DRITTER AUFZUG
(Unterirdische Gewölbe, durch eine querlaufende dicke
Mauer in zwei Kammern geteilt. In der rechten wird
Barak sichtbar, in düsteren Brüten auf dem Harten
Stein sitzend; zur Linken die Frau, in Tränen, mit
aufgelöstem Haar. Sie wissen nicht voneinander, hören
einander nicht. Die Frau zuckt zusammen. Im
Orchester ertönen die Stimmen der ungeborenen
Kinder, wie im ersten Aufzug)
DIE FRAU
Schweigt doch, ihr Stimmen!
Ich hab es nicht getan!
Barak, mein Mann,
o daß du mich hörtest,
daß du mir glaubtest
vor meinem Tode!
Dich wollt ich verlassen,
dich, den zuvor
niemals ich sah!
Dich wollt ich vergessen
und meinte zu fliehen dein Angesicht:
dein liebes Angesicht,
es kam zu mir -
daß du mich hörtest,
daß du mir glaubtest -
dein Angesicht,
daß ich Unselge
für immer verlor.
Dich wollt ich vergessen -
da mußte ich an dich denken:
und wo ich ging
verbotene Wege,
und meinte zu fliehen
dein Angesicht...
es kam zu mir
und suchte mich,
zuvor die Seele die Tat getan!
Ein fremder Mann,
ich zog ihn her,
er war mir nah -
aber nicht völlig -
Barak, Barak,
dich weckt ich doch,
weißt du es nicht?
BARAK
(vor sich hin)
Mir anvertraut,
daß ich sie hege,
daß ich sie trage
auf diesen Händen
und ihrer achte
und ihrer schone
um ihres jungen Herzens willen!
DIE FRAU
Dir angetraut,
dein zu pflegen,
dienend, liebend dir mich bücken:
dich zu sehen!
atmen, leben!
Kinder, Guter, dir zu geben! -
BARAK
Mir anvertraut -
und taumelt zur Erde
in Todesangst vor meiner Hand!
Weh mir! Daß ich sie einmal noch sähe
und zu ihr spräche:
Fürchte dich nicht!
(Ein Lichtstrahl fällt von oben in Baraks Verlies; die
Stufen einer Wendeltreppe, in den Fels gehauen,
werden sichtbar.)
EINE STIMME VON OBEN
Auf, geh nach oben, Mann,
der Weg ist frei!
(Barak richtet sich auf und beginnt hinaufzusteigen)
DIE FRAU
Komm zu mir!
Barak, mein Mann!
Strenger Richter,
hoher Gatte!
Schwängest du auch
dein Schwert über mir,
in seinem Blitzen
sterbend noch
sähe ich dich!
(Ein Lichtstrahl fällt von oben in ihr Verlies, der
Schein in Baraks leerer Kammer ist erlöschen)
DIE GLEICHE STIMME
Frau, geh nach oben,
der Weg ist frei.
(Die Färberin eilt nach oben)
(Verwandlung. Das Gewölbe versinkt. Wolken treten
vor, teilen sich, enthüllen eine Felsterrasse, jener
gleich, die während des Schlafes der Kaiserin sichtbar
wurde. Steinerne Stufen führen vom Wasser aufwärts
zu einem mächtigen, tempelartigen Eingang ins
Berginnere. Ein dunkles Wasser, in den Felsgrund
eingeschnitten, fließend gegenüber. Die Tür zum
mittleren Eingang offen. Auf der obersten Stufe der
Bote, wartend. Dienende Geister rechts und links.
Ein Kahn kommt auf dem Wasser geschwommen, ohne
Lenker. Die Kaiserin liegt darin, schlummernd, die
Amme kniet neben ihr, hält sie umschlungen, bewegt
sich schauend, wohin der Kahn treibe. Der Kahn hält
an. Der Bote hat das Herankommen des Kahnes
abgewartet)
DIE DIENENDEN GEISTER
Sie kommen!
DER GEISTERBOTE
Hinweg!
(Er tritt ins Innere zurück, die Geister zugleich, die
eherne Tür schließt sich hinter ihnen. Die Kaiserin
erwacht. Die Amme sucht sie zurückzuhalten, mit
dem freien Arm den Kahn vom Ufer wegzustoßen,
vergeblich. Die Gegend erhellt sich. Die Kaiserin
erhebt sich, blickt um sich, will ans Land.)
DIE AMME
Fort von hier!
Hilf mir vom Fels
lösen den Kahn!
Übermächte
spielen mit uns!
Zum greulichsten Ort
eigenwillig
strebt das Gemächte
aus bösem Holz!
Wär ich nicht gewitzigt,
was würde aus dir!
DIE KAISERIN
Der Kahn will bleiben -
siehst du denn nicht?
Die Treppe, schau!
DIE AMME
(gibt's auf, den Kahn vom Ufer zu stoßen)
So laß den Kahn!
Nur fort von hier!
Ich weiß den Weg,
Mondberge sieben
sind gelagert,
dies ist der höchste:
en böses Bereich!
Geschürzt dein Kleid
und hurtig die Füße:
ich führ dich hinunter,
ich finde hinaus!
DIE KAISERIN
(ist auf die Treppe hinausgetreten)
Hier ist ein Tor!
Einmal vordem
sah ich dies Tor!
(Posaunenruf, wie aus dem Innern des Berges)
Hörst du den Ton?
Der lädt du Gericht!
Mein Vater, ja?
Keikobad? Sag?
Lang sah ich ihn nicht,
doch weiß ich wohl:
er liebt zu thronen
wie Salomo
und aufzulösen,
was dunkel ist.
Hoch ist sein Stuhl
und abgründig sein Sinn -
doch ich bin sein Kind:
ich fürchte mich nicht.
(Die Amme, ängstlich, späht nach der Seite, ob sich ein
Ausweg finden ließe. Die Posaune ruft abermals,
stärker. Die Kaiserin, die Hände erhoben, angstvoll)
Mein Herr und Geliebter!
Sie halten Gericht
über ihn
um meinetwillen!
Was ihn bindet,
bindet mich.
Was er leidet, will ich leiden,
ich bin in ihm,
er ist in mir!
Wir sind eins.
Ich will zu ihm
(wendet sich, hinaufzuschreiten)
DIE AMME
Fort mit uns!
Ich schaff dir den Schatten!
So ist es gesetzt
und so beschworen!
Du bleibst die gleiche,
Töchterchen, liebes,
und durch deinen Leib
gleitet das Licht -
allein des Weibes
trauriger Schatten,
dir verfallen,
haftet der Ferse!
Ihresgleichen scheinst du dann
und bist es nicht:
doch du erfüllst,
was bedungen war!
So hab deinen Liebsten
und herze ihn!
Ich helf dir ihn finden,
ich will es tragen,
daß ich ihn sehe
in deinen Armen
am Jahr und Tag,
und bleibe die Hündin
in seinem Hause!
Wehe mir!
Nur fort von hier!
Fort von der Schwelle:
sie zu betreten
ist mehr als Tod!
DIE KAISERIN
So kennst du die Schwelle?
So weißt du, wohin
dies Tor sich öffnet?
Antworte mir!
DIE AMME
Zum Wasser des Lebens
DIE KAISERIN
Antworte mir!
(plötzlich erleuchtet)
Zur Schwelle des Todes!
So scholl der Ruf.
Steh mir Rede!
Du weißt das Geheime
und kennst die Bewandtnis.
Antworte mir!
(Die Amme schweigt)
Schweigst du tückisch?
Willst du mit Fleiß
den Sinn mir verdunkeln?
Hell ist in mir!
Hell ist vor mir!
Ich muß zu ihm!
(Sie wendet sich entschieden dem Eingang zu).
DIE AMME
(in höchste Angst)
Hörst du mich nicht?
Fürchterlich -
was weißt du von ihm! -
ist Keikobad!
Du bist sein Kind
und hast dich gegeben
in Menschenhand
und dein Herz vergeudet
an einen von den Verwesenden!
Fürchterlich
straft er dich,
wenn du fällst in seine Hand.
Denn er kennt kein Greuel
über diesem,
daß eines spiele
mit den Verhaßten
und sich mische
mit den Verfluchten!
Weh über sie,
die dich gebar
und Menschensehnsucht
dir flößte ins Blut!
Weh über dich!
|
TERCER ACTO
(Bóveda subterránea dividida en dos cámaras
por un grueso muro transversal. En la cámara
derecha se ve a Barak sumergido en amarga
meditación; en la izquierda a su mujer llorando,
con el pelo suelto. No saben el uno del otro,
no se oyen el uno al otro. La mujer se estremece.
En la orquesta se oyen las voces de los niños no
nacidos, como en el primer acto)
LA MUJER
¡Callaos, voces!
¡Que no lo llegué a hacer!
¡Barak, esposo mío,
ojalá que me hayas oído
y me hayas creído
antes de mi muerte!
¡A ti quería yo abandonarte,
a ti, a quien antes
no había visto jamás!
A ti quería yo olvidarte
y creía querer escapar de la visión de tu rostro,
tu amado rostro
que vino hasta mí.
Si pudieras oírme,
si pudieras creerme...
Tu rostro,
que yo, desgraciada,
perdí para siempre.
A ti quería yo olvidarte,
pero no pude borrarte de mi mente
cuando andaba
por los prohibidos caminos
deseando escapar
de la visión de tu rostro...
¡Tu rostro vino a mí
y me buscó
antes de que mi alma culminara el hecho!
Atraje
a un desconocido
que estuvo próximo a mí,
pero no del todo.
¡Barak, Barak,
pero si fui yo la que te despertó!
¿Es que no lo recuerdas?
BARAK
(a sí mismo)
Fue confiada a mí,
para que yo la protegiese,
para que yo la guiara
con estas manos...
¡Cuidé de ella
y la traté bien
por la paz de su joven corazón!
LA MUJER
Confiada a ti,
para cuidarte y servirte...
Sometida a ti con cariño,
para verte,
¡respirar y vivir!
¡Para darte niños a ti, querido!...
BARAK
Confiada a mí...
¡Ella cayó, por mi mano, tambaleante al suelo,
con un miedo mortal!
¡Ay de mí!
Si pudiera verla una vez más y decirle:
No tengas miedo.
(Un rayo de luz entra desde arriba en la
mazmorra de Barak; ahora se ven los escalones
de una escalera esculpidos en la roca).
UNA VOZ DESDE ARRIBA
¡Arriba!
¡Sube, hombre, el camino está libre!
(Barak se levanta y empieza a subir)
LA MUJER
¡Ven a mí!
¡Barak, marido mío!
¡Estricto juez,
noble esposo!
¡Aunque alzaras también
tu espada sobre mí,
y muriera,
en su resplandor
podría verte!
(Un rayo de luz cae desde arriba, el resplandor
en la cámara vacía de Barak se ha extinguido)
LA MISMA VOZ
¡Mujer, ve hacia arriba,
el camino está libre!
(La tintorera sube a prisa)
(Cambio de escena. Nubes muestran unas rocas
como las que se veían mientras la emperatriz
dormía. Escalones de piedra saliendo del agua
llevan a una entrada imponente, como la de un
templo hacia el interior de la montaña. Al otro
lado fluye agua oscura en una ranura de la roca.
La puerta de la entrada central está abierta. En
el escalón superior se encuentra el mensajero a
la espera. Espíritus sirvientes a la derecha y a la
izquierda. Un bote se acerca flotando en el agua,
sin conductor. La emperatriz está acostada
dentro, adormilada, y la nodriza, arrodillada
junto a ella, la sostiene en sus brazos mirando a
dónde les lleva el bote. El bote se detiene. El
mensajero había estado esperando su llegada)
LOS ESPIRITUS SIRVIENTES
¡Ya vienen!
EL ESPÍRITU MENSAJERO
¡Fuera!
(Retrocede al interior, al igual que los espíritus,
la puerta de bronce se cierra. La emperatriz se
despierta. La nodriza intenta alejar la barca
de la orilla, en vano. El paisaje se aclara. La
emperatriz se levanta, mira a su alrededor,
desea ir a tierra)
LA NODRIZA
¡Vayámonos de aquí!
¡Ayúdame a separar
la barca de la roca!
¡Fuerzas todopoderosas
están jugando con nosotras!
¡Esta barca,
de hechizada madera,
se dirige por su cuenta
al más horrible de los lugares!
¡Si no permaneciera yo alerta,
qué sería de ti!
LA EMPERATRIZ
El bote se quiere quedar.
¿Es que no lo ves?
¡Mira, la escalera!
LA NODRIZA
(deja de intentar separar el bote de la orilla)
Abandonemos entonces el bote...
¡Vámonos de aquí!
Conozco este paraje...
Son las Siete Montañas Lunares
y de todas ellas,
esta es la más alta.
¡Un lugar maldito!
¡Súbete el vestido
y acelera los pies!
¡Te llevaré allí abajo,
encontraré la salida!
LA EMPERATRIZ
(en los peldaños)
¡Aquí hay una puerta!
¡Esta puerta
la he visto ya otra vez!
(toque de trompetas, desde la montaña)
¿Oyes la llamada?
¡Es la llamada al juicio!
Mi padre... ¿no?
Keikobad.
Dime: hace mucho que no le veo
pero sé muy bien
que le encanta ocupar el trono,
como si fuera Salomón,
para solucionar
toda controversia.
Alto es su trono
y grande su autoridad...
Yo soy su hija
y no le tengo miedo.
(La nodriza, asustada, intenta encontrar una
escapatoria. La trompeta vuelve a llamar. La
emperatriz eleva las manos llena de miedo)
¡Mi señor, amado mío!
¡Le están juzgando
a él
por mí!
Lo que a él le ata,
me ata a mí.
¡Lo que él sufre quiero sufrirlo yo!
¡Yo estoy en él
y él está en mí!
¡Somos uno!
¡Quiero ir a él!
(se da la vuelta para subir)
LA NODRIZA
¡Vayámonos!
¡Te conseguiré la sombra!
¡Así se ha determinado
y así lo he jurado!
Tú seguirás siendo la misma,
hijita mía, cariño,
y por tu seno
se deslizará la luz...
¡Pues la triste sombra
de la mujer
cayó a tus pies
y se agarra a tus talones!
Así aparentarás ser de los suyos
pero sin serlo.
¡Habrás conseguido
lo que se te había impuesto!
¡Así que ten a tu amado
y abrázalo!
¡Te ayudaré a encontrarlo,
aguantaré
verle
en tus brazos
día a día, año tras año,
y seguiré siendo un perro
en tu casa!
¡Ay de mí!
¡Vayámonos de aquí!
Lejos de este umbral.
¡Cruzarlo
es peor que la muerte!
LA EMPERATRIZ
¿Así pues conoces este umbral?
¿Así que tú sabes
a dónde lleva esta puerta?
¡Respóndeme!
LA NODRIZA
Al agua de la vida.
LA EMPERATRIZ
¡Respóndeme!
(repentinamente iluminada)
¡Al umbral de la muerte!
Así sonó la llamada...
¡Respóndeme!
Tú conoces el secreto
y sabes lo que sucede.
¡Respóndeme!
(La nodriza calla)
¿Callas por maldad?
¿Quieres oscurecer mis sentidos
con todas tus fuerzas?
¡En mí hay claridad!
¡Ante mí hay claridad!
¡Tengo que ir a él!
(Se dirige decidida hacia la entrada)
LA NODRIZA
(aterrorizada)
¿Es que no me oyes?
Keikobad...
¿Qué sabes tú de él?
¡Es terrible!
¡Tú eres su hija
y te has entregado
a manos humanas
regalando tu corazón
a uno de esos seres podridos!
Terriblemente
te castigará
si caes en sus manos.
¡Pues él no conoce
peor pecado
que jugar
con los odiados
y mezclarse
con los malditos!
¡Ay de aquella
que te dio a luz
y te infundió en la sangre
la añoranza por los humanos!
¡Ay de ti!
|
DIE KAISERIN
Aus unsern Taten
steigt ein Gericht!
Aus unsern Herzen
ruft die Posaune,
die uns lädt. -
(Sie tritt auf die oberste Stufe. Entschieden, die Hand
gegen die Amme ausstreckend, gebietend)
Amme, auf immer
scheid ich mich von dir.
Was Menschen bedürfen,
du weißt es zu wenig,
worauf ihrer Herzen
Geheimnis zielet,
dir ist es verborgen.
Mit welchem Preis
sie alles zahlen,
aus schwerer Schuld
sich wieder erneuen,
dem Phönix gleich,
aus ewigem Tode
zu ewigem Leben
sich immer erhöhen -
kaum ahnen sie's selber -
dir kommt es nicht nah.
Ich gehöre zu ihnen,
du taugst nicht zu mir!
(Sie tritt ans Tor, das sich lautlos öffnet; sie tritt hinein,
das Tor schließt sich. Die Amme will ihr nah, wagt
sich nicht in den Bereich.)
DIE AMME
Was Menschen bedürfen?
Betrug ist die Speise,
nach der sie gieren!
Betrüger sie selber!
Fluch über sie!
Das ewige Trachten,
vorwärts in Leere,
der angstvermischte
gierige Wahnsinn -
hinübergeträufelt
in meines Kindes
kristallene Seele!
Fluch über sie!
(Es dunkelt, rötlicher Nebel tritt herein)
BARAKS STIMME
Ah!
DIE STIMME DER FRAU
Ah!
BARAK
Daß ich dich fände!
DIE FRAU
O mein Geliebter!
BARAK
Fürchte nicht!
Sieh, o sieh!
DIE FRAU
Finde mich, töte mich!
BARAK
Weh, o weh!
DIE FRAU
Weh, oh weh!
DIE AMME
Menschen! Menschen!
Wie ich sie hasse!
Wimmelnd wie Aale,
schreiend wie Adler,
schändend die Erde!
Tod über sie!
BARAK
(im Nebel herein, von rechts)
Ich suche meine Frau, die vor mir flieht.
Hast du sie nicht gesehen - o meine Muhme?
DIE AMME
(zeigt nach links aufwärts)
Dort hinüber!
Dort hinauf!
Sie verflucht dich
in den Tod!
Strafe sie -
räche dich -
schnell!
BARAK
(ab nach links aufwärts)
Zu ihr! Zu ihr!
DIE FRAU
(erscheint von links weiter unten)
O du - o du - wo ist mein Mann?
O du - ich will zu ihm!
DIE AMME
(zeigt nach rechts)
Dort hinüber!
Dich zu töten
mit seinen Händen.
Rette dich,
flieh!
DIE FRAU
(eilt nach rechts in den Wind und Nebel,
wild entschlossen)
Barak! Hier!
Schwinge dein Schwert.
Töte mich schnell!
(verschwindet rechts; es dunkelt)
DIE AMME
Wehe, mein Kind,
ausgeliefert,
Gaukelspiel
vor ihren Augen,
Fallen und Stricke
vor ihrem Tun!
Sie ist hinein!
Sie trinkt! Das goldne,
flüssige Unheil
springt auf die Lippen,
wühlt sich hinab!
Ihr Gesicht
greulich zuckt,
ein menschlicher Schrei
ringt sich aus
der wunden Kehle!
Ihr zu Hilfe!
Müßte ich sterben!
Keikobad!
(Sie will ans Tor)
DER GEISTERBOTE
(tritt aus dem Tor)
Den Namen des Herrn?
Hündin, zu wem
hebst du die Stimme?
Fort mit dir
von der Schwelle!
Pack dich, für immer!
DIE AMME
(wie wahnsinnig vor Erregung)
Mir anvertraut -
du selber, Bote!
Drei Tage lang!
Ich hab sie gehütet,
ich rang mit ihr -
sie stieß mich von sich -
sie kennt mich nicht mehr -
Keikobad!
Er muß mich hören!
(Der Bote vertritt ich ihr den Weg.
Sie will an ihm vorbei)
DER GEISTERBOTE
Sie ist vor ihm!
Wer bedarf deiner?
Niemand.
Such dir den Weg!
(faßt sie gewaltig und stößt sie die Treppe
hinab in den Kahn)
Auf, du Kahn,
trage dies Weib
Mondberge hinab
den Menschen zu!
(Der Kahn löst sich und treibt).
DIE AMME
Fressendes Feuer
in ihr Gebein!
DER GEISTERBOTE
Verzehre dich!
Dir widerfährt
nach dem Gesetz!
(Er verschwindet; furchbarer Blitz, Donner und Sturm)
BARAK
Weh uns Armen!
DIE FRAU
Weh!
BARAK
Weh!
(Verwandlung. Allmählich erhellt sich, aber noch nicht
zu völliger Klarheit, das Innere eines tempelartigen
Raumes. Eine Nische, die mittelste, ist verhängt. Die
Kaiserin, allein, steigt von unten empor. Dienende
Geister, fackeltragend, ihr entgegen, noch im Dunkel)
DIE FRAU, BARAK
(tönen von draußen herein, doch schwächer und
schwächer, als wären Türen zugefallen)
Sterben! Sterben!
Weh, verloren!
DIE GEISTER
Hab Ehrfurcht!
Mut!
Erfülle dein Geschick!
(Sie verschwinden)
DIE KAISERIN
(geht auf die verhängte Nische zu)
Vater, bist du's?
Drohtest du mir
aus dem Dunkel her?
Hier siehe dein Kind!
Mich hinzugeben,
habe ich gelernt,
aber Schatten
hab ich keinen
mir erhandelt.
Nun zeig mir den Platz,
der mir gebührt
inmitten derer,
die Schatten werfen.
(Ein Springquell goldenen Wassers steigt leuchtend
aus dem Boden auf. Einen Schritt zurückgehend)
Goldenen Trank,
Wasser des Lebens,
mich zu stärken,
bedarf ich nicht!
Liebe ist in mir,
sie ist mehr.
DER HÜTER DER SCHWELLE DES TEMPELS
(wird zur Seite der verhängten Nische sichtbar)
So trink, du Liebende, von diesem Wasser!
Trink, und der Schatten, der des Weibes war,
wird deiner sein, und du wirst sein wie sie!
DIE KAISERIN
Jedoch was wird aus ihr?
DIE FRAU
Barak!
BARAK
Wo bist du?
DIE FRAU
Wehe, wo?
|
LA EMPERATRIZ
¡Por nuestros actos
se celebra un juicio!
Por nuestro corazón
llaman las trompetas,
para invitarnos...
(Sube al último escalón. Resuelta, extendiendo
la mano hacia la nodriza para detenerla)
Nodriza, me separo de ti
para siempre.
Demasiado poco sabes tú
de lo que necesita el ser humano.
El secreto que
buscan sus corazones
te es desconocido.
A qué precio
lo pagan todo,
cómo renuevan
sus conciencias culpables
igual que el fénix,
cómo se mueven constantemente
entre la muerte eterna
y la vida eterna...
¡Apenas lo saben ni ellos!...
Tú no alcanzas a comprenderlo.
Yo soy una de ellos,
¡tú no me eres útil!
(Abre silenciosamente la puerta, entra, la puerta
se cierra. La nodriza quiere ir tras ella pero no
se atreve a atravesar la zona)
LA NODRIZA
¿Lo que los humanos necesitan?
¡Engaño!...
¡Ése es el alimento que ávidos buscan!
¡Se engañan a ellos mismos!
¡Malditos sean!
Esa eterna aspiración
hacia el vacío.
Esa ansiosa locura
mezclada con angustia...
¡Han manchado
el alma cristalina
de mi niña!
¡Malditos sean!
(oscurece, aparece una niebla rojiza)
LA VOZ DE BARAK
¡Ah!
LA VOZ DE LA MUJER
¡Ah!
BARAK
¡Si pudiera encontrarte!
LA MUJER
¡Oh, amor mío!
BARAK
¡No tengas miedo!
¡Busca, oh busca!
LA MUJER
¡Encuéntrame, mátame!
BARAK
¡Ay, oh, ay!
LA MUJER
¡Ay, oh, ay!
LA NODRIZA
¡Humanos!... ¡Humanos!...
¡Cómo os odio!
Pululantes como anguilas,
gritones como águilas...
¡Vergüenza de la tierra!
¡Muerte a todos!
BARAK
(Saliendo de la niebla a la derecha)
Busco a mi mujer que huye de mí.
¿No la habrás visto?...
LA NODRIZA
(Señalando a la izquierda hacia arriba)
¡Por allí!
¡Allí arriba!
¡Te está maldiciendo
a muerte!
¡Castígala!
¡Véngate!
¡Ve rápido!
BARAK
(subiendo hacia la izquierda)
¡A ella! ¡A ella!
LA MUJER
(aparece por la izquierda, más abajo)
¡Oh tú!... ¡Oh tú!... ¿Dónde está mi marido?
¡Oh tú!... ¡Quiero llegar hasta él!
LA NODRIZA
(señalando hacia la derecha)
¡Por ahí!
Quiere matarte
con sus propias manos.
¡Sálvate!
¡Huye!
LA MUJER
(corre hacia la derecha a través del viento
y la niebla, firmemente decidida)
¡Aquí, Barak!
¡Mátame!
¡Rápido!
(Desaparece por la derecha; oscurece)
LA NODRIZA
Mi pobre niña,
expuesta,
a un juego engañoso
ante mis propios ojos...
¡Trampas y trucos
envuelven sus actos!
¡Ha entrado!...
¡Esta bebiendo!...
¡La maldición dorada y líquida
salta a sus labios...
¡Se revuelve en su interior!
¡Su rostro
se contrae terriblemente,
un grito humano
escapa de
su garganta herida!
¡Tengo que ayudarla
aunque tenga que morir!
¡Keikobad!
(quiere ir hacia la puerta)
EL ESPÍRITU MENSAJERO
(sale por la puerta)
¿El nombre del señor?...
Perra,
¿a quién elevas tu voz?
¡Lárgate
de este umbral!
¡Márchate para siempre!
LA NODRIZA
(como loca de excitación)
Me la confiaste a mí.
¡Tú mismo... mensajero!
¡Por tres días enteros!
He cuidado de ella,
he luchado con ella...
Ella me ha rechazado...
Ya no me reconoce...
¡Keikobad!
¡Tiene que oírme!
(El mensajero se interpone en el camino. Ella
quiere esquivarle)
EL ESPÍRITU MENSAJERO
¡Ella está ante él!
¿Quién te necesita a ti?
Nadie.
¡Busca otro camino!
(la agarra violentamente y la conduce
escaleras abajo hacia el bote)
¡Vete!...
¡Bote, lleva a esta hembra
Montañas Lunares abajo
hacia los humanos!
(El bote se suelta e inicia el camino)
LA NODRIZA
¡Qué el fuego
devore tus huesos!
EL ESPÍRITU MENSAJERO
¡Púdrete!
¡Te mereces
lo que dicta la ley!
(Desaparece; relámpagos y truenos)
BARAK
¡Pobre de nosotros!
LA MUJER
¡Ay!
BARAK
¡Ay!
(Cambio de escena. El interior del templo,
amanece poco a poco. Un nicho, el más central,
está rodeado de cortinas. La emperatriz, sola,
sube desde abajo. Espíritus sirvientes con
antorchas en las manos se le acercan)
LA MUJER, BARAK
(Se les oye desde fuera, cada vez menos, como
si se hubieran cerrado las puertas)
¡Morir!... Morir!...
¡Ay, perdidos!
LOS ESPÍRITUS
¡Muéstrate humilde!
¡Ten coraje!
¡Cumple con tu destino!
(desaparecen)
LA EMPERATRIZ
(acercándose al nicho con cortinas)
¿Padre, estás ahí?
¿Me amenazaste
desde la oscuridad?
¡Mira a tu hija!
He aprendido
a entregarme,
pero no he
comprado
ninguna sombra.
Muéstrame ahora el lugar
al que pertenezco,
en medio de aquellos
que tienen sombra.
(Una fuente de agua dorada mana elevándose
del suelo. Dando un paso hacia atrás)
¡Bebida dorada!...
¡Agua de vida!...
No la necesito
para fortalecerme.
En mí tengo amor
y eso es mejor.
EL VIGILANTE DEL UMBRAL DEL TEMPLO
(aparece a un lado del nicho con cortinas)
¡Bebe, mujer amante, de este agua!
¡Bebe y la sombra que fue de la hembra
será tuya... tú serás como ella!
LA EMPERATRIZ
¿Pero qué será de ella?
LA MUJER
¡Barak!
BARAK
¿Dónde estás?
LA MUJER
¿Ay, dónde?
|
BARAK
Her zu mir!
DIE FRAU
Ach, vergebens!
BARAK
Weh! Vergebens!
DIE KAISERIN
Baraks Stimme!
Baraks Blick!
Meine Schuld
dort wie hier!
(Das Wasser fällt langsam. Schaudernd)
Sternennamen
rief ich an,
rein zu bleiben
von Menschenschuld!
Blut ist in dem Wasser,
ich trinke nicht!
(Das Wasser versinkt gänzlich)
Doch weich ich nicht!
Mein Platz ist hier
in dieser Welt.
Hier ward ich schuldig,
hierher gehör ich.
Wo immer du
dich birgst im Dunkel -
in meinem Herzen
ist ein Licht,
dich zu enthüllen!
Ich will mein Gericht!
Zeige dich, Vater!
Mein Richter, hervor!
(Das Licht hinter dem Vorhang wird stärker und
stärker, endlich ist seine Kraft so groß, daß der
Vorhang zum durchsichtigen Schleier wird. In der
strahlend erhellten Nische sitzt auf steinernem Thron
der Kaiser. Er ist starr und steinern, nur seine Augen
scheinen zu leben).
Weh mir!
Erfüllt der Fluch!
Meine Schuld
an dir gestraft.
(Sie nähert sich in Verzweiflung dem Versteinerten)
Mit dir sterben.
(Sie fällt zusammen, bedeckt die Augen mit den Händen.
Die Statue glüht im stärksten Licht, die
Augen mit stummer Bitte auf die Kaiserin gerichtet).
UNIRDISCHEN STIMMEN
Die Frau wirft keinen Schatten,
der Kaiser muß versteinen!
(Die Statue verdunkelt sich wie Blei. Vor ihren Füßen
hebt sich wie früher das goldene Wasser leuchtend
empor).
DER HÜTER DER SCHWELLE DES TEMPELS
Sprich aus: Ich will! Und jenes Weibes Schatten
wird dein!
Und dieser stehet auf und wird lebendig
und geht mit dir!
Und des zum Zeichen neige dich und trink!
BARAK
Weh uns Armen!
DIE FRAU
Hab Erbarmen!
DIE KAISERIN
(erhebt sich auf die Knie; ihren Lippen entringt
sich ein qualvoller, stöhnender Schrei)
Ich - will - nicht!
(Das Wasser versinkt plötzlich, der Raum, nach einer
kurzen Dunkelheit, erhellt sich von oben. - Von der
Kaiserin, die sich wie unbewußt vom Boden erhoben
hat, fällt ein scharfer Schatten quer über den Boden des
Raumes. - Der Kaiser erhebt sich von seinem Thron
und schickt sich an, die Stufen hinabzusteigen).
DER KAISER
„Wenn das Herz aus Kristall
zerbricht in einem Schrei,
die Ungeborenen eilen
wie Sternenglanz herbei.
Die Gattin blickt zum Gatten,
ihr fällt ein irdischer Schatten
von Hüfte, Haupt und Haar.
Der Tote darf sich heben
aus eignen Leibes Gruft -
die Himmelsboten eilen
hernieder aus der Luft!"
So ward mir zugesungen,
da ich im Sterben war.
Nun darf ich wieder leben!
Schon kommt die heil'ge Schar
mit Singen und mit Schweben.
(Das Licht von der Kuppel herab ist stärker
und stärker geworden)
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
(von oben)
Hört, wir wollen sagen: Vater!
Hört, wir wollen „Mutter" rufen!
Steigt auf!
Nein, kommt herunter!
Zu uns führen alle Stufen!
DIE KAISERIN
(deutet nach oben)
Sind das die Cherubim,
die ihre Stimmen heben?
DER KAISER
(von der untersten Stufe)
Das sind die Nichtgeborenen,
nun stürzen sie ins Leben
mit morgenroten Flügeln
zu uns, den fast Verlorenen;
uns eilen diese Starken
wie Sternenglanz herbei.
Du hast dich überwunden.
Nun geben Himmelsboten
den Vater und die Kinder,
die Ungeboren, frei!
Sie haben uns gefunden,
nun eilen sie herbei!
(Er ist von der untersten Stufe herabgestiegen. Die
Kaiserin will ihm entgegen, deutet nach oben, von wo
immer hellerer Schein herabdringt, ein silbernes
Klingen dem Gesang der Ungeborenen präludiert, sie
sinkt in die Knie. Der Kaiser, der Kaiserin gegenüber,
fällt gleichfalls auf die Knie, und sie bergen jedes ihr
Gesicht in den Händen.)
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
Hört, wir gebieten euch:
Ringet und traget,
daß unser Lebenstag
herrlich uns taget!
Was ihr an Prüfungen
standhaft durchleidet,
uns ist's zu strahlenden
Kronen geschmeidet!
(Der Kaiser und die Kaiserin haben sich, mit
Entzücken aufwärtsblickend, erhoben).
DIE KAISERIN
(indem ihre und des Kaisers Hände sich berühren)
Engeln sind's, die von sich sagen!
Ihre Stärke will uns tragen!
Ungeboren, preisgegeben,
ohne Anker, ohne Ziel!
Wie sie rufend uns umschweben,
bin ich, bin ich dir gegeben!
DER KAISER
Nirgend Ruhe, still zu liegen,
nirgend Anker, nirgend Port,
nichts ist da - nur aufzufliegen
ist ein Ort an jedem Ort,
wie sie rufend uns umschweben,
bist du, bist du mir gegeben!
(Verwandlung. Eine schöne Landschaft, steil
aufsteigend, hebt sich heraus. Inmitten ein goldener
Wasserfall, durch eine Kluft abstürzend. Kaiser und
Kaiserin werden über dem Wasserfall sichtbar, von
der Höhe herabsteigend)
DIE FRAU
(von links auf schmalem Fußpfad)
Trifft mich sein Lieben nicht,
treffe mich das Gericht,
er mit dem Schwerte!
(eilt vor bis an den Abgrund)
BARAK
(auf der gegenüberliegenden Seite)
Steh nur, ich finde dich,.
Schützend umwinde dich,
ewig Gefährte!
(Indem sie ihn gewahr wird, ihm die Arme
entgegenstreckt, fällt ihr Schatten quer über
den Abgrund)
Schatten, dein Schatten,
er führt mich zu dir!
DIE FRAU
Gattin zum Gatten!
Einziger mir!
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
Mutter, dein Schatten!
Sieh, wie schön!
Sieh deinen Gatten
zu dir gehen!
(Im Augenblick fällt an der Stelle des Schattens eine
goldene Brücke, quer über den Abgrund. Barak und
die Frau betreten die Brücke, liegen einander in den
Armen. Der Kaiser und die Kaiserin sind oben dicht
an den Rand des Absturzes herausgetreten)
BARAK
Nun will ich jubeln, wie keiner gejubelt,
nun will ich schaffen, wie keiner geschafft,
denn durch mich hin strecken sich Hände,
blitzende Augen, kindische Münder,
und ich zerschwelle
vor heiliger Kraft!
DER KAISER
(weist hinunter auf die beiden, weiter hinunter
auf die Menschenwelt).
Nur aus der Ferne
war es verworren bang,
hör es nun ganz genau,
menschlich ist dieser Klang!
Rührende Laute -
nimmst du sie ganz in dich.
Brüder, Vertraute!
DIE KAISERIN, DIE FRAU
Schatten zu werfen,
beide erwählt,
beide in prüfenden
Flammen gestählt.
Schwelle des Todes nah,
gemordet zu morden,
seligen Kindern
Mütter geworden!
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
Brüder! Vertraute!
(Schleier verfallend, die Gestalten und die
Landschaft einhüllend. Von oben)
Brüder! Vertraute!
(im Orchester)
Vater, dir Drohet nichts,
siehe, es schwindet schon,
Mutter, das Ängstliche,
das euch beirrte.
Wäre denn je ein Fest,
wären nicht insgeheim
wir die Geladenen,
wir auch die Wirte!
|
BARAK
¡Ven a mí!
LA MUJER
¡Ay, en vano lo intento!
BARAK
¡Ay, en vano!
LA EMPERATRIZ
¡La voz de Barak!
¡La mirada de Barak!
¡Mi culpa está
tanto allí como aquí!
(el agua desciende lentamente. Horrorizada)
¡Invoqué
nombres de estrellas
para permanecer limpia
de culpa humana!
¡Sangre hay en el agua,
no beberé!
(El agua desciende del todo)
¡Pero no me iré!
Mi lugar está aquí,
en este mundo.
Aquí soy culpable,
aquí es donde pertenezco.
Escondas donde te escondas
en la oscuridad...
¡En mi corazón
hay una luz
que te descubrirá!
¡Quiero mi juicio!
¡Muéstrate, padre!
¡Sal, juez mío!
(La luz detrás de las cortinas es cada vez más
fuerte y al final su poder es tan fuerte que la
cortina se convierte en un velo transparente. En
el nicho resplandeciente el emperador está
sentado en un trono de piedra. Está rígido y
petrificado, tan sólo sus ojos parecen vivir)
¡Ay de mí!
¡La maldición se ha cumplido!
Mi culpa ha sido
castigada en él.
(Se acerca desesperada al petrificado)
Deseo morir contigo...
(Se desploma cubriéndose los ojos con las manos.
La estatua arde en la luz más resplandeciente, los
ojos en petición muda dirigidos a la emperatriz)
VOCES EXTRATERRENALES
La mujer no tiene sombra...
¡El emperador deberá convertirse en piedra!
(La estatua oscurece como plomo. Ante los pies
de ella emerge como antes el agua dorada
resplandeciente)
EL VIGILANTE DEL UMBRAL DEL TEMPLO
Di: "¡Si, quiero!"
¡Y la sombra de aquella hembra será tuya!
¡Y éste se levantará,
revivirá y se irá contigo!
Como prueba de ello ¡inclínate y bebe!
BARAK
¡Pobres de nosotros!
LA MUJER
¡Ten piedad!
LA EMPERATRIZ
(Se alza sobre sus rodillas; de sus labios sale
entre suspiros un grito atormentado)
¡No quiero!
(De repente desaparece el agua, la sala se
ilumina desde arriba. De la emperatriz, que se
ha levantado del suelo de modo inconsciente,
cae una sombra que se extiende sobre el suelo
de la sal. El emperador se levanta de su trono
haciendo ademán de bajar las escaleras)
EL EMPERADOR
"Cuando el corazón de cristal
se quiebre en un grito,
los niños no nacidos se apresurarán
a venir como polvo de estrellas.
La esposa mirará al esposo,
de ella caerá una sombra terrenal,
por las caderas, la cabeza y el cabello.
El muerto podrá levantarse
de la tumba por su propio pie...
Los mensajeros celestiales se apresurarán
a descender por el aire hacia aquí!"
Esto es lo que me cantaron
cuando estaba en manos de la muerte.
¡Ahora me está permitido volver a vivir!
Ya vuela la tropa celestial
entonando cánticos.
(La luz de la bóveda de arriba se ha hecho
cada vez más intensa)
LAS VOCES DE LOS NO NACIDOS
(desde arriba)
Oid, queremos decir: ¡Padre!
Oid, queremos llamar ¡Madre!
¡Subid!
¡No, bajad!
¡Todos los peldaños conducen a nosotros!
LA EMPERATRIZ
(señalando arriba)
¿Son querubines
los que se oyen?
EL EMPERADOR
(desde el escalón más bajo)
Son los niños no nacidos
que ahora se arrojan a la vida
con alas rojas, como el amanecer,
hacia nosotros, los casi perdidos.
A nosotros vienen con su fortaleza,
como polvos de estrella.
Tú te has superado a ti misma.
¡Y ahora los mensajeros celestiales
dejan al padre y a los niños,
a los no nacidos, en libertad!
¡Ellos nos han encontrado,
y vienen con prisas!
(Ha bajado al escalón más bajo. La emperatriz
quiere ir hacia él, señala hacia arriba de donde
desciende una luz cada vez más radiante. Con el
sonido de las voces de los niños no nacidos ella
cae de rodillas. El emperador, frente a la
emperatriz, también se arrodilla y ambos se
cubren la cara con las manos)
LAS VOCES DE LOS NO NACIDOS
Oid, os ordenamos:
¡luchad y soportad
para que nuestras vidas
sean gloriosas!
Las pruebas que habéis
soportado con bravura
nos aportan a nosotros
radiantes coronas.
(El emperador y la emperatriz se levantan
encantados y mirando hacia arriba)
LA EMPERATRIZ
(sus manos tocando las del emperador)
¡Son ángeles los que están hablando de sí!
¡Su fortaleza será nuestra ayuda!
¡No nacidos, abandonados y sin destino!
Mientras ellos nos llaman
flotando a nuestro alrededor,
yo me entrego a ti.
EL EMPERADOR
Sin paz en ninguna parte, inmóviles,
sin ancla, sin puerto y sin nada...
solo si te elevas habrá un lugar en aquel lugar.
Mientras ellos nos llaman
flotando a nuestro alrededor,
tú te entregas a mí.
(Cambio de escena. Un bonito paisaje en cuesta
ascendente. En el centro una cascada de agua
dorada fluye desde una fisura. El emperador y
la emperatriz aparecen sobre la cascada bajando
desde las alturas)
LA MUJER
(desde la izquierda sobre un estrecho camino)
¡Si no puedo encontrar su amor,
que me encuentre el juez
con su espada!
(apresurándose hacia el borde del abismo)
BARAK
(al otro lado)
¡Espérame, yo te encontraré
y te protegeré entre mis brazos!
¡Seré siempre tu esposo!
(Al ver a su marido y extender sus brazos hacia
él, la sombra de la mujer cae transversalmente
sobre el abismo)
¡Tu sombra...
tu sombra me lleva a ti!
LA MUJER
¡La esposa del esposo!
¡El único para mí!
LAS VOCES DE LOS NO NACIDOS
¡Madre, tu sombra!
¡Mira qué bonita!
¡Mira cómo tu marido
camina hacia ti!
(En ese mismo instante en lugar de la sombra
aparece un puente dorado sobre el abismo. Barak
y la mujer suben al puente cayendo el uno en los
brazos del otro. El emperador y la emperatriz se
han acercado al borde del abismo)
BARAK
¡Quiero gritar de alegría
como nadie lo hizo jamás,
quiero trabajar como nadie trabajó jamás!
¡Ante mí se extienden manos, ojos relucientes,
bocas infantiles y yo estoy que exploto
de fortaleza sin igual!
EL EMPERADOR
(señalando abajo, a los dos y más abajo,
al mundo de los humanos)
Desde la lejanía
era confuso y molesto,
ahora escucha con más atención...
¡Son sonidos humanos!
Sonidos conmovedores
que llegan muy adentro.
¡Hermanos! ¡Amigos!
LA EMPERATRIZ, LA MUJER
Ambas elegidas
para hacer sombra,
ambas endurecidas
en pruebas de fuego.
Próximas al umbral de la muerte,
muertas por matar,
¡pero ahora convertidas en madres
de niños benditos!
LAS VOCES DE LOS NO NACIDOS
¡Hermanos! ¡Amigos!
(Una cortina cae cubriendo el paisaje y las figuras.
Desde arriba)
¡Hermanos! ¡Amigos!
(en la orquesta)
Padre, nada te amenaza...
Madre, el miedo
que te confundía
ha desaparecido.
¡Si hubiera alguna vez una fiesta,
nosotros seríamos en secreto
no sólo los invitados,
sino también los anfitriones!
Escaneado por:
Santiago Díez San José 2003
|