EINZELAKT
(Freier Platz im
Dorfe. Links Walthers Haus, rechts
ein Hügel. Weite Aussieht in die Ferne. Walther,
Duval, Käthchen, Bauern und
Bäuerinnen (kommen zur Feldarbeit gerüstet
aus Walthers Hause)
OUVERTURE
Nº 1
CHOR Heiter
strahlt der neue Morgen, Luft und
Himmel webt sich klar, und der Tag
verscheucht die Sorgen die dunkle
Nacht gebar.
WALTHER, DUVAL, KÄTHCHEN Draussen
stürmt das Kriegsgetümmel durch die
seufzende Natur; aber
friedlich liegt der Himmel über unsrer
stillen Flur.
CHOR Draussen
stürmt, usw.
WALTHER Frisch zur
Arbeit! Auf dem Felde sei die
Arbeit zugeteil... Wohl dem,
der die Saat bestellte, eh der
Krieg ihn übereilt!
CHOR Frisch zur
Arbeit! Usw.
KÄTHCHEN Nun sind es
vier Jahre schon, dass wir uns lieben, und seit
zwei Jahren sind wir vermählt; aber mir
ist es hier im Herzen geblieben, als hätt
ich dich erst gestern gewählt.
DUVAL Wie hat
mich die kurze verwandelt! Als ich
noch im Regimente war, da wurde
mir’s wohl im lustigen Getümmel, ich freute
mich immer aif Kampf und Gefahr; denn damals
hatt’ nichts zu verlieren. Doch seit
mich zu dir das Schicksal trieb, da ist mir
die milde Luft vergangen, da hab’ ich
auch mich uns mein Leben lieb. Nº 2
KÄTHCHEN Du guter
Heinrich!
DUVAL Mein süsses
Kind!
KÄTHCHEN,
DUVAL Ach, was
wir beide doch glücklich sind! Nein, es
lässt sich nicht erzählen, diese
stille Luft der Seelen, diese
heitre Seligkeit! Unter
freundlichem Getosse der Natur
im lühnnden Schosse glit sie
fort, die goldne Zeit. Doch für
Herzen, die sich lieben, ist das
Leben jung geblieben, ist del
Himmel nicht mehr weit!
(Vorige.
Walther atemlos)
WALTHER Kinder,
erschreckt nicht! Ihr müsst euch fassen!
KÄTHCHEN,
DUVAL Vater, was
gibt es? Was wird es sein?
WALTHER Ach, es
wimmelt auf allen Strassen! Kinder! Die
Feinde rücken ein. Wir
glaubten sie lange noch nicht in der Nâhe; doch wie
ich jetzt dort hinübersehe, da kommt
ein ganzer Soldatenhaufen grad auf
uns zu... wie bin ich gelaufen! Ach, Wenn
sie dir finden, lieber Sohn, und dich
ist’s geschehen, das weiss ich schon; denn wie
sie uns vor vier Jahren verliessen, da bliebst
du heimlich bei uns als Knecht, der Tochter
wegen! Das muss du büssen! Sie üben
das alte Soldatenrecht. Es hilft
nicht einmal, dich loszukaufen. Ach! Gern
gäb’ ich alles für meinen Sohn. Du bist
inhen aber davongelaufen, und da
erhältst du keinen Pardon.
DUVAL Glaubt mir,
ich werde nicht erkannt. Und sind es
nur nicht meine Brüder vom zweiten
Regimente wieder... bei andern
ward ich nie genant. Nº 3
WALTHER,
KÄTHCHEN, DUVAL Mag
mich/dich die Hoffnung nicht betrügen! An diesen
Glauben halt’ ich mich/halte dich. Das Glück
war gar zu schön gestiegen; der Wechsel
wär’ zu fürchterlich! Nº 4
VEIT Freund,
eilet, Euch zu rettent! Das zweite
Regiment kömmt in
das Dorf gezogen; Fort, fort!
Ihr seid verloren, sobald man
Euch erkennt!
WALTHER,
KÄTHCHEN Ach Gott,
er ist verloren, sobald man
ihn erkennt!
DUVAL Mein
Regiment? Unmöglich!
VEIT Glaubt mir,
ich kenn’ es gut.
WALTHER,
KÄTHCHEN Es ist um
dich geschehen!
DUVAL Nun gilt es
List und Mut! Still,
lasst mich überlegen! Rettung
kann möglich sein!
WALTHER,
KÄTHCHEN, VEIT Der Himmel
mag dich schützen, mag dein
Erreter sein!
ALL Wie soll
er/ich der Gefahr entspringen? Wie wählt
er sich/wähl’ ich mir den kühnen Plan? Wird
ihm/mir die Rettung wohl elingen? Was soll
er/ich tun, was fängt er/fang’ ich an?
DUVAL Freunde!
Ich hab’ es gefunden; bald kehr’
ich euch wieder zurück. Was Gott
zur Liebe verbunden, trennt
selten ein widrig Geschick.
WALTHER, KÄTHCHEN, VEIT Was hast du
dir listig erkoren, wodurch du
gerettet bist?
DUVAL So kommt!
Keine Zeit ist verloren! Ich erzähle
euch drinen die List.
KÄTHCHEN Mein
Heinrich!
DUVAL Vertrauen
den Stunden!
KÄTHCHEN Ich will’s!
DUVAL Und
vertraue dem Glück!
ALL Was Gott
zur Liebe verbunden, trennt
selten ein widrig Geschick. Nº 5
KÄTHCHEN Gott! Höre
meine Stimme, hore gnädig
auf mein Flehn! Sich, ich
liege hier im Staube! Soll die
Hoffnung, soll der Glaube an dein
Vaterherz vergehen? Er soll es
büssen mit seinem Blute, was er
gewagt mit freundigem Mute, was er für
mich und die Liebe getan? Sind all
die Wünsche nur eitle Träume? Zerknickt
die Hoffnung, die zarten Keime? Ist Lieb’
und Seligkeit nur ein Wahn? Nein, nein!
Das kannst du nicht gebieten, das wird
dein Vaterherz verhülten! Gott, du
bist meine Zuversicht! Du wirst
zwei Herzen so nicht trennen, die nur
vereinig schlagen können! Nein,
Vater! Nein das kannst du nicht!
(Käthchen,
Duval in Uniform mit Gewehr und Tasche)
DUVAL Sieh,
liebes Weib, was ich ersonnen. Jetzt nehm’
ich meinem Posten ein, und glaube
mir, ich hab’ gewonnen! So nur kann
ich gerettet sein.
KÄTHCHEN Versteh’
ich dich?
DUVAL Ich stelle
mich, die Flinte in der Hand und den
Tornister auf dem Rücken, dorthin, wo
ich vor vier Jahren stand. Den Posten
hab’ ich nicht verlassen, nach
ehrlicher Soldatenpflicht! Vergass man
auch, mich abzulösen, ich stand
die Watch und wankte nicht.
(Marsch,
in der Ferne beginnend und immer näher kommend)
Horch! Sie
kommen; ich muss auf den Posten! Fort,
Liebste, eh man dich hier belauscht!
KÄTHCHEN Ach! Darf
man nur von dem Glücke kosten, und ist es
verschwunden, wenn man sich berauscht?
DUVAL Leb wohl!
Und traue auf mich und die Liebe und bete
für mich!
KÄTHCHEN Wohlan, ich
traue auf dich und die Liebe und bete
für dich!
DUVAL,
KÄTHCHEN (Sich
umarmend) Nun,
Schicksal, komm! Wir erwarten dich!
Nº 6 SOLDATEN Lustig in
den Kampf, lustig aus
dem Kampf! Frisch
durch Sturm und Pulverkampf! Rosse
bäumen, Becher
schäumen, Geld und
Lieb’ und Freude! Junge
Weiber, alter Wein: ‘s ist all’
Soldatenbeute! Mädchen,
schenkt die Gläser ein, lasst die
Alten grämlich sein!
HAUPTMANN Halt! Hier
ist das Nacht quartier! Brüder,
halt! Wir bleiben hier! Aber, wenn
ich mich nicht betrüge, ich bin
nicht zum erstenmal hier im Ort! Der
Kirchturm blickt wie ans alten Zeiten, und kenne
die Bäume dort! Ja! –auf
einmal wird mir’s klar- Wir sind
unter alten Bekannten: Es ist
jetzt gerade das vierte Jahr, dass wir
hier im Dorfe gestanden. Willkommen,
willkommen im alten Quartier! Willkommen,
ihr Brüder! Wir bleiben hier.
SOLDATEN Willkommen,
usw.
HAUPTMANN Ein jeder
wählt das alte Haus, doch stellt
mir erst die Posten aus! Gefreiter,
vor –Du weisst das Wort. Aber, was
seh’ ich? Da steht eine Wacht! Was soll
ich zu diesem Vorfall sagen? Schon
Freunde hier? Wer hätt’ es gedacht! Wie mag das
zugehen? Ich muss ihn doch fragen! Landsmann!
Sprecht, wie kommt Ihr hierher? Ei! Bekannt
sind mir diese Züge: Ich wollte
wetten, das es Düval wär’, Gewiss,
dass ich mich nicht betrüge! Düval,
Düval!
DUVAL Wer ruft
mich?
HAUPTMANN Verräter!
Herab mit dir!
DUVAL Ich stehe
Wacht und gehe
nicht von meinem Platze, den ich
schon seit vier Jahren bewacht.
HAUPTMANN Tollkühner
Bude! Auf! Nehmt ihn gefangen!
DUVAL Die Wacht
ist heilig! Wagt es nicht!
HAUPTMANN,
SOLDATEN Er hat
seine Adler treulos verlassen! Fort mit
ihm! Fort, zum Kriegsgericht!
HAUPTMANN So packt
ihm!
DUVAL Ihr
wisst’s, Kameraden, dass ich
erst abgelöst werden muss.
Unverleztlich bin ich auf diesem Platze. Wer sich
mir naht, den triff mein Schuss!
HAUPTMANN Trotze nur!
Dich erwarten die Ketten, dich
erwartet ein grausam Gericht!
DUVAL
(Para sí) Nur die
Verwegenheit kann mich retten. Es gilt ein
Leben; ich wanke nicht. Nº 7
(Vorige.
Walther. Käthchen. Veit (aus dem Haus) Bauern
und Bäuerinnen, die die Soldaten
zurückhalten, den Hügel zu stürmen)
WALTHER,
KÄTHCHEN VEIT, BAUERN Um Gottes
willen! HAUPTMANN Herab mit
dir!
WALTHER,
KÄTHCHEN VEIT, BAUERN Er isr
verloren!
DUVAL Ich bleibe
hier!
WALTHER Herr
Hauptmann! Lasst euch bedeuten! Er ist mein
armer Sohn! Er hat ja
nicht verbrochen! Erbarmen!
Gebt Pardon!
BAUERN Erbarmen!
Gebt Pardon!
HAUPTMANN Umsonst
sind eure Bitten! Im Kriege
schont man nicht. Der Bube
wird erschossen, das ist
Soldatenpflicht.
SOLDATEN Das ist
Soldatenpflicht.
WALTHER, KÄTHCHEN, VEIT O, lasst
das Mitleid sprechen! Nehmt unser
Hab und Gut, lasst’s
mich im Kerker büssen, nur schont
des Sohnes Blut.
HAUPTMANN Umsonst
sind eure Bitten!
SOLDATEN Dich
erwarten die Gesetze, dich
erwartet Tod und Qual! Ja, du bist
für sie verloren; nirgends
blikt ein Hoffnungsstrahl!
BAUERN Welch ein
Augenblick des Schreckens, welch ein
Augenblick des Qual! Ach! Er ist
für uns verloren: nirgends
blinkt ein Hoffnungsstrahl!
DUVAL Der
General!
ALL Der
General!
DUVAL Ha, nun
wird es sich entscheiden, was die
Stunden mir bereiten!
ALL Ja, nun
wird es sich entscheiden, was die
Stunden dir bereiten!
GENERAL Was gibt es
hier? Was ist geschehen? Was muss
ich euch in Aufruhr sehen? Hat man je
solchen Lärm gehört? Wer den
Frieden hier gesttört?
HAUPTMANN Den Posten
befahl ich auszustellen, ich war der
erste hier im Ort, und finde
den Düval, der vor vier Jahren von uns
desertiert, an dem Hügel dort. Verwegen
verteidigt er sein Leben; man kennt
ihn, keiner wagt sich hin.
DUVAL Ich will
mich ja sogleich ergeben, wenn ich
nur erst abgelöst worden bin. So lang’
aber bin ich unverletzlich; den Posten
behaupt’ ich, den man mir gab.
GENERAL Nun das ist
billig und gesetzlich. Herr
Hauptmann, löst die Vedette ab! Nun bist du
Arrestant. Doch will ich fragen: Was kannst
du mir zu deinem Vorteil sagen?
DUVAL Ich gebe
mich, wie ich versprochen; doch seh’
ich nicht, was ich verbrochen, da ich
nicht von der Fahne lief. Dort oben
stand ich als Vedette. Ja, wenn
man mich gerufen hätte, als der
Befehl nach Hause rief! Doch meine
Post war ganz vergossen; so blieb
ich, den Befehl gemessen, den ganzen
Tag lang ruhig stehn. Un als ich
mich herunter wagte und spät
nach meinen Brüder fragte, war von
Soldaten nichst zu stehn Da bin ich
in dies Haus gekommen, hab’ statt
des Schwerts den Pflug genommen.
KÄTHCHEN Und weil er
fleissig war und treu...
DUVAL Nahm mich
der Richter dort zum Sohne, gab hier
die Tochter mir zum Lohne. Vier Jahre
find’s! –Herr, lasst mich frei!
BAUERN Ach, habt
Erbarmen! Lasst ihn frei!
GENERAL Ja, wenn
das alles Wahrheit wärre...
DUVAL Bei Gott
und bei Soldaten ehre!
HAUPTMANN Ich selbst
gesteh’ es freilich ein, er mag
vergessen worden sein.
GENERAL Und hast du
schon dich brav geschlagen?
DUVAL Herr, die
Medaille darf ich tragen.
HAUPTMANN Auch das
muss ich ihn zugestehn. Ich hab’
immer brav gesehn.
SOLDATEN Wir haben
ihn stets brav gesehn.
VEIT Herr
General! Ach, habt Erbarmen!
WALTHER Habt
Mitleid mit dem armen Sohn!
KÄTHCHEN Ach, reisst
ihn nicht aus unsern Armen.
VEIT Geb ihm
Pardon!
GENERAL Es sei!
Pardon!
ALL Pardon!
GENERAL Verzeihung
wärre nicht genung; nun, so
verdoppl’ ich meinen Spruch. Ich lass’
dir einen ehrlichen Abschied schreiben; du magst
hier zufrieden und ruhig bleiben, ich störe
nicht gern ein Menschenglück. Die Freude
kehre euch wieder zurück! Nº 8 Finale
ALL Schöne
Stunde, die uns blendet! Glück, wie
hast du dich gewendet, deine Worte
lügen nicht! Der nur
kennt des Lebens Freude, der nach
wildempörtem Streite ihre schöne
Blüte bricht!

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ACTO
ÚNICO
(Plaza de la aldea. A la izquierda, la
casa de Walther; a la derecha,
una colina. Amplia perspectiva a lo
lejos. Walther, Duval, Käthchen. Los
aldeanos
vienen hacia la casa
de Walther llevando aperos de
labranza) OBERTURA
Nº 1
CORO
Alegre resplandece la nueva mañana. El aire y
el cielo se muestran transparentes.
El día ahuyenta los
temores nacidos en la oscura noche.
WALTHER, DUVAL, KÄTHCHEN Afuera resuena el fragor de
la batalla a través de la susurrante
naturaleza. El cielo permanece
placentero sobre nuestros campos en
paz.
CORO Afuera resuena, etc.
WALTHER ¡Rápido, al trabajo! En el
campo ya se han repartido las
labores... ¡Dichoso aquel que recogió
la siembra antes de que estallara la
guerra!
CORO ¡Rápido, al trabajo! Etc.
KÄTHCHEN Hace ya cuatro años que nos
amamos y dos desde que estamos
casados; pero siento en mi corazón como si ayer mismo te
hubiera conocido.
DUVAL ¡Cómo he cambiado
en este
breve espacio de tiempo! Cuando estaba en el
regimiento mi vida era una constante y
alegre algarabía, siempre contento en la
batalla y en el peligro, pues entonces nada tenía
que perder. Pero desde que el destino
me llevó a ti, desaparecieron las actitudes
temerarias y empecé a apreciar mi vida.
Nº 2
KÄTHCHEN ¡Mi buen
Heinrich!
DUVAL ¡Mi dulce niña!
AMBOS ¡Ay, qué dichosos somos! ¡No, no se puede expresar esta placidez de nuestras
almas, tanta serena felicidad! ¡Bajo el alegre
murmullo de la naturaleza, en su
seno floreciente, avanza este tiempo dorado, pues para los corazones que
se aman la vida es eternamente
joven y el cielo jamás permanece
alejado!
(Entra Walther sofocado)
WALTHER ¡Hijos, no os asustéis! ¡No
os podéis hacer idea!
KÄTHCHEN,DUVAL Padre,
¿qué ocurre?
WALTHER ¡Ay, todas las calles están
llenas de gente! ¡Hijos, los enemigos están
haciendo su entrada! Durante mucho tiempo los
creíamos alejados, pero hace un momento vi como se acercaba un gran número de
soldados. ¡Cómo he
corrido! ¡Ay, si te encuentran,
querido hijo, te castigarán, lo sé muy bien!
Cuando se fueron,
hace cuatro años, te quedaste aquí escondido
a causa de mi hija. ¡Ahora
debes pagarlo! Ejercen el viejo derecho
del soldado. En ningún caso podremos
rescatarte. ¡Ay, con gusto entregaría
todo por mi hijo! Pero desertaste y no obtendrás perdón.
DUVAL Créeme, no me reconocerán. Y además, estos no son mis
camaradas del segundo regimiento... Los otros no
me conocen. Nº 3
WALTHER, KÄTHCHEN, DUVAL ¡Que la esperanza no me/te
defraude! ¡Ojalá y no me/te reconozcan! ¡Fue tan grande la dicha
hasta ahora, que el cambio sería
terrible! Nº 4
VEIT ¡Amigo, apresúrate
y ponte a
salvo! ¡El segundo regimiento se aproxima a la aldea! ¡Rápido,
rápido, estarás
perdido si alguien te reconoce!
WALTHER, KÄTHCHEN ¡Ay, Dios, estará perdido si alguien le reconoce!
DUVAL ¿Mi regimiento? ¡Imposible!
VEIT Créeme, lo conozco muy
bien.
WALTHER, KÄTHCHEN ¡Estás perdido!
DUVAL ¡Hay que tener astucia y
valor! ¡Tranquilos, dejadme
reflexionar! ¡Debemos encontrar una solución!
WALTHER, KÄTHCHEN,
VEIT ¡Que el cielo te proteja, que él sea tu salvador!
TODOS ¿Cómo sorteará/sortearé el
peligro? ¿Qué audaz plan
escogerá/escogeré? ¿Será posible su/mi
salvación? ¿Qué debe/debo hacer, qué
emprenderá/é?
DUVAL ¡Amigos, lo he encontrado! Pronto regresaré de nuevo
con vosotros. Lo que por amor Dios ha unido raramente lo separa un
destino adverso.
WALTHER, KÄTHCHEN,
VEIT ¿Qué has tramado para poder salvarte?
DUVAL ¡Ya lo veréis! ¡No hay que
perder el tiempo! Dentro os contaré mi plan.
KÄTHCHEN ¡Heinrich mío!
DUVAL ¡Confía en el tiempo!
KÄTHCHEN ¡Así lo quiero!
DUVAL ¡Y confía en la felicidad!
TODOS Lo que
por amor Dios ha unido raramente lo separa un
destino adverso. Nº 5
KÄTHCHEN ¡Dios bondadoso, oye mi
voz, oye mi súplica! ¡Contémplame postrada ante
Ti! ¿Mi esperanza, mi fe en tu corazón de Padre
desfallecerá? ¿Debe pagar con su sangre lo que osó de buena
voluntad, lo que hizo por mí y por
amor? ¿Acaso los deseos son sólo
sueños? ¿Destruye la esperanza las
raíces más tiernas? ¿El amor y la felicidad son
un sueño? ¡No, no, Tú no lo puedes
disponer así, tu corazón de Padre lo
impedirá! ¡Señor, eres mi esperanza! ¡No separarás dos corazones que quieren latir al
unísono! ¡No, Padre, no puedes
permitirlo!
(Entra Duval uniformado
y con fusil)
DUVAL Escucha, amada esposa, lo
que he planeado. En este momento tomo mi
puesto de guardia y créeme, ¡salgo ganando! Sólo así podré salvarme.
KÄTHCHEN No te comprendo...
DUVAL Aquí estoy,
con el fusil en la
mano y la mochila al hombro, como estaba hace cuatro
años. ¡No he abandonado mi puesto según el honroso deber del
soldado! Se olvidaron de
reemplazarme y aquí permanecí vigilante
e impertérrito.
(Se oye a lo lejos el
sonido de una
marcha militar)
¡Escucha, ya vienen, debo
estar en mi puesto! ¡Vete, amada mía, antes de
que te descubran!
KÄTHCHEN ¡Ay! ¿Acaso
debo renunciar a la felicidad cuando estoy embriagada
de ella?
DUVAL ¡Adiós, confía en mí y en
el amor y pide por mí!
KÄTHCHEN ¡Sí, confío en ti y
en el amor y pido por ti! AMBOS
(Abrazándose) ¡Destino, ven, te
esperamos! Nº 6
SOLDADOS ¡Alegres vamos al combate, alegres regresamos del
combate! ¡Gozamos en la tormenta con
el olor a pólvora! Los corceles se
encabritan, las copas burbujean, ¡Dinero, amor y alegría! ¡Mujeres jóvenes, vino
viejo! ¡Ese es el botín del
soldado! ¡Muchachas, escanciad los
vasos y abandonad a los ancianos
en su melancolía!
CAPITÁN ¡Alto, nos alojaremos aquí
esta noche! ¡Camaradas, alto, nos
quedaremos aquí! Pero, si no me equivoco, no es la primera vez que
estoy en este lugar. La torre de la iglesia
permanece como antes y reconozco aquellos
árboles. ¡Sí! Lo recuerdo
perfectamente. Estamos entre antiguos
conocidos. Ahora se cumple
precisamente el cuarto año en que vinimos a esta
aldea. ¡Bienvenidos al antiguo
cuartel! ¡Bienvenidos, camaradas,
nos quedaremos aquí!
SOLDADOS ¡Bienvenidos! Etc.
CAPITÁN ¡Ocupad la vieja casa
y montad la
guardia! ¡Cabo, ven aquí, estas son
las órdenes! Pero ¿qué veo? ¡Ahí hay un
centinela! ¿Qué significa esto? ¡Hay amigos, aquí! ¡Quién lo
hubiera dicho! ¿Cómo puede suceder tal
cosa? Le preguntaré. Compatriota, dime, ¿cómo
llegaste aquí? ¡Ay, esas facciones me son
conocidas! ¡Apostaría que se trata de
Duval! ¡Cierto, no me equivoco! ¡Duval, Duval!
DUVAL ¿Quién me llama?
CAPITÁN ¡Traidor, baja!
DUVAL Estoy de guardia y no abandono el puesto que desde hace cuatro años
vigilo.
CAPITÁN ¡Audaz muchacho! ¡Arriba,
prendedle!
DUVAL ¡El centinela
es sagrado, no os atreváis!
CAPITÁN,
SOLDADOS ¡Es un traidor! ¡Fuera con él, fuera, al
consejo de guerra!
CAPITÁN ¡Prendedle!
DUVAL Bien sabéis, camaradas, que antes he de ser
relevado. En mi puesto soy
intocable. ¡Quien ose acercarse le
alcanzará mi bala!
CAPITÁN ¡Aún
porfía! ¡Te aguardan las cadenas, te espera un severo
tribunal!
DUVAL (Para sí) Sólo la temeridad me puede
salvar. El precio es la vida; no
vacilaré. Nº 7
(El capitán, Walther,
Käthchen, Veit (saliendo de la casa), aldeanos
(que se oponen a que los soldados
suban a la
garita) y soldados)
WALTHER, KÄTHCHEN
VEIT, ALDEANOS ¡Por el amor de Dios!
CAPITÁN ¡Baja!
WALTHER, KÄTHCHEN
VEIT, ALDEANOS ¡Está perdido!
DUVAL ¡Permanezco aquí!
WALTHER ¡Señor capitán,
reflexionad! ¡Es mi pobre hijo! ¡No ha cometido delito
alguno! ¡Tened compasión,
perdonadle!
ALDEANOS ¡Tened compasión,
perdonadle!
CAPITÁN ¡Inútiles son vuestras
súplicas! En la guerra no se perdona. El joven será fusilado, ese es el deber del
soldado.
SOLDADOS ¡Ese es el deber del
soldado!
WALTHER, KÄTHCHEN,
VEIT ¡Oh, dejad que hable la
compasión! Tomad todo lo que poseemos, encerradnos en la cárcel, pero perdonad a nuestro
hijo.
CAPITÁN ¡Inútiles son vuestras
súplicas!
SOLDADOS ¡Te esperan las leyes, te espera la muerte y la
tortura! ¡Sí, estás perdido, nadie entrevé un rayo de
esperanza!
ALDEANOS ¡Qué instante más horrible, qué momento más angustioso! ¡Ay, le hemos perdido; nadie entrevé un rayo de
esperanza!
DUVAL ¡El general!
TODOS ¡El general!
DUVAL ¡Ah, ahora se decidirá lo que el futuro me depara!
TODOS ¡Sí, ahora se decidirá lo que el futuro te depara!
GENERAL ¿Qué ocurre aquí, qué
sucede? ¿Por qué os veo tan
alborotados? ¿Oyó alguien alguna vez tanto
ruido? ¿Quién turba aquí la paz?
CAPITÁN
Ordenaba al centinela que bajara. Al llegar a
este lugar he encontrado a
Duval, quien hace cuatro años desertó.
Está aquí arriba, en la garita, y
obstinadamente se niega a bajar. Todos le conocen y nadie se
atreve a subir.
DUVAL Me entregaré inmediatamente
una vez que haya sido relevado, pero mientras tanto, soy
inviolable. El puesto se lo entregaré a
quien me lo dio.
GENERAL Bien, es justo y conforme a
la ley. ¡Señor capitán, relevad al
centinela! Ahora que estás arrestado te pregunto: ¿qué alegas en tu favor?
DUVAL Me entrego como prometí, pero no veo qué mal he
cometido, puesto que no he abandonado mi
bandera. Ahí arriba he estado
vigilante. ¡Ay, si alguien me hubiera
comunicado de la orden de regresar! Pero mi puesto fue olvidado
por completo y así permanecí, siguiendo
las órdenes, tranquilamente a lo largo
de todo el día. Y cuando me atreví a bajar
para preguntar por mis
camaradas, ya no había rastro de ellos. Entonces vine a esta casa, y en vez de la espada tomé
el arado.
KÄTHCHEN Y como fue
buen trabajador y
fiel...
DUVAL El señor juez me tomó como
hijo y me entregó a su hija en
recompensa. Han transcurrido cuatro
años: ¡señor, liberadme!
ALDEANOS ¡Ay, tened compasión,
dejadle libre!
GENERAL Sí, si todo fuera verdad...
DUVAL ¡Lo juro por Dios y por mi
honor de soldado!
CAPITÁN Yo mismo confieso
solemnemente que te olvidamos por
completo.
GENERAL Entonces ¿te comportaste
valientemente?
DUVAL Señor, merezco una medalla.
CAPITÁN Eso también debo
reconocerle. Siempre se comportó con
valor.
SOLDADOS Siempre le vimos
comportarse con valor.
VEIT ¡Señor general, ay, tened
compasión!
WALTHER ¡Sed clemente con mi pobre
hijo!
KÄTHCHEN ¡Ay, no le arranquéis de
nuestros brazos!
VEIT ¡Concededle
el perdón!
GENERAL ¡Sea, le
concedo el perdón!
TODOS ¡Perdón!
GENERAL El perdón es insuficiente, así que duplico mi
sentencia: le otorgamos el retiro con
honores. Puedes quedarte tranquilo y
contento, no me gusta enturbiar la
felicidad humana. ¡Que la alegría vuelva a
vosotros! Nº 8 Final
TODOS
¡Hermoso instante que nos
deslumbra! Fortuna voluble ¡cómo has
cambiado! Sólo conoce la
alegría de la vida aquel que, tras feroz
lucha, consigue romper sus ataduras.
Traducido y digitalizado
por: Francisco Such Ronda 2019
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