(In einem Haselstrauch wird der Erzähler sichtbar.)
ERZÄHLER
Vorzeiten gab es ein Land,
wo die Nacht immer dunkel
und der Himmel wie ein schwarzes Tuch
darüber gebreitet war.
Denn es ging dort niemals der Mond auf
und kein Stern blinkte in der Finsternis.
Bei Erschaffung der Welt hatte das nächtliche Licht
nicht ausgereicht.
Aus diesem Land gingen einmal vier Burschen
auf die Wanderschaft und gelangten in ein andres
Reich,
wo abends,
wenn die Sonne hinter den Bergen verschwunden war,
auf einem Eichbaum eine leuchtende Kugel stand,
die weit und breit ein sanftes Licht ausgoß.
Man konnte dabei alles wohl sehen und unterscheiden,
wenn es auch nicht so glänzend wie die Sonne war.
(Oer Erzähler verschwindet. Links ein Eichbaum,
an dem der Mond hängt.Dahinter ein Wirtshaus.
Die vier Burschen treten auf. Aus dem Wirtshaus
kommt der Bauer.)
VIER BURSCHEN
(auf den Mond
deutend)
Was ist das für ein Licht?
BAUER
Das ist der Mond!
VIER BURSCHEN
Das ist der Mond!
BAUER
Unser Schultheiß hat ihn
für drei Taler gekauft
und an dem Eichbaum befestigt.
VIER BURSCHEN
Für drei Taler?
BAUER
Ja, für drei Taler!
VIER BURSCHEN
Euer Schultheiß hat ihn
für drei Taler gekauft
und an dem Eichbaum befestigt!
BAUER
Für drei Taler!
VIER BURSCHEN
Für drei Tater!
BAUER
Er muß täglich Ölaufgießen
und ihn rein halten,
daß er immer hell brennt!
VIER BURSCHEN
Er muß täglich Öl aufgießen
und ihn rein halten,
daß er immer hell brennt!
BAUER
Dafür erhält er von uns wöchentlich...
VIER BURSCHEN
Wöchentlich?
BAUER
... einen Taler!
VIER BURSCHEN
Einen Taler!
ALLE
Das ist der Mond!!
(Der Bauer geht ab; die vier
Burschen betrachten den Mond.)
ERSTER BURSCHE
(überlegend)
Diese Lampe, diese Lampe, diese Lampe,
könnten wir brauchen.
Wir haben daheim einen Eichbaum, der ebenso groß ist.
I daran könnten wir ihn hängen!
I VIER BURSCHEN
i Daran könnten wir ihn hängen!
DRITTER BURSCHE
Was für eine Freude,
wenn wir nachts nicht in der Finsternis
herumtappen!
VIER BURSCHEN
Tappen, tappen, tappen, tappen.
VIERTER BURSCHE
(geheimnisvoll)
Wißt ihr was?
Wir wollen einen Wagen
holen und den Mond wegführen!
VIER BURSCHEN
Einen Wagen, einen Wagen
und den Mond wegführen!
Sie können sich hier einen ändern kaufen!
DRITTER BURSCHE
Ich kann gut klettern,
ich werd' ihn schon herunterholen.
VIER BURSCHEN
Er kann gut klettern,
er wird ihn schon herunterholen.
Orchestarzwischenspiel
(Die Burschen bringen Bohrer und Seil, einen
Schubkarren und eine Leiter. Einer steigt auf den
Baum, bohrt ein Loch in den Mond, zieht ein Seil
hindurch und läßt ihnso herab. Die Burschen mit
Karren und Mond ab. Die Leiter bleibt am Baum
stehen. Die Wirtshaustüre wird aufgerissen, der
betrunkene Schultheiß torkelt heraus. Bauern
folgen ihm nach.)
SCHULTHEISS
(gröhlend)
„Und wann ich hamwärts geh,
scheint mir der Mond so scheh...
und im Böhmerwald,
da pfeift der Wind so kalt..."
BAUERN
Verdammter Schultheiß,
häng’ den Mond heraus,
gieß' Öl auf, daß er besser brennt!
SCHULTHEISS
„Und im Böhmerwald,
da pfeift der Wnd so kalt..."
BAUERN
Verdammter Schultheiß,
du versoffenes Schwein,
der Mond gibt heute keinen Schein!
SCHULTHEISS
Der Mond, ich merk's, er brennt so trüb,
daß man die Hand nicht
vor dem Auge sieht.
BAUERN
Steig' auf den Baum, verdammter Schultheiß!
Putz den Mond!
Glaubst du, wir wollen hier verrecken?!
SCHULTHEISS
Erst laßt mich die Latern’ anzünden,
sonst kann ich diesen Mond nicht finden.
(Er zündet seine kleine Handlaterne an, steigt
auf die Leiter und leuchtet den Ast ab, an dem
die Mondscheibe hing.)
Der Mond ist fort, der Ast ist leer,
drum ist's so dunkel ringsumher!
(Der Schultheiß fällt von der Leiter,
die Bauern schreien entsetzt auf.)
CHOR DER BAUERN
(auch die Weiber kommen dazu)
Der Mond ist fort,
wer hat ihn denn gestohlen?
Der Mond ist fort,
wer wird ihn wieder holen?
Der Mond ist fort, der Ast ist leer,
J wir finden unsern Weg nicht mehr!
CHOR DER KINDER
(plärrend)
Ist ein böser Dieb gekommen,
hat das Licht hinweggenommen;
hat'swohl hinter’m Berg vergraben,
wollen alle Leute fragen.
ALLE
Wullehu - wullehu
Finsternis deckt alles zu.
MÄNNER
Verdammter Schuttheiß,
bring' uns den Mond her!
Wir wollen, wollen wieder unsern Mond!
ALLE
Wullehu – wullehu
Finsternis deckt alles zu'
Wullehu - wullehu - wullehu!
(Rechts ein Eichbaum, dahinter ein Wirtshaus. Ein
Bauer tritt zur Türe heraus, ihm fotgt der dicke
Wirt)
BAUER
Wirt. Leute kommen!
WIRT
Was. Leute?
Noch so spät zur Nacht?
(Es treten Bauern und Weiber aus dem Wirtshaus.)
BAUER
Ja. Leute kommen
und sie fahren einen Wagen.
WIRT
So. so -
sie fahren mit dem Wagen?
EIN ANDERER
Und auf dem Wagen
fahren sie ein Licht!
WIRT
Was. ein Licht?
MEHRERE
Ja. ein Licht!
WIRT
Was für ein Licht?
MEHRERE
Heda.
was bringt ihr da?
Was ist das für ein Licht?
(Die vier Burschen treten von rechts
kommend mrr dem
Harren auf.)
ERSTER ÖURSCHE
Das ist der Mond!
ALLE
Was ist das?
Wie heißt man dieses seltsame Licht?
ERSTER BURSCHE
Das ist der Mond!
ALLE
Das ist der Mond!
ERSTER BURSCHE
Den haben wir für euch
für drei tafer gekauft!
ALLE
Für drei Taler?
ERSTER BURSCHE
An dem Eichbaum soll er hangen.
an dem großen dicken Ast.
ALLE
Für drei Taler!
WIRT
Wozu dienet uns der Mond?
ALLE
MÄNNER
Wozu dienet uns der Mond?
ALLE
WEIBER
Für drei Taler?
ALLE
Wozu dienet uns der Mond?
ERSTER BURSCHE
Wenn ihr nachts aus der Taberne
torkelnd und besoffen kommt,
euch der kleinen Handlaterne
schwacher Schimmer wenig frommt,
hin und herschwanket er,
wie ihr selberhinterher.
Doch der Mond auf hohemBaume
über Straße, Fluß und Steg
leuchtet hell im weiten Raume
und ihr findet so den Weg.
Dazu dienet euch der Mond!
VIER BURSCHEN
Dazu dienet euch der Mond.
ZWEITER BURSCHE
Wenn ihr dann in weichen Betten
euren Rausch verschlafen geht,
nützt kein Wächter, Schloß noch Ketten,
wenn der Dieb sein Werk versteht.
Hin und her schleichet er,
denn das Dunkel schützt
ihn sehr.
Doch der Mond auf hohemBaume
ber Straße,Fluß und Steg
leuchtet hell im weiten Raume
und verrät so seinen Weg.
Dazu dienet euch der Mond!
VIER BURSCHEN
Dazu dienet euch der Mond!
VIERTER BURSCHE
Wenn der Hans sich zu der Grete
nachts im dunkeln Garten schleicht,
macht er nicht erst viel Gerede,
weil man damit nichts erreicht.
Hin und her wandelt er
mit der Grete längst nicht mehr.
Hat sie in den Busch gezogen
und belogen und betrogen,
schwört er ihr beim Mondenscheine,
was die Grete glaubt alleine.
Dazu dienet dann der Mond!
VIER BURSCHEN
Dazu dienet dann der Mond!
ALLE
Dazu dienet dann der Mond!
VIER BURSCHEN
Doch wir müssen täglich Öl aufgießen
und ihn rein halten,
daß er immer hell brennt.
ALLE
Täglich sollt ihr Öl aufgießen
und ihn rein halten,
daß er immer hell brennt.
ERSTER BURSCHE
Dafür bekommt ein jeder von uns
wöchentlich...
ALLE
Wöchentlich?
ERSTER BURSCHE
Einen Taler!
DRITTER BURSCHE
Einen Taler!
ZWEITER BURSCHE
Einen Taler!
VIERTER BURSCHE
Einen Taler!
ALLE
Einen Taler!
WIRT
(lachend)
Dazu dienet euch der Mond!
VIER BURSCHEN
Dazu dienet uns der Mond!
ALLE
Dazu dienet euch der Mond! Ja!
WIRT
So hängt ihn auf,
bringt eine Leiter, zieht ihn hoch!
(Man bringt Leiter und Seil, um den Mond auf
die Eiche aufzuhängen - Tanz - die Mondscheibe
wird
langsam auf den Baum gezogen.)
ALLE
Seht den Mond, unsern Mond!
STIMMEN VON FERN HER
Verdammter Schultheiß!
ALLE
Seht den Mond, unsern Mond!
(Alle tanzen um die Eiche - Dunkel.
Der Erzähler wird wieder sichtbar.)
ERZÄHLER
Und sie brachten den Geraubten
glücklich in ihr Land
und hängten den Mond
auf eine hohe Eiche.
Alte und Junge freuten sich,
als die neue Lampe ihr Licht
über alle Felder leuchten ließ
und Stuben und Kammern
damit erfüllte.
Orchesterz Wischenspiel
(Dunkel - phantastische Nacht - Sternbilder
steigen
auf und gehen unter - „Zeit vergeht“
- Die Erscheinung erlischt - Dunkel - Windessausen
Stille - Der Erzähler wird sichtbar.)
ERZÄHLER
Die vier versorgten den Mond mit Öl,
putzten den Docht
und erhielten dafür wöchentlich
einen Taler.
Aber sie wurden alte Greise
und als der erste erkrankte
und seinen Tod voraussah,
verordnete er,
daß der vierte Teil des Mondes
als sein Eigentum
ihm mit in das Grab gegeben werden sollte.
(Der Erzähler verschwindet. Der Mond auf dem
Eichbaum leuchtet wieder auf. Der erste Bursche,
nun als Greis, wird auf einer
Totenbahre
hereingetragen und unter d Eichbaum
aufgestellt.
Die Leute umste ihn.)
ERSTER BURSCHE
(sich mühsam
aufrichtend)
Lieg ich hier an dieser Schwelle,
zwischen Leben und dem Tod,
zwischen Dunkelheit' und Helle,
tun nicht viele Worte not.
Alles, was ich je gehabt,
ist verlebt und ist vertrunken
und im Meer der Gestrigkeit
ganz und gar versunken.
Nur die Lampe auf der Eiche,
die ich lebenslang gepflegt,
sei zu meiner armen Leiche
mir in meinen Sarg gelegt.
Denn sie ist mein einzig Eigen,
das ich nicht versoffen hab',
muß ich in die Grube steigen,
gebt mir meinen Teil ins Grab.
CHOR DER LEUTE
Ja, wir versprechen’s dir.
ERSTER BURSCHE
Wenn ich gestorben bin...
CHOR
Ja, wir versprechend.
ERSTER BURSCHE
... dann soll der Schultheiß mit einer
langen Leiter auf den Eichbaum steigen...
CHOR
Ja, wir versprechend.
ERSTER BURSCHE
... und mit der großen Heckenschere ein Viertel
von
dem Mond abschneiden...
(sinkt tot zurück. Die Sterbeglocke läutet.)
WIRT
Schultheiß, steig’ auf den Baum und
hol' dem Toten
seinen Mond herunter!
(Es wird eine Leiter gebracht. Der Schultheiß steigt
mit der großen Heckenschere auf den Baum und
schneidet ein Viertel von der Mondscheibe ab. In
der
Stille hört man die Blechschere kreischen. Der
Mond
wird blutrot. Auf der Leiter stehend, zeigt der
Schultheiß das abgeschnittene Viertel dem Volk, das
bei dem Anblick entsetzt aufschreit. Dann steigt er
langsam herab und legt das Mondviertel dem Toten
auf
die Bahre. Der Mond auf der Eiche leuchtet matt
und traurig.)
CHOR
Alle, die wir ringsum stehn,
alle können wir ihn sehn,
nur er selber sieht uns nicht,
weil sein Aug’ im Tode bricht.
Wenn das Leben uns entschwindet,
fängt der Tod von selber an.
Jeder einmal drein sich findet,
weil er es nicht ändern kann.
Wie der Wein durch unsre Kehle,
rinnt die Zeit uns durch’s Gebein.
Was ein jeder auch erwähle,
einmal graben wir ihn ein. Oh!
(Die Bahre wird gleich einem Sarge
geschlossen, von
den Leuten in die
Gruft getragen und dort
aufgestellt.)
ERZÄHLER
Und als der „Erste“ gestorben war,
stieg der Schultheiß auf den Baum
und schnitt mit der Heckenschere
ein Viertel von dem Mond ab,
das in den Sarg gelegt ward.
Und das Licht des Mondes nahm ab,
aber noch nicht merklich.
(Inzwischen kehren die Leute, die den Sarg des
„Ersten“
in die Gruft getragen haben, nach oben
zurück und
begegnen unterm Eichbaum einem Zug,
der den „Zweiten“
auf der Bahre bringt. Der
Sterbende weist auf den
Mond, erhält seinen Teil
und sinkt tot zurück; die
Bahre wird bei der des
„Ersten“ aufgestellt.)
ERZÄHLER
Und als der „Zweite" starb,
stieg der Schultheiß wiederum auf den Baum
und schnitt mit der Heckenschere
ein Viertel von dem Mond ab,
und das Licht minderte sich.
(Der „Dritte“ erhält seinen Mond, stirbt und
wird in
die Gruft getragen. Die ganze Szene
wird immer
traumhafter.)
Noch schwächer ward es
bei dem Tode des „Dritten“,
der gleichfalls seinen Teil mitnahm.
(Noch ehe die Bahre des „Vierten“ erscheint, holt
der Schultheiß das letzte Mondviertel vom Baum herab
und gibt es dem letzten Greis, der schon tot
herbeigetragen wird, in den Sarg mit. Es wird ganz
dunkel, man sieht nur mehr die
Umrisse von Baum und Haus; gleich Schattengestalten
steigen die letzten Leute die Treppen aus der Gruft
empor; sie stoßen mit den Köpfen zusammen und gehen
kopfschüttelnd in das Haus; das letzte Licht, das
dort noch brannte, erlischt auch.)
Und als der „Vierte" ins Grab kam,
trat die alte Finsternis wieder ein.
Und wenn die Leute abends
ohne Laterne ausgingen,
stießen sie mit ihren Köpfen zusammen.
(Dunkel.)
(Im Gruftgewölbe der Toten sind die vier Truhen
mit
den Burschen aufgestellt. Einer nach dem ändern
erwacht und entsteigt seinem Sarg. Sie finden und
erkennen sich, freuen sich, daß jeder seinen
Mondteil
mitgebracht hat. Sie leimen die Teile
zusammen
und leuchten die Umgebung ab. Man sieht
Gänge
und Gewölbe, die sich weit nach hinten
verlieren;
Grabplatten und Sargnischen. Die Burschen
hängen
die Mondlampe an der Decke des Gewölbes auf,
einer
bringt eine Kanne und gießt neues Öl auf. Der
Mond
flammt hell in gespenstisch grünem Licht auf.
Die
Vier verstecken sich hinter den Särgen.)
ERZÄHLER
Und als der Mond dort leuchtete,
wo immer Dunkelheit geherrscht hatte,
wurden die Toten unruhig,
und sie erwachten aus ihrem Schlaf.
(Die Toten in den Särgen beginnen leise zu
stöhnen.
Sie entsteigen den Grüften aus
'dem Boden und aus
den Wänden. Die zum
Teil schon vermoderten Gewänder.)
DIE TOTEN
Was ist das?
Was ist das für ein Licht?
(Alle starren wie geblendet in den Mond.)
VIER BURSCHEN
(springen aus ihrem Versteck hervor)
Das ist der Mond;
den haben wir hierher gebracht,
daß er vertrieb’ die grausig lange Nacht.
Sein Licht, das ließ
uns selber gar nicht ruhn,
drum stiegen wir aus unsern engen Truh’n
und haben ihn da aufgehängt.
Es freut uns, daß es euch so drängt
in diese Helle, die er schafft.
Das ist der Mond und seine Kraft!
ERSTER BURSCHE
Doch,daß er da nicht ganz alleine
traurig häng’ bei seinem Scheine,
wollen wir uns jetzt gaudieren
und unbändig amüsieren.
Dahin gehet unser Plan,
liebe Leichen, hört uns an!
VIER BURSCHEN
Wir wollen nimmer in den Sorgen liegen,
wir wollen wieder uns vergnügen,
wir wollen saufen, huren,zechen
und wenn's möglich, eine Ehe brechen.
Und dies treiben bis am End’
auch das Mondlicht nimmer brennt.
Dann ist sicher noch viel Zeit,
schlafen wir bis zur Ewigkeit.
Heute heißt es: Auferstehn!!
Laßt uns in das Wirtshaus gehn,
kommt und füllt euch eure
modrigen Gedärme!
Wein her! daß er uns erwärme!
Färbt die Backen mit dem Rötel,
kämmt euch euren kahlen Schädel,
rührt die morschen Knochen wieder,
drückt der Arm, dann kracht das Mieder.
Aus ist's mit der Schlaferei,
diese Zeiten sind vorbei,
in ein Freudenarsenal
wandeln wir das Grablokal.
DIE TOTEN
(immer mehr
aufwachend)
Färbt die Backen mit dem Rötel, usw.
EINIGE
(eine Trommel herbeischleppend)
Eine Trommel ohne Loch
geht zum Würfeln immer noch!
ANDERE
(mit Karten und Kegeln)
Kartenspiel und Kegelscheiben
sollen uns die Zeit vertreiben!
WIEDER
ANDERE
(mit Humpen und Krügen)
Saufen,
saufen, nichts als saufen
und dafür den Sarg verkaufen!
VIER BURSCHEN
Jeder treib’ was er getrieben,
und er treib’s ganz nach Belieben;
war's auf Erden manchmal schwer,
hier stört uns nun gar nichts mehr.
DIE TOTEN
(mit großem
Tumult)
Jeder treib’, was er getrieben, usw.
ERSTER
KARTENSPIELER
Du spielst, als lägst du noch im Grab,
wo ich doch
jetzt die Vorhand hab’.
ZWEITER
KARTENSPIELER
Dein Spiel ist futsch, das Geld ist mein.
ERSTER
KARTENSPIELER
Das sieht dir gleich, du altes Schwein!
DRITTER
KARTENSPIELER
Der Hund beißt nicht, der so viel bellt!
ERSTER
KARTENSPIELER
Laß mich in Ruh!
DRITTER
KARTENSPIELER
Ach schad’, ich hab’ grad’ so viel Geld.
ERSTER
KARTENSPIELER
Geld hast du?
Dann spiel mit, ich zieh dir’s raus!
DRITTER
KARTENSPIELER
Dazu gehören zwei, probier’s mal aus!
(setzt sich zu den Spielern)
ERSTER
WÜRFLER
Mach' nur nicht deine Finger krumm,
ich schau dir drauf, bin nit so dumm.
DRITTER
WÜRFLER
Zu wenig Punkte!
ZWEITER
WÜRFLER
Nein, es reicht!
ERSTER
WÜRFLER
Sei ferner dir die Erde leicht!
DRITTER
WÜRFLER
„Des Spielens ich kein Glück nit han,
der Unfall tut mir zoren.“
ERSTER
KARTENSPIELER
Hab’ ein gut Spiel in Händen schon,
ich geb' noch
nichts verloren.
ZWEITER
KARTENSPIELER
Gestochen!!
DRITTER
KARTENSPIELER
Der wird eingesackt!!
ERSTER
KARTENSPIELER
Du kennst gemalt nicht von gekackt!
(Unterdessen
immer großer Lärm bei den Keglern.)
ERSTER
KEGLER
Spuck auf die Kugel!
(zweiter schiebt)
ZWEITER KEGLER
Alle Neune!
ALLE
Alle Neune!!!
ERSTER
SÄUFER
(holt sich ein Mädchen auf den Schoß, singt)
„Ach, wär ich nur mit dir alleine...!“
ZWEITER
SÄUFER
Tu’ deine Finger weg von meiner Braut!
DRITTER
SÄUFER
Der hat sich wieder mal verschaut!
VIERTER
SÄUFER
Der treibt’s wie immer und wie eh!
DRITTER
SÄUFER
„Florat silva undique!“
CHOR
DER SÄUFER
Nach meinem Liebsten ist mir we,
der ist geritten wol von hinnen,
nach meinem Liebsten ist mir o we!
Der ist geritten hinnen, hinnen, o we!
Ich muß vor Liebe noch verbrinnen.
Florat silva undique,
nach meinem Liebsten ist mir we,
der liegt schon längst im Grabe drinnen,
nach meinem Liebsten ist mir, o we!
Ich muß vor Liebe noch verbrinnen!
EIN MÄDEL, CHOR
Mein Schatz wollt mir ein Taler geb’n,
ich sollt mit ihm zu Bette gehn.
Adjes, Herr Schatz, adjes,
das ist nicht fein, b’halt deinen Taler
und schlaf allein.
EIN BURSCHE, CHOR
Ein Taler ist ein Haufen Geld,
drum kauf ich mir die halbe Welt.
Adjes, mein Schatz, adjes,
nimm mir’s nit krumm,
ein anderMädel
ist nit so dumm!
VIER BURSCHEN
Jeder treib’, was er getrieben,
und er treib’s ganz nach Belieben,
war’s auf Erden manchmal schwer,
hier stört uns nun garnichts mehr!
DIE TOTEN
Jeder treib' was er getrieben,
und er treib’s ganz nach Belieben,
war’s auf Erden manchmal schwer,
hier stört uns nun garnichts...
EIN SPIELER
(schlägt auf einen Tisch und schreit)
Ein jeder ist ein Ehrenmann,
wenn er nicht grad
bescheißen kann!
ALLE
Oje, oje, oje!
CHOR
... gar nichts mehr.
VIER BURSCHEN
... gar nichts mehr.
(Kegellärm, starker, lang nachhallender Donner
großes Geschrei! Petrus, ein hünenhafter alter
Schäfer mit Nachtwächterhom, schiebt, von
dem
Treiben der Toten aufgestört, die Wolken
am Himmel
auseinander.)
PETRUS
Was ist da los?
Was soll das sein?
Woher dringt dieses wilde Schrei’n,
woher dringt dieses wilde Toben?
Die Wolken sind so vorgeschoben
und wehren mir die ganze Sicht,
doch auf der, Erde brennt kein Licht!
Nun ist es strhi, allüberall,
kein Schall und auch der Widerhall,
der letzte, hat sich schon verloren,
war’s nur ein Trug in meinen Ohren?
EIN SPIELER
(schlägt wütend mit der Faust auf den Tisch)
Betrug!
ANDERE
Betrug! Nun ist’s genug!
SÄUFER
Beim Saufen werdet ihr erst klug!
ANDERE
SPIELER
Blei im Knöchel! Sieben Assen!
Das könnte diesem Schuft so passen!
SÄUFER
Hört doch auf mit euren Streit,
wenn ihr schon ganz besoffen seid!
EINIGE
(packen einen ertappten Falschspieler am Kragen)
Werft ihn hinaus,
nehmt ihm das Geld weg!
Schlagt ihn tot!
EINER
Das geht doch nimmer!
Sackerlot!
(Es beginnt eine Rauferei.)
WEIBER
So denkt doch nur an Weib und Kind!
MÄNNER
Weil die uns stets im Wege sind!
CHOR
Alles ist so wie im Leben,
keinem wird Pardon gegeben,
jeder spielt sein falsches Spiel,
keiner kommt damit zum Ziel!
Weil die Schaukel dieser Welt
nimmermehr die Waage hält.
Fährt der eine darauf nieder,
hebt es schon den ändern wieder,
und der Preller wird geprellt,
und verliert sein Gut und Geld.
(alle wild tanzend und gestikulierend)
Drum, so lang die Kräfte reichen,
lasse nimmer dich erweichen!
Pack den ändern fest am Kragen,
tritt ihm tüchtig in den Magen,
haust du ihn nicht selber nieder,
klappern dir die Augenlider.
Schlagt zu, schlagt zu,
schlagt sie zusammen!
EIN
RAUFER
Nun geht es los!
EIN
ANDRER RAUFER
Da soll mich der und der verdammen.
VIER BURSCHEN
(vor den Mond springend)
Beim Mond,
wenn euch der Mond noch lieb ist,
gebt jetzt Ruh!
EINER
Haut denen doch die freche Fresse zu!!
VIER BURSCHEN
Ihr Hunde, Schufte,
Höllendreck!
Wir nehmen euch die Lampe weg!
(Wüstes Geraufe, Riesenlärm. Alle gehen
aufeinander
mit Kegel und Sargdeckel und
allem, was nicht niet-
und nagelfest ist, loi
Erdbeben, Sturm und Blitze am
Himmel.)
CHOR
Alles ist so wie im Leben,
keinem wird Pardon gegeben,
jeder spielt sein falsches Spiel,
keiner kommt damit zum Ziel.
(Die vier Burschen stürzen zum Mond und blasen
ihn
aus. Aufschrei der Toten. Es ist stockfinster.)
PETRUS
(sich in den Wolken überlebensgroß aufreckend.
Der
ganze Himmel leuchtet in bläulichem
Gewitterschein -
starkes Windessausen und Donner.)
ho!
Das tönt ja aus der Erden Bauch herauf.
Die Toten sind’s, die Toten stehen auf-
und machen Krieg und Rebellion,
euch sing’ ich einen ändern Ton!
DIE TOTEN
(im Dunkel
lärmend)
Zünd’t den Mond an!
(Petrus ergreift einen großen Schweifstern, reißt
ihn vom Himmel und schleudert ihn zu den Toten
hinab.
Blitz und Einschlag.
Großer Aufschrei der
Toten. Das Licht am Himmel
erlischt. Ferner Donner
verhallt, dann Totenstille.
Man hört wie die Burschen
einen Feuerstein schlagen;
sie zünden den Mond
wieder an. Die Toten sind beim
Einschlag vor
Entsetzen hingefallen und liegen starr
und verstört
da. Von weit hinten kommt Petrus durchs
Gewölbe
geschritten.)
PETRUS
(lachend)
Was ist denn das?
Was ist das für ein Licht?
(Die vier Burschen springen vor.)
ERSTER BURSCHE
Das ist der Mond!
DRITTER BURSCHE
Kennst du ihn nicht?
ZWEITER BURSCHE
Den haben uns die Menschen aufgedrängt.
VIERTER BURSCHE
Nun haben wir ihn bei uns aufgehängt.
PETRUS
So, so,
die Lampe da,
das ist der Mond,
und ihr, ans Helle nicht gewohnt,
seid nun gestört in eurer Ruh,
drum geht es bei euch wirklich lustig zu.
Da kann man sich ja ganz behaglich fühlen.
Wer wollte da nicht mittun
bei dem Zechen und dem Spielen?
(Die Toten sitzen noch immer starr da.)
Was ist denn los?
Laßt euch die Laune nur nicht gleich verderben!
Ihr sitzt ja da wie umgefallne Scherben
und machtet eben noch so groß Geschrei!
Was ist denn weiter schon dabei;
glaubt mir, glaubt einem alten Mann:
man soll sich’s gut gehn lassen –
wenn man kann.
DIE TOTEN
(ganz leise)
Seltsam,
wunderbar ist das,
Petrus, der versteht den Spaß.
PETRUS
Kommt, wir wollen alle trinken,
bis wir hinten übersinken!
(Die Toten stehen auf und richten eine Art
Schenke
ein; einige drehen einen Fidibus,
den sie am Mond
entzünden, andere holen
Holz und brennen ein Kamin
feuer an.)
VIER BURSCHEN
(leise)
Laßt die Karten da verschwinden,
bringt das falsche Spiel nach hinten;
keiner mach’ mehr Krach im Haus,
schief geht sonst die Sache aus.
DIE TOTEN
Zündet schnell ein Feuer an,
daß man sich erwärmen kann.
Rollet neue Fässer her!
VIER BURSCHEN
Petrus trinkt doch sicher mehr,
als wir alle hier zusammen.
DIE TOTEN
Neue Scheiter in die Flammen!
Neue Tisch’ und neue Bänke,
nichts soll fehlen in der Schenke.
Und ins Eck an den Kamin
rückt den alten Lehnstuhl hin.
VIER BURSCHEN
Macht Musik und spielet auf,
Polka und den Zwiefach drauf;
Trommel, Baß und die Posaune
schaffen erst die
richt'ge Laune.
DIE TOTEN
Putzt den Docht im guten Mond!
DRITTER BURSCHE
(frech
vertraulich)
Petrus, hat es sich gelohnt...
ZWEITER BURSCHE
... daß du kamst in unsere Klause...
ERSTER BURSCHE
... fühlst du dich .nicht wie zu Hause?
VIERTER BURSCHE
Laßt das hülzern G’lachter schwirrn,
‘s treibt die Würmer aus dem Hirn!!
Orchesterzwischenspiel
(Im Hintergrund spielt eine Kapelle mit
phantastisch
aussehenden Instrumenten
Pauken, Posaunen, hülzern
G'lachter,
Trumscheit u.a. - Ein Toter, dann mehrere,
beginnen zu tanzen - Petrus sitzt im Stuhl
unterm
Mond, trinkt und schaut dem Treiben zu.
Saufende
Gruppen um ihn her - Schankbetrieb.)
PETRUS
Der Wein ist gut,
der Mond scheint hell,
ich geh’ nicht wieder von der Stell'.
Seit langem war ich nicht so froh;
hier bleib’ ich, hier gefällt mir’s so!
Der Mond scheint hell,
der Wein ist gut,
der geht wie Feuer mir ins Blut.
Ich fühl mich hier so ganz zu Haus,
zog’ gern noch meine Stiefel aus.
DIE TOTEN
Schenkt ein, schenkt ein!
Schenkt alle ein!
Ganz wie im Leben soll es sein,
bis auch das Mondlicht nimmer brennt,
dann hat der ganze Spaß ein End’.
(Lärmen und Geschrei, das jäh abbricht.
Alle haben
sich um Petrus gelagert, zechen und hören
ihm zu.)
PETRUS
Wie kalt ist’s draußen in der Welt,
wenn Regen, Schnee und dichter Hagel fällt,
der
Sturmwind wild die Wolken hetzt,
da ist man allem ausgesetzt,
was Unbill ist und was Beschwer.
Hier spürt man davon gar nichts mehr.
Doch so ist’s mal auf dieser Welt;
ein jeder ist wo hingestellt,
ein jeder hat so seinen Platz.
(Petrus sich einschenken lassend und immer
wieder
die ändern zum Trinken auffordernd.)
Noch einen Schluck
mein schöner Schatz! –
und diesen Platz
muß er ausfüllen.
Noch einen Schluck,
ob er’s gern tut –
Noch einen Schluck,
ob wider Willen -
Orchesterzwischenspiel
(Die Toten sind vom vielen Trinken schlafmüde
geworden - Stille - Ein magischer Zauber geht
von
Petrus aus. Petrus in Gedanken versunken.)
PETRUS
Sitz' ich da am hohen Himmel,
unter mir das Weltgewimmel,
über mir das Sternendach,
denk’ ich über manches nach.
Und ich seh’ dann wie im Traume
hinter'm letzten Wolkenbaume
wie das Weltenrad sich dreht,
alles kommt und alles geht.
Seh dann wie die Sterne steigen,
hoch sich heben, wölben,neigen,
wie die Tage und die Zeiten
ihren ew’gen Kreis abschreiten.
Und daß alles seine Ordnung hat,
wandl' ich durch die weite Himmelsstadt
wie der Wächter durch die Nacht.
Blick oft durch den Wolkenschacht
auf die Erde tief hinunter,
wie die Menschen sich mitunter
lieben, hassen und erschlagen,
sich belügen und vertragen.
Seltsam ist das ganze Leben,
denn das Meiste geht daneben
von der ganzen Fantasei –
doch ihr war’t ja selbst dabei.
DIE TOTEN
(Schlafmüde, wie in Erinnerung versunken.)
Ja, ja
wir waren
alle selbst dabei.
Wir waren alle, alle, alle, alle
selbst dabei - Ja, ja! -
PETRUS
(schraubt das Licht der Mondlampe
kleiner und singt
die Toten in Schlaf)
Soll ich sagen von den Plagen
und den gut' und bösen Tagen,
von der Welt, die ihr verlassen,
von den winkeligen Gassen,
von den Menschen, die noch warten
in dem kleinen Erdengarten,
bis sie zu euch niedersteigen,
um mit euch sich auszuschweigen!
Ihr seid schläfrig,
legt euch nieder,
ach, ihr wollt doch nicht schon wieder
aus dem Dunkel, aus der Ruh,
warme Erde deckt euch zu.
Hört ihr jetzt das Ticken. Tacken,
und das leise Räderknacken,
hört ihr wie das Weltrad geht,
bis es einmal stille steht.
Hört, ihr Toten, laßt euch sagen,
längst hat eure Stund’ geschlagen,
wer noch lebt, den freut das Licht,
doch für Tote gibt’s das nicht.
Eja, wollt ihr euch nicht legen?
Könnt kaum mehr ein Glied bewegen.
(Die Toten, wie gebannt, erheben sich, räumen
alles
auf und kriechen, als letzte die vier Burschen,
wieder in ihre Särge.)
Räumt das Spielzeug in den Kasten;
müßt euch schon ganz mühsam tasten,
daß ihr noch die Särge findet,
wo der Schlaf euch überwindet.
(Petrus hat das Licht der Mondlampe weiter
herabgeschraubt, daß sie nur mehr wenig leuchtet.)
Hört, ihr Toten, laßt euch sagen,
keine Glocke wird mehr schlagen;
nichts von Freuden, nichts von Strafen,
ihr sollt schlafen, nichts als schlafen,
schlafen,
schlafen,
schlafen...
(Alle Toten sind wieder in ihre Gräber gekrochen,
die letzten Reste des Kaminfeuers sind verglommen.
Petrus verbirgt den Mond unter seinem Mantel und
verschwindet in der Finsternis. Wolken verdecken
die
Szene)
ERZÄHLER
So brachte Petrus die Toten zur Ruh,
hieß sie, sich wieder in ihre Gräber legen...
(Man
sieht wie Petrus den Mond wie eine Laterne
tragend
zum Himmel aufsteigt und in die Wolken
verschwindet.)
...
und nahm den Mond mit fort,
den er oben am Himmel
aufhing.
(Der Erzähler verschwindet. Die Wolken zerteilen
sich. Hoch am Himmel hängt der Mond, der mit
seinem
Lichte die ganze Landschaft übergießt. Ein
kleines
Kind im Nachthemd kommt aus einem Hause
und entdeckt
den Mond.)
KIND
Ach, da hängt ja der Mond!
(Es läuft ins Haus und holt andere Kinder und Leute
herbei. Von überall her kommennun staunende
Menschen,
die den Mond betrachten. Aus der Gruft
hört man die
Toten friedlich „schlummern“. Eine
Wolke)
|
(Aparece el Narrador subido sobre un avellano)
NARRADOR
Había una vez un país
en que la noche era siempre oscura
pues era como si
el cielo
estuviera completamente cubierto
por un manto negro.
Ahí jamás había estrellas brillando en lo
alto,
pues al crearse el mundo,
la luz nocturna
no alcanzó a llegar hasta allí.
De esa tierra cuatro chicos
salieron un día de viaje
y llegaron a un país donde al anochecer,
cuando el sol se escondía tras las montañas,
aparecía
una bola iluminada
colgando de un roble
que emitía una suave luz
iluminando todos los rincones.
Todas las cosas se podían diferenciar
aunque su luz no fuera tan brillante como la del
sol.
(El Narrador desaparece. A la izquierda, un
roble del que cuelga la luna. Detrás, una
taberna. Entran los 4 chicos. Un campesino
sale de la taberna)
LOS 4 MUCHACHOS
(Señalando la luna)
¿Qué es eso?¿Qué es esa luz?
CAMPESINO
¡Esa es la luna!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Esa es la luna!
CAMPESINO
Nuestro alcalde la compró
por tres monedas
y la colgó de ese roble
LOS 4 MUCHACHOS
¿Por tres monedas?
CAMPESINO
¡Si, por tres monedas!
LOS 4 MUCHACHOS
Su alcalde la compró
por tres monedas
y la colgó de ese roble.
CAMPESINO
¡Por tres monedas!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Por tres monedas!
CAMPESINO
Él
tiene que aceitarla
y mantenerla limpia
para que brille.
LOS 4 MUCHACHOS
Él
tiene que aceitarla
y mantenerla limpia
para que brille.
CAMPESINO
Y por eso le pagamos todas las semanas...
LOS 4 MUCHACHOS
¿Todas las semanas?
CAMPESINO
...
¡Una moneda!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Una moneda!
TODOS
¡Esa es la luna!
(Sale el campesino. Los 4 chicos
permanecen mirando a la luna)
PRIMER MUCHACHO
(meditando)
A esta lámpara, a esta lámpara
le podríamos encontrar uso.
Tenemos en el pueblo
un roble del mismo tamaño...
LOS 4 MUCHACHOS
¡Podríamos colgarla de ahí!
TERCER MUCHACHO
Que maravilla sería caminar
por las noches sin trastabillar.
LOS 4 MUCHACHOS
¡Tap, tap, tap, tap!
CUARTO MUCHACHO
(en voz baja)
¿Sabéis una cosa?
Debemos conseguir
una carretilla
y llevarnos la luna.
LOS 4 MUCHACHOS
¡Una carretilla! ¡Una carretilla!
¡Y nos llevamos la luna!
¡Que se compren otra ellos!
TERCER MUCHACHO
Soy bueno subiendo
¡Yo me subo y la bajo!
LOS 4 MUCHACHOS
Es bueno subiendo
¡El se sube y la baja!
Intermedio Orquestal
(Durante el intermedio, los 4 muchachos traen
una barrena, cuerda, una carretilla y una
escalera. Uno de ellos se sube, hace un agujero
a la luna, le pasa la cuerda y la baja. Los 4
muchachos salen llevando la carretilla con la
luna dejando la escalera. Se abre la puerta
de la taberna y sale el alcalde bastante borracho
seguido de algunos campesinos.)
ALCALDE
(cantando a gritos)
“...y cuando voy a casa
la luna brilla hermosa...
mientras que
en el bosque de Bohemia
el viento silba helado...”
CAMPESINOS
¡Maldita sea, alcalde!
¡Encienda la luna!
¡Llénela de aceite para que brille bien!
ALCALDE
“y en el bosque de Bohemia
el viento silba helado...”
CAMPESINOS
¡Maldita sea, alcalde!
¡Cochino borracho!
¡Hoy no brilla la luna!
ALCALDE
¡Hoy la luna no brilla!
La luna, lo veo, apenas brilla,
pues apenas distingo mi mano frente a la cara.
CAMPESINOS
¡Suba al árbol, maldito alcalde!
¡Y limpie la luna
antes de que nos matemos!
ALCALDE
Primero debo encender mi lámpara
para encontrar la luna.
(Enciende una linterna y sube tambaleante
por la escalera
iluminando la rama donde
debía estar la luna)
¡La luna no está!¡La rama está vacía!
¡Por eso está todo oscuro!
(El alcalde se cae de la escalera mientras
los campesinas gritan aterrorizados)
CAMPESINOS
(Incluyendo a las mujeres que entran)
¡La luna no está!
¿Quién la habrá robado?
¡La luna no está!
¿Quién la devolverá?
¡La luna no está, la rama está vacía!
¡Ya no podemos guiarnos en la noche!
NIÑOS
(llorosos)
¿Ha venido un malvado ladrón
a llevarse la luna?
¿La ha escondido más allá de las montañas?
¡Todos nos lo preguntamos!
TODOS
¡Buuu, buuu!
¡Todo está cubierto de oscuridad!
HOMBRES
¡Maldito sea, alcalde!
¡Devuélvanos la luna!
¡Queremos la luna de vuelta!
TODOS
¡Buuu, buuu!
¡Todo está cubierto de oscuridad!
¡Buuu, buuu!
(A la derecha de un roble hay una taberna. Sale
un campesino seguido de un gordo tabernero)
CAMPESINO
¡Tabernero, viene gente!
TABERNERO
¿Cómo? ¿Gente?
¿Tan tarde?
(Otros campesinos y sus mujeres salen de la taberna)
CAMPESINO
Si, viene gente
y traen una carretilla.
TABERNERO
¿Ah, si?
¿Traen una carretilla?
CAMPESINO
Si, una carretilla.
¡Y en la carretilla traen una luz!
TABERNERO
¿Una luz?
OTRO
Si, una luz
TABERNERO
¿Qué clase de luz?
OTRO
¡Oigan!
¿Qué traen ahí?
¿Qué es esa luz?
(Los 4 muchachos entran por
la derecha con la
carretilla)
PRIMER MUCHACHO
¡Es la luna!
TODOS
¿Qué es eso?
¿Cómo se llama esa extraña luz?
PRIMER MUCHACHO
¡Es la luna!
TODOS
¡La luna!
PRIMER MUCHACHO
¡La compramos
por tres monedas!
TODOS
¿Por tres monedas?
PRIMER MUCHACHO
¡Por tres monedas la colgaremos
en lo más alto del roble!
TODOS
¡Por tres monedas!
TABERNERO
¿Y para qué sirve la luna?
HOMBRES
¿Y para qué sirve la luna?
MUJERES
¿Y para qué sirve la luna?
TODOS
¿Y para qué sirve la luna?
PRIMER MUCHACHO
Cuando salen tarde de la taberna,
achispados o borrachos,
sus lamparitas de mano
sirven de poco
pues su luz es tenue;
viene y va,
se tambalea
al
igual que ustedes.
Pero la luna en lo alto de un árbol
alumbra a gran distancia
sobre calles, ríos y senderos,
De este modo encontrarán el camino.
¡Para eso sirve la luna!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Para eso sirve la luna!
SEGUNDO MUCHACHO
Cuando usted está en su camita
durmiendo la borrachera,
ningún guarda, candado o cerradura
sirve
si un ladrón sabe su oficio.
Viene y va, aprovechando
la oscuridad que lo protege.
Pero la luna sobre lo alto de un árbol
alumbra a gran distancia
sobre calles, ríos y senderos
evitando que el ladrón se esconda.
¡Para eso sirve la luna!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Para eso sirve la luna!
CUARTO MUCHACHO
Cuando Hans va donde Greta,
se desliza furtivo por el oscuro jardín.
Al principio no dice mucho
pues no gana nada.
Viene y va, camina con Greta,
pero no por mucho tiempo.
La lleva a los arbustos,
y le miente y la engaña,
y le jura por la luz de la luna
cosas que solo Greta cree...
¡Para eso sirve la luna!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Para eso sirve la luna!
TODOS
¡Para eso sirve la luna!
LOS 4 MUCHACHOS
Pero hay que limpiarla y aceitarla diariamente
para
que siempre esté brillante.
TODOS
Pero hay que limpiarla y aceitarla diariamente
para
que siempre esté brillante.
PRIMER MUCHACHO
Para eso, cada uno de
nosotros cobrará por semanas...
TODOS
¿Por semana?
PRIMER MUCHACHO
¡Una moneda!
TERCER MUCHACHO
¡Una moneda!
SEGUNDO MUCHACHO
¡Una moneda!
CUARTO MUCHACHO
¡Una moneda!
TODOS
¡Una moneda!
TABERNERO
(Riendo)
¡Para eso les sirve la luna!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Para eso nos sirve la luna!
TODOS
¡Para eso sirve la luna! ¡Sí!
TABERNERO
Bueno, ¡podéis colgadla!
¡Traed una escalera y subidla!
(Traen cuerda y una escalera para colgar
la luna del
roble. Danzas. La luna es
lentamente subida al
árbol)
TODOS
¡Mirad la luna, nuestra luna!
VOCES LEJANAS
¡Maldito sea, señor alcalde!
TODOS
¡Mirad la luna, nuestra luna!
(Todos bailan. Se apaga la luz.
Aparece de nuevo el Narrador)
NARRADOR
Y trajeron lo que habían robado
alegremente a su tierra,
y colgaron la luna
en lo alto del roble.
Jóvenes y viejos se alegraron
cuando la nueva lámpara hizo
que su luz brillara sobre los
campos,
caminos y estancias
que
se llenaron de luz.
Interludio Orquestal
(Oscuridad – Noche fantástica – Formas estrelladas
atraviesan el espacio. El tiempo
pasa – La visión
desaparece – Oscuridad – El viento
sopla – Silencio
Reaparece el Narrador)
NARRADOR
Los cuatro rellenaban la luna con aceite
y limpiaban la mecha,
y por ello cada uno, semanalmente,
recibía una moneda.
Pero, pero, con el tiempo,
sus barbas encanecieron
y cuando uno de ellos enfermó
y vio que iba a morir,
pidió que el cuarto de luna
de su propiedad
fuera enterrada junto a él.
(El Narrador desaparece. La luna brilla de
nuevo en
el roble. El Primer muchacho,
ahora muy viejo, es
llevado en un féretro
y colocado bajo el roble. Todo el
pueblo,
de pié, lo rodea)
PRIMER MUCHACHO
(Incorporándose con dificultad)
Aquí yazgo en el umbral
entre la vida y la muerte,
entre la luz y la oscuridad;
no se necesitan muchas palabras.
Todo lo que tuve
ya fue gastado y tragado,
y en el mar del ayer
hundido para siempre.
Sólo la lámpara del roble,
que cuidé toda mi vida,
deberá yacer
junto a mi cadáver.
Esta es la única posesión
que no me bebí;
puesto que debo bajar a la fosa,
poned el cuarto que me corresponde junto a mí.
EL PUEBLO
Si, te lo prometemos.
PRIMER MUCHACHO
Cuando yo muera...
TODOS
¡Sí, te lo prometemos!
PRIMER MUCHACHO
...el alcalde, con una larga escalera
deberá subir al roble...
TODOS
¡Si, te lo prometemos!
PRIMER MUCHACHO
...
y con una gran podadora
cortará un cuarto de luna...
(Muere. Doblan las campanas)
TABERNERO
Alcalde, ¡suba al árbol y bájele
al difunto su cuarto de luna!
(Traen la escalera. El alcalde se
sube y con unas cizallas corta un
cuarto de luna. Sólo se escucha el
sonido del metal siendo cortado. La
luna reduce su brillo. En lo alto de
la
escalera, el alcalde muestra el cuarto
de luna; el pueblo grita al verlo. Luego,
el alcalde baja lentamente y deposita el
cuarto de luna
dentro del féretro. La luna
en el roble brilla triste y débilmente.)
TODOS
Todos los que estamos a su alrededor
podemos verlo,
pero él no nos ve
pues sus ojos
se han cerrado a la muerte.
Cuando la vida se nos escapa,
la muerte inicia su trabajo.
A cada uno de nosotros le tocará un día,
pues no podemos alterar las cosas.
Como el vino en nuestras gargantas
el tiempo corre por nuestros huesos.
Lo que cada quién escoja
un día será enterrado con él. ¡Oh!
(El féretro es cerrado y llevado por
todo el
pueblo hasta el cementerio
para ser enterrado)
NARRADOR
Y cuando el primero murió,
el alcalde subió al árbol
y con una gran podadora
cortó un cuarto de la luna
y lo depositó en su ataúd,
y la luz de la luna disminuyó
¡pero no mucho!
(Mientras tanto, el grupo que ha ido al
cementerio
a
enterrar al primer muchacho,
regresa y encuentra
a otro
grupo que trae
al segundo muchacho en su féretro. El
moribundo señala la luna, recibe su cuarta
parte y
cae muerto. El féretro es colocado
junto al primero.)
NARRADOR
Y cuando el segundo murió,
el alcalde subió de nuevo al árbol
y con la podadora
cortó otro cuarto de luna;
y la luz disminuyó.
(El tercer muchacho recibe su cuarto
de luna, muere y es
llevado a la tumba.
La escena se hace más onírica
Y la penumbra aumentó
con la muerte del tercero,
que también recibió su cuarto de luna.
(Aparece el cortejo fúnebre del cuarto
muchacho. El
alcalde baja el cuarto de
luna restante del roble y
se lo entrega al
último anciano quién, ya muerto, es
llevado
en su féretro. La oscuridad se hace casi
total
y sólo se ven las siluetas del roble y las
casas.
Como sombras, los últimos hombres salen de
la
fosa y en la oscuridad, chocan sus cabezas
entre si.
La última antorcha que ardía se apaga,)
Y cuando el cuarto descendió a la tumba,
la antigua oscuridad volvió a reinar;
y en la noche, cuando la gente
salía sin sus lámparas,
tropezaban y sus cabezas se entrechocaban.
(Oscuridad.)
(En la bóveda de los muertos yacen los féretros
con
los cuatro muchachos dentro. Uno por uno
despiertan y salen de sus féretros. Se encuentran,
se reconocen y se ponen muy contentos al ver que
cada cual
ha traído su cuarto de luna. Pegan las
piezas y la
escena se ilumina. Al fondo se ven
pasajes y bóvedas
hasta donde alcanza la vista,
así como nichos y
pedestales con ataúdes. Los
muchachos cuelgan la
luna del techo de la bóveda;
uno encuentra una lata
de aceite y llena el depósito.
La luna brilla
con fantasmagórica luz verdosa. Los
cuatro muchachos
se acurrucan tras de sus féretros)
NARRADOR
Y cuando la luna brilló
allá donde siempre hubo oscuridad,
los muertos se inquietaron
y despertaron de su sueño.
(Los muertos empiezan a gemir
tenuemente
y a salir lentamente de sus ataúdes
y de los
nichos de la pared. Todos tienen ropas,
algunas muy anticuadas)
MUERTOS
¿Qué es eso? ¿Qué es eso?
¿Qué clase de luz es ésa?
(Todos miran a la luna sorprendidos)
LOS 4 MUCHACHOS
(Saliendo de sus escondites)
¡Eso es la luna!
La trajimos para iluminar
la horrible noche.
Su luz no nos dejaba descansar,
así que dejamos
nuestros angostos ataúdes
y la colgamos ahí arriba.
Nos alegra que su luz
os atraiga.
¡Es la luna en todo su esplendor!
PRIMER MUCHACHO
Pero para que no esté sola,
colgando e iluminando tristemente,
vamos todos a alegrarnos,
¡a divertirnos desenfrenadamente!
Este es nuestro plan,
queridos cadáveres, ¡escuchadnos!
LOS 4 MUCHACHOS
No queremos seguir en nuestros ataúdes,
queremos divertirnos otra vez,
queremos licores, putas, fiestas,
y si es posible, ¡adulterio!
Y seguir así, sin freno,
aunque la luna deje de brillar.
Ya habrá tiempo suficiente
si debemos dormir eternamente.
Hoy el grito es ¡Resurrección!
¡Vamos a la taberna!
¡Vamos a llenar nuestras
podridas tripas!
Traed vino para calentarnos;
pintad vuestras mejillas con carmín;
peinad vuestras peladas cabezas;
estirad
vuestros podridos miembros;
¡empujad con los brazos
y romped las mortajas!
Se acabó el sueño, ese tiempo ya pasó.
¡Convirtamos este cementerio
en un arsenal de placeres!
MUERTOS
(cada
vez más despiertos)
Se acabó el sueño, es tiempo ya pasó, etc.
UNOS MUERTOS
(arrastrando un tambor)
Un tambor sin agujero
es bueno para jugar a los dados.
OTROS MUERTOS
(Traen barajas de cartas y bolos)
¡Los bolos y las cartas
nos ayudarán a pasar el rato!
OTROS MUERTOS
(Traen jarras y toneles)
¡Beber, beber y beber
incluso vender el ataúd para beber!
LOS 4 MUCHACHOS
Que cada uno haga lo que quiera
y como quiera.
Si en la tierra no se podía,
aquí nada se lo impedirá.
MUERTOS
(haciendo
gran algarabía)
Que cada uno haga... etc.
PRIMER JUGADOR DE CARTAS
Juegas como si estuvieras muerto,
pero ahora tengo ventaja.
SEGUNDO JUGADOR DE CARTAS
¡Perdiste! ¡Ahora tu dinero es mío!
PRIMER JUGADOR DE CARTAS
¡Ya verás cerdo maldito!
TERCER JUGADOR DE CARTAS
¡Perro que ladra no muerde!
PRIMER JUGADOR DE CARTAS
¡Déjeme en paz!
TERCER JUGADOR DE CARTAS
Lástima, tengo mucho efectivo.
PRIMER JUGADOR DE CARTAS
¿Tienes efectivo?
Únete a nosotros y te dejaré limpio.
TERCER JUGADOR DE CARTAS
¡Voy a probar suerte!...
(Se une a los jugadores)
PRIMER JUGADOR DE DADOS
No intentes ningún truco,
te estoy observando, que no soy tonto.
TERCER JUGADOR DE DADOS
¡Pocos puntos!
SEGUNDO JUGADOR DE DADOS
¡No son suficientes!
PRIMER JUGADOR DE DADOS
¡Castígalos, madre tierra!
TERCER JUGADOR DE DADOS
No tengo suerte en el juego,
me enoja perder.
PRIMER JUGADOR DE CARTAS
¡Que buena mano tengo,
no he perdido todavía!
SEGUNDO JUGADOR DE DADOS
¡Perdí!
TERCER JUGADOR DE DADOS
¡Ya lo tenemos!
PRIMER JUGADOR DE CARTAS
¡No sabes jugar!
(Va en aumento el alboroto de los jugadores de
bolos)
PRIMER JUGADOR DE BOLOS
¡Escupe en la madera!
(el segundo tira)
SEGUNDO JUGADOR DE BOLOS
¡Todos los nueve!
JUGADORES DE BOLOS
¡Todos los nueve!
PRIMER BEBEDOR
(con una muchacha sentada en sus rodillas, canta)
Si estuviera a solas contigo...
SEGUNDO BEBEDOR
¡Quítale las manos de encima a mi chica!
TERCER BEBEDOR
¡Está en racha!
CUARTO BEBEDOR
¡Siempre tiene mucha suerte!
TERCER BEBEDOR
"Florat silva undique"
BEBEDORES
“Echo de menos a mi amor
que
se ha ido lejos de aquí.
Echo de
menos
a mi amor, ¡ay!
pues
se ha ido lejos, muy lejos, ¡ay!
¡Me consumo de amor!
Floret silva undique...
Quisiera ver a mi amor,
muerto y enterrado hace tiempo.
Quisiera ver a mi amor, ¡ay!
¡Me consumo de amor!”
UNA MUJER, CORO
Mi amado quiso darme una moneda
para que fuera a la cama con él...
¡Adiós, señor amado, adiós!
¡Guárdate tu moneda
y duerme solo!
UN HOMBRE, CORO
Una corona es mucho dinero,
puedo comprar medio mundo con ella.
¡Adiós, mi amada, adiós!
No lo tomes a mal,
pero habrá otras
que no sean tan tontas.
LOS 4 MUCHACHOS
Cada uno haga lo que quiera
y hágalo como quiera,
Si en la tierra no se podía,
aquí nadie nos lo impedirá.
MUERTOS
Que cada uno haga lo que quiera
y como quiera.
Si en la tierra no se podía,
aquí nada se lo impedirá.
UN JUGADOR
(golpeando la mesa y gritando)
¡Aquí cualquiera
puede hacer trampa
si así lo desea!
TODOS
¡Así es, así es, así es!
CORO
¡No molesten!
LOS 4 MUCHACHOS
¡No molesten!
(ruido de bolos, escándalo, el eco de un
trueno,
gritería. San Pedro, que aparece
en el cielo como un
pastor, ante el escándalo
de los muertos, abre un
agujero en las nubes
para investigar)
SAN PEDRO
¿Qué pasa ahí?
¿Qué es todo ese escándalo?
¿De dónde vienen tales gritos?
¿Qué significa ese alboroto?
Las nubes no me dejan
ver bien que es lo que pasa,
pero en la tierra no brilla luz alguna.
Pero...
ahora hay silencio por doquier,
ni un murmullo, ni un eco,
todo
lo que escuché se ha desvanecido.
¿Me habrán engañado mis oídos?
UN JUGADOR
(golpeando la mesa con furia)
¡Tramposo!
OTROS JUGADORES
¡Tramposo! ¡Es suficiente!
BEBEDORES
¡Bebed y
haceros los tontos!
OTROS JUGADORES
¡Dados cargados! ¡Siete ases!
¡Eso delata a este tramposo!
BEBEDORES
¡Dejad de pelear!
¡Estáis completamente
borrachos!
VARIOS JUGADORES
(tomando por el cuello al jugador tramposo)
¡Echadlo de aquí
¡Quitadle el dinero!
¡Pegadle y matadlo!
UN JUGADOR
¿No
os atreveréis?
¡Iros al diablo!
(Se inicia una pelea)
MUJERES
¡Pensad en vuestras esposas e hijos!
HOMBRES
¡Sí! ¡Siempre se meten en todo!
CORO
Aquí todo es como en la vida,
a nadie se perdona.
Todos
intentan hacer trampa
pero no llegan a ningún lado,
pues el subibaja de la vida
nunca está balanceado.
Si un hombre va de bajada
otro a la vez se levanta,
el timador se ve timado
y se queda sin bienes ni dinero.
(todos bailan y gesticulan alocadamente)
En tanto,
mientras puedas
sostenerte en pié
no flaquees;
agarra al otro por la nuca
y patéale duro en las tripas.
Si no lo dejas en el suelo,
él será quien te cerrará los ojos.
¡Destrúyelo, destrúyelo totalmente!
PRIMER BRAVUCÓN
¡Toma eso!
SEGUNDO BRAVUCÓN
Ahora aquel y aquel otro me maldecirán.
LOS 4 MUCHACHOS
(Se ponen frente a la luna)
¡Por la luna!
¡Si amáis a la luna,
tengamos paz!
PRIMER BRAVUCÓN
¡Que les partan la jeta!
LOS 4 MUCHACHOS
Perros, malditos,
basura del infierno,
os quitaremos la lámpara
(Confuso disturbio y gran algarabía.
Todos se unen
con bolos, tapas de ataúd
y cualquier cosa que
encuentren. Tormentas
y rayos en el cielo)
CORO
Aquí todo es como en la vida,
a nadie se perdona.
Todos
intentan hacer trampa
pero no llegan a ningún lado.
(Los 4 muchachos corren hacia la luna y la
apagan.
Gritos de los muertos. Oscuridad total)
SAN PEDRO
(Inmenso, en lo alto de las nubes. El cielo
se ilumina
con la luz azulada de los rayos. Se
escucha el ulular
del viento y el tronar de truenos y
rayos)
¡Ajá!
El sonido viene de las entrañas de la tierra.
¡Son los muertos que se levantan
creando peleas y confusión!
¡A esos les cantaré otra canción!
MUERTOS
(Gritando
en la oscuridad)
¡Encended la luna!
(San Pedro toma un cometa, lo arranca del
cielo y lo lanza hacia los muertos. Relámpagos
y explosiones. Los muertos gritan asustados.
La luz del cielo desaparece. Eco del trueno a la
distancia y luego oscuridad total. Se escucha a
los muertos tratando de encender yesca.La luna se
ilumina de nuevo. Los muertos han caído
asustados
por la explosión y están en el suelo, inmóviles y
confundidos. San Pedro se dirige lentamente hacia
la fosa.)
SAN PEDRO
(riendo)
¿Qué es esto?
¿Qué clase de luz es ésa?
(Los cuatro muchachos se adelantan)
PRIMER MUCHACHO
Eso es la luna.
TERCER MUCHACHO
¿Usted no la conoce?
SEGUNDO MUCHACHO
La gente nos la dio...
CUARTO MUCHACHO
...
y nosotros la colgamos en este lugar.
SAN PEDRO
Bueno, bueno,
esa lámpara es la luna
y ellos,
que no están
acostumbrados a la luz,
han sido despertados de su descanso eterno
y se están divirtiendo como nunca.
Desde allá arriba se oye su alegría.
¿Quién no querría unirse a su juerga?
(Los muertos siguen sentados, inmóviles)
¿Pero qué os sucede?
¡No bajéis la guardia!
Estáis sentados ahí,
como una vajilla quebrada,
cuando acabáis de organizar un gran escándalo.
Nada de eso importa,
creedme, creed a este viejo,
¡hay que divertirse mientras se pueda!
MUERTOS
(susurrando)
¡Que curioso! ¡Que curioso!
¿No
es maravilloso?
¡San Pedro entiende nuestra alegría!
SAN PEDRO
¡Vamos, bebamos
hasta caer de espaldas!
(Los muertos se levantan y preparan una
especie de
bar. Algunos prenden un fuego
y con él encienden la
luna. Otros traen leña
y encienden una fogata.)
LOS 4 MUCHACHOS
(en voz baja)
Esconded las cartas,
y los dados trucados;
que
nadie haga ruido
o se nos acabará la fiesta.
MUERTOS
¡Rápido!
¡Encended
una hoguera
para calentarnos!
¡Traed más barriles!
LOS 4 MUCHACHOS
¡Seguro que
San Pedro
bebe más que todos nosotros!
MUERTOS
¡Más troncos al fuego!
¡Más mesas y bancos!
Nada debe faltar en esta taberna,
y poned un sillón en aquella esquina,
junto
al fuego.
LOS 4 MUCHACHOS
¡Haced música, tocad!
¡Una polka y un pasodoble!
El tambor, el bajo y el trombón
pronto nos alegrarán.
MUERTOS
¡Limpiad la luna!
TERCER MUCHACHO
(confidencialmente)
San Pedro, ¿valió la pena...
SEGUNDO MUCHACHO
...
venir hasta nuestra morada?
PRIMER MUCHACHO
¿Se siente como en casa?
CUARTO MUCHACHO
¡Que suene la vihuela!
¡Les sacará gusanos de la cabeza!
Interludio Musical
(Al fondo, una banda toca con tambores,
trombones, organillos,
trombas marinas,
etc. Un muerto primero, y
luego otros,
inician un baile. San Pedro se sienta
en su
sillón bajo la luna, bebe y pensativamente
observa lo que pasa. Grupos de bebedores
por varios lados como en una taberna.)
SAN PEDRO
El vino es bueno
y
la luna brilla radiante.
¡Yo no me muevo de aquí!
¡Hacía mucho no estaba tan alegre!
¡Aquí me quedo, todo me gusta!
La luna brilla radiante,
y este buen vino
corre como el fuego por mis venas.
Me siento tan a gusto
que me quiero quitar las botas.
MUERTOS
¡Llenad
vuestras copas!
¡Que
todos las llenen!
Así tiene que ser la vida,
mientras que la luna brille
no se acabará la diversión.
(Los gritos cesan de
pronto. Todos se reúnen junto
a San Pedro, escuchándolo, mientras beben)
SAN PEDRO
¡Qué frío hace allá afuera, en el mundo,
cuando llueve, nieva o cae granizo!
El viento tormentoso agita las nubes
y uno se ve expuesto a todo;
eso es injusto e inconveniente.
Aquí, vosotros no sufrís con nada de eso.
Pero así es el mundo,
cada uno debe vivir en algún lugar,
cada uno tiene su lugar.
(San Pedro deja que le llenen su vaso
e insta a los
muertos a que beban también)
¡Otro traguito,
mi hermoso tesoro!
¡Vuelve a escanciar
en mi copa!
¡Otro traguito
así te guste!
¡Otro traguito
como
si no te guste!
Interludio Musical
(Los muertos empiezan a estar soñolientos de
tanto
beber. Silencio. Una mágica aura emana
de San Pedro que se mantiene pensativo.)
SAN PEDRO
Yo me siento allá arriba, en el Cielo;
abajo el populoso mundo,
arriba el techo de estrellas,
y pienso muchas cosas.
Veo como en un sueño,
tras el último cúmulo de nubes,
cómo se mueve la rueda de la vida,
todo viene y todo se va.
Veo como pasan las estrellas,
como salen, suben y se ponen;
como los días y estaciones se suceden
en su eterno ciclo.
Así, para que todas
las cosas estén en orden,
deambulo por las noches como un sereno
por la vasta ciudad del cielo.
A menudo veo por un agujero,
entre las nubes, como allá abajo, en la tierra,
los humanos se aman, odian,
matan, mienten... y se llevan bien.
La vida es muy extraña,
pues muchas cosas van mal
en toda esa fantasía...
Pero bueno, ¡vosotros ya estuvisteis allí!
MUERTOS
(Medio dormidos, tratando de recordar)
¡Si, si,
ya estuvimos allí!
¡Ya estuvimos, si,
si, ya estuvimos todos, todos, todos!
¡Ya estuvimos, sí, sí!
SAN PEDRO
(Atenuando la luz de la luna, les
canta a los muertos
hasta dormirlos)
Dejad que os cuente los problemas
y los buenos y malos días
del mundo que dejasteis;
de las existencias atormentadas,
de los hombres que esperan,
en el jardín de la tierra,
descender junto a vosotros
para
compartir vuestra paz.
¿Tenéis sueño?... Acostaros.
¿No querréis dejar
la oscuridad, el descanso,
y
la cálida tierra los cubre?
Escuchad el tic, tac,
el suave murmullo del mecanismo
que mueve los engranajes del mundo
hasta que un día se detenga.
¡Escuchad, muertos!
Permitid
que os diga
que vuestra hora sonó hace mucho.
Los que viven disfrutan de la luz,
pero eso no sucede con los muertos.
Vamos, ¿no queréis acostaros?
¡Peor si
apenas podéis mover vuestros miembros!
(Los muertos, como autómatas, se levantan y
recogen todo volviendo a sus ataúdes. Los
cuatro muchachos son los últimos)
¡Recoged todo,
guardad
los juegos
y
buscad vuestros ataúdes,
que pronto
el sueño os vencerá!
(San Pedro ha seguido disminuyendo la luz de la
luna, de modo que apenas se vislumbra muy poco)
¡Escuchad, muertos, dejad que os diga,
que
nunca más resonará una campana,
nada de alegría, nada de bullicio!
Deberéis dormir, sólo dormir,
dormir,
dormir,
dormir...
(Todos los muertos han regresado a sus tumbas.
Los
últimos restos de la hoguera se han apagado.
San Pedro
toma la luna, la esconde bajo su manto
y desaparece
en la oscuridad. La escena se cubre de nubes.)
NARRADOR
Y así San Pedro trajo el descanso a los muertos,
y los hizo regresar
a sus tumbas...
(Se ve a San Pedro ascendiendo por los cielos,
llevando
la luna como linterna, y desapareciendo
entre las
nubes)
... llevándose la luna con él...
¡Y la colgó del cielo!
(El narrador desaparece. Las nubes comienzan
a
apartarse. En lo alto se ve colgando a la
luna
que inunda con su luz todo el campo. De una
casa
sale un niño con su pijama.
Mira a lo alto y descubre
la luna)
UN NIÑO
¡Ah! ¡Allí cuelga la luna!
(Corre a la casa y regresa con otros niños. De
todos lados llegan campesinos
que, asombrados,
miran a la luna. Se escucha a los
muertos dormir
plácidamente en sus tumbas. Pasa una
nube y tapa
la luna. Oscuridad.)
Traducido y digitalizado por:
Danilo Serrano 2018
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