GENOVEVA

 

Personajes

SIGFRIDO 

GENOVEVA 

GOLO

MARGARITA

DRAGO

BALTASAR

GASPAR

HIDULFUS

 Conde de Tréveris      

   Esposa de Sigfrido        


 Lugarteniente de Sigfrido     

Maga, Nodriza de Golo    

    Primer Mayordomo de Palacio        

   Escudero      

 Escudero    

Obispo de Tréveris    

Barítono

Soprano

Tenor

Soprano

Bajo

Bajo

Barítono

Barítono


La acción se desarrolla en los alrededores de Tréveris, en el año 730.

ERSTER AUFZUG


(Großer Schloßhof in Siegfrieds Burg)

CHOR
Erhebet Herz und Hände
Voll Andacht himmelan
Zu Ihm, dess' Macht ohn' Ende,
Dem All' wir untertan!
Sein Reich es soll besteh'n
In aller Ewigkeit,
Für ihn zum Tod zu geh'n,
Sind allzeit wir bereit!
Was sollt' uns bringen Schaden,
Will er nur mit uns sein,
Er ist der Quell der Gnaden,
Das Heil bei ihm allein.

(Hildulfus tritt mit Gofolge
aus der Kirche)

HIDULFUS
Zu einem gottgefäll'gen Kampfe
Rüstet Ihr Euch!
Es gilt dem Erzfeind unsers Glaubens,
Abdorrhaman, der aus Spanien in
Das Frankreich hereingebrochen!

CHOR
Verderben ihm!

HIDULFUS
Von seinen Gräueln empört,
Erhebt sich der gewalt'ge Karl Martell,
Und ruft die Tapfern dieses Landes auf,
Den Frechen mit dem Schwert zu strafen -

CHOR
Heil Karl Martell!

HIDULFUS
In seinem Namen fordr' auch ich euch auf,
Bewaffne jeder sich, der Kraft
Ein Schwert zu tragen in sich fühlt,
Dem edlen Pfalzgraf Siegfried,
Dem Karl des Krieges Führung anvertraut,
Zum heil'gen Zug sich anzuschließen,
Zu schützen Christi Kreuz!

CHOR
Wir sind bereit!

HIDULFUS, CHOR
(mit aller Kraft)
So streite denn, du tapfre Schaar,
Der Christenheit zu Ruhm und Ehr';
Der Engel Heer fleuch' vor dir her,
Der Herr sei mit dir immerdar!

Wir sind bereit,
Zu Kampf und Streit,
Für Christ den Herrn
Zum Tod zu geb'n.

Sein Reich es soll besteh'n
In aller Ewigkeit,
Für ihn zum Tod zu geh'n
Sind allzeit wir bereit!

Was sollt' uns bringen Schaden,
Will er nur mit uns sein,
Er ist der Quell der Gnaden,
Das Heil bei ihm allein!

GOLO
(Allein)
Könnt' ich mit ihnen! Weiht' auch mich
Des heil'gen Mannes Segensspruch!
Wer doch wie sie
In blut'ger Feldschlacht könnte werben
Um Ruhm, - den Tod der Ehre sterben!
Ein Anderes ist mir beschieden -
Ruh' - Still-sein! - -
Wär' es auch der Frieden!

Frieden, zieh' in meine Brust,
Sänftige das tiefe Leid,
Der Gefühle grimmen Streit, -
Frieden, zieh' in meine Brust!

Trüb' will Alles mir erscheinen,
Wie die Sonn' auch golden scheint -
Könnt' ich klagen, könnt' ich weinen,
Tränen, wie ich sonst geweint!

Wie anders mein Sinnen
In früheren Tagen!
Da trieb's mich hinaus
Zu Kampf und Strauß!
Kein Roß mir zu wild,
Keine Kluft mir zu breit,
Zu eng das Gefild,
Kein Ziel mir zu weit!
Kein Ziel mir zu weit!
Und kehrt' ich dann heim
Zu fröhlicher Rast,
Wie klang da beim Schalle
Der Zither mein Lied,
Vom Lobe des Sängers
Ertönte die Halle.
Wie zollten sie alle
Dem fröhlichen Sang
So minniglich Dank,
Und feuriger schwang
Beim gastlichen Mahl
Zum vollen Pokal
Empor sich der Sang! - -
Das war in früheren Tagen, -
Und jetzt! -

Frieden, zieh in meine Brust etc. etc.

Siegfried, Siegfried -
Du ein zweiter Vater mir, dem
Ich alles danke,
Was tust du mir!
Zum Hüter deines Weibes hast
Du mich bestellt! -
Und ich, ein Mensch,
Soll diesen Himmel wahren! -
Ich seh' sie nahen, - könnt' ich flüchten,
Verbergen mich,
wohin kein Strahl der Sonne dringt!

(Er tritt in der Hintergrund. Siegfried, Genoveva, Drago,
Balthasar, Caspar, Dienerschaft)

SIEGFRIED
So wenig Monden erst, daß ich Dich fand, -
Und schon entreißt Dich
mir ein streng Geschick.

GENOVEVA
Ob auch getrennt,
uns eint ein heilig Band,
In fernste Ferne reicht der Liebe Blick.

SIEGFRIED
Du bist ein deutsches Weib, so klage nicht -
Sollt' ich ertragen unsers Glaubens Schmach?

GENOVEVA
Wärst du kein Held, Du wärest Siegfried nicht
Und keine Klagen sendet' ich Dir nach.

SIEGFRIED
Der Trübsal Nacht
folgt einst ein Freudentag.

GENOVEVA
Wo Du auch weilst, Dir folgt die Liebe nach.

SIEGFRIED
O herrlich Streiten, für die Christenheit,
Des Krieges Banner glorreich zu erheben!

GENOVEVA
Der Dich mir gab, er sehe mich bereit,
Auf sein Gebot mein Liebstes hinzugeben.

SIEGFRIED
Du liebend Weib -

GENOVEVA
Geliebter Mann -

BEIDE
Beglückt' wem solch' ein
Held / Weib gegeben!

(Trompeten hinter der Szene)

SIEGFRIED
Dies gilt uns! -

(zu den Diener gewendet)

Zu Euch noch
Wen'ge Worte! Drago,
Treu hast du dich stets bewährt,
Deiner Pflege sei vertraut
Mein Gesinde, halt' es wohl!

DRAGO
(mit Ehrerbietung)
Wie Ihr sagt, so wird's getan.

SIEGFRIED
(auf Angelo deutend)
Und vor allen nimm dich an dieses Armen,
Ist die Red' ihm auch versagt,
Ein treu' Gemüt spricht aus seinem Auge,
Krankt ihn nimmer!

DRAGO
Wie Ihr sagt, so wird's getan.

SIEGFRIED
(Golo erblickend)
Einer fehlt noch - Golo -
Du der Nächste meinem Hause
Stehst so fern?

GENOVEVA
Wie bleich er sieht -

DRAGO
Wie verstört -

GENOVEVA
Es schmerzt der Abschied ihn vor allen -

SIEGFRIED
Möchtest gern wohl
Mit mir in den Krieg?

GOLO
Ihr sagt's!

SIEGFRIED
Besser dienst Du hier mir. - Sieh,
Nur dem Besten möcht' ich meiner
Güter Bestes anvertrau'n -

(herzlich zu Golo)

Der bist Du! -
Meines Weibes nimm Dich an,
Wo sie Mannes Schutz bedarf -

(zu den anderen Dienern)

Und Ihr, seht in Golo hier
Euern unumschränkten Herrn,
Dienet ihm, als wär' ich's selbst!

GOLO
Einen Würd'gern wohl als mich
Möcht' ich, daß Ihr fändet -

GENOVEVA
Gern Nehm' ich Euch zum Ritter an -

GOLO
Edle Gräfin, viel zu gut
Denkt Ihr von mir. -

SIEGFRIED
Spart die Worte,
Kostbar ist die Zeit; der Ruf
Der Trompete sagt's.
Auf! führt mein Schlachtroß vor!

CHOR

Auf, auf in das Feld!
Graf Siegfried der Held,
Er führet das Heer,
Er führt es zur Ehr'.

Fein's Liebchen ein Kuß!
Geschieden sein muss!
Mit uns ist das Glück,
Bald kehren wir zurück!

Karl Martell, Karl Martell, tapferer Hammer,
Allem Heidenvolk zum Jammer!
Der Feind der soll der Ambos sein,
Da schlagen wir wacker drauf und drein!
Wie klingt der Hammer so stark und hell!
Karl Martell, Karl Martell!

GENOVEVA
Leb' wohl -

SIEGFRIED
Leb' wohl -

GENOVEVA
Auf Wiederseh'n!

SIEGFRIED
Auf Wiederseh'n!

GOLO
(Für sich)
O wie sie küßt!
Man fühlt’s, indem man’s sieht!

CHOR
Auf, auf in das Feld!
Graf Siegfried, der Held,
Er führt das Heer,
Er führt es zur Ehr'.
Feins Liebchen, ein Kuss!
Geschieden sein muss!
Mit uns ist das Glück,
Bald, bald kehr'n wir zurück!

GOLO
(zu Siehfried)
Herr, das Roß sieht bereit!

GENOVEVA
O könnt' ich mit dir! -

SIEGFRIED
Getrost und fasse dich!

GENOVEVA
Leb wohl!

(Siegfried umarmt und küsst Genoveva und reite,
ohnmächtig nieder)

GOLO
Der rauhe Kriegsmann! - Auf das Schwert
Versteht er sich, auf Stoß und Hieb, -
Auf Liebe nicht! Er hat ihr's angetan!
Stirbt sie, ich will nicht knirschen!
doch, sie seufzt!
Das holde Leben kehrt zurück,
Und auf die Lippen tritt das erste Roth!
O Lippen, süße Lippen!
Wer euch küßt,
Der stiehlt sich hier die ew'ge Seligkeit,
Denn nie verglüht ein solcher Kuß! -
Nie! Nie!

(sich umsehend)

Ich könnt' es tun, ich bin allein -
Die heil'gen Augen steh'n
Noch nicht wie Cherubim
Abwehrend vor dem Paradies -
Ich will, ich muss sie küssen - -

(Er küsst sie)

GENOVEVA
(Zu sich kommend)
Mein Siegfried!
Wer bist Du?

GOLO
Euer treuster Knecht!

GENOVEVA
Erlaubt, daß ich mich stütze!
Mir schwindelt!

(Genoveva geht, auf Golos Arm gestützt,
nach dem Schlosse ab)

MARGARETHA
(hinter dem Burgtor hervortretend)
Sieh da - welch' feiner Rittersmann!
Man sieht ihn nur mit Freuden an!
Der Federhut, der Degen steht ihm gut,
Auch hat er Mut!
Und wie zum Kuß er sich herunterbog,
Welch' Flammenglut die Wang' ihm überzog!
Die Frau allein, der Graf beim Heer -
Da fällt's dem hübschen
Burschen ja nicht schwer!
Ich hab' kein' Rast, ich hab' keine Ruh,
Ein wenig Groll kömmt auch dazu!

(mit drohender Gebärde gegen das Scholoss)

Daß aus dem Haus du mich gehetzt,
Herr Graf, das vergelt' ich dir jetzt!
Still, er kömmt!

(Golo kommt aus dem Schloss)

GOLO
(Für sich)
Was hast du getan
In frevelndem Wahn -
Du hast geküßt
Deines Herren Weib, -
Du hieltst umschlungen
Den edlen Leib, -
Du hast gebrochen
Dein Ritterwort - -
Elender, fort
Soweit dich deine Füße tragen!

(will durch das Burgtor abgehen)

MARGARETHA
Golo!

GOLO
(Sie nich erkennend)
Hinweg!

MARGARETHA
Mein Sohn wohin?
Kein Wort für Deine Amme, die so lang
Dich nicht geseh'n?

GOLO
Du Margaretha hier?

MARGARETHA
Unfreundlich stießest einstens Du mich fort, -
Ich blieb Dir gut -

GOLO
Ich aber hasse Dich, seit bösem Wandel
Und schwarzen Künsten
Du dich ergeben,
Die ich verabscheue -
Dies ist der Tugend Haus!

MARGARETHA
Der Tugend Haus? -
Ach - hofft' ich doch nach
langem Wandern hier
Zum Ausruh'n eine Streu zu finden

(heimlich)

Doch, Was ich erblickt in diesem Haus
der Tugend -

(ins Ohr flüsternd)

Fürwahr, ein schönes
Weib des Küssens werth. -

GOLO
(sie packend)
Du hast gesehen?! - stirb! -

MARGARETHA
(gleichgültig)
Stoß' zu - 's ist ja die Amme nur,
Die Mutter nicht, die Du durchbohrst -
Geh' Golo - Du bist krank -

GOLO
Ja - krank zum Sterben -

MARGARETHA
Vertrau' Dich mir -
ich weiß den Arzt -

GOLO
Weib, Hexe, fort!
Du, dieses Haus,
Die ganze Welt ist mir verhaßt,
Kaum, daß ich trage noch
des Lebens Jammerlast, -
Ich will dahin geh'n, wo kein Aug'
Mich wieder finden soll.

(Er will gehen, Margaretha hält ihn zurück)

MARGARETHA
Du läßt die arme Frau allein -
Sie wird ohn' Dich gar traurig sein,
Am Leben müßte sie verzagen,
Sie will Dir wohl, wie die Leute sagen.

GOLO
(sie bei der Hand fassend)
Was sprichst Du da? wer tat Dir's kund?

MARGARETHA
Nun, drück' mir nur den Arm nicht wund -
Dergleichen fällt nicht schwer zu sehn. -

GOLO
Du lügst.
Du kennst sie nicht die Reine -

MARGARETHA
Und sieh, wie schön sich alles trifft!
Der Graf im Krieg, Du heimgeblieben -
Vielleicht, daß er im Kampfe fällt,
Er Dich zum Erben gar bestellt!
Oft fügt sich's seltsam in der Welt -
Kommt Berg und Tal doch wohl zusammen,
Um wie viel leichter zween Flammen -
Glück auf denn, Glück auf!

(Sie will fortgehen)

GOLO
Brichst auf Du schon?

MARGARETHA
Muss fort - nach Straßburg -

GOLO
(vertraulicher)
Sag' an, was tätest Du an meiner Stelle?

MARGARETHA
(fur sich)
Es dringt ihm in's Herz -

(Laut)

Wär' ein junger Herr ich
Mit Augen wie Ihr, ich hielt'
An meiner Hoffnung fest und wär'
Ich in die Königin verliebt.

GOLO
O dürft' ich hoffen, Margaretha,
Ich wollt' es königlich Dir lohnen!
Bleib hier im Schloß,
sieh mit eignen Augen!

MARGARETHA
Mehr braucht's nicht als ich bereits geseh'n!

GOLO
Nur wen'ge Tage laß Dir's gefallen!

MARGARETHA
Wollt durchaus Ihr!

GOLO
Du bleibst?

MARGARETHA
Vielleicht -

GOLO
Und willst Mir beisteh'n?

MARGARETHA
Wie ich's kann -

GOLO
Gib mir Die Hand d'rauf!

MARGARETHA
Hier!

GOLO
Und schwörst mir beizusteh'n? -

MARGARETHA
Ich schwör's! -

GOLO
Mit neuem Leben
Erfüllst Du mich wieder,
Gehst Du voran,
Glücket der Plan.
Mein muss sie werden.
Und stiegen Engel
Zur Erde nieder!
Mit neuem Leben
Erfül!st du mieh wieder,
Gehst du voran,
Glüeket der Plan!
Mein muss sie werden,
Und stiegen Engel
Nieder zur Erden
Und sehützten sie!
Mein muss sie werden ...
Und stiegen Engel
Nieder zur Erden
Und sehützten sie
Und wahrten sie,
Mein muss sie werden,
Jetzt oder nie...!

MARGARETHA
(für sich)
Was ieh gewol!t,
Mir isl's geglüekt,
lch halt's ihn urngarnt,
lch halt's ihn umstriekt.

(laut)

Dein sol! sie werden,

(für sich)

lch halt' ihn umgarnt,
lch halt' ihn umstriekt...

(laut)

Und stiegen Engel
Nieder zur Erden
Und sehützen sie,

(für sich)

lch hall' ihn umgarnt...

(laut)

Dein sol! sie werden,
Jetzt oder nie...



ZWEITER AUFZUG


(Halle)

GENOVEVA
(sehr innig)
O weh des Scheidens, das er that, -
Mit ihm schied Freud' und Glück!
Herr'nloses Haus, Haus ohne Rath! -
O käm er bald zurück! -
Mit ihm die Lust, mit ihm der Muth
Wo er nicht ist da wankt es, -
Doch wo er herrscht, da steht es gut,
Mein Siegfried, kehre wieder,
Mit Dir schied all' mein Glück dahin!
Getrost, getrost, mein Herze -

(Sie wird vom Lärm unterbrochen)

GESANG DER KNECHTE
Füllet die Becher bis zum Rande,
Stoßet an und trinket aus!
Zieht der Herr in fremde Lande,
Ist der Knappe Herr im Haus!
Stoßt an und trinket aus!

Ei - wer sitzt dort in der Ecke. -
Alter Drago, was ist das!
Kommt hervor aus dem Verstecke -
Unsrer Herrin dieses Glas!
Die Herrin lebe hoch!

GENOVEVA
Welch rohes Singen! Klingt es doch,
Als ob sie spotteten! -
Die Knechte sind's, Margaretha unter ihnen,
Dies Schreckbild meinem Auge! -
Und dort der gute Drago,
Er will nicht würfeln mit und singen! -
Wie wild sie lärmen! – Siegfried, Siegfried,
Kehr' bald zurück, brich ihren Uebermut,
Sie stürzen Haus und Hof dir um!

(Sie hört ein Garäusch)

Wer kömmt!

(Golo tritt ein)

Ihr seid es, Golo? -

GOLO
Verzeiht, daß zu so später Stunde noch -

GENOVEVA
Stets seid willkommen Ihr, und wißt -
Ich fürchtete mich eben -

GOLO
Ihr hörtet wohl -

GENOVEVA
Sie singen laut genug -
Und ganz allein bin ich -

GOLO
(Für sich)
Sie ganz allein! welch' seltnes Glück?

GENOVEVA
Die Dienerin entließ nach Trier ich,
Dort ihren kranken Vater zu verpflegen -
Da wandelte etwas wie Furcht mich an,
Dazu das wilde Singen - aber sagt,
Was hat es zu bedeuten? -

GOLO
Die Knechte, Caspar, Balthasar,
Sie treiben Kurzweil nit den Jagdgesellen...

GENOVEVA
Y Margaretha

GOLO
Macht den Burschen von ihren Künsten vor,
Bald sie zum Lachen reizend, bald erschreckend,
Und dann...

(Er zögen)

GENOVEVA
Ihr haltet inne, sprecht!

GOLO
So hört, was mich so spät noch zu Euch führt:
Ein großer Sieg (so spricht man)
Sei über Abdorrhaman jüngst erkämpft -

GENOVEVA
Ein Sieg, ein Sieg! O Freude!
Doch wie, Siegfried ließ ohne Kunde mich? -

GOLO
Gerüchte eilen schneller ja als Menschen -
Auch spricht man von der bald'gen Rückkehr
Des Heeres -

GENOVEVA
Siegfried's auch? O wär' es wahr?

GOLO
Dies alles hat die Burschen aufgeregt -

CHOR DER KNECHTEN
Fürwahr,
ein schönes Weib des Küssens wert!

GOLO
Von Neuem toben sie, ich geh'
Zum Schweigen sie zu bringen.

(Er will gehen)

GENOVEVA
Laßt, laßt - die Freude reizt zum Singen,
Auch mich - Ihr singt so artig, laßt
Mit einer sanften Weise uns
Den wilden Lärm betäuben -
Kommt, dort ist die Zither.

GOLO
's sind Monden her, daß ich schon nicht mehr sang.

GENOVEVA
So wirds nur um so frischer klingen -
Ohn' Widerspruch! - das Lied,
Das aus dem Elsaß uns der Sänger lehrte -

GOLO
Ihr könntet Steine singen machen
Durch Euer Bitten, schöne Frau!

GENOVEVA
Das Schmeicheln, Golo, scheint Euch eigen,
Singt denn, laßt Euer Herz erweichen!

GOLO
(Für sich)
O anmuthvollste Zauberin!

Duett

GENOVEVA

Wenn ich ein Vöglein wär',
Und auch zwei Flüglein hätt',
Flög' ich zu dir!
Weil's aber nicht kann sein,
Bleib ich allhier!

Bin ich gleich weit von dir,
Bin ich doch im Schlaf bei dir,
Und red' mit dir!
Wenn ich erwachen thu'
Bin ich allein!

Es vergeht kein' Stund' in der Nacht,
Da mein Herze nicht erwacht
Und an dich gedenkt,
Daß du mir viel tausendmal
Dein Herz geschenkt!

Nicht länger halt' ich mich,
Die Gluth verzehrt mich!
Zu ihren Füßen, zu ihren Füßen,
Daß sie's erfahre -
Alles, Alles!

GOLO
Wenn ich ein Vöglein wär',
Und auch zwei Flüglein hätt,
Flög' ich zu dir, flög' ich zu dir!
Weil's aber nicht kann sein,
Weil's aber nicht kann sein,
Bleib' ich allhier!
Bin ich gleich weit von dir,
Bin ich doch im Schlaf bei dir
Und red' mit dir, und red' mit dir!
Wenn ich erwachen tu',
Bin ich allein!

(immer leidenscfwjtlicher)

Es vergeht kein' Stund' in der Nacht,
Da mein Herze nicht erwacht,
Und an dich gedenkt, und an dich gedenkt,
Dass du mir viel tausendmal...

(sich vergessend)

Nicht länger halt' ich mich,
Die Glut verzehret mich!
Zu ihren Füßen, zu ihren Füßen,
Daß sie's erfahre alles, alles!
Nicht länger halt' ich mich,
Die Glut verzehret mich!

(Er stürzt Genoveva zu Füßen)

GENOVEVA
Was ist Euch? -

GOLO
Genoveva, verzeiht mir! -

GENOVEVA
Erst stehet auf, es ziemt Euch nicht zu knie'n!

GOLO
Nicht eher als Ihr mir verzieh'n -
Ich täuscht' Euch -

GENOVEVA
Wohlan - verzeiht Euch Gott, verzeih'
Auch ich Euch -

GOLO
Ich raubt' Euch - ahnet Ihr? -
Damals als Siegfried Abschied nahm -

GENOVEVA
Golo, ich sah Euch niemals so - Ihr seid wohl krank? -

GOLO
Du schlugst die Wunde, still' nun auch
Das Blut, das strömende, des Herzens!

GENOVEVA
Ein böser Dämon gab dies Wort Euch ein,
Besinnet Euch, mit wem Ihr sprecht!

GOLO
O Zauberin, Du hast das Leben mir
Durch Kunst entführt -

GENOVEVA
Was sprecht Ihr da? -
Erwacht, denn Ihr verkennet mich!
Ich bin es, Genoveva, die jetzt spricht,
Gemahlin Eures Herrn, des Grafen Siegfried!

GOLO
Hör' denn, Du meines Herrn Gemahlin -
Daß ich es reden, aussagen könnte,
Worte finden, Töne -

GENOVEVA
Es fällt ihn Wahnsinn an -

GOLO
O daß ich's reden, außagen könnte,
O daß ich's reden, aussagen könnte!
Du liebst mich, holde Braut,
Da ist der Tag begonnen,
Da regt und rührt's sich laut,
Da brechen aus den Knospen alle Wonnen -
Da rührt sich's laut, usw.

GENOVEVA
Es fällt ihn Wahnsinn an,
Wer steht mir bei!
Wo flieh' ich hin!
Es rallt ihn Wahnsinn an,
Wo flieh' ich hin, wo flieh' ich hin!

(rufend)

Drago! Angelo!
Hört niemand mich,
O Siegfried, mein Gemahl,
Wann kehrst du wieder!

GOLO
Nenn' ihn nicht -
Sein Nam' ist Tod!
Mein bist Du, mein -

GENOVEVA
Allmächtiger Gott!

GOLO
In meine Arme, Weib! -

GENOVEVA
Zurück!

GOLO
An meine Brust!

GENOVEVA
Zurück, ehrloser Bastard!

(Golo fährt zusammen un Genoveva geht)

GOLO
Das Wort, das traf, -
Das Wort, das schlug, -
Fluch Dir! -
Kein Schlaf soll über diese Augen kommen,
Kein' Speis' und Trank
Ueber diese Lippen,
Bevor Du vernichtet! -

DRAGO
(eintretend)
Dem Himmel Dank, daß ich Euch finde,
Im ganzen Schlosse sucht ich Euch!

GOLO
Drago, einandermal!
Laß jetzt mich nur!

DRAGO
Ihr müßt mit mir - die Buben unten
Verweigern mir Gehorsam.

GOLO
Zwing' sie dazu, was kümmert's mich!

DRAGO
Das trüg' ich auch!
Doch hört - sie lästern - -

GOLO
Mich vielleicht? -
Laß sie - was kümmert's Dich?

DRAGO
Nicht Euch -
Nein denkt -
Sie wagen's unsre Gräfin selber zu Beschimpfen -

GOLO
Was denn sprachen sie?

DRAGO
Kaum mag ich's nacherzählen,
das Schändlichste -

GOLO
Sprich nur -

DRAGO
Sie sagen: mit dem jungen
Kaplan, den jüngst Hidulfus

(Flüsternd)

Hieher gesandt, stünd' sie vertrauter,
Als es Graf Siegfried wissen dürfte -
Denkt, die Schurken! -

GOLO
Grago, die Schurken - - sprachen wahr!

DRAGO
Herr Golo! -

GOLO
Ich weiß noch mehr -

DRAGO
Ich kann's nicht glauben -
Die edle Gräfin -

GOLO
Diese Nacht noch hat sie ihn herbeschieden -

DRAGO
Mit ihm zu beten Vielleicht -

GOLO
Ja, ja, zu beten, daß Graf Siegfried
Nie wiederkehren möge -

DRAGO
Nie, nie glaub' ich das! -

GOLO
Hast Augen Du?

DRAGO
Wie meint Ihr das?

GOLO
Du kannst ja selbst Dich überzeugen.

DRAGO
Ich riss' mein Aug' aus, müßt' es die Schandtat seh'n.

GOLO
Wohlan - die Prob' ist leicht -

(Genoveva Schlafgemach öffnend)

Hier in der Nische
Kann ungesehn dem Liebespaar man lauschen -
Ich schlüpf' hinein -

DRAGO
Um ihrer Unschuld willen
Möcht' selber ich's - doch nein -

GOLO
So glaub', wenn Du nicht sehn willst -

DRAGO
(hält Golo Zurüch)
Laßt mich - und paßt Ihr draußen an der Tür! -
Doch wenn ich Euch nun morgen früh
Beschwören kann,
daß Alles Lug' und Trug!

GOLO
So heiß' mich selbst den Schurken! -

DRAGO
So denn mit Gott!
Zu Tag wird er die Wahrheit bringen!

(Golo versteckt Drago in Schlafgemach.
Margaretha eintretend)

MARGARETHA
Ich lauscht' an der Tür - weiß alles -
Mit Genoveva war't zu heftig Ihr!

GOLO
Und hörtest Du, wie sie mich nannte? -

MARGARETHA
Ist's Deine Schuld? -

GOLO
Hilf mir mich rächen!

MARGARETHA
(heimlich)
Hör' an - ich will nach Straßburg,
Den Grafen dort zurückzuhalten -

GOLO
Das wolltest Du -

MARGARETHA
Er liegt verwundet da -

GOLO
Ha!

MARGARETHA
- Ich sing ein Schreiben an die Gräfin auf
Manch' Tränklein weiß ich zu bereiten, auch
Für ihn, das soll von seinen Leiden ihn befrei'n,
Und Dich von ihm -

GOLO
Mich schüttelt Fieberfrost -

MARGARETHA
Komm' in die Gesindestube! Drago, als Buhle -
Ei das wird lustig! -

(Margaretha zieht Golo mit sich fort)

GENOVEVA
(am Fenster stehend)
Dort schleichen über'n Hof sie sacht,
Wie Wölfe, die vom Raube kommen! -
Mir ist so bange, so beklommen -

O Du, der über Alle wacht,
Der Alles wohlgemacht,
Beschütz' o Herr! auch diese Nacht
Die Guten und die Frommen!
In Deinen Willen leg' ich nun
So Seel' wie Leib! O hab' Erbarmen
Mit mir, und wenn ich mich vergaß,
Weil sich ein Bub' an mir
Und meiner Ehr' vermaß,
Vergieb, da mir zu meiner Wehr
Kein' andre Waffe blieb -
O Herr, der gern verzeiht,
Beschirme mich in meinem großen Leid!
Und Du, der alle Schmerzen stillt,
Komm', süßer Schlaf, bring' Siegfried's Bild
Im Traume mir,
Vom tiefen Weh, das mich erfüllt,
An seinem Herzen auszuruh'n.

(Sie geht inihr Schlafgemach)

KNECHTE, MÄGDE
Sacht, sacht
Aufgemacht!

(Margeretha bricht die tür auf der Chor dringt herein)

Daß er uns nicht entschlüpft,
Habt Acht!

BALTHASAR
Dort ist das Zimmer,
Umstellt die Thür!

CHOR
Er entschlüpft uns nicht,
Wir steh'n dafür!

BALTHASAR
Das Licht verlischt -

CHOR
Nur stille, still -

BALTHASAR
Ich hör' Geflüster
Wie von Zwei'n -

CHOR
Dringt ein, dringt ein!

GENOVEVA
(ruft aus dem Schlafgemach)
Wer kömmt? -
Wer es auch sei, zurück!

CHOR
Still, still! sie sind gefangen!

GENOVEVA
(tritt heraus)
Was sucht Ihr hier?

BALTHASAR
(verlegen)
Wir suchen -

GENOVEVA
Wen?

BALTHASAR
Herrn Golo - -
Erlaubt, daß selbst wir suchen
In Eurem Schlafgemach -

GENOVEVA
(mit Entrüstung)
In meinem Schlafgemach?
Wer eintritt, ist des Todes,
Kömmt Euer Herr zurück!

BALTHASAR
Der ist noch weit im Felde -
Wir suchen seinen Stellvertreter!

GENOVEVA
Meint Ihr Herrn Golo, er ist nicht hier -
Geht fort, ich bitt' Euch! -

CHOR
Die brüstet sich, und bittet auch!
Sucht nur, wir müssen ihn finden!

GENOVEVA
Herr, schütz' vor Frechheit mich! -

(zum Chor gewendet)

Geht, geht! Weicht zurück!

(Angelo entfern um Goloherbrizuholen)

CHOR
Dringt hinein, dringt hinein!

(Sie drägen gegen die Tür, Golostürzt mit
gezogenem Schwert herein

GOLO
Zurück, ihr Schurken!
Wie könnt Ihr wagen,
Zu stören der Herrin Ruh'!

GENOVEVA
(Zu Golo)
O nehmt Euch meiner an!

(zu den Anderen)

Hier ist Herr Golo - nun geht,
Wen sucht Ihr noch?

GOLO
Mich suchten sie?

GENOVEVA
Ja Euch!

CHOR
Nein, nein
D'rin muss noch Jemand sein!

BALTHASAR
Im Schlafgemach steckt Jemand noch.

GOLO
Frau Gräfin, laßt sie suchen doch
Um Eure Unschuld darzutun.

GENOVEVA
Sucht denn!

DRAGO
(stürzt hervor)
Erbarmen, Erbarmen!

CHOR
Drago!

BALTHASAR
Drago!

(Er ersticht Drago)

GENOVEVA
Gott steh mir bei!

BALTHASAR
Frau Gräfin, mit Erlaubniss,
das ist schlecht -

GOLO
(Zu Balthasar)
Freund, du bist rasch!

CHOR
Seht, sie erbleicht, die Schuld ist klar!

BALTHASAR
Was sagt Ihr nun?

GENOVEVA
(entrüstet)
Nichts zu Euch!

BALTHASAR
Das glaub' ich - nichts zu uns, die wir es sah'n,
Was aber wohl zu dem, der's hört von uns?

GENOVEVA
Glaubt, was Ihr seht! nur bitt' ich, glaubt nicht mehr,
Ihr brachtet Lichter mit, gebt mir ein Licht!

BALTHASAR
(sieht in das Schlafgemach)
Verdächt'ges seh ich nichts!

MARGARETHA
(erschint plötzlich)
Ich lauscht' am Fenster dort,
Wie Drago sie umfing!

(zieht sich schnell zurück)

GENOVEVA
Auch diese da!

(Zu Golo)

Euch ruf' ich auf,
Sagt Ihr, Herr Golo, was Ihr glaubt!

GOLO
Ich heiß' nicht Siegfried,
bin der Richter nicht!

GENOVEVA
Da sprecht Ihr wahr! -

BALTHASAR
Die ist ja nach dem Fall
Viel stolzer noch! doch bräche sich der Stolz
Vielleicht im Turm -

(Zu Golo)

Wär' ich der Herr, sie müßte gleich hinunter!

CHOR
Zum Turm mit ihr,
Zum Turm mit ihr,
Dort hat sie Zeit zur Reue!
Zum Turm mit ihr, usw.
Führt sie hinunter, bindet sie,
Bindet sie, Führt sie hinunter,
Fort, fort, usw.
Fort in den Turm,
Führt sie hinunter, usw.

BALTHASAR
Zum Turm mit ihr,
Zum Turm mit ihr,
Dort hat sie Zeit zur Reue!
Zum Turm mit ihr, usw.
Führt sie hinunter, bindet sie,
Bindet sie, führt sie hinunter,
Fort, fort, usw.
Fort in den Turm,
Führt sie hinunter, usw.

GENOVEVA.
(mit schwacher timme)
Führt mich, wohin es sei,
Nur führt mich hin,
Wo ich das Blut nicht seht
O Herr im Himmel,
Schützt dein Kind!
Schützt dein Kind!
Was hab' ich getan,
Dass so schwer du mich prüfst!
Herr im Himmel,
Schütze dein Kind!
Schütze dein Kind,
Allmächt'ger Gott!
O Herr im Himmel, usw.

GOLO
(für sich)
O Herzenswunde, brich nicht auf1
Brich nicht auf,
Der Rache werd' ihr Recht!
Herzenswunde, brich nicht auf,
Halt deinen Schmerz zurück,
Halt deinen Schmerz, halt ihn zurück!
Herzenswunde, brich nicht auf!

(Genoveva wird abgeführt)



DRITTER AUFZUG


(Zimmer in einer Herberge zu Straßburg)

SIEGFRIED
Nichts hält mich mehr, - laßt Eure Salben,
Laßt Eure Kräuter, gute Frau!
Die Wund ist heil - seht, seht!

MARGARETHA
Nur wenige Tage schont Euch noch!

(Für sich)

Der muss von Eisen sein, daß er
Den Trank verschmerzt, den ich ihm gab -

SIEGFRIED
Gern schont ich länger mich;
doch Sehnsucht nach Haus,
nach meinem Weib
läßt keine Ruh' mir mehr -

MARGARETHA
Habt auch ein Weib Ihr?

SIEGFRIED
Gute!
Wie sie gibt's keine auf der Welt!

MARGARETHA
Und auch ein Kind?

SIEGFRIED
Noch ist's ein Wunsch,
Schon lang harr' ich auf Kunde -

(sich aufrichtend)

Und morgen muss ich fort, ich halt's
Nicht länger aus -

MARGARETHA
Geduld, Geduld -
Zwei Tage pflegt Euch noch, und wollt
Ein art'ges Spiel Ihr sehen,
Das Euch an Heimat und an Weib erinnerte,
So wüsst' ich eines -

SIEGFRIED
Ich versteh' Euch nicht -

MARGARETHA
So hört,
Hier gibt's einen Zauberspiegel,
D'rin schaut man alles, was man will,
Und alles, was sich jüngst begeben -

SIEGFRIED
Geht das mit rechten Dingen zu?

MARGARETHA
Weiß nicht -
Untrüglich aber ist das Spiel gewiß.

SIEGFRIED
Was Ihr da sagt! - und auch von meinem Weibe,
Glaubt Ihr, berichtet mir's? -

MARGARETHA
Von Allem, was Ihr wünscht -

SIEGFRIED
Das muß ich sehen.
Sagt, um welche Stunde könnt' Ich's schau'n?

MARGARETHA
Am liebsten, wenn es dunkelt schon -

SIEGFRIED
Hier nehmt für Eure Pflege dies - vielleicht
Such' ich Euch auf noch -

(ihr eine Geldbörse reichend)

MARGARETHA
Euer Edelknecht Weiß meine Wohnung.
So gehabt Euch wohl und haltet ruhig Euch!

SIEGFRIED
Lebt wohl!

(Margaretha ab)

Ja wart' Du bis zum jüngsten Tag
Auf mich mit Deinem Spiegel -

(Rufend)

Conrad, Conrad!

(Conrad komm)

Spring', Junge freu' Dich, laß
Die Rosse satteln, heute noch
Geht's fort nach Haus!
Die Wunde zwar
Noch brennt sie - aber hier
Brennt's heißer noch,

(Auf sein Herz deutend)

Nicht länger
Ertrag' ich's fern vom Haus -

(Er öffnet das Fenster)

Die Nacht ist schön -
O wonn'ger Strom der Luft! -

(zu Conrad)

Mach' alles fertig, - fort, fort!

(Er nimmt die Waffen von der Wand)

Lied

Bald blick' ich dich wieder mein Heimatschloß,
Der Turmwart bläst, es jauchzt der Troß,
Die Tore rasseln vor mir auf,
Die Brücke fällt, ich schaue hinauf -
Sie hat mich erblickt, sie fliegt mir entgegen
Und Aug' an Aug' und Brust an Brust!
O Liebestreu', wie reich an Segen!
O Wiederseh'n so reich an Luft!
Besiegt ist der Feind,
Das Kreuz erhöht,
Des Glaubens Panier das Land durchweht!
Wie grimm die Wut des Heiden war,
Mit uns stritt Gott und seine Schar!

(Innig)

Voll Bangen blicktest du aus nach mir.
Mein Weib, aus deinen stillen Mauern -
Was bangst du noch? wirf fort dein Trauern -
Nun trennt keine Macht mich mehr von dir!

(nach aussen horchend)

Wer sprengt so eilig in das Thor herein!
Der Reiter scheint von Sinnen - hör' ich recht,
Er lenkt die Schritte her zu mir!

(Er tritt en dasFenster)

Da hackt ein Rab' am Fenster -
Was kann's bedeuten!

(Golo tritt ein)

Du Golo? Herzlich sei gegrüßt! -
Doch wie so bleich Du siehst - Du bringst
Nichts Gutes!

GOLO
Gutes nicht.

SIEGFRIED
Mein Weib ist tot -

GOLO
Sie lebt –

SIEGFRIED
Sie lebt?
Dann sei es, was es sei; ich trag' es leicht.

GOLO
Les't selbst!

SIEGFRIED
- Von wein Hauscaplan -

(Er liest den Brief)

Herr des Himmels!

GOLO
(Für sich)
Mir beben die Knie,
Ich möchte zurück den grausigen Weg,
Den mich Margaretha gehn läßt.

SIEGFRIED
Golo! - -
Hier nimm mein Schwert,
Schlag' nieder mich -
Doch wart' - erst sie!

GOLO
O faßt Euch, edler Herr!

SIEGFRIED
Verhöhn' mich nicht mit Deinem Trost! -

GOLO
Hört mich: Der dieses schrieb, der log!

SIEGFRIED
Der log? Geh, guter Gala!
Du möchtest lügen, meinen Schmerz zu mildern,
Es gelingt dir nicht!

GOLO
(für sich)
Entsetzen fasst beim
Anblick dieses Mannes mich!

SIEGFRIED
Niemand auf der Welt Soll mehr mich seh'n.
Niemand wissen, wo ich geblieben!

(leise, furchtbar)

doch - auch sie soll sterben!
Hier nimm mein Schwert
Und hier den Ring,
Zeig' beides ihr,
damit sie weiß, von wem Du kommst! - -

(Er hält plötzlich inne)

Doch still! Es fällt mir ein -
Hier lebt eine Frau,
Die mir erzählte Von einem Wunderspiegel,
D'rin sich zeige Vergang'nes
Bis auf's Kleinste abgeschildert.
Glaubst du an solche Spiegel?
Ich nicht viel,
Doch drängt's mich, ihn zu
Rat zu zieh'n, Komm, lass uns geh'n!

(Er ruft Conrad)

Conrad!
Du weißt ja, wo die Frau,
Die meiner pflegte, wohnt! führ' uns hinaus!
Komm, guter Golo! -

(Sie gehen ab)

Verwandlung

(Margarethens Zimmer)

MARGARETHA
Ich sah ein Kind im Traum,
Ein hübsches Kind,
Die Zähne weiß, die Backen roth und rund,
Die Augen - nein, die sah ich nicht so recht -
Zwei Tränen standen d'rin. - Es rief:
„Zum Engel war ich dir bestimmt,
Du warfst mich in den Bach"
Dummer Traum!

(Es pocht)

Da fällt mir ein:
Hätt' ich das Mägdlein nicht ertränkt,
Und wär' es schön geworden,
Wie ich's sah im Traum,
So klopfet jetzt vielleicht ein Freiersmann,
Ein solcher, der das Glück bringt über Nacht; -
Laßt ruh'n die Toten,
Denn sie ruhen gut.
Ei nun, wer stört sie?
Stören sie doch mich!

SIEGFRIED
(von aussen)
Hollah, macht auf!

MARGARETHA
Wer da?

(Sie öffnet)

Herr Graf - so spät!

(Sie bringt ihm eine Sessel)

SIEGFRIED
Laßt, laßt! wer sagt Euch,
Daß ich sitzen will!
Ich halte mich nicht lange bei Euch auf.

MARGARETHA
Was steht zu Diensten Euch,
Wenn nicht der Spiegel?

SIEGFRIED
Vergessen hätt' ich's fast - ja, ja -
Den Spiegel wollt' ich seh'n,
So zeigt mir denn mein Weib, und was
Sie vor sechs Monden that!

MARGARETHA
Ihr scheint erzürnt mein edler Herr -
D'rum bitt' ich, schlagt mir nicht,
Wenn was Ihr seht, Euch nicht gefällt,
Das theure Stück entzwei!

SIEGFRIED
Hör' auf!

MARGARETHA
Das heißt: sang' an?
Doch die Bedingung,
Denkt jetzt nicht an Ihn,
Der einst die Welt erschuf und sie erhält!

SIEGFRIED
Sehr sonderbare Worte sprecht Ihr da!
Den Spiegel! den Spiegel!

MARGARETHA
(auf Golo zeigend)
Und hier der fremde Herr -
Soll er nicht geh'n?

SIEGFRIED
Er ist mein Freund, mag Alles schau'n -
Wir beid' sind rein!

MARGARETHA
(heimlich zu Golo)
Was bebst Du, Feiger, denke d'ran,
Wie Dich die Gräfin höhnte?

GOLO
(für sich)
Sie reißt zu Sünd' und Schand' mich fort!

SIEGFRIED
Was bebst Du, Golo, denke d'ran,
Wie Du mich rächst!
Die Wahrheit will ich wissen,
Ob auch das Herz mir bricht.

GOLO
(Zu Margaretha)
Du mahnst mich recht,
Schon reut' es mich!

SIEGFRIED
Die Wahrheit, will ich wissen.

MARGARETHA
(zu Golo)
Dein muss sie werden noch!
Dein muss sie werden, Mut nur, Mut!

GOLO
Stehst Du mir bei, o wird's gelingen!

SIEGFRIED
(ungeduldig zu Margaretha)
Was zaudert Ihr, - lasst sehn den Spiegel!

MARGARETHA
(heimlich Zu Golo
Ein schönes Weib –
fürwahr des Küssens wert!

GOLO
Mein muss sie werden, mein!

SIEGFRIED
Den Spiegel! den Spiegel!

MARGARETHA.
Euch zu dienen!

(Sie beschreibt mit ihrem Zauberstab einen weiten Kreis)

"Erscheint!"

(Siegfried Burg ist im Hintergrunde sichtbar)

Erstes Bild

STIMMEN HINTER DER SZENE
Abendlüfte kühlend weh'n,
Liebe singt in Wald und Feld!
Kann ein Herz allein besteh'n,
Wo so selig rings die Welt!

Saaten wogen um dich her,
Schlägt dein Herz nicht Liebeswogen

Den du suchst, er tritt daher,
Erde wird zum Blütenmeer:
Und du wirst hinabgezogen,
Wie die Biene selig schwer.

SIEGFRIED
Sieh da - mein Schloß - wahrhaftig!

GOLO
Mit Satan steht die Hex' im Bunde.

SIEGFRIED
Dort der Eichwald auch! Und dort
Auf dem Fußpfad die Gestalt -
Sie ist's, mein Weib - -

GOLO
O holdeste der Frauen!

SIEGFRIED
Jetzt auch Drago! -
Sie sprechen freundlich! Wahrlich,
Mit Jedem sprach sie so!
Da find' ich nichts zu schelten.
Komm, Golo! der Spiegel sagt mir nichts,
Was ich nicht wüßte!

MARGARETHA
Sechs Monden wies ich ihn zurück,
Wie Ihr gewünscht.
Wollt Ihr ein Bild vielleicht
Aus neu'rer Zeit?

SIEGFRIED
Was meinst Du, Golo!

GOLO
Lass't sehn!

SIEGFRIED
Wohlan denn!

MARGARETHA
(feierlich)
Erscheint, erscheint!

Zweites Bild

(Kleiner Schlosgarten im inneren Burghof)

STIMMEN HINTER DER SZENE
Wann die Lichter der Erde verglüh'n,
Wann der Blüten Kelche geschlossen,
Eine Blume der Nacht ist entsprossen,
Möchte heimlich erblüh'n!

Wann die Sterne funkeln und sprüh'n,
Wann der Mond seine Wunder ergossen,
Hat der Liebe Reich sich erschlossen,
Möchte heimlich erglüh'n!

SIEGFRIED
Der Garten meines Burghof's ist's,
Die Laube an der Mauer dort,
Ich kenn' sie wohl! -
Sie beid' allein, - zur Abend-Stunde!

(für sich)

Bursch, du bist keck!

GOLO
So sah ich oft sie sitzen,
Doch ahnt' ich Schlimmes nicht!

STIMMEN HINTER DER SZENE
(aus der Ferne)
Eine Blume der Nacht ist entsprossen,
Möchte heimlich ervlühn!

(Das Bild verschwindet)

SIEGFRIED
Das Schlimme
Seh' ich noch nicht! So sittsam wie sie blickt,
So scheint sie nur als Herrin sich
Zu fühlen, er als Diener.

GOLO
Wohl dem, der da vertraut!

SIEGFRIED
Könnt noch ein Bild ihr hexen,
Aus jüngster Zeit ein Stück?

MARGARETHA
Drei Bilder steh'n in meiner Macht
Mehr nicht! Wollt noch das Ihr?

SIEGFRIED
Das letzte denn!

MARGARETHA
Erscheint, erscheint, erscheint!

Drittes Bild

(Genoveva Schlafggemach. Drado öffnet die Tür
un Genoveva reich ihm die Hand)

STIMMEN HINTER DER SZENE
Leiser Tritt durch's stille Haus!
Ferne der, der sie bewacht!
Sei verschwiegen,
Dunkle Nacht,
Lösch' die hellen Lichter aus!

Von dem Baum im Paradies,
Dess' verbotne Frucht so süß,
List'ge Schlange brich' auf's Neu'
Goldne Frucht und kriech' herbei!

SIEGFRIED
Schurke, Drago! -
Golo, räche mich! -

(Siegfried zieht das Schwert, zertrümmert
den Spiegel und stürzt Golo mit sich
ziehend, hinaus)

MARGARETHA
O Gott!

(Aus dem zertrümmerten Spiegel steigt
Dragos Geist hervor)


Furchtbar Gesicht, verschwind!

DRAGO'S GEIST
Umsonst versuchst Du Deine Macht an mir!

MARGARETHA
Wer sandte Dich!

GEIST
Der Herr!

MARGARETHA
Ich kenn' ihn nicht!

GEIST
Du riefst ihn an, -
Und er gebietet Dir durch meinen Mund:
Schnell mach' Dich auf, dem Grafen Siegfried,
Was Du an ihm gefrevelt, zu gesteh'n.

MARGARETHA
Und tu' ich's nicht?

GEIST
So wird
Dir binnen Mondesfrist der Holzstoß aufgerichtet,
Du stirbst den Feuertod - so ist's bestimmt!

MARGARETHA
So töt' ich mich vorher!

GEIST
Versuch' es nicht!
In Flammen wirst
Du Salamander sein, Im Schoß der Erde Wurm,
Und gegen Stahl und Eisen wie von Stein!

MARGARETHA
Entsetzen packt mich -

GEIST
Ja,
So ist's bestimmt, so wird's erfüllt!

(Er versinkt)

MARGARETHA
Schon lecken die Flammen am Holz -
Sie fassen mich blutigrot!
Wie es nagt, wie es brennt! O Tod!
Fürchterlich, fürchterlich!

(Auf den Trümmern des Spiegels steigen Flammen auf)

Wo flieh' ich hin,
Wo berg' ich mich!
Herr des Himmels, Hab' Erbarmen! Luft!
Hülfe! Rettung! - -
Siegfried! Siegfried! -

(In Flammen eingehüllt stürzt sie fort)



VIERTER AUFZUG


(Wilde Felsengegend)

GENOVEVA
Steil und steiler ragen die Felsen, -
Drohende Gründe!
Schreckliche Wildnis! -
Sagt, wann sind wir am Ziele?

CASPAR, BALTHASAR
Bald!

GENOVEVA
Der Tag ist schwül, die Füße schmerzen,
Gönnt eine Weile Ruhe der Müden!

CASPAR, BALTHASAR
Vorwärts jetzt!

GENOVEVA
Grausames Leid fügt Ihr mir zu! -
Fürchtet Ihr nicht, der einst erscheinen,
Der einst mich rächen wird?

CASPAR, BALTHASAR
Heuchlerin schweigt!

GENOVEVA
Wehe mir Armen! -
Hier führt kein Weg zurück.

(Sie sind unter a angelangt)

BALTHASAR
Hier wartet!

GENOVEVA
Weh' mir, kaum halt' ich aufrecht mich.

(Sie sinkt erschöpft an einem Felsen nieder)

Gaunerlied

CASPAR, BALTHASAR
Sie hatten beid' sich herzlich lieb,
Spitzbübin war sie, er ein Dieb.
Wenn Schelmenstreich' er macht',
Sie warf sich hin und lacht',
Und lacht'.

Um sechse früh ward er gehenkt,
Um sieben drauf in's Grab gesenkt;
Sie aber schon um acht
'nen andern küßt', und lacht',
Und lacht'.

(Sie entfernen sich)

GENOVEVA
Die letzte Hoffnung schwindet,
Bald ist's vorüber! -
Sterben müssen, so jung,
Sterben von Mörderhand, -
Preisgegeben der Schande!
Zeigt kein Ausweg sich?
Erscheint kein Retter?

(Sie erhebt sich)

Siegfried , Siegfried, hörst du die Stimme nicht
Deines Weibes, das dich treu geliebt?
Und die Schuld wird einst zu Tage kommen.
Und sehnsuchtsvoll wirst du mich rufen,
Und trösten kann ich dich nicht,
Siegfried, sagen dir nicht,
Wie ich vergeben alles Weh um deinetwillen! -
Zeigt kein Ausweg sich?
Erscheint kein Retter?

(Sie erblickt das Kreuz)

Was leuchtet hier aus dunklem Versteck -
Ein Kreuz, ein Muttergottesbild!
Dies sah'n sie nicht, sie hätten
Den letzten Trost mir geraubt! -

(niederkniend)

O heil'ge Jungfrau, blick' auf mich,
Gib' Kraft, das Bitterste zu tragen!
Mich geb' ich hier in Deine Hand,
O zieh' sie nicht zurück,
Die Du zum Heil mir ausgestrecket,
Du leitest mich zu meinem Glück,
Gib daß dazu kein Weg mich schrecket! -

Wie wird die Luft von Tönen wach,
Wie weh'n zum Herzen mir sie mild!
Und Fels und Wald hallt von den Tönen nach,
Wie wird auf einmal alles Leid gestillt!

(Ein rosiger Schein ergiesst sich über Genoveva)

Was schau' ich!
Oeffnet sich der Höhle Dach?
Der Himmel über mir von Glanz erfüllt
Und in dem Glanz der Liebe Bild!
Allgütiger!

STIMMEN HINTER DER SZENE
Frieden sei mit dir, Frieden!

GENOVEVA
Sieh mich vor Dir im Staube.
Was ist vor Deines Himmels Herrlichkeit
Der Menschen Not, der Erde kurzes Leid!
Du läßt mich der Verzweiflung
Nicht zum Raube!
Du Liebesquell, mein Hort, an den ich glaube,
Durch Trübsal führst Du ein zur Seligkeit!

STIMMEN HINTER DER SZENE
Frieden!

GENOVEVA
Du Liebesquell, mein Hort, an den ieh glaube,
Dureh Trübsal ftihrst Du ein zur Seligkeit!
Versehwunden ist die hohe Liehtgestalt!
Der Ton verhallt!
Des Himmels Glanz erblasst!

(aufstehend)

Ich hore Sehritte dureh den Wald...

(Golo wird sichtbar)

Was kommen mag, ieh bin gefasst!

GOLO
Kennt Ihr den Ring?
Und auch dies Schwert?
Dies Schwert gab mir Graf Siegfried,
Daß Ihr den Tod von ihm empfangt -
Den Ring, damit an seines Willens Ernst
Ihr keinen Zweifel hegt, - wie dünkt Euch das?

GENOVEVA
Ihr lügt -

GOLO
Lügt auch dies Schwert, -
Lügt auch der Ring, derselbe,
Den Siegfried einst am Traualtar Ihr gabt?

GENOVEVA
Ich - fass' es nicht!

GOLO
Was denkt Ihr über Drago's Ende?

GENOVEVA
Ich? - Nichts. Was denkt der Graf?

GOLO
Was ein jeder denkt, -
Daß Ihr auf's Aergste ihn berückt! -

GENOVEVA
In dieser Stunde fängt mein Elend an.

GOLO
Mit immer höh'ren Reizen Euch zu schmücken -

GENOVEVA
O frevelhafter Spott! - Was säumt Ihr noch?
Hier steh' ich, tötet mich; Ihr tut ein gutes Werk!

GOLO
Wenn Ihr so mutig seid, daß Ihr den Tod
Erwählt, - ich bin zu feig, dies schöne Haupt,
Das mir wie Sonn' und Mond und Sterne war,
An's Schwert zu liefern. -
Kommt und entflieht mit mir!

GENOVEVA
Ihr sprecht im Wahnsinn!

GOLO
Einmal nur
Gib, was Du geben kannst, nur einmal
Laß ruhen mich an Deiner Brust!

GENOVEVA
Zurück, Verruchter!

GOLO
Nur einmal
Gönn' mir dies Himmelsglück! -

GENOVEVA
Hinweg, Du fluchbelad'ner Mann!

GOLO
Hör' mich - vom Tod will ich Dich retten, -
Nur bitte!

GENOVEVA
Euch! O nie!

GOLO
Bedenk', - Du bist in meiner Macht! Ein Wink

(hinter die Szene deutend)

Von mir, - und jene Männer greifen Dich!

GENOVEVA
Ich bin in Gottes Hand! -

GOLO
O sprich es aus ein einzig Wort,
Und Du bist frei! - -
Du schweigst? -

(in die Szene rufend)

Ihr Männer tretet vor!

(Caspar und Balthasar kommen)

Seid Ihr bereit, des Herrn Befehl
An seiner sünd'gen Gattin zu vollziehn?

BALTHASAR, CASPAR.
Ja! -

GOLO
So will's der Graf, Ihr sollt's
Mit diesem Schwerte tun!

(Er gibt ihnen Siegfried Schwert)

DIE BEIDEN
Wie Ihr befehlt, so wird's gescheh'n! -

GOLO
Tut Eure Pflicht!
Ich geh! - Und hört:
Kehr' ich zu Nacht nicht heim in's Schloß,
So sucht mich nicht und sagt den Andern:
Ich sei zu Roß, den Falken auf der Hand,
In's Land hineingesprengt! -

(Er entfernt sich)

CASPAR
(zu Genoveva)
Habt Ihr noch einen Wunsch, so nennt ihn!
Kann ich ihn erfüllen, soll's gescheh'n!

GENOVEVA
Wenn mein Gemahl zurückkehrt, sagt ihm dies:
Daß ich, wie hart er auch mit mir verfuhr,
Ihm Alles doch, bevor ich starb, vergab!

(Die Szene verfinstert sich)

BALTHASAR
Weib, heuchelt nicht im letzten Augenblick!
Ich sah den Drago selbst
in Eurem Schlafgemach!

GENOVEVA
Ich sah den Drago erst, als ihr ihn saht!

BALTHASAR
Ei wie Ihr lügt!

GENOVEVA
Golo, in mich entbrannt,
Und abgewiesen, wie es sich geziemt,
Spann Ränke.

BALTHASAR
Weiter nur!

GENOVEVA
Den guten frommen Knecht betört' er,
Daß er in mein Schlafgemach sich schlich.

BALTHASAR
Nun ist's genug!

GENOVEVA
Umsonst versucht mein Mund,
Die rohen Herzen zu erweichen!

(am Kreuz niederkniend)

Schickst Du kein Zeichen Deiner Huld,
So sterb' ich jetzt! - Doch Deinem Willen
Muss ich mich neigen! -

CASPAR
(zu Balthasar)
Führ' sie vom Kreuze fort; am Kreuz
Mag ich nicht morden!

BALTHASAR
Fort von hier!

GENOVEVA
Vom Kreuze lass' ich nicht!

BALTHASAR
Glaubt Ihr,
Das Kreuz schützt auch ein buhlend Weib?

GENOVEVA.
Von meinem Heiland lass' ich nicht!

CASPAR
(leise zu Balthasar)
Mir ist, als hört' ich in der Ferne
Geschrei und Hörnerruf -

BALTHASAR
Schweig', Feiger, schweig -
Die Furcht hat Dein Gehör geschärft, -
Fass' an, fass' an!

(Hörner hinter der Szene)

CASPAR
Mir bebt die Hand, ich kann es nicht -

GENOVEVA
Heb' gnädig mich zu Dir empor!

CASPAR
Wir sind verraten - laß uns fliehn!

(Er wirft das Schwert weg und entflieht)

BALTHASAR
Hinweg!

(Jäger und Knapper werden sichtbar. Genoveva ist
ohnmächtig niedergesunken)

JÄGER
Sie ist's, am Kreuze dort!
Den Mördern nach!
Zu Hülfe ihr!
Wo ist der Graf? Fort suchet!
Da naht er!

MARGARETHA
Graf Siegfried herbei!

(Siegfried von Margaretha geführt, stürzt Genoveva zu
Füssen, Margaretha verschwindet hinter dem Felsen)

SIEGFRIED
O Genoveva!

CHOR
Weh', sie erkennt ihn nicht!

SIEGFRIED
Mein teures Weib! -

CHOR
Der Schreck raubt' ihr die Sinne!

GENOVEVA
(noch halb bewusstlos)
Güt'ger Gott - wo bin ich!

SIEGFRIED
Mein teures Weib!

GENOVEVA
Die Stimme kenn' ich - -

(gedämpft)

Wie Wolken liegt's vor den Augen mir - -

(Sie erkennt Siegfried)

Siegfried, Du bist's! -

CHOR
Welch' Wiederseh'n!

SIEGFRIED
O laß es ruhn Dein Aug' auf mir! -

GENOVEVA
Ich mische meine Tränen mit den Deinen!

SIEGFRIED
Ich bin die Schuld an Deinem Elend,
Ich bin's, der Dich in Not gebracht
Wie kann ich Dich versöhnen!

GENOVEVA
Sprich nicht so!
Es war nicht Deine Schuld, der Himmel fügt' es!

SIEGFRIED
So lang' ich lebe, kömmt kein Trost
In meine Brust! -

GENOVEVA
Glaub' mir auf's Neu'
Kehrt Ruh und Glück zurück;
Gelingen wird es meiner Lieb' und Treu'!

BEIDE
Gelingen wird es unsrer Lieb' und Treu'!

SIEGFRIED
Kein Trost, kein Trost!

GRENOVEVA
Gelingen wird es meiner Lieb' und Treu!
O glaub es mir, gelingen wird es unsrer Lieb' und Treu!
Aufs neu kehrt Ruh' und Glück zurück;
Gelingen wird es unsrer Lieb' und Treu!

SIEGFRIED
O teures Weib!
Gelingen wird es deiner Lieb' und Treu!
Aufs neu kehrt Ruh' und Glück zurück,
Aufs neu kehrt Ruh' und Glück zurück;
Gelingen wird es unsrer Lieb' und Treu!

GENOVEVA
Doch - wo ist Golo?

BALTHASAR
Um den seid unbesorgt! Wir fanden ihn
Zerschmettert in der Schlucht dort -

GENOVEVA
O laß uns fort von diesem Schreckensort!

CHOR DER FRAUEN
Auf unsern Händen tragen wir Euch!

CHOR DER MÄNNER
Von Zweigen flechten wir
Die Sänfte Euch!

GENOVEVA
Laßt, lieben Leute!
Neue Kräfte, ich fühl's, durchdringen mich -
Habt Dank!

SIEGFRIED
(zu Genoveva)
Stütz' Dich auf mich!

(zu den Jägern)

Kommt Alle mit in's Schloß,
Denn dieser Tag, ein Festtag soll er sein;
Die Glocken läuten schon von fern,
Und Priester sollen Messe singen,
Dem Hocherhabnen unsern Dank zu bringen!

CHOR
Bestreut den Weg mit grünen Mai'n,
Laßt den Ruf erschallen in's Land hinein:
Die viel geduldet, die edle Herrin,
Sie kehrt zurück!
Bestreut den Weg mit grünen Mai'n,

(Gesang hinter der Szene)

Nun hebet Herz und Hände,
Voll Freude himmelan,
Zu ihm, dess' Macht ohn' Ende,
Dem all' wir untertan!

Sein Reich es soll besteh'n,
In aller Ewigkeit,
Für ihn zum Tod zu geh'n
War'n allzeit wir bereit!

(Die Bühne verwandelt sich in die erste Szene
des ersten Aktes)

Lasst den Ruf erschallen ins Land hinein:
Die edle Herrin, o hohes Glück,
Sie kehrt zurück!
O hohes Glück!

Was konnt' uns bringen Schaden,
Da er ja mit uns war!
Er ist der Quell der Gnaden,
Der ew'ge, licht und klar!

HIDULFUS
(tritt mit Großem Gefolge aus der Kirche)
Seid mir gegrüsst nach schwerer
Prüfung Tagen! Sie sind dahin, und sieggeschmückt
Seid aus dem Kampfe ihr hervorgegangen!

GENOVEVA, SIEGFRIED
Des Herren Gnade sichtbarlich
Hat sich an uns erwiesen!

HIDULFUS
So füg ich denn, die lange sich vergebens suchten,
Eure Hände aufs neu zusammen!
Der so gnädig über euch gewaltet,
Bleib' euch gnädig immerdar!

GENOVEVA, SIEGFRIED
Er bleibe gnädig immerdar,
Gnädig, gnädig!

CHOR
Er bleibe gnädig immerdar!
Gnädig, gnädig!
Erschalle, festlicher Sang,
Ertönet, jubelnde Lieder!
Siegfried Heil, dem tapfren Helden,
Heil Genoveva, der hohen Frau,
Siegfried Heil, dem tapfren Helden,
Heil, Genoveva, der hohen Frau!
Siegfried Heil, Heil Genoveva,
Heil Genoveva, Siegfried Heil!
Nehmet zu freundlich holdem
Empfang Blühende Rosen!

GENOVEVA, SIEGFRIED
Habt Dank!

CHOR
Mögen des Lebens Stürme
Euch nie feindlich umtosen!

GENOVEVA, SIEGFRIED
O namenloses Glück!

CHOR
Lebet in Freude! Lebet in Frieden!

GENOVEVA
Ich kann's nicht fassen, nicht glauben,
mein Siegfried!

CHOR
Nehmet zu freundlich holdem Empfang
Blühende Rosen!

GENOVEVA, SIEGFRIED
Habt Dank! Habt Dank!

CHOR
Mögen des Lebens Stürme
Euch nie feindlich umtosen!

GENOVEVA, SIEGFRIED
O namenloses Glück!

ALLE
Siegfried Heil, dem tapfren Helden,
Heil Genoveva, der hohen Frau, Heil, usw.


PRIMERO ACTO


(Patio de armas en el castillo de Sigfrido)

CORO
¡Alzad los brazos y el corazón
piadosamente hasta el cielo,
hacia Aquel ante cuyo infinito poder
todos nos postramos!
¡Su reino perdurará
por toda la eternidad,
siempre estaremos dispuestos
a afrontar la muerte por Él!
¿Qué hemos de temer
si Él está de nuestro lado?
¡Él es la fuente de toda gracia,
sólo por Él es posible la salvación!

(Hidulfus sale de la capilla seguido
de un gran cortejo)

HIDULFUS
¡Armaos para el combate
al que el Señor nos llama!
Abderramán,
el mayor enemigo de nuestra fe,
¡desde España ha invadido Francia!

CORO
¡Maldito sea!

HIDULFUS
Indignado por sus atrocidades,
se levanta en armas el poderoso Carlos Martel
convocando a los valientes de estas tierras
para castigar con la espada al osado invasor.

CORO
¡Larga vida a Carlos Martel!

HIDULFUS
¡En su nombre, yo también exhorto
a todo aquel que tenga fuerzas
para empuñar una espada,
a seguir al noble conde Sigfrido,
a quien Carlos ha confiado el mando
para combatir en esta Santa Cruzada
destinada a defender la Cruz de Cristo!

CORO
¡Estamos dispuestos a ello!

HIDULFUS, CORO
(Con gran fervor)
¡Entonces, adelante, mis valientes escuadrones,
por la gloria y el honor de la cristiandad!
¡Que os acompañe el ejército de los ángeles
y el Señor sea siempre con vosotros!

¡Estamos dispuestos
a luchar y a combatir,
y hasta a afrontar la muerte
por Cristo nuestro señor!

¡Su reino perdurará
por toda la eternidad,
siempre estaremos dispuestos
a afrontar la muerte por Él!

¿Qué podemos temer
si Él está con nosotros?
¡Él es la fuente de toda misericordia,
sólo por Él es posible la salvación!

GOLO
(solo)
¡Ojalá pudiera ir con ellos,
consagrado por la bendición
de este santo hombre!
¡Quién pudiera alcanzar una muerte gloriosa
en el sangriento campo de batalla!
A mí se me ha concedido otra misión.
¡La calma, el sosiego!...
¡Ojalá también la paz!

¡Paz, ven a mi corazón,
apacigua el hondo dolor,
el terrible conflicto de mis sentimientos!
¡Paz, oh paz, ven al fin a mi corazón!

Todo me parece sombrío,
aunque el sol brille radiante.
¡Si pudiera lamentarme, si pudiera derramar
las lágrimas que antaño mis ojos lloraron!

¡Qué distintos eran mis pensamientos
en otros tiempos!
¡Entonces, todo me impulsaba
a la guerra y al combate!
¡Ningún caballo era para mí demasiado salvaje,
ningún abismo demasiado profundo,
los horizontes me resultaban siempre estrechos,
y ninguna meta demasiado lejana!
¡Ninguna meta demasiado lejana!
Cuando regresaba a mi hogar
para gozar de su apacible abrigo,
¡cómo resonaban los ecos
de la cítara con mi melodía!
Las paredes repetían
las alabanzas del cantor,
todos me rendían
un cortés homenaje
y ardiente se elevaba,
en el fastuoso banquete,
hasta llenar las copas
la alegre canción.
¡Aquellos eran otros tiempos!
Otros tiempos...
¡Y ahora!...

¡Paz, ven a mi corazón, etc.

Sigfrido, Sigfrido,
tú, que fuiste un segundo padre para mí,
al que todo se lo debo,
¡qué has hecho!
¡Me has encomendado
que sea el guardián de tu esposa!
¡Y yo, un simple mortal,
debo velar por ese ángel!
Veo que se acercan...
¡Si pudiera huir, ocultarme donde
ningún rayo de sol pudiera alcanzarme!

(Se aleja por el fondo. Llegan Sigfrido, Genoveva,
Drago, Baltasar, Gaspar y otros sirvientes)

SIGFRIDO
¡Ha pasado tan poco tiempo
desde que te encontré y ya,
el cruel destino, me arranca de tu lado!

GENOVEVA
¡Aunque estemos separados, nos une
un sagrado vínculo, hasta los más apartados
confines de la tierra llega la mirada del amor!

SIGFRIDO
¡Eres una mujer germana, no debes lamentarte!
¿He de tolerar el ultraje a nuestra fe?

GENOVEVA
Si no fueras un héroe, no te llamarías Sigfrido,
y no llevarías contigo mi dolor.

SIGFRIDO
Tras la amarga noche,
llegará algún día la felicidad.

GENOVEVA
Donde quiera que vayas te seguirá mi amor.

SIGFRIDO
¡En la gloriosa batalla, enarbolaremos por la
cristiandad el victorioso estandarte del guerrero!

GENOVEVA
El que te entregó a mí, verá que estoy dispuesta
a dar lo que más quiero cuando Él lo ordene.

SIGFRIDO
¡Mujer amada!

GENOVEVA
¡Amado mío!

AMBOS
¡Dichoso el héroe / la mujer
que ha conseguido una mujer / un héroe como tú!

(Se oyen trompetas fuera de escena)

SIGFRIDO
¡Esa llamada es para nosotros!

(dirigiéndose a los criados)

¡Quiero deciros algunas palabras!
Drago,
siempre has actuado fielmente,
dejo toda mi servidumbre a tu cuidado,
¡Trátala bien!

DRAGO
(con el mayor respeto)
Vuestra partida nos causa un gran dolor.

SIGFRIDO
(Señalando a Ángelo)
Y hazte cargo de este desdichado,
que aunque privado de la palabra,
por sus ojos habla la fidelidad.
¡No le hagáis daño!

DRAGO
Se hará tal como lo ordenáis.

SIGFRIDO
(al ver a Golo)
Aún falta alguien. ¡Golo!
Tú, el más cercano a mi hogar,
¿por qué estás tan lejos?

GENOVEVA
¡Qué pálido está!

DRAGO
¡Qué triste!

GENOVEVA
¡A él le duele más que a nadie la despedida!

SIGFRIDO
¿Acaso preferirías venir
a guerrear conmigo?

GOLO
¡Vos lo habéis dicho!

SIGFRIDO
Aquí me servirás mejor.
Mira, sólo al mejor de los míos
quiero confiar lo más valioso.

(cariñosamente, a Golo)

¡Ése eres tú!
Toma bajo tu amparo a mi esposa,
que necesita de la protección de un hombre.

(a los demás criados)

Y vosotros, aquí tenéis en Golo
a vuestro poderoso amo,
¡Servidle como si fuera yo mismo!

GOLO
Desearía que encontrarais
a alguien más digno que yo.

GENOVEVA
¡Con agrado os acepto por mi caballero guardián!

GOLO
¡Noble condesa,
me estimáis en demasía!

SIGFRIDO
¡Ahorrad las palabras!
El tiempo apremia;
el toque de trompetas así lo dice.
¡Adelante! ¡Traed mi caballo de combate!

CORO

¡Adelante!
¡Adelante, al campo de batalla!
¡El conde Sigfrido, el héroe,
guía al ejército hacia la gloria!

¡Amor mío, dame un beso!
¡Hemos de separarnos!
¡La suerte nos sonríe,
pronto, muy pronto volveremos!

¡Carlos Martel, Carlos Martel, el valeroso martillo
que hará temblar a todos los infieles!
¡El enemigo será el yunque sobre
el que golpearemos sin compasión!
¡Con qué fuerza y potencia resuena tu martillo!
¡Carlos Martel! ¡Carlos Martel!

GENOVEVA
¡Ve con Dios!

SIGFRIDO
¡Quedaos con Dios!

GENOVEVA
¡Adiós!

SIGFRIDO
¡Adiós!

GOLO
(Para sí)
¡Qué forma de besarla!
¡Hay que verlo para creerlo!

CORO
¡Adelante, al campo de batalla!
¡El conde Sigfrido, el héroe,
guía al ejército,
hacia la gloria!
¡Amor mío, dame un beso!
¡Hemos de separarnos!
¡La suerte nos sonríe,
pronto, muy pronto volveremos!

GOLO
(a Sigfrido)
¡Señor el caballo está listo!

GENOVEVA
¡Ojalá pudiera ir contigo!

SIGFRIDO
¡Ten confianza y tranquilízate!

GENOVEVA
¡Ve con Dios!

(Sigfrido abraza y besa a Genoveva y se marcha.
Ella se desvanece)

GOLO
¡El rudo guerrero! ¡Entiende de espadas,
de golpes y estocadas, pero no de amor!
¡Él ha sido el culpable de su desvanecimiento!
¡Si ella muere, yo no soy responsable!
¡Pero ya suspira!
¡El suave hálito vuelve a latir en ella,
y sus labios se enrojecen de nuevo!
¡Sus labios, dulces labios!
¡El que consiga besaros
logrará robar de ellos la felicidad eterna,
pues jamás se extingue un beso como ése!
¡Jamás! ¡Jamás!

(mirando a su alrededor)

Estoy solo, podría hacerlo;
sus piadosos ojos
no miran amenazadoramente
como los del querubín en el Paraíso;
¡Tengo que besarla!

(la besa)

GENOVEVA
(Volviendo en sí)
¡Mi Sigfrido!
¿Quién sois?

GOLO
¡Vuestro servidor más fiel!

GENOVEVA
¡Permitidme que me apoye en vos!
¡Estoy mareada!

(Genoveva se dirige hacia el castillo, apoyada
en el brazo de Golo)

MARGARITA
(apareciendo en la puerta del castillo)
¡Mirad al galante caballero!
¡Qué alegría se siente al verle!
¡Qué bien le sientan la pluma en el sombrero,
y el puñal, también él tiene coraje!
Cuando se inclinó para besarla,
¡qué llama tan ardiente brotó de sus mejillas!
¡La esposa sola, el Conde en la guerra!
¡No le ha resultado difícil
al apuesto gentilhombre!
¡Yo no encuentro descanso ni reposo,
pero en el rencor tengo mi mejor aliado!:

(con gesto amenazador, hacia el castillo)

¡Ya que me expulsasteis de la casa,
señor Conde, ahora tendréis vuestro merecido!
¡Silencio, ahí viene!

(Golo sale del castillo)

GOLO
(para sí)
¿Qué es lo que has hecho
en tu atroz desvarío?
Has besado
a la mujer de tu señor.
Has abrazado
su noble cuerpo.
Has traicionado
tu palabra de caballero.
¡Miserable,
vete tan lejos como te lleven tus pies!

(se dispone a marcharse)

MARGARITA
¡Golo!

GOLO
(sin reconocerla)
¡Marchaos!

MARGARITA
Hijo mío, ¿a dónde vas?
¿No tienes nada que decirle a tu nodriza,
que no te ve desde hace tanto tiempo?

GOLO
¡Margarita! ¿Tú aquí?

MARGARITA
Rudamente me expulsasteis hace tiempo,
pero yo siempre me he mantenido leal a ti.

GOLO
Pero yo te desprecio desde que sufriste
aquella fatal transformación.
Ahora practicas la magia negra,
que yo aborrezco...
¡Ésta es una morada virtuosa!

MARGARITA
¿Una morada virtuosa?...
¡Ah!... Después de tan largo camino,
esperaba encontrar aquí
un jergón en el que poder descansar.

(misteriosamente)

Pero, ¿qué es lo que he visto
en esta morada virtuosa?

(susurrando al oído)

¡A una hermosa mujer,
realmente digna de ser besada!

GOLO
(aferrándola)
¿Lo has visto?... ¡Morirás por ello!

MARGARITA
(indiferente)
¡Mátame!... Sólo asesinarás
a la nodriza, no a la madre.
¡Vete, Golo, estás enfermo!

GOLO
Sí... enfermo de muerte-

MARGARITA
Ten confianza en mí,
conozco el remedio...

GOLO
¡Fuera de aquí, bruja!
¡Tú, esta casa, todo el mundo,
todo me parece abominable!
Apenas puedo soportar
el miserable peso de esta vida.
¡Quiero alejarme de aquí,
ir a donde nadie pueda encontrarme!

(intenta marcharse, pero Margarita lo detiene)

MARGARITA
¿Vas a abandonar a esa desdichada,
que sin ti sería presa de la angustia?
Es posible que renunciara a la vida,
pues, como por ahí se dice, ella te ama.

GOLO
(Tomándola de un brazo)
¿Qué dices? ¿Quién te ha dicho eso?

MARGARITA
¡Me vas a romper el brazo!
Eso no es difícil de constatarlo.

GOLO
¡Mientes!...
No conoces a las más pura de las mujeres.

MARGARITA
¡Observa qué bien encaja todo!
¡El Conde en la guerra, y tú en su casa!
¡Quizá perezca en combate y tú seas su heredero!
A menudo ocurren cosas extrañas en el mundo:
las montañas y los valles se encuentran.
¡Cuánto más fácil no será
para dos almas apasionadas!
¡La suerte está de tu parte!

(intenta marcharse)

GOLO
¿Ya te marchas?

MARGARITA
Tengo que ir a Estrasburgo.

GOLO
(tomando confianza)
Dime, ¿tú qué harías en mi lugar?

MARGARITA
(para sí)
Tiene el corazón oprimido.

(en voz alta)

Si yo fuera un joven
con unos ojos como los tuyos,
podría albergar cualquier esperanza,
aunque estuviera enamorado de la reina.

GOLO
¡Ojalá pudiera esperar! ¡Margarita!
¡Te recompensaré generosamente!
¡Quédate en el castillo
para observar todo con tus propios ojos!

MARGARITA
¡Ya he visto suficiente!

GOLO
¡Sólo unos pocos días!

MARGARITA
¿De verdad deseas que me quede?

GOLO
¿Vas a quedarte?

MARGARITA
Quizá...

GOLO
¿Y me ayudarás?

MARGARITA
Tanto como me sea posible.

GOLO
¡Dame la mano y prométemelo!

MARGARITA
¡Aquí está mi mano!

GOLO
¿Juras que me ayudarás? -

MARGARITA
¡Lo Juro!

GOLO
¡De nuevo estás dispuesta
a darme la vida!
Si tú me guías,
nuestro plan saldrá adelante.
¡Será mía, aunque desciendan
los ángeles
sobre la tierra!
¡De nuevo estás dispuesta
a darme la vida!
Si tú me guías,
nuestro plan triunfará.
¡Será mía!
¡Será mía, aunque desciendan
los ángeles sobre la tierra
para protegerla!
¡Será mía!...
¡Aunque descendieran ángeles
sobre la tierra
para protegerla,
para guardarla,
será mía,
ahora o nunca!...

MARGARITA
(para sí)
¡Eso es lo que quería,
ya lo he logrado!
¡Ha caído en mi trampa!
¡Ha caído en mis redes!

(en voz alta)

¡No lo dudes, será tuya!

(aparte)

¡Ha caído en mi trampa!
¡Ha caído en mis redes!...

(en voz alta)

Aunque descendieran ángeles
sobre la tierra
para protegerla,

(aparte)

¡Ha caído en mi trampa!...

(en voz alta)

será tuya,
ahora o nunca...



SEGUNDO ACTO


(Habitación de Genoveva)

GENOVEVA
(con gran fervor)
¡Qué dolorosa es la separación!
¡Con él se fueron la dicha y la alegría!
¡Una casa sin amo, es una casa sin gobierno!
¡Ojalá regresara de inmediato!
Con él lleva la felicidad y el valor,
cuando no está, todo se desmorona,
pero allí donde él reina, todo es magnífico.
¡Mi Sigfrido volverá
y cuando regrese, todo será felicidad!
No temas, no temas corazón mío...

(la interrumpe el siguiente coro)

CANTO DE LOS CRIADOS
¡Llenad las copas hasta el borde,
brindemos y bebamos!
¡Cuando el señor parte a extrañas tierras,
el escudero es quien reina en su casa!
¡Brindemos y bebamos!

¡Mirad quién se sienta en aquel rincón!
Viejo Drago, ¿qué sucede?
¡Sal de tu escondrijo!
¡Alcemos la copa por nuestra señora!
¡Viva nuestra señora!

GENOVEVA
¡Qué canciones tan groseras!
¡Suenan como si se burlaran de mí!
Son los sirvientes... y Margarita está con ellos.
¡Qué escena tan horrible he de presenciar!
¡Allí está el buen Drago!
No quiere jugar a los dados ni cantar.
¡Qué canciones tan desenfrenadas!... ¡Sigfrido!
¡Vuelve pronto, Sigfrido, doblega su insolencia!
¡Sembrarán el desorden por todas partes!

(Oye un ruido)

¿Quién anda ahí?

(Entra Golo)

¿Sois vos, Golo?

GOLO
Perdonad que a esta hora tan inoportuna...

GENOVEVA
Siempre sois bienvenido.
Debéis saber que estoy asustada...

GOLO
Seguramente habéis oído...

GENOVEVA
Cantan en voz muy alta
y yo estoy totalmente sola.

GOLO
(para sí)
¡Totalmente sola! ¿La suerte me sonríe?

GENOVEVA
Envié a mi criada a Tréveris
para que cuidara de su padre enfermo,
entonces sentí cierto temor
provocado por esas violentas canciones.
Decidme, ¿a qué se deben?

GOLO
Los criados, Gaspar y Baltasar,
que matan el tiempo con sus compañeros...

GENOVEVA
¿Y Margarita?

GOLO
Demuestra sus artes ante los muchachos...
De pronto los hace reír
que de pronto los atemoriza y además...

(Vacila)

GENOVEVA
Me ocultáis algo, ¡hablad!

GOLO
Oíd pues las noticias que me han llegado...
Se comenta que hace unos días
hubo una gran victoria sobre Abderramán.

GENOVEVA
¡Una victoria, una victoria! ¡Qué alegría!
¿Pero cómo es que Sigfrido no me avisó?

GOLO
¡El rumor es más veloz que el mensajero!
También se habla
del inminente regreso del ejército.

GENOVEVA
¿Sigfrido también? ¡Ojalá fuera cierto!

GOLO
¡Todo ello ha alterado a los jóvenes!

CORO DE CRIADOS
¡Una hermosa hembra,
realmente digna de ser besada!

GOLO
Ya vuelven a armar bulla...
Voy a hacerles callar.

(intenta marcharse)

GENOVEVA
¡Dejadlos, dejadlos!
También a mí la alegría me invita a cantar.
¡Vos cantáis tan bien que sin duda podéis silenciar
con una dulce melodía ese ruido tan atroz!
¡Vamos, ahí está la cítara!

GOLO
Llevo muchos meses sin cantar una canción.

GENOVEVA
¡Así me sonará más sincero vuestro canto!
¡No admito una negativa!
Aquella canción de Alsacia... ¡la del trovador!

GOLO
¡Seríais capaz de hacer cantar a las piedras
con vuestra súplica, hermosa señora!

GENOVEVA
Adulando, sois insuperable Golo.
¡Cantad pues y haced hablar a vuestro corazón!

GOLO
(para sí)
¡Oh, qué encantadora hechicera!

Dúo

GENOVEVA
Si yo fuera un pajarito y dos alitas tuviera,
¡volaría hacia ti, volaría hacia ti!
Pero como no las tengo,
pero como no las tengo,
¡debo quedarme aquí!

Aunque esté muy lejos de ti,
en mis sueños siempre estoy a tu lado
y puedo hablar contigo.
¡Pero cuando me despierto,
me encuentro sola!

No pasa una sola hora de la noche
en que mi corazón no se despierte
y piense en ti,
¡y en las mil ocasiones
en que me has entregado tu corazón!

Aunque esté muy lejos de ti,
en mis sueños siempre estoy a tu lado
y puedo hablar contigo.
¡Pero cuando me despierto,
me encuentro sola!

GOLO
Si yo fuera un pajarito,
y dos alitas tuviera,
¡Volaría hacia ti, volaría hacia ti!
Pero como no las tengo,
pero como no las tengo,
¡Tengo que quedarme aquí!
Aunque esté muy lejos de ti,
en mis sueños siempre estoy a tu lado
y puedo hablar contigo.
¡Pero cuando me despierto,
me encuentro solo!

(cada vez más apasionado)

No pasa una sola hora de la noche
en que mi corazón no se despierte
y piense en ti, y piense en ti,
y en las mil ocasiones...

(para sí, perdiendo la compostura)

¡No puedo controlarme!
¡Este ardor me devora!
¡A sus pies, a sus pies,
para que lo sepa todo, todo!
¡No puedo controlarme por más tiempo!
¡Este ardor me devora!

(Cae a los pies de Genoveva)

GENOVEVA
¿Qué os sucede? -

GOLO
¡Genoveva, perdonadme! -

GENOVEVA
¡Poneos en pie, esa postura no es digna de vos!

GOLO
No, antes de que me otorguéis vuestro perdón.
Os he engañado...

GENOVEVA
Está bien, si Dios os perdona,
también yo lo hago.

GOLO
Abusé de vos, ¿no lo advertisteis?
Cuando Sigfrido acababa de partir...

GENOVEVA
Golo, nunca antes os vi así... ¿Estáis enfermo?

GOLO
¡Tú abriste la llaga; ahora tienes que detener
la sangre que mana de mi corazón!

GENOVEVA
¡Un malvado demonio habla por vuestros labios!
¿Comprendéis con quién estáis hablando?

GOLO
¡Hechicera, me has robado la vida
con tus artes mágicas!

GENOVEVA
¿De qué me habláis?
¡Despertaos y ved quién soy!
¡Soy yo, Genoveva, quien ahora os habla,
la esposa de vuestro señor, el conde Sigfrido!

GOLO
¡Escúchame entonces, esposa de mi señor!
Si encontrara las palabras, los sonidos,
para poder hablar, para poder expresarme.

GENOVEVA
¡Se ha vuelto loco!

GOLO
¡Si pudiera hablar, si pudiera expresarme!
¡Si pudiera hablar, si pudiera expresarme!
¡Tú me amas, mi bella esposa!
Ya ha comenzado el día,
y todo empieza a moverse y a agitarse.
De los capullos brotan todas las delicias,
todo empieza a agitarse, etc.

GENOVEVA
¡Se ha vuelto loco!
¿Quién podrá ayudarme?
¿Dónde podré refugiarme?
¡Se ha vuelto loco!
¿Dónde podré refugiarme?

(gritando)

¡Drago! Ángelo!
¿Nadie me escucha?,
¡Oh Sigfrido, esposo mío,
cuándo volverás!

GOLO
¡No lo invoques!...
¡Ese nombre significa la muerte!
¡Eres mía!

GENOVEVA
¡Dios omnipotente!

GOLO
¡Ven a mis brazos, mujer! -

GENOVEVA
¡Atrás!

GOLO
¡Ven a mi pecho!

GENOVEVA
¡Atrás, bastardo infame!

(Golo se contiene y Genoveva huye)

GOLO
¡Qué palabras he dicho!
¡Qué palabras he sugerido!
¡Maldita seas!
¡Estos ojos no hallarán descanso,
estos labios no comerán ni beberán,
hasta que no te haya aniquilado,
hasta que no te haya aniquilado!

DRAGO
(entrando)
¡Al cielo doy gracias de encontraros,
os he buscado por todo el castillo.!

GOLO
Será en otra oportunidad, Drago.
¡Déjame ahora solo!

DRAGO
¡Tenéis que venir conmigo!
Los mozos se niegan a obedecerme.

GOLO
¡Oblígales a ello, qué me importa a mí!

DRAGO
¡Podría refrenarlos!
¡Pero los he oído calumniar!

GOLO
¿Contra mí, quizá?.. ¡Ignóralos!
¿Qué te importa?

DRAGO
¡No ha sido contra vos!... Imagináoslo.
Se han atrevido a ultrajar
a nuestra noble Condesa -

GOLO
¿Y qué dijeron?

DRAGO
Apenas me atrevo a repetirlo.
¡Ha sido de lo más vergonzoso!

GOLO
¡Habla de una vez!

DRAGO
Dicen que hacia el joven capellán...
Ése que envió recientemente Hidulfus,

(susurrando)

tuvo una actitud más personal que
la que el conde Sigfrido podría tolerar.
¡Eso piensan los rufianes!

GOLO
Drago, esos rufianes... ¡dicen la verdad!

DRAGO
¡Señor Golo!

GOLO
Yo sé más aún...

DRAGO
¡No lo puedo creer!
La noble condesa...

GOLO
Esta misma noche lo ha citado aquí.

DRAGO
Quizá para orar con él.

GOLO
¡Sí, sí, para rogar que el conde Sigfrido
no regrese nunca!

DRAGO
¡Nunca podré creer eso!

GOLO
¿Quieres verlo tú mismo?

DRAGO
¿Qué queréis decir?

GOLO
Podrás convencerte por ti mismo.

DRAGO
¡Me arrancaré los ojos si es que veo tal infamia!

GOLO
Muy bien, la prueba es sencilla.

(abre la puerta del dormitorio de Genoveva)

En este rincón podrás escuchar
sin ser visto a los amantes.
¡Yo me esconderé más allá!

DRAGO
Para probar su inocencia
yo mismo lo haría, pero no...

GOLO
¡Entonces créelo, si no quieres ver!

DRAGO
(deteniendo a Golo)
¡Dejadme a mí, y vos vigilad detrás de la puerta!
Estoy seguro que, mañana temprano,
podré juraros que todo ha sido
una calumnia y un engaño.

GOLO
En ese caso yo mismo me tendré por un rufián.

DRAGO
¡Que Dios me ayude!
¡Mañana, sabremos la verdad!

(Golo esconde a Drago en el dormitorio.
Entra Margarita)

MARGARITA
Estaba tras de la puerta y lo he visto todo.
¡Has sido demasiado violento con Genoveva!

GOLO
¿Y oíste cómo me llamó?

¡MARGARITA
¡Tú tienes la culpa!

GOLO
¡Ayúdame a vengarme!

MARGARITA
(misteriosamente)
Escúchame. Iré a Estrasburgo
para impedir la llegada del Conde.

GOLO
¿Qué pretendes?

MARGARITA
He sabido que se encuentra allí malherido.

GOLO
¡Ah!

MARGARITA
Intercepté una carta enviada a la Condesa...
Prepararé un brebaje que lo liberará
de los males que lo atormentan...
¡Y a ti de él!

GOLO
Siento escalofríos...

MARGARITA
¡Vamos al cuarto de los sirvientes!
Drago su pretendiente... ¡qué divertido!

(Margarita se lleva a Golo consigo)

GENOVEVA
(asomada a la ventana)
Sigilosamente se deslizan por el patio...
¡Como lobos que vienen de rapiña!
¡Tengo tanto temor, estoy tan angustiada!

¡Oh, Tú, que velas sobre nosotros,
que has creado todo con amor,
protege, oh Señor, en esta noche
a los hombres buenos y piadosos!
Ten compasión de mí,
y si perdí los estribos
porque un joven atentó
contra mi honor y contra mí,
perdóname, puesto que para defenderme
no contaba con otras armas.
¡Oh, Señor, que perdonas de buen grado,
ampárame en mi gran aflicción!
Y tú, dulce reposo,
que calmas todos los dolores,
ven, trae la imagen de Sigfrido
a mis sueños,
para que pueda descansar sobre su corazón
del profundo dolor que me abruma.

(Se dirige a su dormitorio)

CRIADOS, DONCELLAS
¡Con sigilo, con sigilo, abrid!
¡Con sigilo, con sigilo, abrid!

(Margarita abre la puerta y entra el coro)

¡Que no se nos escape!
¡Con cuidado, con sigilo!

BALTASAR
¡Allí está la habitación!
¡Rodead la puerta!

CORO
No se nos escapará,
todos la vigilamos,

BALTASAR
¡Apagad las antorchas!

CORO
¡Silencio, silencio!

BALTASAR
Oigo como si dos personas
hablaran en voz baja.

CORO
¡Pasad, pasad!

GENOVEVA
(desde dentro de su dormitorio)
¿Quién está ahí? -
¡Quienquiera que sea, atrás!

CORO
¡Silencio, silencio! ¡Los sorprendimos!

GENOVEVA
(Sale de su cuarto)
¿Qué buscáis aquí?

BALTASAR
(desconcertado)
Nosotros buscamos...

GENOVEVA
¿A quien?

BALTASAR
¡Al Señor Golo!
Permitid que lo busquemos
en vuestra alcoba.

GENOVEVA
(indignada)
¿En mi alcoba?
¡Al que ose entrar, le espera la muerte
cuando regrese vuestro señor!

BALTASAR
Está muy lejos, en el campo de batalla,
¡Buscamos a su sustituto!

GENOVEVA
¡Me parece que el Sr. Golo, no está aquí!
¡Marchaos, os los ruego!

CORO
¡Qué nos importan su orgullo y sus súplicas!
¡Buscad, buscad, tenemos que encontrarle!

GENOVEVA
¡Señor, protégeme de estos atrevidos!

(Volviéndose hacia el coro)

¡Marchaos! ¡Marchaos! ¡Salid de aquí!

(Ángelo se aleja para ir a buscar a Golo)

CORO
¡Entrad! ¡Entrad!

(Se precipitan contra la puerta. Golo entra
bruscamente espada en mano)

GOLO
¡Atrás, rufianes!
¿Cómo os atrevéis
a turbar el reposo de vuestra señora?

GENOVEVA
(A Golo)
¡Protegedme!

(a los otros)

¡Aquí está el señor Golo, marcharos!
¿Qué buscáis aún?

GOLO
¿Me buscan a mí?

GENOVEVA
¡Sí a vos!

CORO
¡No, no,
allí dentro debe haber alguien más!

BALTASAR
En la alcoba todavía hay alguien.

GOLO
Condesa, dejad que busquen
para refrendar vuestra inocencia.

GENOVEVA
¡Buscad pues!

DRAGO
(saliendo de su escondite)
¡Piedad, piedad!

CORO
¡Drago!

BALTASAR
¡Drago!

(atraviesa a Drago con su espada)

GENOVEVA
¡Dios me asista!

BALTASAR
Condesa, si me permitís,
os diré que me parece lamentable.

GOLO
(a Baltasar)
¡Amigo, eres rápido!

CORO
¡Mirad, se ha puesto pálida!

BALTASAR
¿Qué tenéis que decir ahora?

GENOVEVA
(Indignada)
¡A vos, nada!

BALTASAR
Lo creo, a nosotros, nada, ya lo hemos visto todo.
¿Pero qué le diréis a aquel que ha de enterarse?

GENOVEVA
¡Creed lo que habéis visto, pero nada más!
¡Habéis traído antorchas, dadme una!

BALTASAR
(mirando dentro del dormitorio)
¡No veo nada sospechoso!

MARGARITA
(apareciendo repentinamente)
¡Desde aquella ventana contemplé
cómo Drago la abrazaba!

(se retira de prisa)

GENOVEVA
¡Otra vez esa mujer!

(a Golo)

¡Apelo a vos!
Decid, señor Golo, lo que pensáis.

GOLO
¡Yo no me llamo Sigfrido,
y por lo tanto no soy el juez!

GENOVEVA
¡En eso habéis acertado!

BALTASAR
¡Después de lo ocurrido
se ha vuelto más orgullosa aún!
¡Quizá desaparezca su orgullo en la torre!

(a Golo)

¡Si yo fuera el señor, la encarcelaría sin tardanza!

CORO
¡Lleváosla a la torre!
¡A la torre con ella!
¡Allí tendrá tiempo de arrepentirse!
¡A la torre con ella!, etc.
¡A prisión, encadenada,
encadenada, a la prisión!
¡Lleváosla, lleváosla!, etc.
¡A la torre,
a la prisión!, etc.

BALTASAR
¡Lleváosla a la torre,
lleváosla a la torre!
¡Allí tendrá tiempo de arrepentirse!
¡Lleváosla a la torre!, etc.
¡A la prisión, encadenada!
¡Encadenada, a la prisión!
¡Lleváosla, lleváosla!, etc.
¡A la torre,
A la prisión!, etc.

GENOVEVA
(con voz débil viendo a Drago sangrando)
¡Llevadme donde queráis,
pero llevadme
donde no pueda ver la sangre!
¡Señor que reinas en los cielos,
protege a tu hija!
¡Protege a tu hija!
¿Qué he hecho
para sufrir tan dura prueba?
¡Señor que reinas en los cielos,
protege a tu hija!
¡Protege a tu hija,
Dios todopoderoso!
¡Señor que reinas en los cielos!, etc.

GOLO
(para sí)
¡No te abras, herida de mi corazón!
¡No te abras,
otorga a la venganza su derecho!
¡No te abras, herida de mi corazón,
reprime tu dolor,
reprime tu dolor, reprímelo!
¡No te abras, herida de mi corazón!

(Se llevan a Genoveva)



TERCER ACTO


(Humilde posada de Estrasburgo)

SIGFRIDO
¡No necesito nada más!
¡Guarda tus ungüentos y hierbas, buena mujer!
¡Mirad, mirad, la herida ya está cerrada!

MARGARITA
¡Sólo necesitareis unos días de reposo!

(aparte)

Debe tener una salud de hierro
para tolerar el brebaje que le preparé.

SIGFRIDO
Con gusto descansaría más tiempo,
pero las añoranzas de mi hogar
y especialmente de mi esposa,
no me dejan descansar.

MARGARITA
¿Tenéis esposa?

SIGFRIDO
¡Así es!
¡Y como ella, no hay otra igual en toda la tierra!

MARGARITA
¿Y también hijos?

SIGFRIDO
¡Ojalá los tuviera!
Hace tiempo que espero esa buena noticia.

(levantándose)

Mañana me marcharé,
no soporto más tiempo aquí.

MARGARITA
¡Paciencia! ¡Paciencia!
Durante dos días más cuidaré de vos.
Si queréis distraeros con un alegre juego
que os recuerde a vuestra patria y esposa,
yo conozco uno...

SIGFRIDO
No comprendo.

MARGARITA
¡Oíd, pues!...
Poseo un mágico espejo
en el que se puede contemplar
todo cuanto se desea y lo que ya ha acontecido.

SIGFRIDO
¿No será una obra diabólica?

MARGARITA
No lo sé...
Pero sí sé que el espejo nunca miente.

SIGFRIDO
¡Qué me decís!
¿Podré tener noticias de mi mujer?

MARGARITA
De todo cuanto queráis.

SIGFRIDO
¡Debo verlo!
Dime, ¿cuándo podré hacerlo?

MARGARITA
Mejor cuando haya oscurecido.

SIGFRIDO
Toma, esto por tus cuidados...
Quizás los necesite aún.

(le da una bolsa de monedas)

MARGARITA
Vuestro escudero sabrá donde encontrarme.
¡Cuidaos y descansad!

SIGFRIDO
¡Adiós!

(Margarita sale)

¡Puedes aguardarme con tu espejo
hasta el día del Juicio Final!

(llama)

¡Conrado, Conrado!

(Conrado viene)

¡Vamos, muchacho, alégrate,
ensilla los caballos pues hoy mismo
iniciaremos nuestro regreso!
La herida aún no ha dejado de arder,
pero más me quema
el fuego que siento aquí.

(señalando el corazón)

No puedo soportar más tiempo
estar lejos del hogar.

(Abre la ventana)

¡Qué noche tan hermosa!
¡Qué brisa tan suave!

(a Conrado)

¡Prepara todo, rápido, rápido!

(Recoge las armas de la pared)

Canción

¡Pronto te volveré a ver, castillo donde nací!
Ya suena la trompeta en la torre,
ya se alegran mis seguidores,
las puertas se abren a mi paso,
cae el puente levadizo y mis ojos la buscan.
¡Ella me ha visto y corre hacia mí!
¡Las miradas y los corazones se unen!
¡Bendita fidelidad conyugal!
¡Qué alegre reencuentro!
¡El enemigo vencido, la cruz triunfante,
el estandarte de la fe ondea en toda la patria!
¡Si atroz era la furia del infiel,
junto a nosotros luchaba el ejército celestial!

(con recogimiento)

Llena de temor me contemplabas,
esposa mía, desde las silenciosas murallas.
¿Qué temes aún? ¡Aleja de ti las penurias,
ninguna fuerza me apartará ya de ti!

(oye ruido en el exterior)

¿Quién cruza el portal tan rápidamente?
El jinete parece haber perdido la cordura.
¡Si no escucho mal, dirige sus pasos hacia aquí!

(Se asoma a la ventana)

Un cuervo picotea la ventana,
¿qué augurios me traerá?

(Entra Golo)

¿Tú, Golo? ¡Bienvenido seas!
¡Pero qué pálido estás!
No eres portador de buenas noticias...

GOLO
Nada buenas.

SIGFRIDO
¡Mi esposa ha muerto!

GOLO
Aún vive.

SIGFRIDO
¿Vive? Entonces, sea lo que fuere,
podré soportarlo sin problemas.

GOLO
¡Leedlo vos mismo!

SIGFRIDO
¡Es del capellán del castillo!

(Lee la carta)

¿Señor de los cielos!

GOLO
(para sí)
Me tiemblan las piernas.
Quisiera desandar el espantoso camino
por el que me ha llevado Margarita.

SIGFRIDO
¡Golo!
¡Toma mi espada,
acaba conmigo de un solo golpe, pero antes...
¡Espera, antes con ella!

GOLO
¡Conteneos, mi noble señor!

SIGFRIDO
¡No te burles de mí con tu consuelo!

GOLO
Oídme: ¡Quien escribió esto, ha mentido!

SIGFRIDO
¿Que ha mentido? ¡Vete, buen Golo!
Serías capaz de mentir para aliviar mi dolor,
¡Más no lo conseguirás!

GOLO
(para sí)
¡El terror se apodera de mí
al ver así a este hombre!

SIGFRIDO
¡Nadie en el mundo debe verme,
nadie debe saber dónde estoy!

(en voz baja, con acento aterrador)

¡Pero también ella debe morir!
¡Aquí tienes mi espada
y mi anillo.
¡Enséñale las dos cosas,
para que sepa quién te envía!

(Se detiene de repente)

¡Aguarda! Acabo de recordar
que aquí vive una mujer
que me habló de un espejo mágico
en el que se puede contemplar el pasado,
hasta en sus más pequeños detalles.
¿Crees en tales espejos?
Yo no creo demasiado en ellos,
pero me siento tentado de pedirle consejo.
¡Vamos allá!

(Llama a Conrado)

¡Conrado!
Tú sabes donde vive la mujer que cuidó de mí.
¡Condúcenos hasta allí de inmediato!
¡Vamos, buen Golo!

(Salen)

La transformación

(Alojamiento de Margarita)

MARGARITA
En sueños vi una niña,
una preciosa niña de dientes de marfil,
con mejillas rollizas y sonrosadas,
sus ojos, no, no pude verlos tan claramente,
dos lágrimas los empañaban.
Me decía: "¡Fui destinada a ser tu ángel guardián,
pero tú me arrojaste al arroyo"!
¡Que sueño tan tonto!

(Llaman a la puerta)

Ya comprendo.
Si no hubiera ahogado a la pequeña,
y fuera tan hermosa
como la vi en mi sueño,
ahora llamaría a mi puerta un apuesto galán,
que traería la felicidad de la noche a la mañana;
¡Pero dejad en paz a los muertos,
que gozan de la paz eterna!
¿Quién se atreve a molestarlos?
¡Ellos son quienes importunan mi descanso!

SIGFRIDO
(desde afuera)
¡Vamos, abre!

MARGARITA
¿Quién es?

(Abre la puerta. Entran Sigfrido y Golo)

¿El señor Conde, a estas horas?

(Le acerca un asiento)

SIGFRIDO
¡Deja, deja!
¿Quién te ha dicho que deseo sentarme?
No me detendré mucho tiempo en tu casa.

MARGARITA
¿En qué puedo serviros?
¿Venís a consultar el espejo?

SIGFRIDO
¡Casi lo había olvidado!
¡Sí, sí, quiero ver el espejo!
¡Deseo que me muestre
lo que hizo mi esposa seis lunas atrás!

MARGARITA
Parecéis enojado, mi noble señor.
Por eso os ruego que no hagáis añicos
este preciado espejo,
si no os agrada lo que veis.

SIGFRIDO
¡Deja de decir tonterías!

MARGARITA
Estáis ansioso de que comience.
Lo haré, pero con una condición:
¡No penséis ahora en Aquél
por quien el mundo fue creado y es regido!

SIGFRIDO
¡Extrañas son tus palabras!
¡El espejo! ¡El espejo!

MARGARITA
(señalando a Golo)
¿No debería marcharse
este forastero?

SIGFRIDO
Es un amigo mío que puede presenciarlo todo.
¡Los dos tenemos limpio el corazón!

MARGARITA
(aparte, a Golo)
¿Por qué tiemblas, cobarde?
¡Recuerda cómo te humilló la condesa!

GOLO
(para sí)
¡Me arrastra con ella al pecado y a la infamia!

SIGFRIDO
¿Por qué tiemblas, Golo?
¡Recuerda que me estás ayudando a vengarme!
Quiero saber toda la verdad,
aunque me destroce el corazón.

GOLO
(a Margarita)
¡Me lo dices a tiempo,
ya empezaba a arrepentirme!

SIGFRIDO
Quiero saber toda la verdad.

MARGARITA
(a Golo, en voz baja)
¡Será tuya, ten valor!
¡Será tuya, ten valor!

GOLO
¡Me avisas a tiempo, comenzaba a arrepentirme!

SIGFRIDO
(con impaciencia a Margarita)
¿Por qué dudas?... ¡Muéstrame el espejo!

MARGARITA
(en voz baja, a Golo)
¡Una hermosa mujer,
realmente digna de ser besada!

GOLO
¡Me lo recuerdas a tiempo!

SIGFRIDO
¡El espejo! ¡el espejo!

MARGARITA
A vuestras órdenes.

(Hace un círculo en el aire con su vara mágica)

¡Apareced!

(Al fondo aparece el castillo de Sigfrido)

Primer Cuadro

CORO FUERA DE LA ESCENA
¡La brisa del crepúsculo sopla refrescante,
el amor canta en los bosques y en los prados!
¿Puede un corazón mantenerse solitario
cuando el mundo se presenta feliz a su alrededor?

¡Las semillas se agitan en torno a ti!
¿No sientes en tu corazón las ondas del amor?

Ya tienes ante ti a quien buscabas,
la tierra se vuelve un mar de flores
que te atraen sin que puedas eludirlas,
dulcemente, como a una abeja.

SIGFRIDO
¡Mira allí!... Mi palacio... ¡Puedo verlo!

GOLO
La bruja hizo un pacto con Satán.

SIGFRIDO
¡Allí también veo el bosque de robles!
Y allí, esa silueta que recorre el sendero,
es mi esposa.

GOLO
¡Oh, la más encantadora de todas las mujeres!

SIGFRIDO
¡Ahora llega Drago! -
Se hablan cordialmente.
¡En realidad, ella habla así con todos!
No encuentro nada reprochable.
¡Vámonos, Golo!
El espejo no me dice nada que ya no supiera.

MARGARITA
Le he hecho retroceder seis lunas,
tal como me pedisteis.
¿Acaso queréis ver
una imagen más reciente?

SIGFRIDO
¿Tú qué crees, Golo?

GOLO
¡Veamos, entonces!

SIGFRIDO
¡Adelante!

MARGARITA
(solemne)
¡Apareced, apareced!

Segundo Cuadro

(Se ve un pequeño jardín dentro del castillo)

CORO FUERA DE ESCENA
Cuando las luces de la tierra se apagan,
cuando las corolas de las flores se cierran,
una nueva flor surge de la noche,
¡quiere abrirse en secreto!

¡Cuando las estrellas brillan con su resplandor,
cuando la luna destila sus prodigios,
el amor reina en nuestros corazones y quisiera
abrasarlos en secreto, ¡abrasarlos en secreto!

SIGFRIDO
¡El jardín del patio de mi castillo!
Las enredaderas que cubren los muros,
las reconozco muy bien.
¡Los dos solos al atardecer!

(aparte)

¡Qué osado!

GOLO
¡A menudo los vi sentados juntos,
pero nunca pensé nada malo!

CORO
(en la lejanía)
Una nueva flor surge de la noche,
¡quiere abrirse en secreto!

(La imagen desaparece)

SIGFRIDO
¡Aún no he visto nada sospechoso!
Su mirada recatada muestra
que ella actúa como una dama,
y él como su sirviente.

GOLO
¡Dichoso aquel que puede confiar!

SEGFRIED
¿No podrías, con tu magia, evocar
una imagen más reciente aún?

MARGARITA
¡Sólo puedo evocar tres, ni una más!
¿Queréis ver ya la última?

SIGFRIDO
¡La última entonces!

MARGARITA
¡Apareced, apareced, apareced!

Tercer Cuadro

(El dormitorio de Genoveva. Drago abre la
puerta y Genoveva le tiende la mano)

CORO FUERA DE ESCENA
¡Camina con tranquilidad
por la silenciosa casa!
¡Se ha alejado quien la custodia!
¡Noche oscura y confidente,
cubre con tu manto el claro de luna!

¡Del árbol prohibido del Paraíso,
cuya fruta maldita, tan dulce es,
sal otra vez, astuta serpiente,
y tráenos los dorados frutos!

SIGFRIDO
¡Drago, bribón! -
¡Golo, véngame!

(Sigfrido desenvaina la espada, hace añicos
el espejo y sale precipitadamente, llevándose
consigo a Golo)

MARGARITA
¡Oh, Dios!

(El espíritu terrible de Drago sale del espejo
destruido)

¡Horrible visión, desaparece!

ESPÍRITU DE DRAGO
¡En vano esgrimes tu poder contra mí!

MARGARITA
¿Quién te manda?

EL ESPÍRITU
¡El Señor!

MARGARITA
¡No le conozco!

EL ESPÍRITU
¡Tú lo invocaste,
y él ordena por mi boca que salgas
en busca del conde Sigfrido
y le confieses todo lo que has tramado!

MARGARITA
¿Y si no lo hago?

EL ESPÍRITU
En el plazo de un mes
levantarán para ti una gran pira.
¡Morirás quemada, así se te ha condenado!

MARGARITA
¡Antes me mataré!

EL ESPÍRITU
¡Ni lo intentes!
¡En las llamas te convertirás en salamandra,
en el seno de la tierra en gusano,
y en piedra al contacto del el acero y el hierro!

MARGARITA
El horror me atrapa.

EL ESPÍRITU
¡Sí, será de ese modo!
¡Así será ejecutado!

(Desaparece)

MARGARITA
¡Las llamas ya se encienden en la pira!
¡Son rojas como la sangre!
¡Me devoran, me consumen!
¡Oh, muerte! ¡Horror! ¡Horror!

(Del espejo roto comienzan a salir llamas)

¿Dónde podré ocultarme, a dónde huir?
¡Dios del cielo, ten piedad de mí!
¡Sálvame!
¡Auxilio! ¡Sálvame! ¡Sálvame!, etc.
¡Sigfrido! ¡Sigfrido!

(Sale rápidamente, envuelta en llamas)



CUARTO ACTO


(Abrupto paisaje rocoso)

GENOVEVA
¡Estas colinas son cada vez son más escarpadas!
¡Qué profundos abismos,
qué horrorosos desiertos!
Decidme, ¿cuándo llegaremos a nuestro destino?

GASPAR, BALTASAR
¡Pronto!

GENOVEVA
Hace un calor sofocante y me duelen los pies.
¡Dadme un leve reposo, estoy extenuada!

GASPAR, BALTASAR
¡Sigue avanzando!

GENOVEVA
¡Con cuánta crueldad me atormentáis!
¿No teméis las represalias
del que pronto volverá?

¡GASPAR, BALTASAR
¡Cállate hipócrita!

GENOVEVA
¡Pobre de mí!
¡Nunca saldré de aquí!

(Descienden hasta el lugar más profundo)

BALTASAR
¡Aguarda aquí!

GENOVEVA
¡Ay de mí, apenas puedo tenerme en pie!

(se deja caer agotada sobre una roca)

Canción popular picaresca

GASPAR, BALTASAR
¡Los dos se amaban profundamente,
ella era muy pícara y él, un ladrón!
Cuando él hacía una travesura,
ella se tiraba al suelo y se reía.
¡Se reía!

A él lo ahorcaron a las seis de la mañana
y a las siete lo llevaron a enterrar,
pero cuando dieron las ocho
ella ya besaba a otro, y se reía.
¡Y se reía!

(Se apartan hacia el fondo de la escena)

GENOVEVA
¡Mi última esperanza se ha desvanecido,
pronto todo terminará!
¡Tener que morir tan joven,
morir a manos de los verdugos,
afrentada de esta forma!
¿No hay escapatoria alguna?
¿Nadie vendrá a salvarme?

(Se levanta)

Sigfrido, Sigfrido,
¿no escuchas la voz de tu fiel esposa?
Algún día se conocerá a los culpables,
e invocarás mi nombre con ardor,
pero no podré venir a consolarte, Sigfrido,
a decirte que todo lo he perdonado,
¡que por ti olvidé todo lo que padecí!
¿No hay escapatoria alguna?
¿Nadie vendrá a salvarme?

(Ve la cruz)

¿Qué es lo que resplandece en ese oscuro rincón?
¡Una cruz, una imagen de la Virgen!
¡Ellos no la vieron,
pues me hubieran privado de mi último consuelo!

(arrodillándose)

¡Santa Virgen María, vuelve hacia mí tu mirada,
dame fuerzas para soportar mi amargo destino!
En tus manos pongo mi existencia,
para que abogues por mi salvación,
no te apartes de mí,
tú me llevaste a la felicidad,
haz que ninguna senda me atemorice.

¡El aire se puebla de alegres sones
que dulcemente alivian mi corazón!
¡Al resonar en las rocas y entre los árboles,
han terminado de pronto todas mis penas!

(Un resplandor rosado desciende sobre Genoveva)

¿Qué es lo que veo?
¿Se ha cerrado la bóveda del infierno?
¡Ante mí se abre el cielo en todo su esplendor
con la luz del divino amor!
¡Bendito seas, Señor!

CORO FUERA DE ESCENA
¡Que la paz sea contigo, que la paz sea contigo!

GENOVEVA
¡Aquí estoy, tendida en el fango!
¿Qué son ante tu majestad celestial
las angustias de los mortales
y el corto padecimiento terrenal?
¡No me abandones a la desesperación!
¡Fuente de amor, escudo protector,
por el dolor me conduces a la felicidad!

VOCES FUERA DE ESCENA
¡Que la paz sea contigo!

GENOVEVA
¡Fuente de amor, escudo protector,
por el dolor me conduces a la felicidad!
¡Se ha desvanecido la visión!
¡Las dulces armonías han cesado!
¡El cielo se oscurece!

(levantándose)

Oigo pasos en el bosque...

(Aparece Golo)

¡Estoy preparada para todo!

GOLO
¿Reconocéis este anillo?
¿Y la espada?
La espada me la entregó el conde Sigfrido
para que acabe con vuestra vida.
El anillo lo envía para que no dudéis
de sus deseos... ¿Qué pensáis?

GENOVEVA
¡Que mentís!

GOLO
¿Miente también la espada?
¿Miente también este anillo?
¿El que Sigfrido os dio en el altar?

GENOVEVA
¡No comprendo!

GOLO
¿Qué piensas de lo que sucedió con Drago?

GENOVEVA
¿Yo? ¡Nada! ¿Qué tiene mi esposo que decir?

GOLO
Lo que todos piensan,
¡que fue seducido por vos!

GENOVEVA
Aquí comineza mi calvario.

GOLO
Yo podría otorgaros las más valiosas joyas...

GENOVEVA
¡Oh, vil afrenta! ¿Qué esperáis?
¡Aquí estoy, matadme, haréis una buena obra!

GOLO
Si tan valiente sois al escoger la muerte,
yo soy demasiado cobarde para entregar
a la espada vuestra hermosa cabeza,
que fue para mí el sol, la luna y las estrellas.
¡Ven conmigo y huyamos!

GENOVEVA
¡Estáis desvariando!

GOLO
Concededme sólo por una vez
lo que más deseo.
¡Dejadme reposar sobre vuestro pecho!

GENOVEVA
¡Atrás, loco!

GOLO
¡Sólo una vez dejadme gozar
de la dicha celestial!

GENOVEVA
¡Aléjate de mí, maldito!

GOLO
¡Escuchadme,
quiero liberaros de la muerte!

GENOVEVA
¿Vos? ¡Nunca!

GOLO
¡Recordad que estáis en mi poder!

(señalando el fondo del escenario)

¡Una señal mía, y aquellos hombres os prenderán!

GENOVEVA
¡Estoy en las manos de Dios! -

GOLO
¡Una sola palabra,
y seréis libre!...
¿Nada decís?

(llamando)

¡Eh, vosotros!

(Vienen Gaspar y Baltasar)

¿Estáis dispuestos a cumplir las órdenes
de nuestro señor, sobre su pecadora esposa?

BALTASAR, GASPAR.
¡Sí! -

GOLO
Según sus deseos,
hay que hacerlo con esta espada.

(Les da la espada de Sigfrido)

AMBOS
¡Se hará tal como está ordenado!

GOLO
¡Cumplid con vuestro deber!
Yo me voy, pero antes escucharme bien:
Si esta noche no regreso al castillo,
no salgáis a buscarme,
decid a los demás que salí de caza
con mi halcón y mi caballo.

(Se aleja)

GASPAR
(a Genoveva)
Si tienes un último deseo puedes expresarlo,
si puedo satisfacerlo, así lo haré.

GENOVEVA
¡Cuando regrese mi esposo,
decidle que a pesar de su crueldad,
le he perdonado todo antes de morir!

(La escena se oscurece)

BALTASAR
¡Mujer, no finjas hasta el último momento!
¡Yo vi a Drago con mis propios ojos
en tu alcoba!

GENOVEVA
¡Yo no sabía que estaba allí!

BALTASAR
¡Qué forma tan terca de mentir!

GENOVEVA
Golo, arrebatado de pasión por mí,
al verse rechazado como lo merecía,
inventó esta intriga.

BALTASAR
¡Proseguid!

GENOVEVA
Engañó al fiel criado
para que se escondiera en mi alcoba.

BALTASAR
¡Basta ya, es suficiente!

GENOVEVA
¡Mis labios trataron en vano
de conmover vuestros duros corazones!

(arrodillándose ante la cruz)

¡Señor, si no envías
un signo de tu clemencia, moriré!
¡Pero me inclino ante tu voluntad!

GASPAR
(a Baltasar)
¡Apártala de la cruz,
junto a ella no puedo matarla!

BALTASAR
¡Apártate!

GENOVEVA
¡No me separaré de la cruz!

BALTASAR
¿Acaso crees que la cruz protegerá
a una mujer adúltera?

GENOVEVA.
¡No me separaré del Salvador!

GASPAR
(en voz baja, a Baltasar)
Me parece oír a lo lejos
gritos y fanfarrias, ¿no los oyes?

BALTASAR
¡Cállate, cobarde, cállate!
El miedo ha agudizado tu oído.
¡Mátala, mátala!

(Se oyen trompas fuera de escena)

GASPAR
La mano me tiembla, no puedo matarla.

GENOVEVA
¡Señor misericordioso, elévame hasta Ti!

GASPAR
¡Nos han descubierto!... ¡Huyamos!

(Arroja la espada y huye)

BALTASAR
¡Sí, huyamos!

(Cazadores y criados entran en escena. Genoveva
cae al suelo sin sentido)

CAZADORES
¡Es ella! ¡Es ella!
¡Allí, junto a la cruz! ¡Perseguid a los asesinos!
¡Auxilio, auxilio, auxilio!
¿Dónde está el Conde? ¡Rápido, buscadle!
¡Ya viene!

MARGARITA
¡Conde Sigfrido venid aquí!

(Sigfrido, guiado por Margarita, cae a los pies de
Genoveva. Margarita desaparece detrás de las rocas)

SIGFRIDO
¡Oh, Genoveva!

CORO
¡No lo reconoce!

SIGFRIDO
¡Mi querida esposa! -

CORO
¡El terror se ha apoderado de sus sentidos!

GENOVEVA
(Semiinconsciente)
¡Dios misericordioso! ¿Dónde estoy?

SIGFRIDO
¡Mi querida esposa! -

GENOVEVA
Esa voz me resulta conocida...

(débil)

Es como si se me hubiera nublado la vista.

(Reconoce a Sigfrido)

¡Sigfrido, eres tú! ¡Eres tú!

CORO
¡Que encuentro apasionado!

SIGFRIDO
¡Posa tus ojos finalmente sobre mí!

GENOVEVA
¡Deja que mezcle mis lágrimas con las tuyas!

SIGFRIDO
¡Soy el culpable de tu padecer!
¡Soy el responsable de tus desgracias!
¿Cómo podría remediarlo?

GENOVEVA
¡No hables de esa forma!
Tú no fuiste el culpable, el Cielo así lo dispuso.

SIGFRIDO
¡No podré hallar consuelo para mi corazón
en todo el resto de mi vida! -

GENOVEVA
Créeme, de nuevo gozaremos
de la paz y la felicidad,
gracias a mi amor y mi fidelidad.

AMBOS
Gracias a nuestro amor y a nuestra fidelidad.

SIGFRIDO
¡No podré hallar consuelo!

GENOVEVA
¡Gracias a mi amor y mi fidelidad!
¡Créeme, gracias a nuestro amor y fidelidad!
¡De nuevo gozaremos de la paz y la felicidad!
¡Gracias a nuestro amor y nuestra fidelidad!

SIGFRIDO
¡Mi adorada esposa!
¡Gracias a tu amor y a tu fidelidad!
¡De nuevo gozaremos de paz y felicidad!
¡De nuevos gozaremos de paz y felicidad,
¡Gracias a nuestro amor y nuestra fidelidad!

GENOVEVA
Pero, ¿dónde está Golo?

BALTASAR
¡No os preocupéis, está muerto!
Lo encontramos despeñado aquí cerca.

GENOVEVA
¡Oh, huyamos de este lugar horroroso!

CORO DE MUJERES
¡Con nuestras manos os llevaremos!

CORO DE HOMBRES
¡Con ramas, haremos
una angarilla para vos!

GENOVEVA
¡Gracias, amigos!
Siento que renovadas fuerzas me acompañan.
¡Vamos!

SIGFRIDO
(a Genoveva)
¡Apóyate en mí!

(a los cazadores)

¡Venid todos a nuestro castillo,
pues éste es un día de fiesta!
¡Ya repican las campanas a lo lejos
y los sacerdotes celebran el oficio religioso,
para expresar nuestro agradecimiento al Altísimo!

CORO
¡Esparcid verdes flores por el sendero!
Que resuene la buena nueva en todas partes:
La noble señora, que tanto ha sufrido,
¡regresa al castillo!
¡Esparcid verdes flores por el sendero!, etc.

(desde la iglesia fuera de escena)

¡Alzad las manos y el corazón
llenos de júbilo hacia el cielo,
¡Hacia Aquel ante cuyo poder infinito
todos nos postramos!

¡Su reino perdurará
por toda la eternidad!
¡Siempre estuvimos dispuestos
a enfrentar la muerte por Él!

(El escenario vuelve a mostrar la escena primera
del Primer Acto)

Que resuene en toda la región la buena nueva.
¡La noble señora, que tanto ha sufrido,
regresa al castillo!
¡Qué gran felicidad!

¿Qué habíamos de temer,
si Él estaba a nuestro lado?
¡Él es la fuente de todas las gracias,
un eterno manantial, puro y cristalino!

OBISPO HIDULFUS
(Sale de la iglesia con un gran séquito)
¡Bienvenidos seáis después de la ardua prueba!
¡Ha pasado ya, y regresáis del combate
engalanados con la victoria!

GENOVEVA, SIGFRIDO
¡La gracia del Señor
se hizo evidente sobre nosotros!

OBISPO HIDULFUS
¡Al fin vuelvo a unir vuestras manos,
que tanto tiempo en vano se buscaron!
¡Aquel que veló piadosamente por vosotros,
os guarde siempre en su misericordia!

GENOVEVA, SIGFRIDO
¡Nos guarde siempre con su gracia,
con su gracia misericordiosa!

CORO
¡Nos guarde siempre con su gracia,
con su gracia misericordiosa!
¡Resuene un canto festivo!
¡Que suenen, alegres canciones!
¡Gloria a Sigfrido, el valiente héroe!
¡Gloria a Genoveva, su noble esposa!
¡Gloria a Sigfrido, el valiente héroe!
¡Gloria a Genoveva, su noble esposa!
¡Gloria a Sigfrido, gloria a Genoveva!
¡Gloria a Genoveva, gloria a Sigfrido!
¡Aceptad estas rosas en flor
como símbolo de bienvenida!

GENOVEVA, SIGFRIDO
¡Gracias a todos!

CORO
¡Que las tempestades de la vida
jamás perturben vuestra dicha!

GENOVEVA, SIGFRIDO
¡Qué enorme felicidad!

CORO
¡Vivid en la alegría! ¡Vivid en la paz!

GENOVEVA
¡No puedo creerlo, no puedo creerlo!
¡Mi Sigfrido!

CORO
¡Aceptad estas rosas en flor
Como símbolo de bienvenida!

GENOVEVA, SIGFRIDO
¡Gracias a todos! ¡Gracias a todos!

CORO
¡Que las tempestades de la vida
jamás perturben vuestra dicha!

GENOVEVA, SIGFRIDO
¡Qué inmensa felicidad!

TODOS
¡Gloria a Sigfrido, el valiente héroe!
¡Gloria a Genoveva, su noble esposa, gloria!, etc.



Digitalizado y traducido por:
José Luis Roviaro 2010.