DRITTES BILD
(Die Türe öffnet sich: Marietta erscheint in weißem
Morgengewande und verharrt kurze Zeit regungslos
auf der obersten Stufe. Dann stürzt sie mit wilder
Bewegung vor das Bild, das so unverhüllt ist wie
zum Schluß des 1. Bildes)
Erste Szene
MARIETTA
Dich such ich, Bild!
Mit dir hab ich zu reden!
Schön bist du und gleichst mir,
Sag, gleichst du mir noch?
Sag, wo ist deine Macht?
Zum zweitenmal starbst du,
Du stolze Tote, an mir,
An mir der Lebenden
Liebesnacht!
Ihr, die ihr abgeschieden,
Brecht nicht den Frieden,
Drängt nicht ins Leben,
Laßt uns, die wir atmen und leben,
Die wir leiden und streben,
Laßt uns die springenden Bronnen,
Laßt uns die Stürme, Sonnen und Wonnen,
Laßt uns das trunkne Getriebe
Von Lust und von Liebe!
(Es ist hell geworden. Vereinzelte Glockentöne. Aus
der Ferne dringt leise in unbestimmten Klängen eine
mysteriös - traumhafte Marschweise, dazu der Gesang
der Kinder, die sich zum Ausgangspunkt der Prozession
begeben.)
KINDER
(draußen)
O süßer Heiland mein,
Einst werd ich um dich sein.
In deiner Liebe Hut
Werd ruhen ich so gut.
MARIETTA
Kinder sinds. Sie sammeln sich
Zur heiligen Prozession
Und rufen mit des Lebens Wort
Mich von der Toten fort.
KINDER
(draußen)
Einst sagst du: komm zu mir
Ins selige Revier,
Zu blühn am Himmelsrain,
Ein leuchtend Blümelein.
MARIETTA
Der Kinder Sang, er schwingt und schwillt,
Bestärkt des Lebens Drang.
Zweite Szene
PAUL
(stürzt verstört herein)
Du hier?
MARIETTA
(die Schmollende spielend)
Als ich erwachte, warst du fort.
PAUL
(düster, den Blick zu Boden gerichtet,
von Gewissensangst gequält vor sich hin)
Mich Triebs in die Straßen,
Die Andacht und Gebet erfüllt.
MARIETTA
Und ich hatt Langeweile ohne dich.
Da stieg ich ins untere,
Ins intressantre Stockwerk,
Besuchte deine Tote.
PAUL
(aufschreckend)
Fort von hier! Fort, fort!
MARIETTA
Empfingst du selber mich nicht hier,
Das erste Mal?
PAUL
Ja, damals.
(faßt sie bei der Hand)
Doch heut, komm fort!
MARIETTA
(sich losmachend)
Nein, ich bleib da.
Sehn wir doch auch den Umzug besser hier.
PAUL
Komm, ich beschwöre dich!
MARIETTA
Den kleinsten Wunsch versagst du mir!
Vergißt so rasch du, was du schwurst?
(schmiegt sich schmeichelnd an ihn)
PAUL
O schweig.
(Draußen hat die traumhafte Marschmusik wieder
eingesetzt, die das Nahen des Zuges ankündigt. Sie
erklingt gedämpft während des Folgenden.)
MARIETTA
(zum Fenster eilend und die Hände
zusammen - schlagend)
Die Menschen!
Das ist nicht Brügge heut,
Die tote Stadt.
(will das Fenster öffnen)
Die Menschen!
PAUL
(halt sie zurück)
Was fällt dir ein!
Wenn man dich säh!
MARIETTA
Schon wieder!
Schämst dich noch immer meiner!
(wendet sich erzürnt ab)
PAUL
(nachgebend)
Ich öffne halb, stell dich zur Seite,
Gedeckt durch mich.
MARIETTA
(wirft sich ärgerlich in einen Stuhl)
Nun will ich gar nichts sehn!
PAUL
(beschwichtigend)
Sei klug! Sei gut!
(sich erinnernd)
Doch ich vergaß der Lichter,
Die landesüblich.
(geht in den Hintergrund, öffnet einen Schrank
und entnimmt ihm zwei Leuchter mit Wachskerzen,
die er anzündet und aufs Fensterbrett stellt.)
MARIETTA
(für sich)
Mein Sehnen, mein Wähnen,
Es träumt sich zurück.
Im Tanze gewann ich,
Verlor ich mein Glück.
Im Tanze am Rhein,
Bei Mondenschein
Gestand mirs aus Blauaug ...
Lieb sang er das, mein Pierrot.
Ja, der brennt lichterloh!
PAUL
(sich vom Fenster aus umwendend, wie beschwörend)
Der fromme Zug!
|
ACTO TERCERO
(La escena permanece igual que en el primer
acto. Por la mañana. Marietta aparece en la
puerta con un vestido blanco, se vuelve hacia
el retrato que está descubierto como al final
del primer acto.)
Escena Primera
MARIETTA
¡Así que aquí está usted!
Es usted con quién quiero hablar.
Usted, al igual que yo, tenía belleza,
¿pero dónde está su poder?
Usted murió,
y a través de mí
tiene una segunda oportunidad.
A través de mí, él sigue viviendo
para quien le ha dado su amor.
Usted, está muerta y enterrada,
descanse en su sueño eterno.
¡No se acerque a él,
que siente alegría tomando y dando!
¡Déjenos, vivir y respirar
con nuestro dolor y nuestra alegría!
¡Déjenos encontrar la felicidad,
déjenos disfrutar la locura,
con alegría y placer!
(Suenan unas campanillas. En la distancia,
apenas audible, se oye una marcha como de
ensueño, misteriosa, que poco a poco va en
aumento. Son unas voces de niños al principio
de una procesión.)
LOS NIÑOS
(fuera de escena)
¡Oh, Salvador, dulce y apacible,
recibe al niño amoroso!
A través de Ti yo me santificaré,
en Ti yo vendré a descansar.
MARIETTA
Los niños cantan.
Están formando la procesión santa.
Llaman con su palabra viva
al que ha muerto y se ha ido.
LOS NIÑOS
(fuera de escena)
Tú dijiste:
¡Venid a mí, mis niños benditos!
Para florecer por siempre,
en la puerta de cielo, en beatitud.
MARIETTA
La canción de los niños conforta
y nos devuelve la alegría de vivir.
Escena Segunda
PAUL
(apresurado, perturbado)
¿Usted aquí?
MARIETTA
(fingiendo enojo)
Cuando desperté, usted se había ido.
PAUL
(mirando fijamente el suelo,
remordiéndole un poco la conciencia.)
Tenía que ir a la ciudad.
Todos está en oración.
MARIETTA
Y yo me aburrí terriblemente sin usted.
Vine aquí abajo,
a su cuarto misterioso,
para visitar a su esposa muerta.
PAUL
(con espanto)
¡Fuera de aquí! ¡Fuera, fuera!
MARIETTA
Pero usted me recibió aquí,
cuando nos encontramos por primera vez.
PAUL
Sí, entonces...
(tomándola por la mano)
Pero ahora, ¡márchese!
MARIETTA
(desasiéndose)
¡No, me quedaré aquí!
Aquí podremos ver mejor la procesión.
PAUL
¡Venga! ¡Se lo imploro!
MARIETTA
Incluso ¡Usted me niega el deseo más pequeño!
¿Ha olvidado todo lo que me juró?
(ella se aproxima a él)
PAUL
Estése quieta.
(fuera, la música de la marcha ha empezado
de nuevo anunciando la proximidad de la
procesión.)
MARIETTA
(apresurándose hacia la ventana y
mirando hacia la calle)
¡Mire allí abajo!
Brujas está viva hoy.
No hay ningún muerto.
(intentando abrir la ventana)
¡Gente!
PAUL
(quedándose atrás)
¡Usted está loca!
¡Si alguien la viera!...
MARIETTA
¿Y qué?
¿Usted se avergüenza de mí?
(ella lo rechaza con enojo)
PAUL
(cediendo)
Yo abriré. ¡Quédese de pie tras de mí!
Yo la cubriré.
MARIETTA
(dejándose caer en una silla)
Ahora no quiero mirar.
PAUL
(implorante)
¡Allí, allí! ¡Sea buena!
(recordando)
¡Pero me olvidé de las velas!...
Es la costumbre...
(se dirige al fondo de la habitación, abre
un armario, saca dos velas, las enciende y
las pone en el alféizar.)
MARIETTA
(aburrida, para sí misma)
Mi anhelo, mi sueño,
los frutos del pasado,
los días del amor juvenil
no tenían fin.
Nosotros bailamos por el Rin,
bajo el brillo dorado de luna.
Dos ojos azules celestiales...
¡Así es cómo cantó, mi Pierrot,
y él, él me amó!
PAUL
(volviéndose hacia la ventana)
¡Están desfilando!
|
MARIETTA
(ohne hinzublicken)
Laß mich zufrieden!
Behalt sie, deine fromme Maskerade!
(mit den Füßen wippend)
Wie fade!
Bleib du in deiner Loge,
Ich sing mir eins.
Was soll es, daß du ferne bist?
Hab dich ja heut doch noch nicht geküßt.
Diridi, diridi, diridon, Gaston, Gaston!
(springt auf)
Gaston, Gaston! Zu ihm, zu ihm!
PAUL
(sie brutal auf den Sitz niederdrückend)
Du schweigst und bleibst mir, wo du bist!
(Marietta blickt ihn halb überrascht, halb trotzig
an und folgt ihm mit den Blicken, während er zum
Fenster geht. Von der Straße her dringt dumpfes
Geräusch: Die Menschenmenge, die sich angesammelt
hat, um die Prozession zu erwarten. Die Marschmusik
wird lauter. Der sich nahende Zug bannt Pauls
Aufmerksamkeit. Er gibt sich der feinen seelischen
Zwiespalt beschwichtigenden frommen Zeremonie
hin, so daß er die Anwesenheit Mariettas zu vergessen
scheint. Aus der Marschmusik, die immer weiter geht,
löst sich der Gesang der Kinder los.)
KINDER
(draußen)
O süßer Heiland mein
Wir, deine Kindelein,
Geleiten treu und gut
Dein kostbar heilig Blut.
PAUL
(beim Fenster)
Die Kinder sinds an der Spitze.
In ihren silbern schimmernden Kleidchen,
Unschuldsvoll, erglänzen sie wie Sterne am Firmament.
Komm und schau!
Statuen jetzt und Kirchenbanner,
Von Mönchen vor sich hergetragen.
PROZESSION
(draußen)
Pange lingua gloriosi,
Corporis mysterium, etc.
Pange lingua, etc.
PAUL
Nun die historische Gruppe!
Patrizier stellen sie dar von Brügge,
In alten Prachtkostümen.
Erwacht sind zum Leben, alle Straßen.
(zu Marietta)
So komm doch, Marietta, komm und schau!
(Marietta verharrt in finsterer Ruhe.)
Ein flutend Meer von goldnen
Meßgewändern!
Und zwischendurch,
Blutstropfen gleich versprengt,
Das Chorhemdrot der Sängerknaben,
Die Weihrauchfässer schwenken,
Den heilgen Duft kredenzen.
Berauschend wogt die farbige Flut.
Und unter schwankem Baldachin
Ein Bischof trägt den goldenen Schrein,
Den goldenen Dom, besetzt mit Edelstein.
Inbrunst ergießt sich durch die Straßen.
Des Glaubens selig süße Frenesie,
Zwingt alles auf die knie!
(neigt sich, unwillkürlich mitgerissen, tief zur Erde.
Der Hintergrund des Zimmers wird transparent. Ein
gespenstig Traumbild: Der Zug, die Kinder, dann die
Kreuzritter die Geistlichkeit und die Chorknaben, wie
es Paul beschrieben hat, scheinen im Hintergrunde
vorbeizuschreiten)
PROZESSION
(Gemurmel)
Mysterium corporis, corporis, etc.
MARIETTA
(sieht Paul halb ironisch, halb wie mit
neuerwachtem Interesse an)
Du bist ja fromm!
Ja wer dich liebt, der muß teilen
Mit Toten und mit Heiligen.
(plötzlich)
Ich aber, Hör mich,
Ich will dich gar nicht, oder ganz!
(umfaßt ihn und zieht ihn vorn Fenster weg)
Geh, laß das Schaugepränge!
Komm, setz dich zu mir.
Dann bin ich wieder gut.
Wie hübsch dir
Die Verklärtheit steht!
Küß mich, mein Junge.
PAUL
(abwehrend)
Nicht jetzt, nicht hier.
MARIETTA
Gerade jetzt, gerade hier.
(Der Marsch setzt voll dräuender Dissonanzen ein.
Der Zug erscheint neuerlich im Hintergrunde in
rotafflammendem Licht, diesmal in bewegungsloser
Erstarrung; alle, wie im Schreiten begriffen, die
Körper nach vorwärts geneigt, die Augen drohend
auf Paul gerichtet, die Arme gegen ihn erhoben.)
PAUL
(entsetzt auffahrend, taumelt rückwärts)
Der fromme Zug,
Er dringt herein ins Zimmer,
Dringt drohend ins Zimmer,
Furchtbar Gesicht! Furchtbar!
Laß mich, laß mich, laß mich!
MARIETTA
(gereizt)
Du siehst Gespenster.
Das macht der Moder dieses Raums,
Dein dumpfer Aberglaube.
PAUL
(sich fassend)
Aberglaube? Nein, kein Aberglaube!
Mein Glaube ist die Treu,
Mein Glaube ist der Liebe ewge Weih.
Und heilig, heilig dieser Glaube!
Er weiht diesen Raum,
Und erfüllet ihn mit seligem Traum.
Und unsichtbar erbauet
Ragt mir ein Altar,
Vor dem sich niederwirft
Mein Schmerz um die war.
MARIETTA
Und wieder die Tote,
O, wie du mich erniedrigst!
Sie schläft doch und fühlt ja nicht
Untreu, nicht Liebe.
Ich aber lebe, fühle die Kränkung.
Ich gab mich frei dir,
Sie war deine Gattin,
Lebte geborgen,
Ich kam aus der Gosse,
Getreten, gehöhnt!
Und der Erste, der Lieb mich gelehrt,
Er wars, der mich zerstört.
Ich litt, ich stritt, ich wagt, gewann, verlor,
Rang unter Qualen mich empor,
Die Zähne biß im Trotz ich zusammen,
Entwand mich einer Hölle Flammen,
Sprengte kämpfend das verschlossne Tor
Zum Garten jauchzender Lust,
Errang mir an mich selbst den Glauben...
Soll, darf die Tote ihn mir rauben?
|
MARIETTA
(sin mirar)
¡Déjeme sola!
¡Usted mira sus máscaras!
(mirando hacia el suelo)
¡Ellos me aburren!
Mírelos si le gusta,
yo en cambio, cantaré.
¿Mi amor, por qué usted no viene a mí?
Quiero besarlo, mi corazón es libre.
¡Diridi, Diridi, diridon, Gastón, Gastón!
(dando un salto)
¡Gastón, Gastón, iré hacia usted!
PAUL
(echándose con fuerza en la silla)
¡Siéntese! ¡Usted se quedará aquí conmigo!
(Marietta lo mira, medio sorprendida, con
resentimiento, siguiéndolo con la mirada
cuando él se dirige hacia la ventana. De la
calle viene un ruido sordo; es la muchedumbre
que se ha reunido, mientras espera la procesión.
La música de la marcha se vuelve más ruidosa.
La cercanía de la procesión llama la atención
de Paul. Él se queda tan absorto en la ceremonia
que parece olvidarse de la presencia de Marietta.
De la música de la marcha surge de nuevo el
canto de los niños.)
LOS NIÑOS
(fuera de escena)
¡Oh, mi más dulce Salvador,
el amor de los niños es tuyo!
Con verdadero y tierno cuidado,
tu preciosa sangre llevamos.
PAUL
(asomado a la ventana)
Los niños cantan, van radiantes
con sus vestidos plateados y brillantes.
Inocentes, parecen estrellas diminutas
en el cielo de la tarde. ¡Venga y mire!
Ahora puede ver a los monjes
acercándose con los estandartes de los santos.
LA PROCESIÓN
(fuera de escena)
Pange lingua gloriosi,
Corporis mysterium, etc.
Pange lingua, etc.
PAUL
¡Ahora las figuras históricas!
Representan a los patricios del pueblo
en toda su gloria mundana.
La ciudad ha vuelto de nuevo a la vida.
(a Marietta)
¡Venga aquí, Marietta, venga y vea!
(ella permanece en el silencio oscuro)
Un mar fluido de vestiduras doradas
y entre ellas, como gotas de sangre,
van los muchachos del coro
con sus ropas rojas.
Giran los incensarios
distribuyendo los vapores santos.
Un mar ondeante de color y luz.
Y ahora, vestido con una capa púrpura,
un obispo lleva la urna más santa.
¡Una catedral de oro,
engalanada con diamantes!
El fervor surge por toda la ciudad.
Brilla bendito el frenesí de fe.
¡El creyente se arrodilla!
(la parte de atrás del cuarto se ilumina con
una visión de sueño fantasmal. La procesión
de niños, los cruzados, los clérigos y los
muchachos del coro parecen pasar al fondo
de la habitación. La visión crece ante la
radiante luz.)
LA PROCESION
(en un susurro)
Mysterium corporis, corporis, etc.
MARIETTA
(mirando a Paul, con ironía
pero también con interés.)
¿Usted es piadoso?
¿Aquéllos que lo aman tienen que compartirlo
con los santos y los fantasmas?
(de repente)
Yo no lo compartiré.
¡Quiero tenerlo todo para mí!
(abrazándolo, acercándolo a la ventana)
¡Venga, deje esas máscaras!
Venga, siéntese aquí conmigo.
Permita que seamos de nuevo amigos.
Qué atractivo es usted
con su santo humor.
Béseme, querido.
PAUL
(Mirando afuera)
No ahora, no aquí.
MARIETTA
Precisamente ahora, precisamente aquí.
(la procesión reaparece con su luz roja
encendida. Los participantes dejan la señal
de sus huellas, los cuerpos algo doblados
hacia delante por el frío, miran a
Paul amenazantemente, levantando
sus brazos contra él.)
PAUL
(aterrado, mientras se tambalea hacia atrás)
¡Vienen hacia aquí!
¡A este cuarto!
¡Vienen, amenazantes!
¡Las caras horribles! ¡Horribles!
¡Déjeme solo, déjeme, déjeme!
MARIETTA
(irritada)
¡Usted está viendo fantasmas!
Es el olor a cerrado de este cuarto.
Su culto de muerte.
PAUL
(con recogimiento)
¿El culto? ¿Así lo llama usted?
¡No, no, la superstición!
Es mi amor fiel pues ella
todavía vive en mi corazón.
Y santa, santa, es la fe
que santifica este cuarto
y lo llena de un sueño bendito.
Un altar con un sueño bendito.
Un gran altar con una urna,
donde afluye mi dolor y mi pesar por ella.
MARIETTA
Siempre la muerta.
¡Oh, cómo me está degradando usted!
Ella está muerta y no tiene sentimientos.
Pero yo estoy viva y tengo sentimientos.
Yo me entregué a usted.
Ella era su esposa
y su vida estaba protegida.
Yo vine por ese canal,
¡degradándome usted se burló!
Y el primer hombre
que me enseñó el amor,
fue quién me destruyó.
Yo sufrí, yo luché,
yo me atreví, yo gané, perdí,
tropecé con la tortura, subí de nuevo,
valientemente arrastré todas mis penas.
Yo me libré del infierno del canal,
abrí la puerta del jardín de la alegría de la vida,
y victoriosamente encontré mi propia fe.
¿Debe la muerta tomarlo de mí?
|
PAUL
Rein war sie, rein,
Vergleich dich nicht mit ihr.
MARIETTA
Du Heuchler!
Vor wenig Stunden noch,
Da hast du mein
Laster angebetet
Und ihrer Reinheit nicht gedacht!
Und wenn ich will,
Liegst wieder du zu Füßen mir,
Mir, ja mir, die du unrein schiltst.
PAUL
Verruchte, schweig und geh!
MARIETTA
Gierst nach geschmähter Lüste freier Macht,
Stöhnst nach wild durchraster Liebesnacht,
Und teilst mich mit deinem Freund,
Und mit Pierrot und jedem ersten Besten
Der mir gefällt!
PAUL
(drohend auf sie zu, ihr die Türweisend)
Verworfne, fort von hier.
MARIETTA
Nein!
PAUL
Fort aus dem geweihten Raum!
MARIETTA
Narr!
PAUL
Fort!
MARIETTA
Narr!
PAUL
Hinweg!
MARIETTA
Ihr weichen? Nie!
Zum Kampf mit ihr!
(stürzt leidenschaftlich vor das Bild)
Und offnen Augs, Weib gegen Weib,
Heissatmend Leben gegen Tod!
Bin ich nicht schön,
Strafft Jugend nicht der Glieder Pracht?
(deutet auf das Bild)
Nehm ichs nicht auf mit ihr.
PAUL
Schweige und laß das!
MARIETTA
Bin ich nicht schön
Und macht mich meine Kunst nicht stark?
(greift nach einer der Photographien)
Und hebt sie mich nicht über blasses
Abbild von dem, was war?
PAUL
(entreißt ihr heftig die Photographie)
Laß das und geh!
MARIETTA
(wild)
Wo steckt ihr Zauber
In dieser öden Trödelkammer?
Ich werde mit ihm fertig
Ich schwörs, ich schwörs.
(ihr Bild fällt auf die Kristalltruhe, sie eilt auf diese
zu, öffnet sie rasch und zieht die Haarflechte hervor)
Ah, was ist das?
PAUL
(stürzt auf sie zu)
Rühr das nicht an!
Das ist geheiligt!
(Marietta lacht mit jähem Stimmungswechsel schrill
auf, läuft vor Paul um den Tisch herum davon, die
Flechte in der Hand hoch empohaltend, Paul ihr nach)
MARIETTA
Ihr Haar?
Gewiß, gewiß, ihr Haar!
Laß mich vergleichen,
Tot ists, tot und ohne Glanz.
Ist meins nicht seidiger, nicht weicher?
PAUL
Nimm dich in Acht!
Mein Heiligtum, entweih es nicht!
MARIETTA
(lachend)
Der tote Tand, ein Heiligtum?
Du phantasierst ja!
PAUL
Gib her, gib her,
Das Haar, es wacht und droht.
MARIETTA
(immer lachend)
Du schenkst mir das, nicht wahr?
PAUL
(keuchend)
Das Haar, das Haar,
Der goldne Schatz, den sie mir ließ,
Es wacht in meinem Hause,
Es wacht un rächt!
Nimm dich in Acht!
(Marietta springt katzenartig auf die podiumartige
Erhöhung, schlingt sich die Flechte wie eine Kette um
den Hals und hält sie mit beiden Händen fest. Beginnt
dann hohnlachend zu tanzen.)
MARIETTA
Ich tanz, ich tanz
Die letzte Glut der Liebe,
Den letzten Kuß,
Ich tanz, ich tanz
Des Lebens siegende Macht!
(der eine Zeitlang wie fasziniert, starr zugesehen,
erfaßt sie, zerrt sie in den Vordergrund und wirft
sie zu Boden)
PAUL
Gib oder stirb!
MARIETTA
Du tust mir weh! Nein! Nein!
Du bist verrückt.
(Paul erdrosselt sie im Ringen mit der
Haarflechte. Aufschreiend)
Ah!
(fällt entseelt zurück. Kurze Pause)
PAUL
(starrt entsetzt die Tote an)
Jetzt gleicht sie ihr ganz,
Marie!
(Dunkelheit wie zum Schluß des ersten Bildes. Kurzes
Zwischenspiel. Aus dem Dunkel hat zuerst allein die
Gestalt Pauls hervorzutreten, der in eben derselben
Stellung wie zum Schluß des ersten Bildes zu sehen
ist; dann erhellt sich allmählich die ganze Umgebung.
Das Zimmer genau wie im ersten Bild.)
Dritte Szene
PAUL
Die Tote, wo, lag sie nicht hier,
Verzerrt, gebrochnen Augs?
(erblickt die Kristalltruhe, die ein
Mondstrahl beleuchtet)
Und hier das Haar,
Unangetastet leuchtets wie zuvor,
Wie wird mir, was hab ich erlebt,
Nein, was hab ich geschaut?
BRIGITTA
(öffnet die Tür im Hintergrund und stellt sachte
eine brennende Lampe vorn auf den Tisch)
Die Dame von vorher, Herr Paul,
Sie kehrte an der Ecke um.
PAUL
(sie liebevoll anblickend)
Brigitta, du, in alter Lieb und Treu
(tritt herein, in Erscheinung und Haltung genau
wie sie zu Ende des 1. Bildes fortging, leicht und
liebenswürdig)
MARIETTA
Da bin ich wieder,
Kaum daß ich sie verlassen,
Vergaß den Schirm und meine Rosen.
(lächelnd, mit Beziehung)
Man sollt es für ein Omen nehmen,
Ein Wink, als ob ich bleiben sollte.
(Da Paul stumm und in sich gekehrt bleibt, wendet sie
sich nach einer Pause - deutliches pantomimisches
Spiel - die Achsel zuckend, mit feinem ironischem
Lächeln, kokett den Schirm schwingend und an dem
Rosenstrauch riechend, zur Türe. Dort trifft sie mit dem
eintretenden Frank zusammen, der sich stumm vor ihr
verbeugt. Sie nickt ihm liebenswürdig lächelnd zu. Ab.)
FRANK
Das also war das Wunder?
(auf Paul zu, dessen beide Hände fassend
und ihm ins Auge blickend)
Es war das Wunder,
Ich les in deinem Aug,
Ist es nicht mehr.
PAUL
O Freund, ich werde
Sie nicht wiedersehn.
Ein Traum hat mir den Traum Zerstört,
Ein Traum der bittren Wirklichkeit
Den Traum der Phantasie.
Die Toten schicken solche Träume,
Wenn wir zu viel mit
Und in ihnen leben.
Wie weit darf sie es,
Ohn' uns zu entwurzeln?
Schmerzlicher Zwiespalt des Gefühls!
FRANK
(herzlich)
Ich reise wieder ab.
Sag, willst du mit mir?
Fort aus der Stadt des Todes?
PAUL
Ich wills, ich wills versuchen ...
(Frank gibt Brigitta ein Zeichen sich mit ihm
zurückzuziehen und Paul allein zu lassen. Allein
vor sich hin)
Glück, das mir verblieb,
Lebe wohl, mein treues Lieb.
Leben trennt von Tod,
Grausam Machtgebot.
Harre mein in lichten Höhn,
Hier gibt es kein Auferstehn.
(Er erhebt sich, schliesst mit langsamer Feierlichkeit
die zum Zimmer der Toten führende Tür ab, nimmt die
sie schmückenden Blumen ab, verhüllt das Bild und
nimmt auch hier die Blumen an sich, sie an die Brust
drückend. Dann läßt er die Gardine des Fensters
herab, ergreift die Tischlampe und schreitet gesenkten
Hauptes auf die Ausgangstüre im Hintergrunde zu.
Wenn er sie erreicht hat, öffnet und Abschied nehmend
zurückblickt, fällt langsam der Vorhang.)
|
PAUL
¡Ella era pura!
¡No se compare con ella!
MARIETTA
¡Usted es un hipócrita!
Hace tan sólo un rato
que usted me hizo el amor a mí,
adorando mi belleza,
y no pensó en ella!
Y si yo quiero,
usted se quedará aquí de nuevo a mis pies.
¡Sí, la que es tan indigna de usted!
PAUL
¡Usted está equivocada, no diga más!
MARIETTA
No, soy yo y mis abrazos lo que usted quiere.
Soy yo lo que usted quiere, necesita mi amor.
Y usted me compartirá con su amigo
y con Pierrot y con cualquier otro.
¡Me gusta gustar!
PAUL
(va amenazante hacia ella señalando a la puerta)
Es usted una ramera, ¡fuera de aquí!
MARIETTA
¡No!
PAUL
¡Fuera de este sagrado cuarto!
MARIETTA
¡Loco!
PAUL
¡Fuera!
MARIETTA
¡Loco!
PAUL
¡Váyase fuera!
MARIETTA
¿Rendirme ante ella? ¡Nunca!
¡La lucha continúa!
(se acerca al retrato.)
Con los ojos abiertos, yo contra ella.
¡La vida apasionada contra la muerte!
¿No soy joven y bonita en la primavera de vida?
¡No diga que yo me comparo con ella!
(señalando a la pintura)
¡Con ese inanimado y pintado ídolo!
PAUL
¡Cómo se atreve usted a decirme eso!
MARIETTA
¿No soy una joven,
consagrada a mi arte?
(escogiendo una de las fotografías)
¡Y perdone que no me levante
ante la imagen pálida del pasado!
PAUL
(quitándole la fotografía)
¡Deme eso a mí!
MARIETTA
(con tono salvaje)
¿Dónde está la magia
en este lugar viejo y mohoso?
¡Pero yo puedo romper esa magia,
lo juro, lo juro!
(deja caer su mirada en la urna de cristal, se
acerca, la abre rápidamente y saca la trenza)
¡Ah! ¿Qué es esto?
PAUL
(acercándose a ella)
¡Deje eso!
¡Es sagrado!
(Marietta toma la trenza y corre alrededor
de la mesa, mientras sostiene la trenza en alto.
Paul va detrás.)
MARIETTA
¿Su pelo?
¡Oh, sí, su pelo!
Permítame compararlo al mío:
marchito, muerto y sin brillo.
¿El mío no es más suave y luminoso?
PAUL
¡Déjelo dentro!
¡Es santo para mí, una cosa sagrada!
MARIETTA
(riendo)
¿Un mechón de pelo, una cosa sagrada?
¡Usted debe estar loco!
PAUL
¡Démelo! ¡Es mío!
¡Tengo que guardarlo!
MARIETTA
(burlonamente)
¡Usted lo guarda sólo para mí!
PAUL
(jadeante)
¡Su pelo!... ¡su pelo!...
La trenza dorada que ella dejó para mí,
me guarda y me protege,
¡Démelo!
¡Está yendo demasiado lejos!
(Marietta salta como un gato hacia el podio, con
la trenza alrededor de su cuello como un collar
sosteniéndola con ambas manos y empieza a
bailar.)
MARIETTA
¡Bailaré y bailaré
a través de la vida hasta que me muera,
hasta el último beso!
¡Yo bailaré y bailaré
hasta la última noche de amor!
(Paul la mira fijamente, lleno de odio,
la agarra, la arrastra por el suelo hasta
hacerla caer)
PAUL
¡Démelo!
MARIETTA
¡Está hiriéndome! ¡No! ¡No!
¡Está loco!
(Paul le rodea el cuello con la
trenza y la estrangula.)
¡Ah!
(Ella se cae, muerta.)
PAUL
(horrorizado mirando fijamente el cadáver)
Ahora está exactamente como ella.
¡María!
(la escena se vuelve oscura como al final del
primer acto. Entonces, de entre la oscuridad,
aparece la figura de Paul en la misma posición
que al final del primer acto. Gradualmente la
escena entera se ilumina. Paul abre los ojos y
busca el lugar donde Marietta ha muerto.)
Escena Tercera
PAUL
Marietta, estaba muerta ahí, en el suelo,
ahora ya no está.
(viendo la urna de cristal, iluminada
por la luz de la luna.)
Y aquí está el pelo,
nadie lo ha tocado y brilla como antes.
¿Qué pasó, qué soñé?
¡No! ¿Qué vi yo?
BRIGITTA
(entra y pone una lámpara encendida
en la mesa.)
La señora ha vuelto, señor,
dejó la casa, pero volvió.
PAUL
(mirándola amorosamente)
Brigitta, es usted, mi vieja y fiel amiga.
(Marietta entra, con la apariencia y la postura
exactamente igual que al final del primer acto,
sonriente y amable.)
MARIETTA
Hace poco que me fui,
pero regresé de nuevo.
Olvidé mi paraguas y mis rosas.
(sonriendo con intención)
Quizás deba tomarlo como una señal,
como una premonición de que debo quedarme.
(Paul permanece callado, mientras Marietta
se vuelve despacio hacia la puerta, encogiéndose
de hombros con una sonrisa irónica, girando
el paraguas coquetamente y oliendo las rosas.
Allí se encuentra a Frank que, amablemente,
le cede el paso. Ella lo saluda y sonríe entre
las flores.)
FRANK
¿Qué milagro era ése?
(Va hacia Paul, toma sus manos y le mira
a los ojos.)
Parecía un milagro,
pero leí en tus ojos
que no lo es.
PAUL
Estimado amigo,
sé que nunca más la veré.
Un sueño destruyó mis sueños de amor.
El sueño de la amarga realidad.
Destruido el sueño tan querido por mí,
el muerto nos envía estos sueños
si no le permitimos encontrar la paz en su letargo.
¿Cuánto tiempo debemos lamentarnos por ellos?
¿Cuánto tiempo debemos afligirnos nosotros,
que seguimos viviendo?
Es un amargo dilema que debemos enfrentar.
FRANK
(con afecto)
Me iré muy pronto.
Dime, ¿vendrás conmigo?
¿Fuera de esta ciudad de muerte?
PAUL
Yo quisiera... intentaría...
(Frank hace señas a Brigitta para
que se retire con él y así dejar a
Paul solo.)
...recuperar la alegría de antes.
Nos iremos de viaje, amigo mío.
La vida y muerte deben partir.
Espérame en la llanura de cielo,
pues en esta tierra
no volveremos a encontrar.
(Paul se levanta lentamente, cierra la
puerta que lleva al cuarto de María,
quita las flores del marco de la puerta,
tapa el retrato y coge también las flores
que hay en él, apretándolas, tiernamente,
contra su corazón. Entonces cierra las
cortinas, toma la lámpara y pasea despacio
hacia la puerta. Él se queda detrás, solo,
y caen las hojas como había caído la cortina.)
Escaneado y Traducido por:
María del Mar Huete 2003
|