureza del gran crucifijo de un solo tirón)

¡Que mi Salvador me ayude contra el tuyo!

(Ella se arrodilla. La araña sale de detrás
del brazo de la cruz
y se sube a su cabello. Susana lanza un grito estridente y
golpea su cabeza contra el altar. La araña cruza el altar y
desaparece detrás. La campana del Ángelus suena con fuerza
a través de la bóveda. El reloj marca las doce con un sonido sordo)

(Susana, de un brinco, se pasa la mano salvajemente por

el pelo y se arrastra a cuatro patas por los escalones del
altar, huyendo horrorizada de sí misma. En el último golpe
del reloj, la campana del Ángelus queda en silencio.)

CLEMENCIA

(bajando la cruz de nuevo)
¡Ave María! ¡Un nuevo día!

(Con la mirada ausente, Susana se pone en

cuclillas en el primer escalón del altar)

(Se escuchan pasos ligeros y oraciones

murmuradas. Entra la procesión de monjas)

MONJA ANCIANA
Kyrie eleison.


CORO DE MONJAS
Kyrie eleison.

MONJA ANCIANA
Regina coeli sancta...

CORO DE MONJAS
... ora pro nobis...

MONJA ANCIANA
... virgo virginum sancta.

(La luz de la luna, que hasta ahora había caído en

bandas brillantes a través de las ventanas y arrojaba
luces azuladas en los bancos, se desvanece.
La oscuridad cae. Las monjas se acercan hasta la pila
de agua bendita
y se detienen cuando se encuentran con
Clemencia, que está inmóvil en el pasillo central,
entre los pilares, mirando a Susana. La oración cesa;
las monjas se reúnen en silencio en un amplio
semicírculo alrededor de Susana. Finalmente, todas
se detienen en silencio)

MONJA ANCIANA

(dando un paso hacia adelante, en silencio)
¡Santa Susana!

(Susana mira hacia arriba. La

monja anciana inclina la cabeza)

¡Santa Susana!


SUSANA

¡Hay muchas piedras en el patio!

(La vieja monja mira hacia arriba. Susana habla con firmeza.)

¡Debéis preparar un muro para mí!

(La vieja monja cae lentamente de rodillas,
extendiendo
los brazos. El coro la sigue. Clemencia permanece de pie,
mirando a Susana. Susana, con fuerza, repentinamente)

¡No!

(La vieja monja se levanta de un salto. El coro la sigue.

La vieja monja levanta la cruz de su rosario sobre su
cabeza. El coro la sigue.)

MONJA ANCIANA
¡Confiesa!

(Clemencia levanta su cruz.)

CLEMENCIA, MONJA ANCIANA

(con severidad y urgencia)
¡¡¡Confiesa!!!

SUSANA
¡¡¡No!!!

CLEMENCIA, MONJA ANCIANA, CORO

(con estridencia)
¡¡¡Confiesa!!!

(La palabra hace eco tres veces desde la bóveda, las

ventanas de la iglesia se sacuden, la tormenta ruge afuera)

SUSANA
¡¡¡No!!!

(El eco de la palabra es absorbido por el anterior)

MONJA ANCIANA

(en éxtasis)
¡¡¡Satanás!!

CLEMENCIA, MONJA ANCIANA
¡¡¡Satanás!!!

CLEMENCIA, MONJA ANCIANA, CORO
¡¡¡Satanás!!!

(El eco resuena, penetrante y confuso. Susana se

pone en pie, en un estado de inmaculada majestad)



Traducido y digitalizado por:

Alejandro Vidal Charris 2019