CRESO

(El altivo, derrocado y nuevamente entronizado, Creso)

(Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus)

 

Personajes

CRESO      

CIRO  

ELMIRA

ATIS

ORSANES

ELIATES

OLISIUS

CLÉRIDA

SOLÓN

HALÍMACUS

TRIGESTA

ELCIUS

NERILUS

Rey de Lidia

Rey de Persia

Princesa Meda

            Hijo mudo de Creso          

Noble Lidio

Noble Lidio

Noble Lidio

Princesa Lidia

Filósofo Griego

Preceptor de Atis

Doncella de Elmira

Servidosr de Atis

Paje de Atis

Tenor

Bajo

      Soprano

Contratenor

           Barítono

Tenor

Bajo

Soprano

Barítono

Contratenor

Soprano

Tenor

Tenor

 

La acción se desarrolla en Lidia (Anatolia) en el año 546 A.C.

 

ERSTER HANDLUNG 


Erster Aufftritt 

(Der Schauplatz stellet vor einen prächtigen Saal und 
herrlichen Thron. Croesus auf dem Thron Orsanes, 
Eliates, Halimacus, Olisius und viele andere Lidische 
Staats- und Kriegs-Bediente alle kniend; Solon allein 
stehend)

Arie 

CHOR
Croesus herrsche Croesus lebe
Daß der Glantz von seinem Glücke
Macht und Hoheits stoltze Blicke
Umb den gantzen Erd-Kreiß gebe;
Croesus herrsche Croesus lebe!

CROESUS
Ihr edle Lidier getreue Unterthanen 
Ich hoffe daß mir eure Tapfferkeit
Den Weg nach dieser Zeit
Zum Götter-Stande werde bahnen.
Indessen nehm' ich gnädigst an
Die Lieb' und Treu so ich hie spüren kan.

(Winckt daß sie sich aufrichten sollen und wendet
sich zu Solon) 

Nur Solon traurt allein
Und hat der helle Schein
Von meiner Macht und Herrlichkeit
Ihn niemahls noch erfreut?

SOLON
Den gläntzenden Crystall
Zerbricht ein Unglücks-Fall.

CROESUS
Hat Solon nicht gesehn
Die viele Krieges-Schaaren
Die mir zu Dienste stehn
Und meinen Thron bewahren?

SOLON
Es können die Omeisen
Noch vielmehr Schaaren weisen.

CROESUS
Schau an die reiche Wand 
Das prächtige Gebäude 
Bedeckt mit lauter Seide 
Durch Kunst-erfahrne Hand.

SOLON
Ist das denn deine Pracht
Die dir ein Würmlein macht?

CROESUS
Es zeiget dir mein Reich 
Den Kern von tapffren Leuten 
Die mir hie stehn zur Seiten.

SOLON
Der Tod macht alle gleich.

CROESUS
Schau wie das Gold an meinem Zepter prahlt 
Und mir sein Glantz die Hand bestrahlt.

SOLON
Das Gold ist nur ein Raub 
Der Erden-Grufft entführet 
Die Hand damit gezieret 
Ist nichts als Asch und Staub.

CROESUS
Wird alle diese Pracht
Von dir so gar verlacht?
Last meine Schätze sehen.

(Die Thüren der Schatzkammer werden auffgethan) 

Schau Solon, schau tritt näher hin 
Und sag ob ich nicht glücklich bin.

(Solon siehet nur ein wenig hin und wendet sich
alsobald wieder um) 

Schau an!

SOLON
Es ist genug geschehen.

CROESUS
Kan nicht der das besitzt glückselig heißen?

SOLON
Du irrest weit 
Meinstu diß sey Glückseligkeit?
Du bist nicht Herr der Schätz und Güter 
Es setzet dich das Glück
Darüber nur zum Hüter 
Und kan ein Unglücks-Blick
Dir alles wiederum entreißen.

Arie 

Solte Schiffern wohl geziemen 
Ehe dann der Port erreicht 
Ihrer Schiffahrt Glück zu rühmen?
Ein Mensch der dem Schiffe gleicht 
Hat kein wahres Glück erworben 
Eh er glücklich ist gestorben.

(Gehet ab. Croesus vom Thron absteigend)

CROESUS
Geh hin mit deinen Lehren 
Die mir verdrießlich sind zu hören.

Arie 

Weil die allerschönste Bluhm
Nicht behält der Schönheit Ruhm 
Wann die welcken Blätter fließen 
Solte man die kurtze Zeit
Ihrer schönen Lieblichkeit
Darum nicht mit Lust genießen?

Anderer Aufftritt 

(Königlicher Garten. Elmira, Trigesta)

Arie 

ELMIRA
Unglücks-Triebe 
Saurer Schmertz 
Werffen meine Hoffnung nieder 
Doch die Liebe
Stärckt mein Hertz 
Tröstet und erhebt mich wieder.
Du weist wie Cirus Macht
Gantz Medien hat überschwommen 
Die wehrtste Mutter als verwittbte Königin 
Von Reich und Thron gebracht.
Hie werden wir von Croesus auffgenommen 
Printz Atis gegen mich in keuscher Lieb'
entzündet 
Und diß ist der Gewinn
Worauff sich meine Hoffnung gründet.
Hab' ich mein Erb-Reich dort verlohren 
So werd' ich hie zur Königin erkohren.

TRIGESTA
Der Printz ist wiederum von ihr geliebt?

ELMIRA
Du hast es gnug verspühret.

TRIGESTA
Wie macht ers da er stumm daß er ihr Hertze rühret 
Und seine Liebe zu erkennen giebt?

Arie 

ELMIRA
Wann zwey verliebte Hertzen
Empfinden gleiche Schmertzen
Darff es der Sprache nicht;
Es zeugen gnug die Triebe
Von ihrer reinen Liebe
Das Aug und Angesicht.

Arie 

TRIGESTA
Ich mercke schon den Possen 
Die Zung' ist zwar verschlossen 
Doch sind die Lippen frey 
Er wird mit süßen Küssen
Ihr gnug zu sagen wissen
Daß er verliebet sey.

ELMIRA
Halt ein mit deinem Schertzen 
Orsanes kömmt der Mehrer meiner Schmertzen.

Dritter Aufftritt. 

(Orsanes, Elmira, Trigesta)

Arie 

ORSANES
Lieben Leiden Bitten Flehen 
Ist bey dir so gar umsonst 
Daß ich deiner Wieder-Gunst
Noch nicht einen Blick gesehen.
Kan ein Hertz von Stahl und Stein
Bey so grosser Schönheit seyn?

ELMIRA
Printz Atis, wie dir ist bewusst 
Herrscht nur allein in meiner Brust.

ORSANES
Muß meiner Hoffnung Brunst dann so erkalten?

ELMIRA
Das Faule schneidt man ab das Gute zu erhalten.

TRIGESTA
(für sich)
Wolt' er vergnüget seyn mit einer hübschen Alten!

ORSANES
Unseliger! daß ich dich lieben muß!

ELMIRA
Es ist des Himmels Schluß 
Ich kan nur einen lieben.

TRIGESTA
(Für sich)
Es ist mit mir bey einem nie geblieben.

(Gehet ab)

Vierdter Aufftritt 

(Halimacus von ferne Orsanes, Elmira)

ORSANES
Ist denn ein Stummer Liebens-werth?

ELMIRA
Die Tugend wird geehrt 
Und nicht der Stimmen-Schall.

ORSANES
So liebe dann ein höltzern Bild 
Wo du was Stummes lieben wilt.

ELMIRA
Liebstu die Stimm so liebe Echos Wiederhall.

ORSANES
Was kanstu von ihm hoffen?
Die Thüren stehn mir offen
Zu diesem Thron wann mirs gefällt 
Ich habe Freunde Macht und Geld.

ELMIRA
Wer keine Treu besitzt hat gar nichts in der Welt.

ORSANES
Er kan nicht zur Regierung kommen 
Weil das Gebiethen ihm ist mit der Sprach' entnommen.

ELMIRA
Ein Fürst gebeut durch seiner Diener Mund 
Es spricht für ihm Vergeltung bey den Frommen 
Den Bösen macht die Straff' auch seinen Willen kund.
Die stille Gravität steht Großen besser an 
Weil das Gesetz für sie gnug reden kan.

ORSANES
Was wil ein Fürst der nur mit Wincken spricht?

ELMIRA
Ein treuer Diener merckt den Willen am Gesicht'.

ORSANES
Wohlan Halsstarrige hilfft jetzt kein Flehen 
Ich hoff' es kömmt die Zeit 
Daß auch du deine Schuldigkeit
Gehorsamst mir wirst aus den Augen sehen.

(Gehet ab. Halimacus tritt hervor)

HALIMACUS
Ich preise die Beständigkeit 
Die ich verspühr' und bin bereit 
Bey meinem Printzen zu erlangen 
Daß Treu und Untreu sol verdienten Lohn empfangen 
Orsanes Schand und Hohn 
Elmira Thron und Kron.

ELMIRA
Die Treu und Tugend ist für sich gnugsamer Lohn.

Arie 

HALIMACUS
Wahre Treu kan nicht auff Erden 
Bey den Menschen dieser Zeit 
Nach Verdienst belohnet werden;
Und die seltne Redlichkeit 
Muß man über alles setzen 
Mehr als Cron und Zepter schätzen.

Fünffter Aufftritt. 

(Atis stumm Halimacus, Elmira, Nerillus. Atis kömmt 
von weitem mit holdseligen und freudigen Gebärden)

HALIMACUS
Printz Atis kömmt!

Arie 

ELMIRA
Er erweckt in meinem Hertzen 
Durch sein helles Angesicht 
Neue Freud' und neues Licht.
Wie von Titans güldnen Kertzen 
Wann der frühe Tag anbricht 
Durch der Stummen Strahlen Macht
Die betraumte Welt erwacht.

(Atis zeiget durch Gebärden daß ihm Halimacus
beunruhiget für komme)

HALIMACUS
Ich mercke deinen Sinn 
Du spürest daß ich traurig bin.

(Atis zeiget daß er die Ursache wissen wolle)

HALIMACUS
Du fragst was mir sey widerfahren 
Zu seiner Zeit wil ich dirs offenbahren.
Ein weiser Artzt wird keinen Schwachen
Der Kranckheit-Ursprung kundbar machen 
Wofern er Sorge trägt 
Daß sich dadurch die Kranckheit mehr erregt.
Ich habe dich in deiner Jugend
Bißhero stets nach Wunsch regiert 
Und hoffe daß die wahre Tugend 
Die ich in allen deinem Thun verspürt 
Wird nimmermehr erkalten 
Und dich hinfort in stetem Glück erhalten.
Indessen bleib' ich dir getreu in Rath und That 
Und bitte lieb Elmir, weil sies verdienet hat.

(Atis antwortet mit freundlichen Gebärden worauff
Halimacus abtritt)

Sechster Aufftritt. 

(Atis, Elmira, Nerillus. Atis wendet sich zu Elmira, 
und giebt ihr Liebes-Anzeigungen)

ELMIRA
Verliebter Printz ob gleich der Mund nicht spricht 
So sagt mir doch dein holdes Angesicht 
Daß deine Brust von Lieb' entzündet 
Bey mir Vergnügung findet.

(Atis giebet Zeichen einer brünstigen Liebe)

Arie 

ELMIRA
So bald dich nur mein Auge sah 
Empfand ich Liebes-Pein.
Und du desgleichen sag mir?

(Atis wincket: Ja) 

Liebst auch kein' andre?

(Atis wincket: Nein)

Du bleibst stets in Gedancken da 
Mustu gleich ferne seyn 
So wohn ich dir im Hertzen?

(Atis wincket: Ja)

Und sonst kein' andre?

(Atis wincket: Nein)

(Folgends wendet er sich zu Nerillus, und deutet 
auff Elmira)

ELMIRA
Was zeigt der Printz geliebter Knabe?

NERILLUS
Weil aus Gewohnheit ich erlernet habe
Durch Wincken zu verstehen sein Begehren
So wil er daß ich dir sein Hertze sol erklären.

(Atis macht unterschiedliche Bewegungen auf die 
Masse folgender Arie, welche indessen gespielet wird)

ELMIRA
Was hastu jetzt gesehn?

NERILLUS
So ist es zu verstehn.

Arie 

Durch der Haare güldne Stricke
Ist ans Hertz ein Band gelegt 
Durch der Augen holde Blicke
Ist die Brust in Feur erregt 
Dennoch leb ich höchst vergnügt 
Und begehre kein Erretten
Aus den güldnen Band' und Ketten 
Dran mein Hertz in Flammen liegt.

(Atis bekräfftiget dieses mit Gebärden)

ELMIRA
Die dich bestrickt 
Ist selbst nicht frey 
Und hält sich höchst beglückt
In ihrer Sclaverey.

Siebender Aufftritt. 

(Elcius und Vorige)

ELCIUS
Der König wil euch gerne sprechen 
Wo ihr der Courtesie ein wenig ab könt brechen.

(Atis zeiget daß er scheiden müsse)

Arie 

ELMIRA
Du must scheiden doch indessen 
Eh du scheidest gib Gehör 
Wiltu meiner auch vergessen?

(Atis antwortet mit Gebärden)

NERILLUS
Nein, nein sagt er nimmermehr.

ELMIRA
Wirstu einer andren können 
Wanns gleich eine Göttin wär 
Hoffnung deiner Liebe gönnen?

(Atis antwortet mit Gebärde)

NERILLUS
Nein, nein sagt er nimmermehr.

(Atis und Elmira gehen ab. Elcius erhascht Nerillus,
und hält ihn daß er folgenden Satz mit ihm singe)

ELCIUS
Sag mein Magen sag indessen 
Plagt dich Durst und Hunger sehr?
Wiltu wol ein Bärtlein essen?

NERILLUS
Ja, ja sagt er noch vielmehr.

ELCIUS
Wirstu einem Stübchen können 
Wanns gleich guter Rhein-Wein wär 
Herberg willig in dir gönnen?

NERILLUS
Ja Ja sagt er noch vielmehr.

(Nerillus entlaufft)

Ha! bon Garçon, der Bärenhäuter
Weiß recht hauptsächlich Sinn 
Daß ich ein guter Schlucker bin 
Und tausendmahl gescheuter
Als mein Herr Atis ist.
Der Wurm ist von der Liebe so besessen 
Daß er dafür das Trincken und das Essen
Fast gantz und gar vergist.
Man wird durch andrer Schaden klug 
Drum bin ich sicher gnug 
Daß Liebe nie bey mir kan hausen 
Ich halte gar zu viel vom Schmausen.

Achter Aufftritt. 

(Orsanes, Eliates)

Arie 

ORSANES, ELIATES
Ich säh' auf wilde Wellen 
Ich bau auff dürren Sand.

ELIATES
So wird das Unglücks-Band
Im Lieben uns gesellen 
Durch steten Widerstand.

ORSANES, ELIATES
Ich säh' auff wilde Wellen 
Ich bau auff dürren Sand.

ORSANES
Ich lieb' und bin verhast.

ELIATES
Die meine Brust macht brennen 
Will keine Rettung gönnen 

ORSANES, ELIATES
O schwere Liebes-Last!

ELIATES
Ich säh' auff wilde Wellen 
Ich bau auff dürren Sand 

ORSANES
So wird ein Unglücks-Band
Im Lieben uns gesellen 
Durch steten Widerstand.

ORSANES, ELIATES
Ich säh' auff wilde Wellen 
Ich bau auff dürren Sand.

Neunter Aufftritt. 

(Elmira und Clerida kommen von ferne singend) 

Arie 

CLERIDA
Blindes Feur das mich verzehret 
Brenn' ach brenne doch nicht mehr!

ELMIRA
Liebes-Feur das mich ernähret 
Brenn ach brenn noch eins so sehr.

CLERIDA, ELIATES
Ich empfinde nur kein Betrüben
In dem unvergnügten/höchstvergnügten Lieben.

Arie 

ELIATES 
(zu Clerida)
Clerida du hält'st gefangen
Mein von Liebe mattes Hertz;
Sol ich keinen Trost erlangen?

CLERIDA
Ich kan nicht.

ELIATES
O herber Schmertz!

CLERIDA 
(zu Orsanes)
Schau Orsan, mein treues Lieben 
Schau und gib verdienten Lohn 
Wiltu kein' Erkäntniß üben?

ORSANES
Ich kan nicht.

CLERIDA
O grosser Hohn!

ORSANES
(zu Elmira)
Laß dich doch Elmir, erweichen 
Da ich bitte seuftz' und fleh'.
Sol ich dann für Lieb' erbleichen?

ELMIRA
Ich kan nicht.

ORSANES
Ach ich vergeh!

ELIATES, CLERIDA, ORSANES
Lieb' ich mercke dein Bethören 
Alle Hoffnung ist nun fort 
Da ich muß das Urtheil hören 
Ich kan nicht! Verzweiflungs-Wort!

Zehender Aufftritt 

(Atis, Elcius, und Vorige. Atis zeiget sich traurig)

Arie 

ELMIRA
Meiner Seelen Lust und Wonne 
Was benebelt dein Gesicht? Traure nicht 
Daß mir gläntze meine Sonne 
Deiner Augen Freuden-Licht.

ELCIUS
Wo ich bey diesen Fackeln
Des Nachtes sehen muß 
So wird mein trunckner Fuß
Im Finstern greulich wackeln.

(Atis zeiget indessen seine Ungedult' daß er nicht 
reden kan)

ELMIRA
Mich vergnügt dein treues Hertze 
Ob die Zunge gleich nicht spricht Traure nicht 
Es ersetzt der Augen Kertze 
Was dem stummen Mund gebricht.

(Elmira wil abtreten Atis hält sie und zeiget daß
er sich einiger Unbeständigkeit befürchte)

ELMIRA
Sey versichert mein Erretter 
Meiner stets getreuen Pflicht Fürchte nicht 
Hat man doch für stumme Götter
Dienst und Opffer angericht.

(Atis und Elmira treten ab)

ORSANES
Orsanes mustu dann dem stummen Atis weichen?

CLERIDA
Ist meine Schönheit nicht Elmiren zu vergleichen?

ELIATES
Und kan ich was Orsan verachtet nicht erreichen?

ORSANES, CLERIDA, ELIATES
Muß dann die schwere Liebes-Pein
Noch durch Verspottung schwerer seyn?

Eilffter Aufftritt 

ELCIUS
Hoert wie die Eulen
Für lauter Liebe heulen.
Pfuy Teuffel steht das wol 
Daß sich ein Cavalier 
Mit Federn und Rappier 
Der nur von Hauen Stechen 
Erschießen Hälsebrechen 
Zu sagen wissen sol 
Von Venus kleinem Huren-Sohn 
Dem Bärenhäuter Ertz-Cujon,
So lässet tribuliren
Daß er da in Figur 
Wie eine alte Hur 
Den Jammer-Thon muß intoniren?
Ich hätte zehnmahl lieber
Ein starckes Ochsen-Fieber 
Als daß ich an dem Narren-Seil
Mit führte Liebes-Affen feil.
Viva le trinck trinck trinck 
Cappo, das ist ein schönes Ding 
Und steht mir besser an 
Wann ich beym guten Wein ein Liedlein singen kan.

Zwölffter Aufftritt. 

(Königl. Zimmer. Croesus, Orsanes, Eliates, 
Olisius, und viele Kriegs-Bediente)

CROESUS.
Darff Cirus dann den Frieden mit uns brechen 
Und ist ihm unbekandt 
Daß meine nie verzagte Hand
Das Höhnen und das Unrecht weiß zu rächen?

ELIATES
Sein Volck ist in dem Krieg erfahren 
Und mehr als unsre Scharen 
Des Siegens längst gewohnt.

CROESUS.
Wir haben ihrer doch bey Babel nicht geschont;
An Muth und Macht sol mirs nicht fehlen 
Wann nur das Glück wil unsre Seite wählen.

OLISIUS
Die Furcht ist nütz im Kriegen 
Die auff Behutsamkeit gebaut 
Und sieht man den zum öfftern unterliegen 
Der gar zu viel auff seine Macht vertraut.

Dreyzehender Aufftritt. 

(Halimacus, und Vorige)

HALIMACUS
Es ist der Feind im Finstern dieser Nacht
So nah heran gerückt 
Daß man ihn schon in Ordnung zu der Schlacht 
Von unsers Lägers Wällen hat erblickt.
Gantz Sardis ist empört und merckt man daß 
Die Furcht bey jedem sich vermehrt.

CROESUS.
Ist er so kühn und hat er Lust zum Schlagen 
Wohlan wir wollens wagen 
Und seinen Frevel nach Verdienste straffen.
Geschwind gebt Helm und Waffen!

(Croesus waffnet sich)

HALIMACUS
Der Königliche Printz wird mit mir nicht verweilen 
Dem Herren Vater nach zu eilen 
Sein tapffrer Arm ersetzt des Mund's Gebrechen 
Wann man ihn sieht mit seinem Schwerdte sprechen.

CROESUS.
Ihr die ihr Ehr und Ruhm verlanget zu erwerben 
Folgt meinem kühnen Muth 
Mein Purpur-reiches Kleid wil ich noch rother färben 
Durch unsrer Feinde Blut.
Du aber Eliat,
Verbleib du solt an meiner Statt 
So lang ich diesen Krieg muß führen 
Mein Reich und diese Stadt regieren.

(Eliates neiget sich und empfängt den Regierungs-Stab)

Arie 

OLISIUS, HALIMACUS
Geneigtes Geschicke 
Begleite beglücke
Den muthigen Held!

CROESUS.
Durch tapfres Erkühnen
Ist Ruhm zu verdienen 
In Mavors Gezelt.

OLISIUS, HALIMACUS
Geneigtes Geschicke.

ORSANES, ELIATES
Begleite beglücke 
Den muhtigen Held!

Vierzehender Aufftritt. 

ORSANES 
(in tieffen Gedancken; folgends Clerida)
Muß ich in meinem Hertzen
Auch diesen Hohn verschmertzen 
Daß Eliates mir wird vorgezogen 
Zu solcher Ehr' erhöht!
So ists um mich gethan 
Mein' Ehrsucht ist betrogen 
Mein Lieben wird verschmäht 
Was fängstu an Orsan?
Der König geht dem Feind' entgegen 
Printz Atis folgt Halimacus imgleichen;
Vielleicht zeigt dir das Glück 
Die Stund und das Vermögen 
Was du schon längst gehofft anjetzo erreichen.
Ich sehe Clerida, mein Unmuth leidet nicht
Ihr Klagen jetzo anzuhören.

(Tritt ab)

CLERIDA
Bleib nur ich wil dich nicht verstöhren 
Grausamer! Ach du fleuchst für mein Gesicht.

Aria 

Halt Amor ein es ist zu viel!
Du treibst nur Spiel
Mit deinen Plagen 
Die ich so schmertzlich fühl' 
Und länger nicht kan tragen 
Es ist zu viel!
Halt Amor ein ich kan nicht mehr!
Es schmertzt zu sehr 
Daß all mein Flehen
Find nicht nur kein Gehör 
Besondern gar verschmähen;
Ich kan nicht mehr.

Funffzehender Aufftritt. 

ELICIUS 
(närrisch gewaffnet von vier Harlequins
begleitet die seiner spotten)
Seht wie die elementsche Affen
Sich kitzeln über meine Waffen!
Wie! seyd ihr närrisch oder voll?
Ich gläub' ihr werdet toll.
Wanns länger währt es wird nicht taugen 
Ich schieß euch in die Augen.
Ho! so solls anders stincken 
Was laßt ihr euch bedüncken?
Ich mercke wohl beym Schlapperment 
Daß ihr mich noch nicht kennt 
Und wisst nicht daß ich führ
Den Caractér vom Officier.
Den Persern dem Canaille,
Mag nur für meine Fäuste grausen 
Wie werd' ich ihre Peltze lausen 
á la Bataille, á la Bataille.

Arie 

Das Blinckern 
Und Flinckern 
Und Klinckern
Der Waffen 
Kan Schrecken
Erwecken 
Nur Gecken
Und Affen.
Wer spühret
Und führet
Ein männliches Hertz 
Wird Kriegen
Und Siegen 
Mit Lachen und Schertz.

Ballet von Harlequins. 

Sechzehender Aufftritt. 

(Der Schau-Platz zeiget im Vordertheil Cirus, und von 
weitem Croesus Lager. Cirus mit seiner Armée forne 
Croesus hinten)

Arie 

CIRUS
Laß ich meine siegende Waffen nur sehen 
Die Fahnen nur wehen 
Erzittern 
Erschüttern 
Erbleichen 
Entweichen 
Die meine Macht durfften verschmähen.
Ich führe das flüchtige Glück
Gefangen am Strick.

Rittornello, von Paucken und Trompeten. 

Wann blitzen die Persischen Spieße und Degen 
Darff keiner sich regen 
Sie schlagen 
Verjagen 
Bekriegen 
Bestiegen 
Was ihnen sich setzet entgegen.
So führ ich das flüchtige Glück
Gefangen am Strick.

Ritornello 

CIRUS
Ihr Helden folget dann die Stund' ist nun gekommen 
Da jeder seine Treu und Tugend lasse sehn 
Der Feind vom Müßiggang und Wollust eingenommen 
Wird unsrer Tapfferkeit nicht können widerstehn;
Wir dürffen sicher seyn daß er muß unterliegen 
Und für uns eines ist das Kämpffen und das Siegen.

(Die Trompeten und Trommeln lassen sich von beyden 
Seiten hören)

CROESUS.
Frisch auff uns rufft von weiten
Der frohe Krieges-Schall 
Ein jeder gebe dann den tapfern Wider-Hall 
Zun Waffen zum Streiten!

CHOR BEY DER ARMÉEN.
Zun Waffen zum Streiten!

(Darauff folget die Schlacht worinnen zuletzt die Perser 
obsiegen und die Lidier die Flucht nehmen. Ballet von 
Persischen Soldaten)

Siebenzehender Aufftritt. 

(Croesus flüchtig ohne Königliche Kleidung ein 
Persischer Hauptmann mit einigen Soldaten 
folgends Atis und Halimacus)

CROESUS.
Der Perser Schwerdt und Pfeile
Sind Blitz und Donner-Keile 
Da keine Macht kan widerstehn.
Es ist nunmehr um mich und dieses Reich geschehn 
Ich muß nur in der Flucht mein Heil versuchen.
Ihr Götter Sterne Glück solt' ich euch nicht verfluchen?

HAUPTMANN
Ein Lidier! Stirb!

ATIS
Es ist der König; hat!
Erschlag ihn nicht.

HALIMACUS
Ach welch Entsetzen!
Wie! Atis spricht?

HAUPTMANN
Der König? welch' Ergetzen!
So ist er dann in unserer Gewalt.

(Führen ihn gefangen hinweg)

ATIS
Ach! ich erstick im Blut.

(Wirfft häuffig Blut aus)

HALIMACUS
Wir müssen eiligst nur die Flucht ergreiffen 
Weils hie nicht sicher ist für unsrer Feinde Streiffen.

ATIS
Wie kränckt es meinen Muth 
Daß ich den Vater muß
Gefangen hinterlassen.

HALIMACUS
So wils des Himmels Schluß 
Darum ist nur Gedult zu fassen.

ATIS
Mich Unglückseligen!
Da mein gefangner Mund der Bande wird befreyt 
Führt man den Vater hin in Band' und Dienstbarkeit.

Achtzehender Aufftritt. 

(Man siehet von weitem der Lidier verheertes Lager 
und das Feld von Erschlagenen gantz bedeckt. Cirus 
zu Pferde umgeben von seinen Hauptleuten und 
gefolgt von Soldaten und vielen gefangenen Lidiern, 
triumphirend unter frölichem Trompetenund Paucken-
Schalle)

Arie 

CIRUS
So jauchzet mein frölicher Muth!
So führ ich die siegende Zeichen
Auff Hügel von Leichen 
Durch Ströme von Blut.
So jauchzet mein frölicher Muth!
Ich drücke
Das Glücke
Dem Lidischen Glücke 
ErstickeDie schädliche Bruth;
So jauchzet mein frölicher Muth!

(Rittornello mit Trompeten und Paucken. Croesus
wird in Ketten herzugeführet)

HAUPTMANN
Hie ist die reichste Beute 
Die wir in diesem Streite
Verhofften zu erlangen 
Wir führen Croesus selbst gefangen.

CIRUS
O unverhoffte Freude!
So hat dich Croesus, dann
Die Abgrunds-Grufft verschlungen 
Die du gegraben hast 
Und drückt dich selbst die Last
Vom stoltzen Hohn-Gebäude 
Das du hast auffgeführt.
Was Rasen kam dich an 
Daß du nach Unglück selbst gerungen 
Wie gantz Assyrien gerebellirt?
Du hast sie wider mich erreget 
Und bist wie sie auffs Haupt erleget 
Mir durch die Flucht entsprungen;
Jetzt kommt und folgt dir näher nach
Mein und der Götter Rach!

CROESUS.
Ich muß den Göttern weichen.

CIRUS
Den Göttern und auch mir imgleichen.

CROESUS.
Nicht dir nur deinem Glücke.

CIRUS
Schau deine Band' und Stricke.

CROESUS.
Ich bin ein König.

CIRUS
Ja dennoch mein Feind 
Der es mit mir nicht redlich hat gemeint.

CROESUS.
Der stoltze Hochmuth nimmt dich ein 
Halt Könige Königlich wiltu ein König seyn.

CIRUS
Der Himmel machet mich zum Uberwinder.

CROESUS.
Wiltu im Glück so hoch den Bogen spannen 
Machstu dich selber zum Tyrannen.

CIRUS
Sclav rede was gelinder;
Weg! führet ihn hinein.

CROESUS.
Halt Könige Königlich wiltu ein König seyn.

CIRUS
So jauchzet!
 
ACTO PRIMERO 


Escena Primera 

(Creso está sentado en su trono. Orsanes, 
Eliates, Halímacus, Olísius y muchos otros 
miembros de la corte lidia. Soldados y vasallos 
se encuentran arrodillados frente al trono. Sólo 
Solón se encuentra en pié) 

Aria 

CORO
¡Viva el reino de Creso, viva Creso!
Que el resplandor de su suerte,
su poder y su orgullosa mirada,
giren en torno al mundo entero.
¡Viva el reino de Creso , viva Creso!

CRESO
¡Honorables lidios, fieles súbditos!
Tengo la esperanza de que vuestra valentía
me guíe algún día 
hacia el lugar de los dioses.
Mientras tanto, acepto gustoso
el amor y la lealtad que siento en vosotros.

(Saluda, les indica que pueden levantarse y 
se dirige a Solón)

Sólo Solón esta triste.
La clara luz de mi poder
y de mi magnificencia,
¿no logra alegrarte?

SOLÓN
La desgracia puede romper 
hasta el cristal más luminoso.

CRESO
¿No ha visto Solón
a los muchos guerreros
que están a mi servicio
y que protegen mi trono?

SOLÓN
Las hormigas son capaces de 
mostrar mayores cantidades.

CRESO
Mira esta rica pared
y el magnífico edificio
tapizado en seda
por artística mano. 

SOLÓN
¿Es ésta tu riqueza,
la obra de un gusano?

CRESO
Te mostraré mi reino,
la patria de hombres valientes,
que siempre me son fieles.

SOLÓN
La muerte iguala a todos.

CRESO
¡Mira cómo resplandece el oro en mi cetro,
y cómo ilumina con su reflejo mi mano!

SOLÓN
El oro sólo es una prenda robada,
arrancada a la sepultura de la tierra.
La mano con ella adornada,
no es más que ceniza y polvo.

CRESO
¿No eres capaz de apreciar su belleza?
¿No tiene valor para ti?
Te mostraré mis tesoros.

(Se abren las puertas de la cámara del tesoro) 

¡Mira, Solón, mira!... ¡Acércate y entra!
Dime si no soy feliz.

(Solón apenas dirige una mirada y se da vuelta 
enseguida) 

¡Mira!

SOLÓN
Ya he visto bastante. 

CRESO
¿Acaso no tengo derecho a decir que soy feliz?

SOLÓN
Mucho te equivocas.
¿Piensas que eso da la felicidad?
Tú no eres el señor 
de esos tesoros y bienes.
La suerte sólo te ha designado ser su tutor.
Una sólo parpadeo de la Fortuna
te lo puede quitar todo.

Aria 

¿Sería oportuno que los navegantes,
antes de alcanzar el puerto,
se vanagloriaran de una exitosa travesía?
El hombre, igual que el barco, 
no alcanza verdadera felicidad,
mientras no muera feliz. 

(Se retira. Creso baja del trono) 

CRESO
¡Vete con tus ideas!
¡No quiero volver a escucharlas!

Aria 

La flor más hermosa,
no mantiene la belleza de su fama
cuando los marchitos pétalos caen.
¿Por qué no disfrutar con placer 
el corto tiempo 
que dura su hermosura?

Escena Segunda 

(En el jardín del palacio. Elmira, Trigesta) 

Aria 

ELMIRA
Desdichadas ansias
y un amargo dolor,
abaten mi esperanza.
Mas el amor,
fortifica mi corazón,
me consuela y me eleva.
Tú sabes como el poder de Ciro
dominó toda Media.
A mi querida madre, la reina viuda,
la destronó y le quitó el reino.
Cuando aquí nos recibió Creso,
en el príncipe Atis se despertó 
un tierno amor hacia mí.
Ésa es mi recompensa
y la base de mi esperanza.
He perdido allá, el reino heredado;
pero aquí, soy elegida reina.

TRIGESTA
¿Tú amas al príncipe?

ELMIRA
Sí, veo que lo has notado.

TRIGESTA
¿Cómo logra, siendo mudo, conmoverte?
¿Cómo te da a entender su amor?

Aria 

ELMIRA
Cuando dos corazones enamorados,
sienten el mismo dolor,
no es necesario el lenguaje.
Para expresar el ardor
de su puro amor,
le basta con la mirada. 

Aria 

TRIGESTA
Dices muy bien,
aunque la lengua se mantenga muda,
los labios son libres.
Con dulces besos 
sabrá decirte 
lo enamorado que está.

ELMIRA
Deja de bromear.
Ahí llega Orsanes, la causa de mi dolor.

Escena Tercera 

(Orsanes, Elmira, Trigesta) 

Aria 

ORSANES
¡Amar, sufrir, rogar, suplicar,
todo es vano frente a ti!
Ni una mirada de agradecimiento
me has otorgado.
¿Puede anidar un corazón de acero y piedra
en tan grande belleza?

ELMIRA
Debes saber que es el príncipe Atis
el dueño de mi corazón.

ORSANES
¿Deberá enfriarse la esperanza de mi pasión?

ELMIRA
Lo inútil se debe cortar, lo bueno puede quedar.

TRIGESTA
(Para sí)
Si te conformaras con el amor de una linda vieja.

ORSANES
¡Desgraciado de mí, que te amo!

ELMIRA
Es la decisión del cielo:
sólo puedo amar a uno.

TRIGESTA
(Para sí)
A mí nunca me alcanzaba ni siquiera uno.

(Se retira) 

Escena Cuarta 

(Halímacus de lejos, Orsanes, Elmira)

ORSANES
¿Es digno de amor un mudo?

ELMIRA
La virtud es lo que tiene valor,
y no la potencia de la voz.

ORSANES
Si quisieras amar algo mudo,
podrías amar a una figura de madera.

ELMIRA
Tú amas la voz, yo el eco del amor.

ORSANES
¿Qué puedes esperar de él?
Para mí, todas las puertas están abiertas,
hasta subir al trono, si lo deseo.
Tengo amigos, poder y dinero.

ELMIRA
Quien no es leal, no posee nada en este mundo.

ORSANES
Él no puede gobernar,
pues para dirigir es necesario hablar.

ELMIRA
Un rey ordena por la boca de sus servidores;
manda perdonar a los justos
y ordena castigar a los perversos.
Los grandes son parcos en palabras,
pues la justicia puede hablar por sí sola.

ORSANES
¿Quién ha visto un príncipe que hable por gestos?

ELMIRA
Un servidor fiel lee la expresión del rostro.

ORSANES
Veo que eres terca.
No te convence mi rogar.
Espero que llegue un tiempo en que 
me debas mirar a los ojos con obediencia.

(Se retira. Entra Halímacus) 

HALÍMACUS
Siempre he sido un leal servidor 
y estoy dispuesto a servir a mi príncipe
con el fin de que, lealtad y deslealtad,
reciban su recompensa.
Para Orsanes vergüenza y desprecio.
Para Elmira, el trono y la corona.

ELMIRA
Tu lealtad y virtud, son suficiente recompensa.

Aria 

HALÍMACUS
La verdadera lealtad no puede en esta tierra,
entre los hombres de este tiempo,
ser recompensada como corresponde.
La honesta sinceridad
debe ser valorada sobre todas las cosas,
más que la corona y que el cetro.

Escena Quinta 

(Atis, mudo. Halímacus. Elmira, Nerillus.
Atis llega con gestos animados y alegres) 

HALÍMACUS
¡Viene el príncipe Atis!

Aria 

ELMIRA
Él hace renacer en mi corazón,
con su clara expresión,
una nueva alegría y luz.
Al igual que las bondadosas velas de Titán,
cuando el temprano día comienza,
con los mudos rayos de su poder
la soñolienta tierra despiertan.

(Atis demuestra con gestos que le inquieta 
el estado de ánimo de Halímacus) 

HALÍMACUS
Noto por tu expresión,
que sientes que estoy triste.

(Atis hace un gesto afirmativo) 

HALÍMACUS
¿Te preguntas qué me sucede?
A su tiempo todo te diré.
Un médico nunca le explica al paciente
el origen de su mal, 
pues temerá que de esa forma 
la enfermedad se extienda.
Desde tu juventud,
actué siempre según tu voluntad.
Tengo la esperanza de que la virtud
que siento en todo tu actuar, nunca se enfríe,
y que perdure siempre tu buena estrella.
A tu lado permaneceré leal, 
con mis consejos y mis actos.
Te ruego que ames a Elmira, pues se lo merece. 

(Atis le responde con gestos y Halímacus 
se retira) 

Escena Sexta 

(Atis, Elmira y Nerillus. Atis se dirige a Elmira 
y con gestos le expresa su cariño) 

ELMIRA
Enamorado príncipe, aunque tu boca no habla,
tu gentil rostro me dice 
que tu pecho arde de amor 
que es correspondido por mí. 

(Atis de expresa por señas su amor) 

Aria 

ELMIRA
Apenas te divisaron mis ojos,
sentí una profunda pena de amor.
Dime, ¿ tú sentiste lo mismo?

(Atis asiente) 

¿Estás seguro de que no amas a otra?

(Atis niega) 

Siempre permaneces en mi pensamiento.
Cuando debes marchar lejos,
¿me llevas en tu corazón?

(Atis asiente) 

¿Y a ninguna otra...

(Atis niega) 

(Se da vuelta hacia Nerillus y señala 
a Elmira) 

ELMIRA
¿Qué indica el príncipe, querido niño?

NERILLUS
He aprendido a comprender 
el significado de sus gestos y sus deseos.
Quiere que te explique lo que siente su corazón.

(Atis hace diferentes gestos y Nerillus se lo 
traduce a Elmira) 

ELMIRA
¿Qué dice?

NERILLUS
Debes entenderlo así...

Aria 

El cabello forma dorados lazos
que atan como una cinta el corazón.
Por las miradas de queridos ojos,
el pecho arde con excitación.
Yo vivo feliz
y no aspiro salvación
ni de las cintas que me encadenan,
ni de las llamas que queman mi corazón.

(Atis enfatiza las palabras con gestos) 

ELMIRA
La que te ata,
tampoco es libre
y se siente muy feliz
en su esclavitud.

Escena Séptima 

(Elcius y los anteriores) 

ELCIUS
El Rey quiere hablar contigo,
si tu cortesía lo permite.

(Atis hace signos de que debe partir) 

Aria 

ELMIRA
Debes partir, pero mientras tanto,
te quisiera preguntar una vez más...
¿Me olvidarás?

(Atis responde con gestos) 

NERILLUS
¡No, no, él dice que nunca jamás!

ELMIRA
¿Podrías entregarle a otra,
aunque fuera igual a una diosa,
la esperanza de tu amor?

(Atis responde con gestos) 

NERILLUS
¡No, no, él dice nunca jamás! 

(Atis y Elmira salen. Elcius retiene a Nerillus 
y juntos cantan las siguientes estrofas) 

ELCIUS
Dime, estómago, dime mientras tanto,
¿Te acosan la sed y hambre?
¿Quieres acaso comerte un osito? 

NERILLUS
¡Sí, sí, dice él, y mucho más.

ELCIUS
¿Quieres darle acogida 
al buen vino del Rin, tal vez,
en tu habitación?

NERILLUS
¡Sí, sí, dice él, y mucho más!

(Nerillus sale corriendo) 

¡Ah, que buen muchacho!
Le quita la piel a los osos,
y sabe muy bien
que soy un buen bebedor,
y mucho más inteligente 
que Atis, mi señor.
El pobre está tan obsesionado por el amor,
que se olvida por ello de beber y comer.
Los errores ajenos, me han hecho sabio.
Estoy seguro, de que a mí el amor 
no me podrá conquistar,
pues le doy demasiado valor al paladar. 

Escena Octava 

(Orsanes, Eliates) 

Aria 

ORSANES, ELIATES.
Yo siembro en salvajes olas,
yo construyo en secas arenas.

ELIATES
Así, un desgraciado lazo
nos unirá al amor,
con constante resistencia.

ORSANES, ELIATES
Yo siembro en salvajes olas,
yo construyo en seca arena.

ORSANES
Yo amo y soy odiado.

ELIATES
La que mi pecho enciende,
no quiere darme salvación.

ORSANES, ELIATES
¡Oh!... ¡Dura pena es el amor!

ELIATES
Yo siembro en salvajes olas,
yo construyo en seca arena.

ORSANES
Así, un desgraciado lazo
nos unirá al amor,
con constante resistencia.

ORSANES, ELIATES
Yo siembro en salvajes olas,
yo construyo en secas arenas. 

Escena Novena 

(Elmira y Clérida vienen cantando desde lejos) 

Aria 

CLÉRIDA
Ciego fuego el que me desgarra,
¡no ardas, no ardas más!

ELMIRA
Fuego de amor que me alimenta,
¡arde, arde por siempre.

CLÉRIDA, ELIATES
No siento ningún pesar en el 
desagradable/agradable placer de amar.

Aria 

ELIATES 
(dirigiéndose a Clérida)
Clérida, tú mantienes preso
mi corazón embargado de amor.
¿No puedo tener consuelo?

CLÉRIDA
No puedes.

ELIATES
¡Oh, amargo dolor!

CLÉRIDA 
(dirigiéndose a Orsanes)
Mírame Orsanes, mi fiel amor.
Mírame, y dame merecida recompensa.
¿No quieres complacerme?

ORSANES
No puedo.

CLÉRIDA
¡Oh, qué desprecio!

ORSANES, 
(dirigiéndose a Elmira)
Elmira, déjate convencer;
te lo ruego, te lo imploro.
¿Acaso deseas que muera de amor?

ELMIRA
No puedo.

ORSANES
¡Desespero!

ELIATES, CLÉRIDA, ORSANES
Amor, oigo tu llamada,
toda esperanza se ha desvanecido,
debo acatar la orden.
"No puedo." ¡Palabra funesta!

Escena Décima 

(Atis, Elcius y los anteriores. Atis se ve triste)

Aria 

ELMIRA
Alegría y dicha de mi alma,
¿qué entristece tu rostro? 
No te aflijas, deja que brille mi sol,
que tus ojos reflejen el brillo de la alegría.

ELCIUS
Cuando no vea esa antorcha,
oscura noche será,
y mi pié tropezará
atrozmente en la oscuridad.

(Atis demuestra su impaciencia por no 
poder hablar) 

ELMIRA
Me hace feliz tu fiel corazón.
Aunque tu lengua no hable, no te aflijas,
pues la luz de tus ojos
reemplaza tu muda boca.

(Elmira quiere retirarse, Atis la retiene y le 
da a entender que le teme su inconstancia)

ELMIRA
Por siempre te aseguro, mi salvador,
que fiel cumpliré mi deber. 
No temas, a los dioses mudos
se han entregado ofrendas.

(Atis y Elmira se retiran) 

ORSANES
¿Deberá Orsanes ceder su lugar al mudo Atis?

CLÉRIDA
Mi belleza ¿no es similar a la de Elmira?

ELIATES
Y ¿no puedo tener yo, lo que Orsanes desprecia?

ORSANES, CLÉRIDA, ELIATES
¿Tendrá que ser la pena por el mal de amores,
mayor aún por el desprecio?

Escena Undécima 

ELCIUS
¡Escuchad como las lechuzas
por amor se lamentan!
No corresponde a un caballero
adornarse con plumas y encajes,
pues sólo de asuntos
como la caza del jabalí
debería entender.
Parece un hijo de Venus,
el pequeño hijo de ramera,
el que le quita la piel a los osos.
Dejadnos imaginar
cómo se asemejará a una vieja puta 
cuando suba al mísero trono.
Diez veces más preferiría
tener fiebre de buey, 
antes de estar atado al lazo de los tontos,
pues el amor los ata como a monos.
¡Viva la bebida, la bebida, la bebida!
Cappo, esto sí que es cosa linda,
y me sienta mucho mejor
cuando con buen vino puedo 
cantar una canción.

Escena Decimosegunda 

(Aposento real. Creso, Orsanes, Eliates, Olísius 
y muchos guerreros) 

CRESO
¿Se atreverá Ciro a romper la paz?
¿Acaso desconoce 
que mi poderosa mano
sabrá rechazar tal afrenta?

ELIATES
Su pueblo tiene experiencia en la guerra,
aún más que nuestro ejército,
y está acostumbrado a la victoria.

CRESO
Hemos sido indulgentes con Babilonia,
ni valentía ni el arrojo me faltarán,
si la suerte quiere estar de nuestro lado.

OLÍSIUS
El temor es útil en la guerra,
pues hay que tener prudencia.
Muchas veces es derrotado
quien confía demasiado en su poder.

Escena Decimotercera 

(Halímacus y los anteriores) 

HALÍMACUS
En esta noche oscura, 
el enemigo se ha aproximado tanto,
que ya podemos divisarlo
desde las murallas.
Toda Sardes esta indignada
y se nota que el temor en todos crece.

CRESO
¿Es tan audaz y tiene tantos deseos de luchar?
Pues bien, nos aventuraremos
y su osadía castigaremos.
¡Rápido, dadme el casco y las armas!

(Creso toma las armas) 

HALÍMACUS
El príncipe heredero no se quedará atrás,
sino que entusiásticamente seguirá a su padre.
Su fuerte brazo reemplazará a su muda boca.
¡Hablará con la espada!

CRESO
Aquellos que honor y gloria aspiran ganar,
me seguirán con osada valentía.
Mi capa púrpura, aún más roja se teñirá
con la sangre nuestros enemigos.
Pero tú, Eliates, 
deberás permanecer aquí en mi lugar y, 
mientras yo deba pelear en la guerra,
gobernar en mi nombre el reino y la ciudad.

(Eliates inclina la cabeza y recibe el cetro)

Aria 

OLÍSIUS, HALÍMACUS
¡Que la suerte propicia,
acompañe y colme de felicidad
al valiente héroe!

CRESO
Nuestro valientes
se cubrirán de gloria
bajo el cielo de Mavor.

OLÍSIUS, HALÍMACUS
¡Que la suerte nos sea propicia!...

ORSANES, ELIATES
¡Que la Fortuna
acompañe al valiente héroe!

Escena Decimocuarta 

ORSANES 
(muy pensativo, seguidamente Clérida) 
Mi corazón debe resignarse
a la humillación que supone
que Eliates sea el preferido.
Elevado a tanto honor,
todo se acaba para mí.
Mi ambición fue engañada
y mi amor rechazado.
¿Qué harás ahora, Orsanes?
El rey se enfrenta al enemigo,
el príncipe Atis, junto con Halímacus, lo sigue.
Quizás la suerte te conceda ahora
lo que siempre has deseado... 
¡Quizás lo logres ahora!
Ahí viene Clérida...
No estoy con ánimo de escuchar sus quejas.

(Sale) 

CLÉRIDA
¡Quédate, no quiero incomodarte!
Eres cruel, huyes de mi presencia.

Aria 

¡Detente, Amor, es demasiado!
Tú juegas
con mis pesares,
que tanto me duelen,
y que ya no puedo sobrellevar.
¡Es demasiado!
¡Detente, Amor, no puedo más!
¡Cuánto me duele
que a mi rogar
no prestes oído
y me rechaces!...
¡No puedo más!

Escena Decimoquinta 

OLÍSIUS 
(armado, acompañado por cuatro arlequines 
que se burlan de él)
¡Ved como estos estúpidos monos
se burlan de mis armas!
¿Qué? ¿Estáis locos o borrachos?
Creo que habéis perdido la razón.
Lo que mucho dura, nada vale.
Os dispararé a los ojos.
¡Oh!... ¡Ya veréis,
cuando os atrape!
Me parece que 
no me conocéis,
y no sabéis que tengo 
el rango de oficial.
Los persas, esos canallas,
le temen a mis puños.
Los despellejaré...
¡A la batalla, a la batalla!

Aria 

El resplandor,
y el brillo,
y el ruido 
de las armas,
pueden asustar
y despertar
a los tontos
y a los monos.
Quien siente
y tiene
un corazón varonil,
hará la guerra
y la ganará
con risas y buen humor.

Ballet de Arlequines 

Escena Decimosexta 

(En primer plano, el campamento de Ciro. De 
lejos, se ve el campamento del ejercito de Creso. 
Ciro con su ejército delante, Creso atrás)

Aria 

CIRO
Cuando muestro mis invictas armas
y hago ondear mis banderas,
tiemblan,
temen,
empalidecen
y huyen
quienes de mi poder dudaron.
Pues no en vano llevo 
a la evasiva Fortuna atada a mi lazo.

Rittornello, con tambores y trompetas 

Cuando las lanzas y espadas persas brillen,
nadie deberá moverse.
Ellas golpearán,
correrán,
lucharán,
arrasarán con todo 
lo que se les interponga.
Pues no en vano llevo 
a la evasiva Fortuna atada a mi lazo.

Ritornello 

CIRO.
¡Héroes, seguidme!
Ha llegado la hora en la que cada uno 
podrá probar su lealtad y destreza.
El enemigo, dominado por el ocio y la lujuria,
no podrá resistir nuestra valentía.
Para nosotros, la lucha es sinónimo de victoria.

(Las trompetas y los tambores se escuchan
en ambos lados)

CRESO
¡Adelante! 
Nos llama el alegre sonido de la guerra,
al cual, valiente respondemos:
¡a las armas, a la lucha!

CORO
¡A las armas, a la lucha!

(Comienzan a luchar enconadamente. Los 
soldados lidios ceden y acaban huyendo. 
Ballet de soldados persas)

Escena Decimoséptima 

(Creso, fugitivo sin su vestimenta real. Un 
oficial persa con algunos soldados, luego Atis 
y Halímacus) 

CRESO
Las espadas y las flechas persas
dejan heridas cual rayos y truenos.
Ningún poder les puede resistir.
¡Perdido está mi reino!
Únicamente en la huida está mi salvación.
¡Dioses y astros! ¿Cómo no maldeciros?

COMANDANTE
¡Un lidio!... ¡Muere!

ATIS
¡Es el rey! ¡Detente!
¡No lo mates!

HALÍMACUS
¡Oh!... ¡Qué sorpresa!
¿Cómo? ¡Atis, habla!

COMANDANTE
¿El rey? ¡Oh, fortuna!
¡El rey está en nuestro poder!

(Lo llevan prisionero) 

ATIS
¡Oh, me asfixiaré en mi propia sangre!

(Escupe sangre) 

HALÍMACUS
Debemos huir, pues por todas partes 
hay patrullas enemigas.

ATIS
¡Cómo le hiere a mi honor
tener que dejar 
prisionero a mi padre!

HALÍMACUS
Así lo ha dispuesto el cielo,
debemos tener paciencia.

ATIS
¡Qué desgraciado soy!
Ahora que mi boca del yugo se ha librado,
llevan preso a mi padre.

Escena Decimoctava 

(A lo lejos puede verse el campamento lidio 
destrozado y cubierto de muertos. Ciro, 
montado a caballo, rodeado de comandantes, 
soldados y gran cantidad de prisioneros lidios, 
avanza triunfante al alegre son de trompetas 
y atabales)

Aria 

CIRO
¡Cuánto júbilo para mi espíritu!
La victoria me ha regalado
una colina llena de cadáveres
y regada de sangre.
¡Cuanto júbilo para mi espíritu!
Me aferro
a mi Fortuna,
mientras que la suerte lidia
da la espalda a ese maldito pueblo.
¡Cuanto júbilo para mi espíritu!

(Rittornello con trompetas y bombos. Creso
aparece encadenado) 

COMANDANTE
He aquí el botín mas valioso
que ansiábamos 
obtener en la lucha.
¡Hemos apresado al Creso!

CIRO
¡Oh, inesperada alegría!
Veo que te ha devorado, Creso ,
el abismo de la tumba
que tú mismo cavaste.
Y te oprime el peso
de la alta torre de orgullo,
que has construido.
¿Qué poder te instigó
a provocar tu propia desdicha
al apoyar a Asiria
en contra mía?
Igual que ella, has perdido la cabeza,
y has intentado huir.
¡Ahora sufrirás la consecuencia,
mi venganza y la de los dioses!

CRESO
A los dioses debo someterme.

CIRO
A los dioses, y también a mí.

CRESO
A ti no, sólo a tu buena estrella.

CIRO
Mira tus ataduras y cadenas.

CRESO
Yo soy un rey.

CIRO
Sí, pero también eres mi enemigo,
uno que se rebeló en contra mía.

CRESO
Tu orgullo te domina.
Tata a los reyes como reyes, si quieres ser rey. 

CIRO
El cielo me designó vencedor.

CRESO
Si tensas demasiado el arco,
te conviertes en tirano.

CIRO
¡Esclavo, no digas insensateces!
¡Fuera, llevadlo a la mazmorra!

CRESO
Trata a los reyes como reyes, si quieres ser rey.

CIRO
¡Oh, victoria!
 

Acto  II