EL AMOR DE DÁNAE

 

Personajes

 

DÁNAE

PÓLUX

JÚPITER

MERCURIO

XANTHE

MIDAS

SÉMELE

EUROPA

ALKMENE

LEDA

Hija de Pólux

Rey de Íos

Señor de los dioses

Astuto dios del comercio

Criada de Dánae

Rey de Lidia

Amante de Júpiter

Amante de Júpiter

Amante de Júpiter

Amante de Júpiter

Soprano

Tenor

Barítono

Tenor

Soprano

Tenor

Soprano

Soprano

Mezzosoprano

Contralto

 

La acción se desarrolla en la isla de Íos, en época mitológica.

 

ERSTER AKT


Erstes Bild

(Thronsaal des Könis Pollux. Man erkennt
früheren Reichtum, jetzt alles herunter

gekommen, zerschlissen und verblaßt. Der
Thron nur noch zum Teil aus Gold, zum Teil
in grotesker Weise mit Holz gestützt. Gläubiger
in Menge vor den offenen Türen. Diener und
Wachen halten sie zurück, in  den  Saal
einzudringen)


GLÄUBIGER
Der König, wo?

Wo birgt sich Pollux?
Laßt uns zum König ein!
Die Forderung in unsrer Hand,
Sie muß beglichen sein!

WACHE
Zurück! Zurück! Der König ist nicht hier!

GLÄUBIGER
Nicht hier?

Nicht hier?
Doch als er früh
Und spät von uns die Gelder lieh,
Da war er gleich zur Stelle!

WACHE
Zurück! Zurück!
Sonst setzt es Blut!

GLÄUBIGER
Wir kommen aus dem fernsten Land
Aus Persien, von Zypern her!
Aus Rhodos! Samos! Übers Meer!
Die Wechsel sind in unsrer Hand!
Jetzt kein Verzug!
Es ist genug!
Zehntausend uns
Für Wein! Für edle Stoffe
Doppelt soviel! Dreißigtausend
Für Perlen, Goldgeräte, Schmuck!

WACHE
Zurück,  ihr Plünderer! Genug!

(Hier  durchbrechen  die  Gläubiger  die Reihe 

der  Wachen undstürzen  mit ihren  Papieren 
wild  in den Saal  und auf  den  wackeligen
Thron los. Im Augenblick, wo sie dort
angelangt sind, trittder König  überraschend 
aus einem Vorhang schützend vor seinen Thron
hin)


(
Gläubiger stutzen
einen Augenblick)

KÖNIG
Euer ist alles, was mein war!
Zurück! Zurück!

GLÄUBIGER
Nur Gold verlangen wir! Nur Geld!

KÖNIG
Geld ist nicht da!

So nehmt das Land!

GLÄUBIGER
Verpfändet!

Längst in andrer Hand!
Hier das Papier!

KÖNIG
Die Gruben nehmt, gefüllt zum Rand!

GLÄUBIGER
Verpfändet! Leer! In andrer Hand!
Sieh das Papier!
Nichts wallen wir als Geld, als Geld!
Nur bares Geld!

KÖNIG
Nehmt den Palast!
Nehmt alles, was er faßt!

GLÄUBIGER
Ist eitler Fadenschein!
Kein Nagel mehr ist dein!

KÖNIG
Nehmt Münze, Weiderechte,
Fischerei!

GLÄUBIGER
Verpfändet alles! Nichts dabei!
— O König Pollux, sag uns an:
Wo hast du alles hingetan?
Nimmunsern Fluch!
Nimm unsern Spott!
Die Insel Eos ist — bankrott!

(sie umlanzen und umspringen mit
ihren Wechselnwild den König)


KÖNIG
O habt Geduld!
Noch ist ja Hoffnung!

GLÄUBIGER
(halten inne)
Hoffnung? Wie?

KÖNIG
Die Neffen hab ich ausgesandt,
Die Könige der Inseln!

GLÄUBIGER
Sind ebenso bankrott!

KÖNIG
Die Gatten meiner vier Nichten,
Der schönsten Fraun der Welt!

GLÄUBIGER
Ist anders nicht  bestellt!
Kein Geld!
Und nirgend Geld!

KÖNIG
Alkmene, Semele, Europa, Leda —

GLÄUBIGER
Sind fremde Namen uns!
Kein Geld da!

KÖNIG
Sie reisen mit der Tochter Bild!
Bedenkt doch nur, mit meines Danae Bild!
Gnad kam die Botschaft an vom richtigen,
vom reichsten Mann: Midas von Lydien!
Was er nur berührt, wendelt er zu Gold!

GLÄUBIGER
(ironisch)
Danae! Die stolze Danae!
Die jeden Freier abgewehrt,
Den wir geboten, hochgeehrt!

KÖNIG
Geduld! Grad kam mir Botschaft an
Vom richtigen,
vom reichstenMann:
Midas von Lydien!
Was er berührt,
Wandelt er zu Gold!

GLÄUBIGER
Nicht mehr geprahlt!
Wann wird gezahlt?

KÖNIG
Alles zahltMidas!

GLÄUBIGER
Midas— ist fern!
Eine Wolke! Ein Stern!
Die Wechsel - ja­
Die sind dir nah!

(sie drohen dem König mit ihren Papieren)


KÖNIG
Die Neffen kommen
Aus Midas Land!
Habt noch Geduld,
Noch einen einzigen Tag!

GLÄUBIGER
(lassen von ihm ab und erblicken den Thron)
Dort am Thron
Glänzt deiner Macht
Goldene Zier!
Wie blitzt und lacht
Beschlag, Behang
Und Wappentier!

(stürzen sich auf den Thron; durcheinander)


Was nützt der Tand
Dem Schuldner - dir?
Das Wappentier!
Die Krone - mir!

(zusammen mit den Stücken

des zerstörten Thrones)

Du Schwindelkönig, sag uns an,
Wo hast du alles hingetan?
Immergeprahlt, nie gezahlt!
So fassen wir als letzten Lihn
Das Stückchen Gold am leeren Thron!
Das Wappentier!
Die Krone — mir!
Mir! Mir!

KÖNIG
Alles zahlt Midas,
Midas von Lydien!

GLÄUBIGER
(vertreiben den König und reißen in
wildem Handgemenge den Thron
gänzlich in Stücke)

Mir!Mir!Mir!
 
Zeites Bild

Zwischenspiel: Der Goldregen
 
(Vorhang: Schlafzimmer der Danae,

dunkel. Ihre Gestaltwirdsichtbar.
Xanthe zu ihren Füßen)

DANAE
(erwachend)
O Gold! O süßes Gold!

(Der Goldregen hat aufgehört, statt
dessen fahles graues Morgenlicht)


XANTHE
(richtet sich auf)
Danae— du riefst?

DANAE
Wo bist du, Gold?
So üppig hold?

XANTHE
Auch du— suchst Gold?
Ich sehe keines!

DANAE
Flirrender Klang!
Goldes Gesang!
Umgeben ganz
Von deinem Glanz!

XANTHE
Gold— bei unsrer Not?

DANAE
Freundliche Kühle
An Gliedern und Wangen!
Glitzernde Schwere
Auf Schultern und Armen!
Des Goldes Kuß
Auf meinen Lippen!

XANTHE
Ich  schaudre!
Nichts seh ich, Danae!
Es ist ja Nacht!

DANAE
Es  ist nicht Nacht!
Ein großes leuchten von überall —
Goldener Blätter
Schimmernder Fall!
Ein goldener Baum
Stolz über mir
Im Sternenglanz hoch ausgeweitet!
Ein Wundermantel,
Tausend kühle umfassende Arme
Um mich gebreiteit!

XANTHE
Träume, Danae!
Nirgends ist Gold!
Glühende Wünsche
ln unserer Not!

DANAE
(heftig)
Kein Traum,
Keine Not!
Ein leuchtend Bild
Neigt sich zu mir,
Umfaßt mich mild!
Ersehntes Gold,
Erlösend hold,
Senkt sich herab
Auf das Lager, auf mich!

XANTHE
Ja, wenn wir's fänden,
Was dich beglückte!
Leer ist ja alles,
Dunkel und leer!

DANAE
Was Himmels Regen
Der Erde gibt,
Das war das Gold mir,
Das ich geliebt!
Kühlend Umfangen,
Heißem Verlangen,
Befruchtend Hangen
An Lippen und Wangen,
Wie dürre Erde
Entgegen ihm glüht,
Im goldenen Regen
Bin ich erblüht!

XANTHE
Im goldenen Regen
Bist du erblüht?
Ein Traum hat dich beglückt?
Ein Traum hat dich getäuscht,
Hat dich entzückt?

DANAE
O Glückes Erinnern,
Herrlicher Traum!
Auf den Lippen
Des Goldes Kuß!
Auf den Brüsten des Goldes
Süße Umarmung!
Freundliche Kühle
An Gliedern und Wangen,
Des Goldes Kuß
Auf  meinen Lippen,
Wonnige Schwere
ln meinem Schoß.
Was Himmels Segen
Der Erde gibt,
Das war das Gold mir,
Das ich geliebt!
Um mich geschlagen
Fürstlich Geschmeide,
Strahlender Mantel
Liebendes Gold!
Leuchte mir weiter,
Wonniger Regen,
Seliger, goldener Blätterfall!
Gold, das mich genetzt,
Dem ich erblüht,
HerrlicherTraum!

XANTHE
(gleichzeitig)
Ein goldner  Regen,
Ein seliger Traum
Hot dich entrückt
Aus unserer Not!
Freundliche  Kühle,
Glitzernde Süße
Auf  Schultern und Armen,
Umgeben ganz
Von seinem Glanz.
Was Himmels Segen
Der Erde gibt,
Das war das Gold dir,
Das du geliebt!
Um dich geschlagen
Fürstlich Geschmeide,
Strahlender Mantel,
liebendes Gold!
Könntest du dauern,
Üppiger Segen!
Gold, das dich genetzt,
Seliger Regen,
Herrlicher Traum!
Doch warst  allein du
ln des Mantels Saum?
Nichts andres träumt dir
Als Glanz und Baum?

DANAE
Das Höchste träumt mir
Und war mir hold,
Des Regens köstlich Gold!

XANTHE
Doch wo kam es her?
Niemand sahst du?
Allein bliebst du?
Keine lüsternen Freier
Im goldenen Gewand?
Keine mächtigen Götter,
Die Gaben verschenken
Mit begehrlicher Hand?

DANAE
Ich war allein
ln all dem flimmernden Schein!
Wir nur, wir
Waren uns hold —
Ich— und das Gold!

XANTHE
Du böses Kind!
Kein Freier?
Wachend wiesest du
Die prächtigsten ab!
Immer spröde,
Hassend die Männer—
Sag mir das Ende unsrer Not?

DANAE
ln meines Traumes
Wundergezelt,
ln des Blätterbaums
Traumhaftem Fall,
Im goldenen Regen,
Der, Dürstende, mich genetzt —
Endet mir alle Not!

(hier wird, zuerst von ferne,

ein Aufzugsmarsch nörbar)

XANTHE
Nicht im Schwärmen!
Nicht im Traum!
Hörst du die Klänge,
Draußen den frohen Ton?
Die der Vater ausgesandt,
Die Vettern kehren zurück! —
Was alle wir erhofften —
Dein Traum hat es angezeigt!
Zu Ende die Not! Jubelnd klingt es!
Glückliche Danae!

Ein neuer Freier!
Stärker als jeder Traum!

(Der Aufzugsmarsch ist ganz deutlich
geworden. Xanthe voll Ungeduld ab,
Danae bleibt allein)


DANAE
Kein Freier mehr!
Kein lüsterner Mann!
Der dort sich anzeigt
Mit fröhlichen Klängen:
Nur wenn du so stark
Wie mein liebender Traum
Nur wenn du die Lust
Des Goldes mir bringst,
Sollstdu—Freier  mir sein!

(Dunkel. Rasche Verwandlung)
 
Drittes Bild

(Ein Säulenhof  am  Palaste. Man  erblickt im
Hintergrunde tiefe Arkaden, die durch mehrere
Säulenreihen den Ausblick auf das Meer
gewähren. König, Hofstaat, Wachen und
Gläubiger füllen den Hof, in Erwartung der
einziehenden vier Könige, der Neffen des

Pollux und ihres Gefolges. Auf der Höhe der
Arkaden das Volk in dichtem Gedränge)

VOLK
Was bringen die Fürsten?
Endet die Not?
Was tragen die,
ln Tücher gehüllt?
Bringen sie Hoffen
Traurigem land?
Hoffen — uns allen?

(sie winken den unsichtbar

Komm enden entgegen)

KÖNIG
(unter dem Chor)
O kämen sie von Midas!

GLÄUBIGER
(ebenso)
Wär's möglich?
Botschah vom reichstenMann?

KÖNIG
O wäre er's!
Köm ich davon!
Behielt das Land —
Behielt den Thron!

GLÄUBIGER
Botschaft— vom allerreichstenThron?
O Pollux— welch ein Schwiegersohn!

(Marsch auf dem Höhepunkt. Vom
Hintergrunde, aus den Arkaden,
kommen  die Pagen der vier Könige, hell
und froh  gekleidet,sehr im Gegensatze
zum düsteren, verarmten Volk.
Sie tragen einen verhüllten
Gegenstand, hoch  wie  eine  Standarte
indie Mitte des Säulenhofes. Ihnen noch
Gefolge, dann die  vierKönige, mit ihren
Gattinnen. Höchste  Erwartung)


DIE VIER KÖNIGE

Er— kommt!

ALLE
Wer— kommt?

VIER KÖNIGE
Ein neuer Freier!

GLÄUBIGER
War oft schon da!

VIER KÖNIGE
Ein solcher— nie!

KÖNIG
lst's Lydiens Herrscher,
sprecht?

VIER KÖNIGE und KÖNIGINNEN
Ein Freier ohnegleichen
Aus Lydiens Märchenreichen!

KÖNIG
Midas! Gepriesen!

GLÄUBIGER
Nicht so schnell gepriesen!
Bewiesen!
Erst bewiesen!

VIER KÖNIGE und KÖNIGINNEN
Ein Freier, wie es keinen gab!

GLAUBIGER
Was hilft's?

Sie weist ihn ab!

(Die Pagen hoben jetzt ihre Stellung
eingenommen, vor den Königen
und Königinnen.Sieimitieren die
folgende Erzählung ineiner Pantomime)


VIER KÖNIGE
Erst zogen wir
Von Land zu land,
Dm Bildnis in der Hand,
Das Bild der Danae!
Wir zeigten's dem —
Und zeigten's dem —
Und bückten uns
Vor dem — und dem —
Ach, keinem war's genehm:

(klagend)


Das Bild der Danae!

GLÄUBIGER
War nicht genehm?
Hört an! Nicht dem und dem!

VIER KÖNIGE
So kamen wir auf unsrer Reise —
Auf gleiche Weise —
Ins ferne, ferne Lydien!
Wir sahen uns vor dem Palast,
Der schimmerte im Sonnenschein
Ganz unter goldnen Daches Last:
Aus purem Golde der Palast!

(größtes Staunen aller)


GLÄUBIGER
Aus Gold? Das ganze Haus?
Die Mauer — Gold?
Das Dach — die Türen —Gold?!

VIER KÖNIGINNEN
O selige Erinnerung!
Ein Jugendtag hebt an:
Du schöner Mann!
Du mächtiger Mann!

(mit den Königen)


Kein König mehr: ein Gott!

LEDA
Aus seinem Auge strahlt mir Glück:
War's eines weißen Schwanes Blick?

SEMELE
Wie könnte mich sein Arm erheben,
Wie eine Wolke — übervoll vom Blitz!

ALKMENE
Mir schien er dem Amphitryon gleich!
Mehr seiner Zwiegestalt: dem Gotte selbst!

ZU VIERT
Die Jugend tritt erneut heran
ln diesem goldumwogten Mann!
Kein König mehr — ein Gott!

VIER KÖNIGE
(mit großer Zeremonie im Ballett)
Der große König hält das Bild —
ln Seide eingehüllt—
Er reißt sie fort —er faßt es an —
ln seine Züge fällt ein Schein
Von Danaes Bild —
Ein goldner Schein —
Ein Freudenschein!
Verwandelt war
Das Bild in Gold!

VOLK, GLÄUBIGER, KÖNIG
(mit Freudentanz der Pagen)
Das Bild in Gold!
ln Gold!

VIER KÖNIGE
Seid still und lauscht!
Nicht nur das Bild
Ward eingetauscht
ln Iautres Gold!
Von einem blühnden Baum
Zu Häupten ihm, brach er den Ast:
Metallisch klirrend, wo er's faßt —
War alles: lautres Gold!

(Hier fällt die Hülle. Man erblickt

ein reiches Blumengewindeaus Gold)

ALLE
(aufschreiend)
Gold!!

(große Pause)


DANAE
(ist unbemerkt aufgetreten)

Rufst du mich, Gold?

KÖNIG und GLÄUBIGER
lst's wirklich Midas?
Wo ist der König?
Sein Name, wie?

VIER KÖNIGE
Midas, des Goldes Herr!
Gold ist sein Kleid, Gold der Palast,
Und pures Gold, was er nur faßt
Midas—in seine Hand!

DANAE
War ich diese Nacht nicht
Gehüllt in Gold?
Als wär ich selbst das Bild
ln  des Königs Hand?
Bist du der Dämon,
Der mächtig sich zeigte
ln goldenen Regens Lust?

VIER  KÖNIGINNEN
Was je er berührt —
Zur Lippe nur führt:
Als reines Gold ihm lacht!

DANAE
Was ich berührt
In dieser Nacht,
Was zitternd ich
Zur Lippe geführt:
Hat goldgleich mir gelacht!

ALLE
(ohne die vier Könige und Königinnen)
O Midas! Herr! Du Goldes Meister!
Wann nahst du uns?
Wann kommt dein Glück?

VIER KÖNIGE
Erschüttert stand
Der große Held,
Das goldne Bild
ln seiner Hand!

KÖNIGINNEN
Dann reicht er uns
Den Blütenzweig —
Jetzt ein  Geschmeid —
Als Liebesgruß—
Für Danae!

GLÄUBIGER
Er  kommt? Er  kommt?
Vielleicht auch nicht?
Nur Rätsel - Rätsel - was er spricht!
Doch sehn wir Gold!
ln höchster Zeit:
Her das Geschmeid!

(sie versuchen, ehe die Wachen sie
hindern, sich auf die Pagenzu stürzen)


DANAE
(durchbricht die Reihen der Gläubiger,

entreißt denPagen das Geschmeide)
Schweigt, Wucherer!
Der Zweig ist mein!

GLÄUBIGER
Sieh da!Danae!
Stolze, kalte Danae!
So viel Leidenschaft
Vermag das Gold?

DANAE
(schwingt beglückt den Zweig)
Midas— hat mir dies zugesandt!
Als Liebesgruß!
Als liebespfand!

GLÄUBIGER
Das einzge Gold— in diesem Haus,
Glaubst du — wir ließen's aus?
Her mit dem Weib! Her mit dem Ast!
Kommt! Angefaßt!

(Sie suchen Danae zu fassen.

Großer Tumult unten im Hofe)

STIMME
(aus der Höhe der Arkaden,

wo das Volk steht)
Ein Schiff!

KÖNIG POLLUX, VIER KÖNIGE
Midas!Hab Dank! Ein Schiff!

VIER KÖNIGINNEN
(leise)
Jupiter... hab Dank!

GLÄUBIGER
(betroffen)
Ein Schiff? Wie sonderbar!
Am Ende —alles wahr?

CHOR
(oben, umgewendet, gegen

das Meer winkend)
Es biegt ums Riff
Ein heller Punkt!
Strahlend ein Stern
Am lichten Tag!
Ein  Feuerbrand
Auf  hohem Meer?

ANDERE
(antworten)
Es wächst der Stern!
Er wächst und blinkt!
Kein Stern: Ein Schiff!

ANDERE
Sogt, was ihr seht!
Zieht es vorbei?
Wohin es geht,
Wohin es streicht?

ANDERE
(antworten)
Es wendet, kommt
Zu uns im Glanz,
Im Wogentanz!
Gegrüßtgegrüßt—
Du golden Segel — Schilf aus Gold!

(hier beginnt, durch die Bogengänge der
Arkaden schimmernd, der Goldglanz
des Segels sichtbar zu werden, der im
Hintergrunde, sehr ähnlich dem
Goldregen, lang sam vorüberstreicht)


CHOR
Zum Hafen schnell!
Goldene Hoffnung,
Sei uns gegrüßt!

(der Chor des Volkes strömt ab, in die
Richtung, in der der goldene Schein nun
stehen bleibt)


KÖNIG, VIER KÖNIGE
(während des Chores)
Ein goldnes Schiff?
Wer kann es sein ?
Midas—allein!
Verweile, König,
Vor Eos, der Insel!

(auch Pollux)


Goldenes Segel,
Sei uns gegrüßt!

GLÄUBIGER
Ein goldnes Schiff?
Wer kann es sein?
Erzkönig Midas,
Ich bin dein  Knecht!
Zum Hafen schnell!
Denn kommt es ein,
Das Schiff aus Gold —
Sei hoch verzollt!

(eilen dem Chor nach)


VIER KÖNIGE, KÖNIGINNEN
Nehmt das Geschmeid!
Hoch ist es Zeit!
Trogt es herab,
Zum Hafen ab!

(Marsch. Die Pagen nehmen

Danae das Gewinde ab)

Erkennt ihr dann
An hohem Bord
Den goldnen Mann —
Dann winkt und singt:
Midas, Midas — gegrüßt!

(Alles ab in stolzem Zuge, voran die
Pagen, wie beim Kommen, dann die
Königinnen mit Gefolge, zuletzt König
Pollux, mit langem fragenden Blick auf
Danae. Diese bleibt allein in der Mitte
der Szene. Sowie alle abgegangen sind,
erkennt man den gol­denen Widerschein
aus den Bogengängen viel deutlicher)


DANAE
(in der Betrachtung des goldenen Schimmers)
Leuchtet mein Traum?
Schauer der Nächte—
Klingender Raum!
Wonnig es Segel,
Glückes Erinnern,
Größeren Glückes
Ahnend Frohlocken:
Segel, sei gegrüßt!...

(voll Erinnerung)


Nur der Bringer des Goldes
Soll Freier mir sein!

(Sie macht einige begeisterte Schritte.
Midas, ihr entgegen, tritt überraschend
auf, schlicht gekleidet)


MIDAS
Gegrüßt, Danae!
Des Midas Braut!
Begeistert grüßt dich,
Der dein Bild geschaut!

DANAE
Midas!

MIDAS
Sein getreuer Freund,
Sein mächtiger Arm!
Für ihn zu werben,
Für des Königs Ankunft
Dich zu bereiten!

DANAE
Nicht Midas bist du?

MIDAS
Nur der Träger des Goldes:
Ich: Chrysopher!

DANAE
Nicht Midas du —
Doch Chrysopher? —
Der Bringer des Goldes —
Soll die Keusche frein!

MIDAS
An des Midas Seite
Sah ich dein Bild.
Was mich entzückt,
Gebot ihm Ehrfurcht:
Eile zu Danae!
Erkunde die Keusche,
Geheimen Ahnens
Weck ihr Erinnern,
Leuchtender Wiederkehr
Bring ihr die Botschaft!

DANAE
Schauer der Nächte!
Leuchtender Traum!
Goldenen Regens
Glückes Erinnern!
Nur der Bringer des Goldes —
Er — soll mich frein!

MIDAS
So gebot mir Midas:
Wirb für den Freund!
Nicht schmäh sie den Freier!
Die Holde, Keusche,
Neige ihr Ohr
Dem Verkünder der Träume!

DANAE
Werbender Bote!
Midas nicht —
Doch Chrysopher?

MIDAS
Ein goldenes Ehrenkleid
Soll dich erst schmücken!
Eine Wolke von Gold
Fließend dich hüllen!
Kühnste Wünsche:
Dunkler Träume
Goldenes Ziel —
Deute dir dies Gewand!

(Er gibt ein Zeichen. Nicht nur die Stelle,
wo das Segel angenommen wird jetzt

leuchten alle Arkadenbogen auf. ln jedem
steht, wie auf pompejanischen Fresken,
eine goldene Gestalt. Die mittlere trägt das
goldene Gewand, die nächste  den
Kopfschmuck, die nächste auf goldenem
Polster die Schuhe usw. Sienähern sich
Danae, um sie mit großem Zeremoniell
anzukleiden)

DANAE
(während sie geschmückt wird)
Goldblätterfalll —
Nahst du mir wieder?
Göttliches Fließen —
Mantel—Wolke —
Seliges  Zelt!
Kehrst du mir wieder,
Goldregentraum?

MIDAS
(für sich)
Ihm diese Schönheit?
Dies leuchten dem Mächtigen,
All dieser Glanz?
Armer Bote!
Gedenk deines Schwurs!
Midas— nicht mehr:
Nur Chrysopher!

DANAE
Wann  werde  ich
Den König schauen?
Wird er— vollenden,
Was du verheißest?

MIDAS
Bringer der Botschaft,
Bringer des Goldes,
Ahnender Träume
Leuchtendes Ziel —
Mehr als der König
Bringe ich dir!

DANAE
Du — der Bote?
Midas nicht?
Nur Chrysopher?

MIDAS
LeuchtenderBlick
Des goldenen Bildes!
Noch vor König Midas
Trink ich entzückt
Von neuemden Zauber! —
Nicht kalt sieht diesAug
Auf den armen Boten,
Den Träger des Goldes!
Deut ich dir Wünsche,
Goldene Ahnung!
Deut auch die Frage,
Die in ihm schimmert?

DANAE
Kühn bist du, Mittler!
War das dein Auftrag?

CHOR
(von ferne)
Willkommen, Midas!
Goldes Segen, gegrüßt!

MIDAS
Könnt ich ihm gleichen,
Dem mächtigen Midas,
Dort dem Könige,
Den sie bejubeln!

CHOR
Willkommen,Midas!
Goldes Segen,
Sei gegrüßt!

DANAE
Führ mich zum König!

MIDAS
Nicht alles weißt du!
Groß ist Midas —
Doch unstet ist er:
Goldene Wolke
Fährt er einher,
Schenkt seines Reichtums
Beglückenden Traum --
Weiter jagt er—
Läßt dich allein!

(starke Midas-Rufe ganz in der Nähe)


DANAE
Goldes Geheimnis
Schwindet mit ihm?
Schwindet mir—
traumesgleich?

MIDAS
Was ich gebracht
An des Midas Statt:
Danae bleibt —
Was selbst ich bin!

DANAE
So mag die Wolke
Weiter eilen,
läßt sie den Zauber
Mir nur zurück!

(sie wendet sich ganz Midas zu)


MIDAS
Das Geheimnisnicht kennst du,
ln dem ich verstrickt!
Der Bringer des Goldes war —
Bleibt arm an deiner Seite —
Nur: Chrysopher.

(Midas-Rufe ein drittes Mal)


Zum Herrn der Träume
Muß ich dich führen!

DANAE
Bleibe,  Bote.
Laß den Freier!
Mir— das Gold.

MIDAS
Seltsame Danae!
Herrliches Rätsel:
Durch großes Leuchten
Führe ich dich,
Ich - der Bote -
Zum liebenden Midas!

(Die goldenen Genien erscheinen
wieder und geleiten Danae. Midas geht
voran. Danae folgt ihm hinab nach dem
Hafen. Die steinernen Arkaden weichen
vor ihnen zurück. Größeres Leuchten)


DANAE
Träumendes Herz!
Lockenden Goldes
Doppelter Zwang:
Zu Midas folg ich —
Dir, Chrysopher!
 
Viertes Bild

(Offene  Verwandlung. Hafen)

CHOR
Auf goldenen Fluten
Kamst du gezogen,
Brachtest uns Jubel
Und Freude zurück!
Midas, Midas,
Bleib uns gewogen,
Du bist die Sonne —
Du bist das Glück!

GLÄUBIGER
Standhaft sind wir,
Pochen auf Gold
Mehr als wir hofften,
Ward uns gezollt.
Sieh deine Knechte,
Herr aller Weit!
Midas und Geld!

KÖNIGINNEN
Midas nennen wir dich,
Herr goldener Räume!
Doch wir erkennen dich,
Fürst unsrer Träume!
Ziehst du heran,
Wolke du,  Schwan —
Alte Gestallen —
Neue Gewalten —
Freun uns im stillen,
Gehorsam dem Willen
Neigen uns dir!

(Ankunft des Schiffes, auf dessen Bug

überragend, wie ein Standbild, die
goldglänzende Erscheinung Jupiters
sichtbar ist)


POLLUXund KÖNIGE
Niemals  entschwinde,
Was du gebracht!
Dankbar uns finde
Ewige Macht!
Herr aller Welt:
Midas und Geld!

(Midas und Danae nähern sich)


JUPITER
Gegrüßt sei Eos,
Insel der Freude!
Gegrüßt, in Träumen
Ersehnter Strand!
Gegrüßt du Schönheit
Aus goldenen Bildes
Leuchtenden Zügen!
Goldene Danae!
Der um  dich warb
ln schimmernder Nacht,
Der demBilde gefolgt
Mit goldenemSegel
Und liebendem Sehnen:
Midas— grüßt dich!

(er verläßt das Schiff)


Sieh, ich rufe dich,
Sieh, ich liebe dich,
Goldene Danae!

DANAE
Ich erschaue dich,
Midas, großer König!
Ich erkenne dich,
Wie ich dich geahnt!
Herr - der ewigen Räume
Der goldenen Träume —
Herr des mächtigen Segens —
Des goldenen Regens —
Bist du auch meiner Liebe...
Allmächtiger Herr?

(Sie sinkt  ohnmächtig  in  die Arme
ihrer  Begleiterinnen. Jupiterstampft

auf, leiser Donner)
  
 
 

ZWEITER AKT 


(Prächtiges Gemach. Hochzeitsbette im
pompejanischen Stil. Die vier Königinnen

sind eben daran, es mit Rosengewinden zu
schmücken)

VIER  KÖNIGINNEN
Kränze winden wir
Fremder Hochzeit!
Eifersucht meid uns,
Bleibe uns fern!
Wer eines Gottes
Umarmung genossen,
Selig bleibt er,
Freut sich fremden Glücks!
Glückliche Danae!
Der sich vorgekündet
ln goldenen Träumen—
ln neuer Gestalt
Tritt er strahlend hervor!
Nicht Schwan— nicht  Wolke—
Ein herrlicher, goldener Mann!

(Jupiterv ganz in Gold gekleidet,wie am
Schlusse des ersten Aktes, tritt ein)


VIER  KÖNIGINNEN
Jupiter-Midas,
Midas-Jupiter,
Sei  uns gegrüßt!

JUPITER
So seid doch still!
Schwer genug bleibt es,
Das Geheimnis zu bergen!

VIER  KÖNIGINNEN
In guter Hut
Ist es bei uns!
Sieh, wir winden dir
Kränze  zur  Nacht:
Dir und Danae!

JUPITER
Schon auf  Lydiens Throne
Erkanntet ihr mich?
Und grüßtet mich hier
Als König Midas?

LEDA
Wer in des Schwanes
Auge geblickt,
Erkennt es wieder,
Auch wenn es umgeben
Von goldenem Helm!

SEMELE
Wer von der Wolke
Zärtlichem Arme
Selig umfoßt war —
Erkennt ihn wieder,
Sei das Erz noch so golden
Und hart, das ihn schient!

ALKMENE
Du sebst befahlst,
Daß in des Gatten,
Amphitryons Armen,
Ich niemand erkenne —
AlsJupiter!

VIER KÖNIGINNEN
Jupiter-Midas,
Midas-Jupiter!
Lautere Seligkeit
Aller Gestalten!
Sei uns gegrüßt!

JUPITER
Mit eurem Singen
Verrät ihr den Freund!
Vollendet den Schmuck!

LEDA
(weiterarbeitend)
Glückliche Danae!
Der sich vorgekündet
ln goldenen Träumen —

(bricht ab— neugierig)


Doch warum bliebst du
Kein goldener Regen?
Süßen Spieles
Bald überdrüssig?

ALKMENE
Schien ein König der Lyder
Dir mehr als der Gott?
Worum tauschtest du
Nochmals deine Gestalt?

JUPITER
Schlecht kennt ihr Danae!
Nicht genügt ihr der Stunde
Flüchtig Verkleiden!
Nicht wonnigen Regens
Glitzerndes Spiel!

ALKMENE
(beleidigt)
So verachtest du nun
Die frohen Gestalten!

LEDA
Schiltst du den Schwann,
Du größter der Götter?

SEMELE
(ebenso)
Gereut es dich wohl,
Daß zum Olymp du zogst
Auf luftigen Wegen?
Gereut dich die Wolke?

BEIDE
Schiltst du den Schwan?
Gereut dich die Wolke?

EUROPA
Bedauerst des Stieres
Herrliche Kraft?

JUPITER
Freundinnen, hört doch!
Tief im lnnern,
Unerschlossen,
Rätsel dem Gotte,
Rätsel dem Menschen,
Ruht Danaes liebe!

VIER KÖNIGINNEN
(ohne auf ihn zu hören)
Unglücklich sind wir!
Betrogene sind wir!
Der uns genaht,
Der herrliche Gott,
Bereut die wonnige,
Schöne Gestalt!

JUPITER
Gar nichts bereu ich.
Doch anders ist Danae,
Keusch und stolz,
Voll Haß wider Freier! —
Ein zartes Spiel
War ihr der Regen,
Ein glitzernd Ahnen
Späteren Glückes!
Doch mir dies Herz
Ganz zu eröffnen,
Verschmäh ich den Trug
Einer flüchtigen Stunde!
Denn anderes keimt
ln Danaes Seele,
Als vergangne Freuden
Mir jemals geschenkt! —
SeltenstenReichtum
Erlauschte ich dort,
Machtvoll rief's mich,
Nicht nur Genießens
Früchte zu kosten —
Mit aller Kraft
Zu erwidern dem Wunder,
Hinab mich zu senken
Mit ganzem Wesen —:
Wahre Liebe,
Die dort ich erahnte
Ganz zu umfassen,
Voll zu bedanken —
Dereinst für ewig
Sanft zu verklären - -
Lockte es mich, den Gott!

VIER KÖNIGINNEN
Was nie uns erklang
Hören wir staunend!
Fühlen des Freundes
Mächtige Nähe!

ALKMENE
Doch warum zu Danae —
Einzig zu dieser—
Kamst du — zu zwein?

DIE DREI ANDERN
Was soll dieser Jüngling
ln bescheidenem Kleide?

EUROPA
Warum, o Freund,
Die doppelte Täuschung?
Wozu der Begleiter?

JUPITER
Nicht kennt Ihr Juno,
Des göttlichen Freundes
Böse Gemahlin!
Auf den holden Wegen —
Mehr noch als jemals —
Droht mir ihr Zorn
Und rächend Gewitter —

LEDA
Zog der Schwan seine feuchte Straße—

SEMELE
Hob die Wolke sich hoch in die Lüfte—

ZU VIERT
Gar schnell hat der Götterbote
Mit hübschen irdischen Männern
Jede von uns vermählt!

JUPITER
Längst genügt das
Juno nicht mehr.
Mit furchtbarem Hasse
Verfolgt sie die Armen,
Auf denen mein Blick
Und selig Verlangengeruht...
Hörlet ihr nicht
Vom Schicksal Kallistos?

SEMELE,  EUROPA
Der zierlichen Quelle?

ALKMENE, LEDA
Der niedlichenNymphe?

JUPITER
Verführerisch sang sie,
Lockte den Wanderer,
Lockte den Gott!
Ich aber umarmte sie,
Als der Stein, der sie faßte,
Dem die Lockre entsprang,
Der dennoch nicht fühllos
Bei ihrem Tanze,
Bei ihrem Klingen
Und süßem Gerinnsel!
ln des Steinfalls gewaltigem Dröhnen
Wurde die Silberne mein!

KÖNIGINNEN
O seliger Gott der Verführung,
Seliger Gott der List!

JUPITER
Kurz nur währte
Die glückliche Stunde.
Als wilde Bärin
Tappt die Nymphe umher —
Furchtbar verwandelt durch Juno!

LEDA
Das sei gesagt dir,
Böse Semele,
Wenn auf den Gatten
Du immerfort loszankst!

SEMELE
(keift zurück)
Und dir nicht minder,
Wenn unzufrieden
Du mit Pollux Neffen!

JUPITER
Schweigt doch!
Glücklich noch seid ihr!
Hörtet ihr nicht
Vom Schicksal der lo?

SEMELE, EUROPA
Der jungen Priesterin
Junos, der strengen Gattin?

ALKMENE, LEDA
Die aus dem Tempel
Entführte der Gott?

(sie lachen)


JUPITER
Als plumpe Kuh
Tobt sie durchs Feld,
Weil Juno, selbst mit der niedern
Verkleidung noch unzufrieden,
Mit der schrecklichen Bremse sie quält!

EUROPA
Wie will ich gern
Mit meinem König michbescheiden!
Ist seine Kraft auch lange nicht
Des Stiers Gewalt!

JUPITER
Midas, das Urbild,
Zieht mit dem Gotte
Auf die fröhliche Reise!
Erspäht die Stunde,
Erkundet die Seele
Der schönen Danae!—
Faßt Juno Verdacht:
Wie will die Geliebte sie strafen —
Findet sie Midas,
Den schicklich Verlobten —
Flugs an des Gatten Stelle?

VIER  KÖNIGINNEN
O mächtiger Gott der Verwandlung!
Seliger Gott der List!

JUPITER
Doch gelüstet's den Gott,
Einstens wiederzukehren
An des Königs Stelle:
Schlüpft er aufs neu
ln des Midas Gestalt - -
Wie einstens in Theben, Alkmene!

VIER KÖNIGINNEN
(nähern sich sehr freundlich)
So ist doch Hoffnung,
Seliger Freund,
Daß aufs neu du erscheinst
In der alten Verwandlung?

LEDA
(liebkost ihn)
Warum immer als Midas?
Lockt dich ein Schwan nicht?

SEMELE
(ebenso)
Eine freundliche Wolke—

EUROPA
(ebenso)
Ein mächtiger Stier—

JUPITER
(umfaßt sie)
Gerne gedenke ich
Verlassener Taten,
Seliger Tage!

MIDAS
(ist von der Gruppe

unbemerkt aufgetreten)
Auch wenn sie neu
Zu Taten locken?

VIER  KÖNIGINNEN
(ziehen sich betroffen

von Jupiter zurück)
Leb wohl denn, König,
Leb wohl —Midas!

(ironisch)


Hübscher Bote, gegrüßt!

(gehen ab)


JUPITER
(verlegen)
Der Heim drückt mich.
Der Montel da
Ist mir zur last.

(er legt die goldene Verkleidung ab)


Wie könnte es leicht sein,
Eines solchen Königs
Rolle zu spielen,
Beneidet von allen?

MIDAS
(ebenso ironisch)
Wie eben ich sah,
lst's trefflich gelungen!
Vier Königinnen
ln Rosenkränzen,
Rings um den mächtigen
Älteren Freund!

JUPITER
Die besticht nur der Glanz!

MIDAS
Vier verwirrte Köpfchen
Aus Wiedersehens
Unbändiger Freude,
Aus— andern Besitzes
Unfaßlichem Glück!

JUPITER
(gereizt)
Vergeblich Erinnern!
Vorbei, vorbei!
Noch immer kann mich
Die kindische eine
Von ihrem Amphitryon
Nicht unterscheiden!
Zwei harte Falten
ln Europas Zügen,
Semele— gealtert,
Und Leda wird stärker! —
Die aber einzig mich lockte
Zu solcher Brautfahrt,
Die fernher mich trieb
Über die Woge des Meeres,
Ein leuchtend Gewitter,
Verbrämt von des Goldes Schein —
Die ich bisher nur rührte
Als ahnender Traum
Mit zartester Hand --
Die umfassen ich will
Noch diese Nacht
Mit aller Kraft
Des Mannes, des Gottes:
Die allein-Danae­
Neigte sich nicht!
Verschlossen blieb sie,
Wandte sich ab!

MIDAS
(ruhig)
Mehr als das Gold,
Fühlt sie schaudernd Geheimnis!

JUPITER
(heftig)
Deutlich sah ich's,
Steigend vom Schiffe:
Dich — suchte ihr Blick!

MIDAS
(feierlich ausweichend)
Es sucht der Mensch
Am MenschenStütze
Vor des Gottes Nähe!

JUPITER
(losbrechend)
Erbärmliche Ausflucht!

MIDAS
(immer noch zurückhaltend)
Treu sprach ich
Befohlene Botschaft.
Vertrauen erschlichich!

JUPITER
Gedachtestdu des Vertrages?

MIDAS
Diener — nur sei ich,
Nur Goldes Träger —

Nur Chrysopher.

JUPITER
Danae? Was sagte sie?

MIDAS
(sehr ruhig und zögernd)
Erfüllung des Traumes
Verheißt ihr der Tag,
Den sie liebend ersehnt!

JUPITER
(sehr heftig]
Zweizüngige Rede!
Verraten hast du
Mich, der dir schenkte
Die goldene Gabe!
So kehr denn zurück
Zum Staube der Straße,
In deine Armut,
Nichtswürdiger — Eseltreiber!

MIDAS
Halt ein, Jupiter!
Wie zu früh mich einst fand
Dein Segen, dein Gold,
Ganz ohne Verdienst —
Trifft mich auch jetzt
Viel zu frühe dein Fluch,
Ganz ohne Schuld!
Wisse,Jupiter:
Viel mehr birgt dieses Mädchenherz,
Die Zeit nur enthüllt es!
Geheimnisvoll warmir's,
Geheimnis auch dir!
Mit der Freude des Kindes
Liebt sie das Gold;
Doch nach welchem Lichte
Die erblühte Knospe
Sich endlich wendet,
Nach dem des Menschen —
Nach dem des Gottes --
Wie löste dies Rätsel
Eine flüchtige Stunde?
Geheimnisvoll blieb mir's —
Geheimnis auch dir!—

JUPITER
(mißt ihn überrascht, etwas beruhigt, aber

doch voller Verdacht; dann  läßt er von ihm
ab und geht eine Weile unschlüssig aufund
nieder; von hier ab nicht mehr so ernst)
Das alte Lied
Von den Wegen der Menschen!
Das alte Lied
Von dem Schicksal der Götter!

(resignierte Handbewegung; 

er steht vor Midas, jetzt ernst)

Aufs neue erprob ich's,
Was zu oft mich
Zur Erde hinabzog,
Mich, den liebenden Gott!
Spielt ich  mit Menschen —
Mit ihrer Liebe —
Du aber griffest
ln  Götterwerk!
Krone und  Gold
Schenkte der Gott!
Das eine gebot er
Dir, dem Geschöpf:
Vorbei dieser Nacht
Dunkler Goldglanz —
Getauscht die Gestalt!
Bleibe dann — Midas,
Hüte dir deine Schätze,
Mir aber— hüte die Liebe!
Mein  bleibt— Danae!!

(mit mahnend erhobener

Rechten: den Goldzauber)

Was je du berührst,
Zur Lippe nur führst —
Hold oder unhold:
Erstarre zu Gold!

(von da ab sehr unruh ig

gewilterhaft aufund nieder fahrend)

Wäge, Midas, Jupiters Macht!
Wäge das Glück, das er dir gebracht!
Stärke wäge,  dir vertraut,
Wäge, ob's vor dem Fall nicht graut,
Wäge, Midas, des Mädchens Herz —
Armut wäge und leuchtendes Erz —
Wäge, Midas, wäge!
Nicht kreuze ich mehr
Die gewählte Bahn!
Sie kommt - sie selbst - ich rufe sie heran!
Wäge, Midas, wäge!

(Er stürmt davon. Düsteres Dunkel in dem

Raume, nur die Lampen flackern. Midas, wie
gebannt, steht langeunschlüssig. Er lauscht
zur Türe hinaus, die nach dem Abgang Jupiters
offen blieb die Musik verkündet mit einem sehr

 zartenMarsch das Kommen Danaes. Midas
kehrt zurück - besinnt sich - endlich mit
Entschluß setzt er den Helm Jupiters auf  und
wirftden goldenen Mantel um von Jupiters
Erscheinung im erstenAkte nicht zu

unterscheiden. Zugleich naht Danae, im
goldenen Gewande wie am Schlusse des ersten
Aufzuges, mit einemkleinen Gefolge

goldgekleideter Dienerinnen, wie Eroten, undim
Kreise der vier Königinnen. Midas, erkennend,
daß Danaenicht allein ist, wendet den
Ankommenden zunächst absichtlich den Rücken)


KÖNIGINNEN
Hochzeitszug!
Nie genug!
Liebend, frei,
Sind wir dabei!

ZWEI VON IHNEN
Doch bilde dir
Zuviel nicht ein:
Einst war er mein!

DIE DRITTE
Und mein!

DIE VIERTE
Und mein!

DIE BEIDEN ANDERN
Als das Bilder bekam,
Ins Aug er nahm —
Nicht, Danae, dich —

DIE DRITTE
Nur mich!

DIE VIERTE
Nur mich!

(Danae wendet sich entrüstet ab)


DIE ERSTE UND ZWEITE
So wird es sein:
Kam er dich frein—

DIE BEIDEN ANDERN
Bleibst bald allein —
Und doch zu zwein!

(Midas zuckt wild zusammen)


KÖNIGINNEN
Der hübsche Bote bleibt dir hold,
Es bleibt das Glück, es bleibt das Gold!

EINZELN
Nicht wahr, mein Schwan?
Meine Wolke?
Mein Stier?Amphitryon?

(Sie haben sich Midas genähert.
Dieser dreht sich plötzlich wild nach
ihnen  um. Sie erkennen den Irrtum
und fliehen mit einem Aufschrei)


DANAE
(zart, unbeweglich)
Niemand — rief mich
Niemand— führt mich.
Allein kehr ich —
Ganz ohne Weigern —
Heim— in den Traum!

MIDAS
(ebenso)
Danae...

DANAE
Die Stimme!
Dämon, wer bist du?

MIDAS
Midas— bin ich,
Allen Göttern fern.
Ihr Wille machte mich
Zum reichsten König —
Ihr Wille raubt mir
Mehr als das Gold.

DANAE
Die Stimme! Die Stimme!
Deines Kleides Glänzen
Stammt aus den Träumen...
Die Stimme umfängt mich
Zarter als Traum...

MIDAS
Vor Midas stehst du,
Dem Herrn des Goldes!
Nicht vor dem Freier,
Der stieg von dem Schiffe —
Dennochvor Midas!

DANAE
Selige Stimme!
Steh ich vor dem,
Der das Kleid mir gebracht,
Mit süßem Zauber
Sanft  mich  geleitet—
Dem Traume so nah?
Oder vor dem andern,
Harten, gewaltigen
Herrn des Traums?

MIDAS
Zum dritten denn:
Du stehst vor Midas,
Vor ihm, der dich liebt!

DANAE
Eint sich in Midas
Süße des Traumes,
Gestalt seines Boten—
Glücklich— preise ich mich!

MIDAS
Dan preist sich auch Midas
Als Glücklichsten aller —
Mehr als die Geber
Gefährlicher Gaben —
Mehr als ein Gott!

DANAE
Ein Gott! O berufe nicht,
Was mit Schauer mich traf
ln traumvollen Nächten!
Götter durchdringen
Des Regens lockendes Fließen —
Wohnen im Gold! —
Bist du— Midas,
Der einzige, wahre
Bringer des Goldes,
Nicht  zweigeteilt
Durch bösen Zauber,
Diener und Goldes Träger,
König und Goldes Herr:
Gib mir ein Zeichen!
Verkünde, was wahr!

(Lange, ahnungsvolle  Pause)


MIDAS
Kennst du, Danae,
Hier das Gemach?

DANAE
Ganz ohne WillenKam ich hierher...

MIDAS
Seligster Raum:
Hochzeitsgemach!

DANAE
Ohne Weihrauch und Weihen
Steh ich vor dir!

MIDAS
Schwärme der Rosen
Umwinden das Lager!

DANAE
Erst nach den Sprüchen
Der Weisen, der Priester,
Darf ich hier stehn!

MIDAS
Siehst du die zarte
Im leuchtendstenRot?

DANAE
Erst nach dem Bade
Darf ich sie sehn!

MIDAS
Zeit wird's, daß ich sie breche!

DANAE
Ich zittere, Midas!

MIDAS
Achte des Zeichens,
Ob Midas ich bin...

(er wiederholt Jupiters Goldzauber)


Was je du berührst,
Zur Lippe du führst —
Hold oder unhold —
Erstarre zu Gold!

(Er bricht die Rose  und  reicht sie ihr.
Danae greift mechanischdanach und
erschrickt)


DANAE
Leblos Metall!

(die Rose fällt klirrend zu Boden)


MIDAS
Danae verwirft,
Was sie ersehnt?

DANAE
War es so herzlos,
Kalt, ohne Leben

MIDAS
(kniet, reicht ihr die Rose)
Bot es die Liebe,
Lebt es nicht höher,
Besseres Leben?

DANAE
(schmückt sich damit)
Gerne nehm ich wieder,
Was mich erschreckt!

MIDAS
(erhebt sich glücklich)
Nur  dich  zu  schmücken
Diene mein Zauber!

DANAE
Staunend fasse ich
Des Midas Macht!

MIDAS
Achtlos verwürf  ich
Gefährliche Mächte,
NichtTräger des Goldes —
Diener der Liebe!

(hier legt er Mantel und Heim ab)


DANAE
Schmäh nicht das Wunder,
Diener der Liebe!
Tröger des Goldes —
Vollende dein Werk!

MIDAS
(zu den Rosen auf dem Lager)
Wie euch ich gerührt,
Zur Lippe geführt—
Hold oder unhold —
Werdet zu Gold!

(An Stelle des Rosenlagers wächst eine
goldene Laube auf. Unter dem Folgenden

überzieht Goldglanz das ganze Gemach)

DANAE
(begeistert)
Gold — das Lager!
Leuchtendes Glück!

MIDAS
Niedrig Gemach —
Werde zu Gold!

(der Goldzauber hält an)


DANAE
Gold ohne Ende!
Blinkende Wonne!

MIDAS
Leuchter— werdet zu Gold!

DANAE
Jubelnd glückliches Gold!

MIDAS
Alles, alles zu Gold!

DANAE
Endlos Entzücken!

MIDAS
Einzig — für Danae!

DANAE
(in größtem Jubel)
Herrliches Spiel!
Vollendeter Traum!
Was als Regen fiel,
Als Kleid mich umgab,
Was sich vorgekündet
Im leuchtenden Baum —
Wahrheit wurde es,
Umgibt mich im Raum!
Was im Traume verheißen
Von dunkler Macht:
Du bist der Freier,
Der es gebracht!
Von deinen Händen
Strömt es mir zu —
Kamst, es zu vollenden,
Midas— du!

MIDAS
(gleichzeitig ebenso)
Herrliches Spiel!
Vollendeter Traum!
Was als Gabe mir fiel,
Ohne Willen gespendet
Von göttlicher Gunst,
Wahrheit wurde es,
Umgibt uns im Raum!
Was einst mir geschenkt
Des Freundes Macht,
Im Jubel der Liebe
Seh ich's erneut!
Von deinen Händen
Strömt mehr mir zu
Als Goldes Wunder!
Kamst, es zu vollenden —
Danae— du!

(Sie vergessen sich und sinken einander
in die Arme. Donnerschlag. Dunkelheit.
Man hörtMidas rufen: Danae! Danae!
Dann, noch einer Atempause, beginnt
die Musik über dem Goldzauber düster
die Verwandlung der Danae in das Gold
zu schildern. Langsam wird es dabei wieder

hell, mit schwachem, fahlem Lichte, aus
dem nur die goldene Danae Statue leuchtet)

MIDAS
(zu Füßen der Statue)
Wastat ich?
Unselige Gabe!
Der herrliche Busen
Kalt — ohne Atem —
Der Mund, der kindliche —
Den ich geküßt —
Erstarrt — Gold —
Wertlos, totes Gold!
Verfluchte Hände!
Verfluchte Lippen!
Durch des Goldzaubers Fluch
Vernichtet— alles!
Machte mich deine Gabe
Zum Mörder an Danae —
Arglistiger Gott—
Fluche ich dir!

JUPITER
(wird in unheimlichem

Lichtschein sichtbar)
Zu früh fluchst,
Verworrener, du—
Mir und dem Gold!
Du nahmst die Gabe,
Genossest den Segen:
Treu blieb der Gott!

MIDAS
Zu Ende
Der listige Vertrag!

JUPITER
Vergißt du den Gott,
Der dir befahl?

MIDAS
Danaes Mörder
Durch meine Hand!

JUPITER
Die dir verloren
Mir lebt Danae!

MIDAS
Danae— lebt?
Dann nur dem einen,
Den sie liebt! —

JUPITER
Von des Goldregens
Erstem ahnenden Leuchten,
Bis zum ewigen Glanze,
Der jetzt aus ihr strahlt:
Lebt mir Danae!

MIDAS
So befrag ihren Willen!
Laß sie uns künden,
Ob frei sie dir folgt?

JUPITER
(tritt groß vor die
Statue Danaes)

Lausche, Danae!
Gedenke des Traums!
Der nachts dich umfing
Mit zartestem Zauber—
Der dich befragt,
Der Träume Herr,
Will sich dir einen!
Lausche, Danae!
Gedenke des Traums!

MIDAS
(ebenso)
Lausche, Danae!
Brich den Zauber!
Der das Gold gebracht,
Mit dem Kleid dich gehüllt.
Schenk deine liebe,
Vom Golde befreit,
Midas, dem Armen,
Nicht — Chrysopher!
Lausche, Danae!
Zerbrich den Zauber!

JUPITER
(hohnlachend)
Lausche, Lausche!
Ein Eseltreiber
Wirbt um dich!

MIDAS
Menschenlosbiet ich!

JUPITER
Ich aber biet dir
Erhabenes Los!

MIDAS
Meines Menschenherzens
Unendliche Liebe!

JUPITER
(immer höhnischer)
ln armseliger Hütte
Eines Midas Weib!

MIDAS
Wähle, Danae, wählet !
Midas führt dich
Mit sanftester Liebe
Zu besseren Gaben,
Als treulosem Gold!
Des fühlenden Herzens
Ewges Geschenk!
Wähle,Danae,wähle!

JUPITER
Wähle, Danae, wähle!
Sieh, ich schenke dir
Göttliche Ehren!
Ein goldener Tempel
Sei dir geweiht!
Dort umgibt dich
Höchstes Geschenk!
Wähle, Danae, wähle!

(Eine tiefe Pause. Dann wird Danaes

Stimme wie von ferne hörbar)

DANAE
(zart)
Midas, Geliebter,
Bleibe mir hold!
Leben -- ahn ich —
Leb wohl, mein Traum!

(Blitz und heftiger Donnerschlag.
Im Scheine der Blitze sieht man Danae
sich beleben und auf Midas zueilen.
Dann verschwinden beide in völligem
Dunkel. Nur Jupiter ist in einem
Lichtkreis zu sehn)


JUPITER
Treulose Danae!
Du hast gewählt!
Elend wähltest du,
Menschenlos!
Eine niedere Hütte,
Das Lager von Stroh —
Nächte voll Sorge
Warten dort dein!
Dann gedenkst du
Von Qual zerknirscht
Vergebens des Glückes,
Das du verschmäht!
 
Ein goldener Tempel
Am strahlenden Vorgebirg
War herrlich dir bereitet!
Dort erhebt sich
Der Säulen Kranz
Wie weiße Feuer
Empor zu den neuen,
Seligen Freunden:
Den ewigen Göttern!
Und in des Kranzes
Leuchtender Mitte —
Eine goldene Blüte:
Du heiß Umworbene
Jetzt verlassene
Geliebte treulose Danae!
Der im Traum dich besucht,
Er kommt wieder,
Eine hochragende Wolke
Strömt herab zu dir!
Leuchten und Leuchten —
Gold, das dem Golde sich eint! --
Und alle Menschen,
Deren Herz zerrissen
Vor Sehnsucht nach Gold —
Heben die Blicke
Zu unseren Füßen —
Geblendet vom Scheine —
Schauern und sagen:
Danae- die Göttin -
Wohnt dort in der Höhe!
Eines Ewigen Braut!

(von hier ab verdunkelt

sich rasch die Szene)

Götterschicksal —
War euch geboten!
Menschenschicksal —
Habt ihr gewählt!
Ferne bleib euch der Gott!

(er entschwindet im Dunkel)
 
 


DRITTER AKT 
  

Erstes Bild 
 
(Landstraße im Orient. Midas und Danae  
untereiner halb-dürren Palmengruppe, wie  
erwachend) 

DANAE
Geliebter! Freund!

MIDAS
Bei dir — bin ich!

DANAE
Wer— wer bist du?

MIDAS
Der dich liebt, Midas!

DANAE
Midas? Wo sind wir?

MIDAS
Auf einsamer Straße—

DANAE
Das goldne Gemach?

MIDAS
Verschwunden— alles!

DANAE
Neuer Zauber!

MIDAS
Welt, die wir erwählt.

DANAE
Wo ist das Kleid? Golden Gewand?

MIDAS
Vorbei das Kleid!
Armut nur!

DANAE
Was dort so leuchtet —
Ist es noch Gold?

MIDAS
Ein Stein, Danae —
Im  Schein der Sonne!

DANAE
O Fluch des Fremden!
Erbarmungslosen!

(sie weint)
 

MIDAS
Zur fühllosen Säule
Warst du erstarrt —

DANAE
War es dein Kuß,
Der zur Säule mich machte?

MIDAS
Der Fluch war es,
Gabe des Goldes!

DANAE
(wie in tiefem Erinnern)
Chrysopher?
Bringer des Goldes!
Du  —verflucht?

MIDAS
Fluch und Gold
Warf  ich von mir!

DANAE
König dann
Von maßlosem Reichtum?
Ihm fast gleichend?

MIDAS
Höheres Glück
Tauschte ich ein!
Danae ist mir gefolgt!

DANAE
Liebe gab dir
Armut, Elend!

MIDAS
Doch Danae gab sie —
Freudiges Leben!

DANAE
Bleibt doch Geheimnis,
Wem ich gefolgt?

MIDAS
ln  Syriens Glut
Trieb ein armer Junge
Den freuen Esel,
Sein einziges Gut!
Ein Alter im Burnus
Trot da zu mir:
Göttliches Auge
Bannte mich leuchtend,
Stimme umfing mich
Tief, voll  Geheimnis:
Was an Reichtum nie
Ein Mensch besaß—
Midas, sei dein!
Dem Zauber lausche:
Was je du berührst—
Zur Lippe nur führst—
Hold oder unhold:
Werde zu Gold!
Dem König des Goldes
Bedang er das eine:
Tausch der Gestalt
Aufseinen  Wink!
Seines Willens Geschöpf
An jedem Ort!
Bräch ich den Eid—
Zu Ende die Gabe!
So saß der Gott
An Midas Statt
Auf Lydiens Thron!
Erfaßt von deines
Bildes Zauber,
Sandt er den Werber,
Als Bringer des Goldes —
Als Chrysopher!
ln des Boten
Liebend Erinnern
Wob sich das Bild!
Herrlich erwuchs es
Zu deiner Schönheit,
Dein Blick erleuchtete
Meines Pfades Unheil!
Deines Auges Macht
Besiegte den Schwur!
Machte mich stark
Zu  größtem  Verzicht :
Stall Goldes Macht
Leuchtete Midas
Höherer Glanz:
Danaes Liebe!

DANAE
Als mit des Kleides
Glanz du gekommen —
Seltsam bewegt
Ward mein Herz—
Nicht vor der Gabe,
Nicht vor dem Reichtum —
Doch vor des Boten
Seligem Anblick!

MIDAS
(den Esel herbeiführend)
Hart ist der Weg,
Den wir nun wandeln!

DANAE
Gesegnet die Armut,
Die uns vereint!
Gesegnet das Schicksal,
Das wir erwählt!

MIDAS
Armselig reist Danae—
Von Liebe geführt.

(er hebt sie sanft auf den Esel)
 

BEIDE
So führ ich dich mit sanfter Hand
Ins neue, in der Liebe Land.
Nicht Gold ist's, was die Hand erfaßt,
Nur Sorge bleibt und Arbeitslast.
Nicht golden, irden ist der Krug—
Der Thron verschwunden, der uns trug —
Nicht Goldes Glanz den Weg erhellt:
Die Sonne leuchtet unserer Weh.

(Verwandlung)
 
 
Zweites Bild

(Wenn sich der Vorhang hebt, zeigt die
Bühne eine südliche Waldlandschaft in
den Bergen. Jupiter tritt auf, in tiefes
Nachdenken versunken. Merkurhalb Gott,
halb Spaßmacher der römischen Komödie,
kommt aus den Lüften herabgeflogen)

JUPITER
Du schon hier?

MERKUR
Pünktlich wie immer!

JUPITER
Zu Ende die Dienste!
Heimwärts kehr ich!

MERKUR
Danae wählte sich
Selbst den Gatten...

JUPITER
Wie? Ihr wißt schon?!

MERKUR
Bis zum Olymp
Ward dein Donner gehört! —
Als die Goldgewordene
Wählte - den  Eseltreiber -:
Brach deines Donners Echo
Aus im hohen Olymp!

JUPITER
Neugierige,
Was habt ihr zu horchen?

MERKUR
Und erst zu loahen!
Es wälzte sich Ares!
Vulkan, im Trinken
Schallend verschluckt sich!
Es vergoß Ganymed
Lachend den Nektar —
Ja, aus deines
Wütens Gewitter
Schöpften diesmal
Statt wässrigen Regen —
Nektar die Menschen!

JUPITER
Frecher Spötter!

MERKUR
Ein feines lächeln
Stand um der Venus Mund!

JUPITER
Schweige! Doch sie —
Die Gattin— Juno?!

MERKUR
Ach, die würdige
Göttermutter—
Lachte am meisten!
Unter Tränen—
Tränen der Freude —
Schwor sie, denselben
Goldenen Tempel
Müsse sie haben:
Tempel der Treue,
Gottentreue!

JUPITER
Bittrer Hahn
Dem schwachenGotte!

MERKUR
Andern Gewitters Tosen
Im zerstörten Palast!
Verschwunden die Hoffnung
AufMidas!
Verschwunden die Werber!
Danae—entflohn!

JUPITER
So laß uns eilen!
Auf zum Olymp!

MERKUR
Geduld!
Aus dem wüsten Toben
Der Könige, Knechte —
Des ganzen Volkes
Der Insel Eos:
Sieh —vier schöne Frauen
Fanden den Weg zu dir!

JUPITER
Nicht mag ich sie sehen!
Neue Enttäuschung!
Fort, Merkur— faß mich!

MERKUR
(blickt durch die Bäume)
Ahnung lenkt sie!
Wie sie sich eilen!
Mit zarten Füßchen
Auf holprigen Wegen...

JUPITER
(unwillkürlich gleichfalls hinblickend)
Zarten Füßchen...?
Die dort so nochhinkt
Ist sicher Leda,
Des Schwanes Braut...
Leda— stärker...
Die wacker sich' müht:
Alkmene, zärtlich,
Zu zärtlich... immer.
Europa —
Semele —

(die vier Königinnen stehen vor ihm)


KÖNIGINNEN
Willkommen, Jupiter!
Nicht: Jupiter-Midas!
Jupiter— immer!
Für immer—  dein!

JUPITER
(mürrisch)
Was wollt ihr wieder?
Was stört ihr den Einsamen?
Wer verriet euch
Des Gottes Weg?

KÖNIGINNEN
Um den zerschmetterten Saal
Schlich Merkur.
Er verriet uns
Des Freundes Weg!

JUPITER
Meine Ahnung!
Lügender Knecht! —
Ihr aber: nach Hause!
Eilt euch, eilt euch —
Sonst seht ihr wieder
Meines Blitzes Strahl!

ZWEIDER KÖNIGINNEN
Wie sehr er scherzt,
Der göttliche Freund!
Der alles mit List
Zum besten gefügt,
Uns herbeschieden
Zum Stelldichein!

JUPITER
Ich — euch beschieden?

DIE ANDERN ZWEI
Ganz göttlich war's,
Auf Danae, goldlüstern,
Verdacht zu lenken!
Sie einzuspinnen
ln goldenen Zauber,
ln trügenden Regen!

ZU VIERT
Und  dann die Eitle,
Die auf Gold gehofft —
Mit dem falschen König
Gebührend zu lohnen!
Ein Eseltreiber! Haha!

JUPITER
(besinnt sich, geschmeichelt)
So seht ihr ihn wieder
ln neuer Jugend Glanz?

ZWEI DER KÖNIGINNEN
Nur wer sich wunschlos
Dem Gotte naht,
Nur wer bescheiden
Harrt der Umarmung,
Dankbar, zu Füßen —
Nur der darf hoffen
Auf höchsten Glanz!

DIE BEIDEN ANDERN
Nur wer gehorsam
Merkurs Befehlen,
Nur wer zufrieden
Auch mit den Gatten,
Die er uns pries
An Jupiters Statt:
Nur der darf hoffen
Auf höchsten Glanz!

JUPITER
(versöhnt)
So bleibt, ihr Schmeichler!
Du aber, Merkur Bist einmal du da,
Frecher Kuppler:
Sorg und rühr dich, Rüste den Tisch!

(Eine reichlich goldgedeckte Tafel
steigt aus dem Boden empor)


DIE VIER KÖNIGINNEN
(nehmen Platz)
Schmausenden Gattinnen
Kann Juno nicht zürnen,
Geborgen sind wir
An Freundes Seite!
Nur Danae sann Übles —
Entschuldigt sind wir,
Ganz außer Verdacht!

(sie heben die Becher)


Den Wiedergekehrten Begrüßen wir,
Nicht die und jene —
Nein, alle vier!

(man stößt an)


JUPITER
(erwidert)
Den Wiedergekehrten
Beglückt aufs neu
Gedenken der Tage,
für immer vorbei!

DIE VIER KÖNIGINNEN
(unwerben ihn)
Nicht so! Geliebter, nicht so!
Mir diesen Trank!Mir! Mir!

LEDA
Wie kühl ergläntzt
Am Gebirge die Bucht!
Wie tauche ich gern
Ermattete Glieder
Ins spiegelnde Blau!
Da wendet ein Schwan
Vorsichtig äugend
Zur tiefen Grotte!
Wie weich sein Gefieder!
Wie friedlich er kost —
Der göttliche Schwan!

JUPITER
Mit mächtigen Schlägen
Aufflattert der Schwan!
Leb wohl, Leda, leb wohl!

SEMELE
Wie neugierig lugt ich
Nach der nächtig-dunklen
Gewitterwolke
Vor Thebens Toren!
Siehe - die Wolke -
Sie neigt sich herab!
Der Freund entsteigt ihr!
O könnt ich ihnEinmal erblicken
In wahrer Gestalt!

JUPITER
Begehre es nie!
Verflüchtigt die Wolke —
Aufschlägt der Blitz!
Semele, leb wohl!

ALKMENE
Wenn aber der Gatte
In rüstiger Feldschlacht —
Kehrst du mir wieder?
Bei Öllämpchens Schein
Blitzt mir dein Panzer
Ganz: wie der seine —
Amphitryon gleich?

JUPITER
Dir bleibt der Gatte!
Der Gott verläßt dich,
Alkmene, leb wohl!

EUROPA
Wie leuchtet die Flur!
Wie wohlig weidet
Der mächtige Stier!
Freundlich läßt er
Zum Spiele sich nieder,
Läßt auf den breiten
Rücken mich steigen!
Furchtbares  Schnauben!
Rosender Ritt
Zu seligem Glück!

JUPITER
Leb wohl, Europa!
Weitab  deines  Weges
Steigt jetzt, der dich trug,
Der göttliche Stier!

KÖNIGINNEN
O scherze nicht, Freund!
Junger Geliebter!

(durcheinander)


Göttlicher Schwan!
Himmlische Wolke!
Umfasse mich wieder!
Kehrst du aufs neu
Bei der Öllampe Schimmer?
Der Stier — der Stier
Unter fröhlichen Blumen!

(sie suchen alleJupiter zu fassen)


JUPITER
(erhebt sich)
Ihr seht nur stets
Die eine Gestalt!
So bleibe sie euch,
Die einst dem Gott
Freude gewährt
Einer glücklichen Stunde!
 
Erinnerung—  wahrt  euch
An Wolke und Schwan,
An  Amphitryon, an den  Stier!
Seid  glücklich!
Er aber— der Gott
Erträgt nicht Enttäuschung
Der letzten Gestalt,
Wo der heiße Wunsch
Ihm Erneuerung bot
Der schönsten Verwandlung,
Der letzten Liebe!
So nimmt er denn
Abschied von euch,
Abschied von der Erde,
Die er geliebt
ln jeder Gestalt,
Am meisten geliebt -­
Als goldener Regen...
Lebt, Freundinnen, wohl...!

(Es ist blitzschnell dunkel geworden.
Nur die GestaltJupiters leuchtet, von
Merkur umfaßt)


KÖNIG POLLUX
(hinter der Szene)
Halt — halt! Da ist er!

GLÄUBIGER
(ebenso)
Den Schwindler gefaßt!

(König, vier Könige, Gläubiger
und Volk stürzen auf die Bühne)


KÖNIG
Der Midas sich nannte —
Entflohn aus dem Haus!

VIER  KÖNIGE
Mit unseren Frauen!
Endlose Schmach!

KÖNIG
Das Haus entzündet,
Verbrannt der Palast!

VIER KÖNIGE
Leda! Alkmene!
Ihr Ungetreuen!

(sie stürzen sich auf sie)


KÖNIG
Danae— geraubt!

VIER KÖNIGE
Semele! Europa!
Rechtfertigt euch!

KÖNIG
Zerrissen, armselig,
Einen Esel reitend
Ward Danae gesehen!

CHOR
Einen Esel reitend!

KÖNIG
Rechtfertige dich, Midas —
Wer sonst du auch seist!
Haltet den Schwindler!

GLÄUBIGER
(hängen sich an Jupiter)
Midas,  bezahlen!
Enttäuschungen, Qualen,
Leere Gespinste,
Entgangne Gewinnste —
Bezahlen, bezahlen!

VIER KÖNIGE
Untreue, schamlos —
Sollt ihr bezahlen!

(sie fassen die Königinnen,

mit ihnen schnell ab)

GLÄUBIGER
Midas! Bezahlen!
Versprechungen,Qualen!
Zu hunderten Malen:
Bezahlen! Bezahlen!

JUPITER
(sehr bedrängt)
So hilf, Merkur!

MERKUR
Größter der Götter!
Hier hilft nur eines,
Was tausendmal
Deiner schönen Welt
Geholfen: Geld!

(Jupiter macht eine beschwörende
Geste. Goldmünzen fallen klirrend
und blinkend in die Menge)


CHOR
Schwere Tropfen!
Klinge, klopfen!
Was nie geschah —
Wär heute da?
Mühloser Segen:
Goldener Regen!
Dicht und dichter —
Blitzende Lichter!
Glücklicher Ort:
Regne so fort!
Herrlich erschallt:
Midas— bezahlt!

(nach dem ersten Erstaunen derer, die
Münzen auffangen, bricht die Menge in

immer größeren Jubel aus, der allmählich
in eine heitere Balgerei ausklingt, während
alles dem sich im Hintergrunde verlierenden
Goldregen nachläuft)

MERKUR
Köstlicher Spaß!
Wie sie sich balgen
Aus der Luft fangen
Das gelbe Metall!
War einer glücklich:
Entreißt's ihm der andre:
Und dem der dritte!
Wie viel vermag
Der hohe Olymp!
Gewährt die Freuden
Benebelt die Sinne
Mit einem Wink!
Wie glücklich bist du, Jupiterl

JUPITER
(heftig)
Schweige, Merkur...

(weicher)


Was hier gelang —
Eines Mädchens Sinn
Beugt es mir nicht.
Liebt ich sie auch
Mit Jupiters Macht!

MERKUR
Wer weiß, wer weiß?
Was nicht gelang
Im Königspalaste —
Vielleicht gelingt's
Der nagenden Zeit
ln des Eseltreibers
Niedrem Stall?!
Nimm noch nicht Abschied
Von aller Hoffnung!

JUPITER
Danae—Danae—
Die ich geliebt—
Als letzte geliebt —
Find ich nicht wieder!

MERKUR
Warum verzweifeln?
Blüht doch die Welt
Schöner als je!
Warte, Jupiter, warte!
Niemals sah ich,
Wo Geld gefehlt,
Menschen völlig im Glücke!
Warte, Jupiter, warte!
Danae erstarrt
Bis an den Hals —
Verzichtete leicht
Auf  noch mehr Gold!
Danae, geliebt
Vom jungen Midas,
Verzichtet leicht
Auf  ältliche Herren!
Doch wie erscheint
Beides ganz anders  —
Freier und Gold —
Wenn Danae in Not
Und Midas mit ihr!
Warte, Jupiter, warte!
Nicht Goldregen sei
In stolzen Palästen —
Sei Jupiter
In niederer Hütte —
Dann blüht ihr die Welt
Noch schöner als je!

(Jupiter reicht ihm versöhnt,

lächelnd die Hand)
 
Drites Bild

(Das Innere der Esel treiberhütte,mit großer
Bescheidenheit,aber ordentlich gehalten.
Großes Lager, niederer Tisch mit Sitzen, viel
bunte Tücher, in der Art des Orients. Alter
Teppich als Türe. Durch das offene Fenster,
durch den Vorhang, überallher dringt helle

Sonne)

DANAE
(allein)
Wie umgibst du mich mit Frieden,
Labst mir immer neu den Blick,
Trauter Raum, der mir beschieden:
Midas Hütte, Danaes Glück!
 
Krug, der oft uns Labung spendet,
Lager, ruhevoll und weich —
Niemand mehr Verwirrung sendet
Midas Hütte, Danaes Reich!—
 
Rätselvoll naht einst ein Fremder
Meinem schwankenden Sinn
Meiner dunklen Sehnsucht...
Hoher Tempel der Verheißung!
Drohung, Zorn in seinem Abschied!
 
Aus dem Fluche sproß mir Segen,
Als zu Midas ich gefunden!
Menschenlos umfing mich tröstlich —
Menschenglück—und doch unendlich,
Hob mich auf zu neuem Leben,
Hoffen, Liebe — überreich
Dem Genügsamen gegeben:
Midas Hütte, Danaes Reich!

JUPITER
(ist leise durch  den Vorhang getreten.
Er ist in einen schwerenBurnus gehüllt,
wie Midasihn beschrieben hat.Leise:)

Danae...

DANAE
(faßt ihn ruhig ins Auge)
Wer bist du, Fremder?

JUPITER
Ist das die Hütte
Midas, des Eseltreibers?

DANAE
Sie ist es Herr...

JUPITER
Befohlen hab' ich
Den Diener hierher.

DANAE
Ins ferne Ispara
Ritt er voraus,
Vorzubereiten
Die Ankunft des Herrn!

JUPITER
So heißt es für mich
Im glühenden Sande
Heimwärts zu schreiten! —
Leb wohl, du Frau...

(er wendet sich zu gehen)


DANAE
Bleibt, Herr...
Der Tag wird heiß.
ln wenig Stunden
Kommt Midas wieder...

JUPITER
(setzt sich seufzend)
Midas!

DANAE
Seltsame Stimme —
Seltsames Auge —

JUPITER
Was scheint dir seltsam,
Seltsam an mir?

DANAE
Auf Syriens Straßen —
Dunkle Stimme —
Leuchtend Auge —
Ein Alter im Burnus —

JUPITER
(für sich)
Ein Alter! Das Ende!

DANAE
Den Midas beschrieb,
Der uns geflucht —
Dir glich er— dir!

JUPITER
Mehr Pilger ziehen
Auf Syriens Straßen.

DANAE
Willst du dich laben,
Fremder Mann,
Mit bescheidenem Tranke
Midas, des Eseltreibers?

JUPITER
Es segne dir's
Der größte der Götter,
Der Herr des Geschaffnen —
Wenn glücklich du. —
Gerne erblickt er
Der Menschen Freude,
Doch kräftiger lockt ihn
Drängender Zwiespalt.
Unerfüllt Sehnen
Dir im Herzen
Zög ihn noch mehr
Herbei, dich zu segnen!

DANAE
(sehr einfach)
Es trifft dein Segen
Friedlich Genügen,
Ruhige Herzen
In dieser Hütte —
Des Midas Glück.

JUPITER
(wiederholt sinnend)
Friedlich Genügen —
Des Midas Glück?

DANAE
Der Fremde im Burnus
Gab Midas Reichtum —
Gab ihm fluch!
Midas rettete
Uns in sein Glück!

JUPITER
Die Hütte seh ich
Des glücklichen Midas!—
Du erfüllst sie
Mit deinem Wesen,
Du mit Dasein,
Mit Atem des Glückes?
Doch Blühende du —
ln Armut, in Not...

DANAE
Dann sieh nur immer
ln diese Hütte!
Lobe dich fröhlich
An diesem Krug!
Sieh auch das einfache
Genügsame Lager —
Und sei getrost!
Siehe: Ich liebe!

JUPITER
(nicht stark, leise beschwörend)
Andre Nächte,
Längst vergangen...
Zarter Schimmer—
Flimmernd Leuchten!
War's nicht Glückes
Zärtlichste Ahnung,
Dies Umfassen,
Golden Leuchten!
Gedenke der Nächte, Danae!

DANAE
Jäh Erinnern!
Goldne Nächte...
Kühl Umfassen...
Wer war so mächtig,
Dies Sehnen zu regen?

JUPITER
Starker Arm,
ln Goldes Fall
Glühend Umarmen,
Mantels Schwung —

DANAE
(im dunklen Erinnern)
Goldener Blätterfall —
Selige Kühle,
Herrliches Zelt!
Starker Arm,
Aus größtem Leuchten
HerrlichesAug!

JUPITER
Trägt dich Erinnern,
Selige Danae:
Auge und Arm?
Dann auch ahnst du
Den, der dir nah...

DANAE
(nach kurzer Verwirrung)
Nein— nicht nah!
Weite Ferne schon!
Ein Freund schenkte —
Glück der Nächte,
Sehnen nach Gold!
Ein Gott versprach —
Göttliche Ehren,
Goldenen Tempel!
Ein Dämon -- schloß
Mit furchtbarem Fluch!

JUPITER
Nah das Auge!
Nah der Arm,
Wieder zu schenken
Goldes glückliche Last!
Dich fortzuheben
Aus niederer Hüte,
Zu heiterem Glanze,
Ewigem Glück!

DANAE
So bleibe der Ferne
Bei seinem Glanze,
Bei seinem Glück!
Siehe: Ich liebe!

JUPITER
(sehr bewegt)
Tief Geständnis!
Unverletzlich
Selbst dem Herrn
Goldenen Regens,
Selbst einem Gott!
ln seines Schaffens
Ewigem Übermaß
Ist er verschlossen!—
Doch sein ist Sehnen,
Hinab sich zu senken
Zu allem  Geschaffnen,
Zu den Menschen!
Sich selbst zu vollenden,
Und auch ihr Glück!

DANAE
Ewige Pfade
Trennen sich ——
Trüber Nächte
Sehnsucht gestillt—
Der Unbekannte
Weitab von Menschen,
Von Danae, Midas:
Siehe: Ich liebe!

JUPITER
(sehr bewegt)
So ferne schon...
Du hörst mich nicht...
So lausche dem Auge,
Das du erkanntest,
Trotz trennender Pfade!
Dem Märchen lausche!
Der dir erglänzte —
Herr der Nächte —

(nach einer Pause ergriffener Erinnerung)


Maja— liebte er einst!
Die zarte, flüchtige;
Sie zu beschenken,
Sie zu beglücken,
Sie — zu gewinnen —
Ließ er sie... träumen
Von der Blumen herrlichen Pracht!
In des Traumes duftenden Zauber
Schenkte sie sich dem Gott!
Als in ihren Armen
Jupiter ruhte—
Übermächtig
Sproßte es da hervor
Aus der Erde Wüste:
Blumen und Blumen,
Ein bunter Teppich!
Dicht und dichter!
Mit des ersten Frühlings
Unendlichem Leuchten
Deckte sich da die Welt!
Aber sieh, du Frau:
Im holden Übermaß
Der duftenden Kelche —
Verschwand da Maya,
Geborgen von Blumen!
Arm blieb Jupiter,
ln des Geschenkes
Duftendem Reichtum!
Einsam zog er
Durch den blühenden Garten!
Jahr um Jahr,
Im Gedenken an Maja,
Blüht aufs neue
Die glückliche Erde —
Selig freut sich die Welt!

DANAE
Maja— war sein!
Jupiters Seligkeit!
Weiter blüht sie
In Schaffens Freude!
Weiterblüht
Maias Geschenk
Frühling um Frühling!
Was er Danae gespendet,
Gold blieb es,
Kaltes Gold!
Höher schien Danae
Süßes Verstehen,
Ewig Beglücken
Von Mensch zu Mensch!
Danae und Midas —
Siehe: sie lieben!

JUPITER
(zugleich. Aufgeregt)
Maja — war sein!
Des Gottes Seligkeit!
ln der Blumen Kelche
Schwand sie dem Gott,
Ließ ihn zurück,
Arm in Armut!—
Aber Danae
Erkannte den Gott,
Zurück wies sie
Strahlende Gabe!
O menschliches Glück!
Leicht wandelt ihr
Der Liebe Pfade,
Für Blumen und Gold
Tauscht menschliches Glück!
Arm nur der Gott!

(er wendet sich zu gehen)


DANAE
O wende dich nicht,
Gütiger Fremder,
Ohn ein Geschenk!
Sieh: die Spange!
In des Haares Tiefe
Barg sie sich heimlich!
Nimm denn Gold—
Von mir, von Danae!
Denn zum Glücke wurde
Des Mächtigen Flucht!
Betrachtend die Spange,
Gedenke  der  Spender,
Der Glücklichen beider,
Die— seine Liebe vereint!
Gedenke  Danaes:
Dankbar preist sie
Der Götter Fügung,
Die aus der Nächte Dunkel
Zu der liebe Licht sie geführt!

JUPITER
(in die Betrachtung

der Spange versunken)
Auch dich schuf der Gott—
Dich auch schenkte der Gott —
Schmerzliche Gabe
Aus Menschenhand!
Menschenliebe: Göttergeschenk!
Menschenliebe:
Gefahr dem Gotte —
Nehm ich das Gold,
Das einst ihn verflocht
Mit Danaes und Midas Geschick?
Ist er gelöst
Aus eurem Kreise,
Wendet sich wieder
Zu himmlischen Höhen?
So wisse,Danae:
Mehr als dies Gold
Bindet den Gott
An eure Liebe!
 
Maja! Wie ihren holden Blumen
Unvergänglich ersprossen —
Bleibt ihr umfangen
Von der Erde Schönheit!
Mit erfrischendem Atem
Leuchten euch Morgen,
Seliger Wind
Spielt in euren Gärten,
Den nie verwelkenden—
Bis der strahlendeMittag
Auch noch die fernsten
Herrlich emporruft
ln ewiger Zeugung —
 
Aber in weiter Ferne zieht
Der große Ruhelose
ln den Abschied des Abends,
Er sieht noch einmal
Aus scheidender Wolke
Die er schuf, die Gärten —
Die er liebt, die Menschen --
Und des Gottes Auge
Leuchte euch milde,
Leuchte sein Segen,
sein Dank.

(Er geht rasch ab. Danae blickt ihm
lange nach. Endlich wendet sie sich
und geht langsam dem Herde zu. Da er
tönt im Orchester  die Weise des
heimkehrenden Midas. Danaeruft freudig

seinen Namen und eilt ihmentgegen)


 
 
 

PRIMER ACTO


Cuadro Primero

(
Sala del trono del rey Pólux.
Todo muestra un pasado de
esplendor ajado. El trono, de
oro,
está apuntalado con
maderas. Las puertas abiertas
dejan ver un numeroso grupo
de acreedores que los  guardias
impiden entrar)

ACREEDORES
¿Dónde está el Rey?

¿Dónde está Pólux?
¡Dejadnos llegar hasta él!
¡Nuestras deudas
deben ser canceladas!

GUARDIAS
¡Atrás! ¡Atrás! ¡El Rey no está!

ACREEDORES
¿Que no se encuentra aquí?

¿Que no está aquí?
¡Cuando nos pedía prestado dinero,

sí que
estaba siempre
sentado en su trono!

GUARDIAS
¡Atrás! ¡Atrás!
¡Marcharos o correrá sangre!

ACREEDORES
¡Venimos de tierras lejanas!...
¡De Persia, de Chipre!
¡De Rodas! ¡De Samos!

¡Hemos cruzado el mar!
¡Las facturas son antiguas!
¡No podemos esperar más!
¡No lo consentiremos!
¡Diez mil para vino!
¡Para ricos brocados, el doble!
¡Treinta mil para perlas, oro, joyas!

GUARDIAS
¡Atrás saqueadores! ¡Fuera!

(Los acreedores empujan a los

guardias y, con las facturas en
la mano, se precipitan furiosos
en la sala del trono. Súbitamente
aparece el rey por una puerta

lateral y se sienta hierático en el
trono)

(Los acreedores, por un

momento permanecen en suspenso)

REY
¡Todo lo mío es vuestro!
¡Atrás! ¡Atrás!

ACREEDORES
¡Queremos nuestro oro! ¡Dinero!

REY
¡Aquí no hay dinero!

Podéis quedaros con la tierra.

ACREEDORES
¡Está hipotecada!

¡La tierra está en manos de otros!
¡Aquí están las hipotecas!

REY
¡Coged las minas, están hasta arriba!

ACREEDORES
¡Hipotecadas! ¡Vacías! ¡En manos ajenas!
¡Están quebradas!
¡No queremos nada que no sea dinero!

¡Solamente dinero, contante y sonante!

REY
¡Tomad el palacio!
¡Apoderaros de todo cuanto contiene!

ACREEDORES
¡Está medio vacío!
¡No contiene nada de valor!

REY
¡Os pagaré con mis medallas,

con los derechos de pastoreo y de pesca!

ACREEDORES
¡Todo está hipotecado! ¡No queda nada!
¡Oh! Rey Pólux, dinos:
¿En qué has gastado toda tu riqueza?
¡Recibe nuestra maldición!
¡Recibe nuestro desprecio!
¡La isla de Íos está en quiebra!

(Agitando las facturas saltan y

bailan salvajemente entorno al Rey)

REY
¡Os pido un poco de paciencia!
¡Aún queda esperanza!

ACREEDORES
(Deteniéndose)
¿Esperanza? ¿Cuál?

REY
¡He mandado llamar a mis sobrinos,
los Reyes de las Islas!

ACREEDORES
¡Ellos también están quebrados!

REY
¡Son los esposos de mis cuatro sobrinas,
las mujeres más bellas del mundo!

ACREEDORES
¡No confiaremos en terceras personas!
¡No hay dinero!
¡En ninguna parte hay dinero!

REY
¡Alkmene, Sémele, Europa, Leda!...

ACREEDORES
¡Esos nombres son extraños para nosotros!
¡Ellas tampoco tienen dinero!

REY
¡Ellas viajan con un retrato de mi hija, Dánae!
Ella ha recibido una propuesta de matrimonio

del hombre más rico del mundo: <
¡Midas, de Lidia!
¡Todo lo que toca se convierte en oro!

ACREEDORES
(Con ironía)
¡Dánae! ¡La orgullosa Dánae!
¡La que rechazó a todos los pretendientes
que nosotros le propusimos!

REY
¡Paciencia!

Seguro que en esta ocasión
ella acepta.
Es el hombre indicado, ¡el más rico!
¡Midas, de Lidia!
¡Todo lo que toca
se convierte en oro!

ACREEDORES
¡No intentes engañarnos!
¿Cuándo nos pagarás?

REY
¡Todo lo pagará Midas!

ACREEDORES

¿Midas?... ¡está lejos!
¡Una nube!... ¡Una estrella!
Las cuentas... sí...
¡esas sí que están bien cerca!

(Vuelven a agitar las facturas)


REY
¡Mis sobrinas regresan
del reino de Midas!
¡Algo más de paciencia,
sólo un día más!

ACREEDORES
(Se alejan del rey observando el trono)
¡Ahí!...

¡Aún te queda el trono!
¡Cómo brillan y refulgen
los adornos, guirnaldas
coronas, blasones

y animales heráldicos!

(Se abalanzan sobre el trono, saqueándolo)


¿Qué utilidad tendrían estas menudencias
para ti... deudor?
¡El animal heráldico!
¡La corona!... ¡Para mí!

(Se disputan los pedazos

del destrozado trono)

Rey estafador, dinos:
¿dónde has gastado todo tu dinero?
¡Siempre presumiendo y nunca pagando!
Sólo, como último recurso,

tomamos los restos de tu trono vacío
¡El animal heráldico!
¡La corona!... ¡Para mí!
¡Para mí! ¡Para mí!

REY
¡Todo lo pagará Midas!
¡Midas de Lidia!

ACREEDORES
(Sacan del trono al rey a empujones
y, peleando entre ellos salvajemente,
destrozan el trono)

¡Mío! ¡mío! ¡mío!
 
 
Cuadro Segundo

Interludio: La Lluvia de Oro
 
(Dormitorio de Dánae, oscuridad.
Se distingue vagamente su silueta.
Xanthe está a sus pies)

DÁNAE
(Despertando)
¡Oh, oro! ¡Oh, dulce oro!

(Acaba la lluvia de oro. Aparece en su
lugar la luz matutina, lívida y gris)


XANTHE
(Incorporándose)
Dánae, ¿llamaste?

DÁNAE
¿Dónde estás, oro?
¡Oro magnífico!

XANTHE
Tú también... ¿estás buscando oro?
¡No lo veo por ningún lado!

DÁNAE
¡Vibrante sonido!
¡Melodía dorada!
¡Tu esplendor!
lo inunda todo por completo!


XANTHE
Oro... ¿en nuestra pobreza?

DÁNAE
¡Dulce frescor
sobre mis mejillas!
¡Luminoso poder
sobre hombros y brazos!
¡El beso del oro
sobre mis labios!

XANTHE
¡Tengo miedo!
¡No veo nada, Dánae!
¡Es de noche!

DÁNAE
¡No es de noche!
¡Todo lo inunda la luz!...
¡Caen relucientes
hojas doradas!
¡Un árbol dorado
surgió sobre mí,
entre las brillantes estrellas!
¡Mil brazos me envolvieron

arropándome
con
una capa milagrosa!

XANTHE
¡Es un sueño, Dánae!
¡No hay oro en ninguna parte!
¡Son ardientes deseos motivados
por nuestra ruina!

DÁNAE
(con energía)
¡No es un sueño,
no es la miseria!
¡Una forma luminosa
se inclinaba sobre mí
rodeándome con dulzura!
¡Oro anhelado,
consolador ardiente,
descendió sobre mí,
sobre mi lecho!

XANTHE
¡Sí, ojalá pudiésemos encontrar
lo que te hiciera feliz!
¡Todo está vacío,
oscuro y frío!

DÁNAE
¡Lo que la lluvia
es para la tierra,
lo ha sido para mí

el oro que he amado!
Reconfortante abrazo,
cálido anhelo,
fecunda pasión
sobre mis labios y mejillas.
¡Igual que la tierra seca
renace con ella,
así yo he florecido
con la lluvia de oro!

XANTHE
¿Con una lluvia de oro
has florecido?
¿Un sueño te ha hecho dichosa?
¿Un sueño te ha seducido,
te ha fascinado?

DÁNAE
¡Oh, feliz recuerdo,
del resplandeciente sueño!
¡El beso del oro
sobre mis labios!
¡Sobre mis pechos
el dulce abrazo del oro!
¡Seductor deleite
sobre mis miembros y mis mejillas!
¡El beso del oro sobre
mis labios,
deliciosa presión
sobre mi seno!
¡Lo que es bendición del cielo
para la tierra,
lo ha sido para mi
el oro amado!
¡Envuelta
en la majestuosa prenda,
en la radiante capa
del oro amado!
¡Sigue iluminándome
deliciosa lluvia,
radiante lluvia de hojas doradas!
¡Oro que me has rociado
que has hecho que floreciera,
magnífico sueño!

XANTHE
(Al mismo tiempo)
¿Una lluvia de oro,
un delicioso sueño,
nos ha liberado
de nuestra miseria?
¡Seductor deleite,
luminosa dulzura
sobre los hombros y los brazos,
completamente envuelta
en su esplendor!
Lo que es bendición del cielo
para la tierra,
¿lo ha sido para ti el oro
que has amado?
¡Envolviéndote
la majestuosa prenda,
el radiante manto
del oro amado!
¡Si lograses mantener
la luminosa bendición!
¡Oro que te ha rociado,
deliciosa lluvia,
magnífico sueño!
¿Estabas sola
entre los pliegues del manto?
¿Sólo te hizo soñar
el resplandor del árbol?

DÁNAE
¡Soñé con lo más sublime,
la lluvia del excelso oro

fue lo más hermoso para mí!


XANTHE
Pero, ¿de dónde provino?
¿No has visto a nadie?
¿Permaneciste sola?
¿No hubo ningún apasionado pretendiente
con capa dorada?
¿Ninguno de los poderosos dioses
que conceden sus dones
con mano codiciosa?

DÁNAE
¡Estaba sola
en medio del parpadeante fulgor!
Nosotros,

sólo nosotros para amarnos...
¡yo... y el oro!

XANTHE
¡Niña maliciosa!
¿Ningún pretendiente?
Despierta,

¡has
rechazado a los más nobles!
Siempre desdeñosa
y despreciando a los hombres...

¿Cuándo conseguirás poner fin a nuestra miseria?

DÁNAE
Con mi sueño,
milagroso encanto,
con la ensoñadora
caída de las hojas del árbol,
con la lluvia de oro
que saciaba mi sed...
¡Terminan todas mis penas!

(Empieza a oírse una marcha

lejana que va acercándose)

XANTHE
¡No son fantasías!
¡No ha sido un sueño!
¿Escuchas los sones
del alegre canto?
¡Son los que tu padre envió,
son tus primos que regresan!
A los que esperábamos
¡los ha anunciado tu sueño!
¡Ha terminado la miseria! ¡Alegres sonidos!
¡Dichosa Dánae!

¡Un nuevo pretendiente
más real que cualquier sueño!

(La marcha se ha hecho más audible.
Xanthe, impaciente, se marcha.
Dánae queda a solas)


DÁNAE
¡No más pretendientes!
¡No más hombres lascivos!
El que aquí llega
entre alegres sones,
sólo si es tan poderoso
como el de mi sueño,
sólo si me trae
la alegría del oro
podrá ser...¡mi pretendiente!

(Oscurece. Cambio de escena)
 
Cuadro Tercero

(Una sala con columnas en el palacio
de Pólux. Al fondo, gran arcada por la
se ve el mar. El rey, cortesanos, guardias
y acreedores esperan la llegado de los
cuatro sobrinos de Pólux y sus respectivos
séquitos. A ambos lados de la arcada
se agolpa una gran multitud de
ciudadanos)

PUEBLO
¿Qué traen los reyes?
¿Se acaba la miseria?
¿Qué traen envuelto
en lienzos?
¿Traen esperanza
a esta triste tierra?
¿Esperanza?... ¿Para todos nosotros?

(Hacen gestos de saludo a los que
se acercan, aun sin ser visibles)


REY
(Junto con el coro)
¡Oh, si trajeran a Midas!

ACREEDORES
(igualmente)
¿Será posible?
¿Vendrá el hombre más rico?

REY
¡Oh, si así fuera!
¡Si esto fuera así!
¡Se recuperaría el país!
¡Se salvaría el trono!

ACREEDORES
¡Sería el trono más rico del mundo!
¡Oh, Pólux... qué yerno!

(La marcha llega a su máximo volumen.
Desde el fondo, a través de la arcada,
entran los heraldos y pajes de los cuatro

reyes
vestidos con ropas claras y alegres,
en contraposición con los ropajes del pueblo,
oscuros y paupérrimos. Transportan un objeto
cubierto con lienzos, alto como un estandarte,
y
lo depositan en el centro de la sala. El
cortejo avanza, entran los cuatro reyes
con sus esposas. Gran expectación)


LOS CUATRO REYES
¡Él... viene!

TODOS
¿Quién... viene?

LOS CUATRO REYES
¡Un nuevo pretendiente!

ACREEDORES
¡Muchos han venido a menudo hasta aquí!

LOS CUATRO REYES
Como éste... ¡nunca!

REY
¿Es el rey que gobierna en Lidia?
¡Hablad!

LOS CUATRO REYES Y REINAS
¡Un pretendiente inigualable,
viene de Lidia, el reino mágico!

REY
¡Midas! ¡El glorioso!

ACREEDORES
¡No lo glorifiquéis tan pronto!
¡Veámoslo!
¡Primero veámoslo!

LOS CUATRO REYES Y REINAS
¡Un pretendiente como no hay otro!

ACREEDORES
¿De qué va a servir?

¡Ella lo va a rechazar!

(Los pajes, que se han situado

delante de los reyes y reinas,
realizan una pantomima del
relato que sigue)

LOS CUATRO REYES
¡Hemos viajado,
de país en país,
llevando en nuestras manos
el retrato de Dánae!
Lo exhibimos...
lo mostramos...
nos ofrecimos
pero a ellos... a ellos...
¡Ay, a nadie le gustó

(Quejándose)


el retrato de Dánae!

ACREEDORES
¿No les gustó?
¡Escuchad! ¿Ni a unos ni a otros?

LOS CUATRO REYES
¡Llegamos así...
en nuestro periplo...
a la lejana, lejana Lidia!
Nos encontramos ante un palacio
que relucía a la luz del sol,
soportando el peso de su tejado de oro:
¡el palacio era totalmente de oro!

(Sorpresa general)


ACREEDORES
¿De oro? ¿Todo el edificio?
¿Los muros... de oro?
¿El tejado... las puertas... de oro?

LAS CUATRO REINAS
¡Oh, dichosos recuerdos
de la feliz juventud!
¡Tú, hombre apuesto;
tú, hombre poderoso!

(junto con los reyes)


¡No es un rey: es un dios!

LEDA
El brillo de sus ojos me llenó de dicha:
¿era la mirada de un cisne blanco?

SÉMELE
Su abrazo fue como una nube...

¡
llena de relámpagos!

ALKMENE
¡Me pareció semejante a Anfitrión!
Más que su doble... ¡era el mismo dios!

LAS CUATRO REINAS
¡La juventud se encarna
en este hombre rodeado de oro!
No es un rey... ¡es un dios!

LOS CUATRO REYES
(bailando con gran ceremonia)
El gran rey cogió el retrato...
envuelto en seda...
lo descubrió... lo contempló...
y en su rostro se reflejaba

el resplandor del retrato de Dánae...
un resplandor dorado...
¡Un delicioso resplandor!
¡El retrato se había
convertido en oro!

PUEBLO, ACREEDORES, REY
(Sobre el jubiloso baile de los pajes)
¿El retrato se convirtió en oro?
¡En oro!

LOS CUATRO REYES
¡Callad y oíd!
No sólo el retrato
se había convertido
en oro puro.
¡Cortó una rama del árbol florido
que tenía sobre su cabeza,
y al tomarla, tintineó metálicamente,
¡pues era de oro puro!

(Dejan caer la envoltura del objeto que
transportan y aparece una guirnalda de oro)

TODOS
(con una exclamación)
¡Oro!

(pausa prolongada)


DÁNAE
(que ha entrado sin ser vista)
¿Me llamaste, oro?

REY, ACREEDORES
¿Se trataba realmente de Midas?
¿Dónde está?
¿Cuál es su nombre?

LOS CUATRO REYES
¡Midas, el señor del oro!
De oro es su ropaje, de oro es su palacio,
¡y en oro puro se transforma todo
lo que Midas toma en sus manos!

DÁNAE
¿No estuve en la noche
cubierta por el oro?
¿Como si mi imagen
estuviera en las manos del Rey?
¿Es él el demonio
que se transformó lujurioso
en forma de lluvia de oro?

LAS CUATRO REINAS
Lo que toca...
lo que se lleva a sus labios
¡le sonríe cual oro puro!

DÁNAE
Lo que toqué
en la noche,
lo que temblorosa
me llevé a los labios,
¡me sonrió como oro puro!

TODOS
(excepto los cuatro Reyes y las Reinas)
¡Oh, Midas! ¡Señor! ¡Tú, maestro del oro!
¿Cuándo vendrás hasta nosotros?
¿Cuándo seremos bendecidos por tu fortuna?

LOS CUATRO REYES
¡Conmocionado se quedó
el excelso héroe,
ante el retrato de oro
en sus manos!

LAS CUATRO REINAS
¡Entonces nos entregó
la rama florida...
convertida en joya...
como prenda amorosa...
para Dánae!

ACREEDORES
¿Será así? ¿Vendrá?
¿Tal vez no?
¡Sólo son acertijos... enigmas... lo que dicen!
Pero ¿y el oro!
¡Por lo menos,
aquí hay una joya!

(Intentan precipitarse sobre los

pajes. Los guardias se lo impiden)

DÁNAE
(Pasando a través del grupo de

acreedores, se apodera de la joya)
¡Callad usureros!
¡Esta rama es mía!

ACREEDORES
¡Mirad a Dánae!
¡La orgullosa y fría Dánae!
¿Podrá el oro

despertar su pasión?

DÁNAE
(Agitando dichosa la rama)
¡Midas... me manda esto!
¡Como saludo apasionado!
¡Como prenda de su amor!

ACREEDORES
El único oro que hay en este lugar,
¿creéis que lo dejaremos sin más?
¡Agarrad a esa mujer! ¡Tomad la rama!
¡Vamos! ¡Agarrémosla!

(Intentan atrapar a Dánae.
Se produce un gran tumulto)


UNA VOZ
(Desde las arcadas donde

está agolpado el pueblo)
¡Un barco!

REY PÓLUX, CUATRO REYES
¡Midas ¡Demos gracias! ¡Un barco!

LAS CUATRO REINAS
(dulcemente)
¡A Júpiter... demos gracias!

ACREEDORES
(atónitos)
¿Un barco? ¡Qué extraño!
Finalmente...¿será todo verdad?

EL PUEBLO CORO
(Desde lo alto, haciendo

gestos hacia el mar)
¡Un punto resplandeciente
da la vuelta al arrecife!
¡En pleno día
brilla una estrella!
¿Un incendio
en el mar?

OTROS
(respondiendo)
¡Crece la estrella!
¡Crece y brilla!
¡No es una estrella, es un barco!

OTROS
¡Decidnos lo que veis!
¿Pasa de largo?
¿A dónde va,
hacia dónde se dirige?

OTROS
(respondiendo)
¡Gira, se dirige hacia aquí,

luminoso
sobre el vaivén de las olas!
¡Salud, sed bienvenidos...
vela dorada... barco de oro!

(Empieza a verse un reflejo a través de
las arcadas y se hace visible el
resplandor dorado de las velas,
que igual que la lluvia se extiende
lentamente por el fondo de la escena)


CORO
¡Al puerto, rápido!
¡Te saludamos,
esperanza dorada!

(La multitud corre hacia
el resplandor que ahora se ha
detenido en el fondo)


LOS CUATRO REYES
(Junto con el coro)
¿Un barco de oro?
Solamente puede ser él...

¡Midas!
¡Detente rey
ante la isla de Íos!

(se les une Pólux)

 

¡Vela dorada,
te saludamos!

ACREEDORES
¿Un barco de oro?
Sólo puede ser
¡el gran rey Midas!
¡Somos tus siervos!
¡Corramos al puerto, rápido!
El barco de oro

está atracando...

¡Te damos la más excelsa bienvenida!

(Corren tras el pueblo)


LOS CUATRO REYES Y REINAS
¡Traed la joya!
¡Rápido!
¡Llevadla abajo,
hacia el puerto!

(Marcha. Los pajes

arrebatan la joya a Dánae)

¡Observad
en lo alto de la borda
al hombre dorado...!
¡Agitad las manos y cantad:
Midas, Midas...salud!

(Todos salen en procesión.
Adelante los pajes, después las Reinas
con sus cortejos, finalmente el Rey Pólux
que lanza a Dánae  una interrogadora
mirada. Esta permanece sola en escena.
Cuando todos se han marchado, el reflejo
dorado desde las arcadas es mucho más
intenso)


DÁNAE
(Contemplando el resplandor dorado)
¿Está brillando mi sueño?
¡El que me estremeció...
en el espacio sonoro de la noche!
Deliciosa vela,
dichosos recuerdos,
intensa felicidad,
presentido júbilo...
¡Salve vela!

(Sumida en recuerdos)


¡Sólo el que ofrezca oro
podrá poseerme!

(Da unos pasos entusiasmada.
Entra Midas vestido con sencillez
y se dirige hacia ella)


MIDAS
¡Salve Dánae!
¡La prometida de Midas!
¡Te saluda maravillado
el que ha contemplado tu retrato!

DÁNAE
¡Midas!

MIDAS
¡Soy su fiel amigo,
su mano derecha!
Me he adelantado
para que te prepares
para su llegada.

DÁNAE
¿Tú no eres Midas?

MIDAS
¡Soy sólo el heraldo del señor dorado!
¡Soy Chrysopher!

DÁNAE
¿Tú no eres Midas?...
¿Chrysopher?...
¡Sólo el portador del oro...
podrá pretender a la virgen!

MIDAS
Junto con Midas
vi tu retrato
y me quedé hechizado.
Y él, admirado, me dijo:
¡Corre hasta Dánae!
¡Anuncia a la virgen
mis ardientes anhelos!
Despierta en ella su deseo
y transmítele el anuncio
de mi luminosa llegada!

NAE
¡Estremecimiento nocturno!
¡Sueño luminoso!
¡Lluvia de oro,
felices recuerdos!
¡Sólo el portador del oro...
él sólo...deberá cortejarme!

MIDAS
Esto me ordenó Midas:
¡Cortéjala en nombre del amigo!
¡Que no desprecie al pretendiente!
¡Que la encantadora virgen
preste oídos
al heraldo de los sueños!

DÁNAE
¿Pretendiente embajador?
No eres Midas...
¡Eres Crysopher!

MIDAS
¡Con un ropaje dorado
debo primero embellecerte!
¡Una nube de oro
fluirá envolviéndote!
¡Osados deseos,
oscuros sueños,
dorada meta...
te anuncian estos ropajes!

(A una señal suya todas las arcadas se
iluminan, no sólo en el lugar en que se
encuentra la vela. En cada una de ellas
aparece una figura dorada parecida a un
fresco pompeyano. La del centro sostiene

un ropaje dorado, la siguiente un adorno
para la cabeza, la otra, sobre un cojín,
lleva
los zapatos dorado, etc. Dánae se
aproxima maravillada y
es ataviada
ceremoniosamente)

DÁNAE
(Mientras la engalanan)
Lluvia de doradas hojas...
¿vuelves a derramarte sobre mí?
Flujo divino...
manto... nube...
dosel delicioso,
¿vuelves nuevamente a mí
soñada lluvia de oro?

MIDAS
(Aparte)
¡Cuánta belleza!
Este esplendor...
todo este fulgor...
¡Pobre mensajero!
¡Recuerda tu juramento!
¡No eres Midas,
sólo eres Crysopher!

DÁNAE
¿Cuándo podré
ver al Rey?
¿Él cumplirá
lo que me has anunciado?

MIDAS
¡Portador del mensaje,
portador del oro,
sueños premonitorios,
destino luminoso!...
¡Más que el Rey
es lo que yo te traigo!

DÁNAE
¿Tú?...¿El mensajero?
¡No eres Midas!
¡Eres Crysopher!

MIDAS
¡Luminosa mirada
del retrato dorado!
¡Antes que el rey Midas
fui yo, hechizado,

quien saboreó tu belleza!
¡Tus ojos no han mirado con desdén
al pobre mensajero,
al heraldo del oro!
¡Veo en ellos tu deseo,
tu anhelo dorado!
Así mismo también puedo ver

la pregunta que brilla en ellos...

DÁNAE
¡Eres un descarado intermediario!
¿Eran estas tus órdenes?

CORO
(A lo lejos)
¡Bienvenido, Midas!
¡Riqueza dorada, te saludamos!

MIDAS
Puedo equipararme a él,
al poderoso Midas,
al rey
que allí ovacionan.

CORO
¡Bienvenido Midas!
¡Riqueza dorada,
te saludamos!

DÁNAE
¡Guíame hasta el Rey!

MIDAS
¡Aún no lo sabes todo!
Midas es grande...
pero inconstante.
Viaja en una
nube dorada,
regala sus riquezas,
hace realidad los sueños...
Pero pronto sigue adelante
abandonándolo todo...

(Se acercan las exclamaciones)


DÁNAE
¿El misterioso oro
desaparece con él?
Desaparece....
¿igual que un sueño?

MIDAS
Lo que he traído
en nombre de Midas,
le quedará a Dánae...
¡Mi persona!

DÁNAE
Entonces, la nube
puede seguir su camino...
¡Sólo me quedará
su recuerdo!

(Se dirige hacia Midas)


MIDAS
¡No conoces el arcano
en el cual estoy inmerso!
El heraldo del oro...
permanecerá pobre a tu lado...
¡Crysopher!

(se oye una tercera llamada de Midas)


¡Debo conducirte
ante el señor del sueño!

DÁNAE
¡Adelante mensajero!
¡Vayamos al pretendiente!
Para mí... ¡el oro!

MIDAS
¡Extraña Dánae!
¡Singular enigma!
En medio de un grandioso esplendor
te conduciré,
yo... el mensajero...
ante el amante Midas!

(Aparecen de nuevo los genios dorados y
guían a Dánae. Midas, el heraldo, va delante,

Dánae lo sigue dirigiéndose al puerto.
Las arcadas de piedra retroceden a su paso.

Se origina una gran luminosidad)

DÁNAE
¡Corazón de ensueño!
¡Oro seductor!
¡Doble compulsión!
¡Crysopher te sigo
hasta la presencia de Midas!
 
Cuadro Cuarto

(Cambio de escena a telón abierto. Puerto)

CORO
¡Navegando

sobre olas doradas,
has venido
trayéndonos dicha y alegría!
¡Midas, Midas,
muéstrate propicio!
¡Eres el sol,
eres la felicidad!

ACREEDORES
Somos persistentes,
reclamamos el oro,
que se nos debe
desde hace mucho tiempo.
Mira a tus esclavos.
¡Señor del mundo!
¡Midas y Fortuna!

LAS REINAS
¡Midas, te nombramos señor

de los dorados espacios!
¡Te reconocemos,
príncipe de nuestros sueños!
¡Tú fuiste
la nube, el cisne...
viejas imágenes...
nuevo poder...
que nos alegran silenciosas.
¡Obedientes a tu voluntad
nos inclinamos ante ti!

(Llega el barco en cuya proa puede

verse la soberana presencia de
Júpiter similar a una estatua
dorada)

PÓLUX, REYES
¡Qué no desaparezca nunca
lo que tú nos traes!
¡Supremo poder,
te estamos eternamente agradecidos!
Señores del mundo:
¡Midas y Fortuna!
 
(Midas y Dánae se aproximan)

JÚPITER
¡Salve Íos,
isla de la alegría!
¡Estrechada en sueños,
anhelada playa!

¡
Salve a ti, bella,
de luminosos rasgos
del retrato de oro!
¡Dorada Dánae!
Quién te cortejó
en la noche luminosa,
el que persiguió tu imagen
con sus velas doradas
y con amoroso deseo:
¡Midas... te saluda!

(desembarca)


¡Mira, te estoy llamando,
mira, te amo,
dorada Dánae!

DÁNAE
¡Te contemplo,
Midas, gran rey!
¡Te reconozco,
tal como te había presentido!
¡Señor de los eternos espacios
de los sueños dorados!...
¡Señor de la pródiga bendición
de la lluvia de oro...!
¡No puedo creer que hayas venido a mí,
señor todopoderoso!

(Cae desmayada en brazos de sus
compañeras. Júpiter golpea el suelo

con el pie, se oye un tenue trueno)
 


 SEGUNDO ACTO

 
Lujosa habitación. Lecho nupcial

de estilo pompeyano. Las cuatro
Reinas lo están adornando con
guirnaldas de rosas)

LAS CUATRO REINAS
¡Tejemos coronas
para la boda del extranjero!
¡Desechamos los celos,
los apartamos de nosotras!
Quien ha disfrutado
del abrazo de un dios,
siempre es feliz
y se alegra de la dicha ajena.
¡Feliz Dánae!
El que se anunció
en sueños dorados...
aparece radiante
en una nueva imagen.
¡Ni cisne... ni nube... sino como
un deslumbrante hombre dorado!

(Júpiter entra vestido de oro

como al final del primer acto)

LAS CUATRO REINAS
Júpiter-Midas,
Midas-Júpiter,
¡te saludamos!

JÚPITER
¡Callad!
¡Aunque os resulte difícil,

debéis guardad el secreto!

LAS CUATRO REINAS
¡Nosotras lo sabremos
guardar muy bien!
¡Mira, hemos trenzado
coronas para esta noche,
para ti y para Dánae!

JÚPITER
En el trono de Lidia
me reconocisteis...
¿Y ahora, aquí,

me saludáis como rey Midas?

LEDA
¡Quien miró los ojos
del cisne
los reconoce
aunque estén
cubiertos por un yelmo dorado!

SÉMELE
¡Quien fue tiernamente rodeada

por los brazos amorosos
de la nube...
los reconoce
aunque estén cubiertos

por
el reluciente dorado metal!

ALKMENE
¡Tú mismo hiciste que,

en brazos de mi esposo,
Amphitrion,
yo conociese...
a Júpiter!

LAS CUATRO REINAS
¡Júpiter-Midas,
Midas-Júpiter!
¡La dicha más pura
bajo todas las formas!
¡Te saludamos!

JÚPITER
¡Vuestros cantos
traicionarán al amigo!
¡Completad el adorno!

LEDA
(Continuando su labor)
¡Dichosa Dánae!
El que se anunció
en sueños dorados...

(Se detiene... curiosa)


Pero, ¿por qué no permaneciste
como lluvia de oro?
¿El dulce juego
pronto te resultó aburrido?

ALKMENE
¿Crees que el rey de los lidios
es más que el dios?
¿Por qué cambias
de nuevo tu imagen?

JÚPITER
¡Conocéis mal a Dánae!
¡No le basta con una hora
de un fugaz disfraz!
¡Tampoco el brillante juego
de la deliciosa lluvia!

ALKMENE
(Ofendida)
¿Así pues ahora menosprecias
las jubilosas imágenes que usaste anteriormente?

LEDA
¿Desprecias al cisne,
tú, el más grande de los dioses?

SÉMELE
(de igual modo)
¿Te arrepientes de
haber salido del Olimpo
a través de la bóveda celeste?
¿Te arrepientes de la nube?

AMBAS
¿Desprecias al cisne?
¿Te arrepientes de la nube?

EUROPA
¿Acaso deploras

el poderío del toro?

JÚPITER
¡Queridas, escuchad!
Profundo e inexplorado enigma
para el dios;
y enigma para

los hombres,
es el palpitante amor de Dánae!

LAS CUATRO REINAS
(Sin escucharlo)
¡Somos desdichadas!
¡Fuimos engañadas!
¡El que se acercó a nosotras,
el glorioso dios,
se arrepiente de las deliciosas
y bellas imágenes que asumió!

JÚPITER
¡No me arrepiento en absoluto!
Pero, Dánae es diferente,
casta, orgullosa y llena de odio

hacia los pretendientes...
Para ella, la lluvia fue
un dulce juego;
el luminoso anuncio
de una futura felicidad.
Pero, para que su corazón
se me entregue totalmente,
¡debo evitar el engaño
de una hora fugaz!
Lo que ansía
el alma de Dánae,
no son los pasajeros deleites
que alguna vez he ofrecido...
Allí se encuentran

increíbles riquezas,
no sólo el gozo
de probar la fruta...
Con todo mi poder
debo evitar lo milagroso,
debo descender a ella
con todo mi ser...
Debo abrazar por completo
el amor verdadero
que una vez allí encontré,
con plena lucidez...
¡Por fin ha llegado
la dulce transfiguración
que ha seducido a mí,

al dios!

LAS CUATRO REINAS
¡Escuchamos con asombro
lo nunca oído!
¡Sentimos la poderosa
cercanía del amado!

ALKMENE
Pero, ¿por qué para Dánae...
sólo para ella...vienes...
transformado en dos seres distintos?

LAS OTRAS TRES
¿Qué representa ese joven
de sencilla vestimenta?

EUROPA
¿Por qué, oh, amigo,
el doble engaño?
¿Para qué el heraldo?

JÚPITER
¡No conocéis a Juno,
la maligna esposa
de vuestro amado divino!
Por los caminos del amor...
más que nunca...
me amenaza su ira
y su tempestuosa venganza...

LEDA
Siguió al cisne por su húmedo sendero...

SÉMELE
Se elevó con la nube en el aire...

LAS CUATRO
¡Inmediatamente, el mensajero de los dioses
nos casó a cada una de nosotras
con hermosos hombres terrenales!

JÚPITER
Hace tiempo que a Juno
no le basta con eso.
Con terrible odio
persigue a las bellas
sobre las que descansa mi mirada
y mi gozoso deseo...
¿No habéis oído nada
de la suerte que corrió Calisto?

SÉMELE, EUROPA
¿La del delicado manantial?

ALKMENE, LEDA
¿La gentil ninfa?

JÚPITER
¡Con su cantó seductor,
sedujo al caminante,
sedujo al dios!
Pero fui yo quien la abracé,
cuando seductora se deslizó
por la piedra que la cobijaba,
pues no fui insensible
a la danza y al canto
del dulce arroyuelo.
Entre el formidable estruendo
de las piedras quebradas
¡la ninfa de plata fue mía!

LAS REINAS
¡Oh, dios seductor!
¡Oh, dios astuto!

JÚPITER
Poco duró
la hora de felicidad.
La ninfa ahora camina errante,
como una osa salvaje...
¡Así lo determinó Juno!

LEDA
¡Qué te lo cuenten a ti,
maligna Sémele,
que tienes continuas peleas
con tu esposo!

SÉMELE
(Enfadada)
¡Y no menos que a ti,
que estás disconforme
con el sobrino de Pólux!

JÚPITER
¡Callad!
¿Os creéis desdichadas?
¿No habéis oído hablar
de la suerte de Io?

SÉMELE, EUROPA
¿La joven sacerdotisa
de Juno, tu severa esposa?

ALKMENE, LEDA
¿La que el dios
raptó del mismísimo templo?

(ríen)


JÚPITER
¡Como una torpe vaca
camina apesadumbrada por los campos!
Y todavía Juno, insatisfecha,
además de la indigna transformación
¡hace que la torture un terrible tábano!

EUROPA
Pues yo me contento
con mi Rey,
¡aunque su potencia no sea
la del poderoso toro!

JÚPITER
¡El auténtico Midas
acompaña al dios
en el jubiloso viaje!
¡Calcula la hora
y explora el alma
de la bella Dánae!
Si Juno sospecha,
¿cómo podrá castigar a la bella...
si encuentra a Midas
como oportuno pretendiente...
en lugar de a su esposo?

LAS CUATRO REINAS
¡Oh, poderoso dios de las metamorfosis!
¡Encantador dios de la astucia!

JÚPITER
Quizá, algún día
se le antoje al dios
introducirse de nuevo
en el ser del rey,
convertirse en la imagen de Midas...
¡Como sucedió en Tebas, con Alkmene!

LAS CUATRO REINAS
(Acercándose cariñosas)
¿Entonces nos queda esperanza,
luminoso amigo,
que aparecerás de nuevo
bajo las antiguas formas?

LEDA
(Acariciándolo)
¿Por qué siempre has de ser Midas?
¿No te gustaría ser un cisne?

SÉMELE
(del mismo modo)
Una nube amigable...

EUROPA
(de la misma forma)
O un poderoso toro...

JÚPITER
(abrazándolas)
Recuerdo gustoso
los momentos pasados.
¡Encantadores días!

MIDAS
(que ha entrado sin ser visto

por Júpiter y las cuatro reinas)
¿Incluso si te seducen
nuevas empresas?

LAS CUATRO REINAS
(sorprendidas, se apartan

rápidamente de Júpiter)
¡Pues bien, adiós... rey
adiós...Midas!

(con ironía)


¡Hermoso mensajero, se bienvenido!

(Se marchan)


JÚPITER
(enojado)
¡El casco me aprieta!
¡Este manto
me pesa!...

(Se quita el dorado ropaje)


¿Cómo te puede resultar fácil
ejercer de rey

al que todos
desean?

MIDAS
(con ironía)
¡Acabo de ver
que has tenido un éxito total!
¡Cuatro reinas
con guirnaldas de rosas
rodeando al poderoso
y viejo amigo!

JÚPITER
¡Solamente las seduce el esplendor!

MIDAS
Cuatro cabecitas alocadas,
a raíz de la incontenible dicha
por el reencuentro...
por la añorada felicidad...
por...¡nuevas posesiones!

JÚPITER
(Irritado)
¡Es en vano recordar!
¡Se acabó, se acabó!
¡La necia
no es capaz
de distinguirme
de su esposo, Anfitrión!
¡Dos arrugas profundas
surcan el rostro de Europa!
¡Sémele... está avejentada
y Leda engorda por días!...
Pero la que me ha seducido,
la que me ha hecho hacer el viaje nupcial
que tan lejos me ha traído
sobre las olas del mar,
es un remolino luminoso
embellecido por un dorado resplandor,
a la que hasta ahora sólo he acariciado
en un vehemente sueño,
con mano suave...
¡Pero a la que esta noche
abrazaré
con toda la fuerza
del hombre, del dios!
¡Aunque Dánae
no acaba de someterse!
¡Ella se mantiene esquiva,
me evita!

MIDAS
(tranquilo)
¡Más que ante el oro,
ella se estremece ante el misterio!

JÚPITER
(Con vehemencia)
Lo vi claramente
al bajar del barco...
¡su mirada te buscaba a.…ti!

MIDAS
(Con disimulada alegría)
¡El hombre busca,
el apoyo del hombre
ante la cercanía de unl dios!

JÚPITER
(Tronante)
¡Excusa patética!

MIDAS
(Siempre tranquilo)
¡Fielmente le transmití
el mensaje que me ordenaste,
me granjeé su confianza!

JÚPITER
¿Respetaste el pacto?

MIDAS
Yo soy sólo... un lacayo,

un heraldo solamente...
¡Soy
Crysopher!

JÚPITER
¿Y Dánae? ¿Qué dijo?

MIDAS
(tranquilo pero indeciso)
¡El cumplimiento de su sueño
le promete este día
a la anhelada amante!
 
JÚPITER
(Con gran fuerza)
¡Palabras ambiguas!
¡Me has traicionado,
a mí, el que te concedí
el don del oro!
¡Pues bien, regresa de nuevo
al polvo de los caminos,
a tu miseria!
Eres un indigno... ¡mulero!


MIDAS
¡Detente Júpiter!
¡De la misma forma que me llegó
demasiado rápido tu bendición, tu oro,
sin merecerlo...
ahora me llega, también,
tu maldición demasiado pronto,
sin ser culpable!
¡Has de saber, Júpiter,
que el corazón de esa muchacha encierra cosas
que sólo el tiempo descubrirá!
¡Fue para mí un misterio
y también será un misterio para ti!
Con la alegría de una niña
ella ama el oro.

Así como la luz

hace florecer al capullo,
la majestad del dios
hace trascender a los hombres.
¿Cómo conocer

el alma de una mujer
en una furtiva hora?
¡Permanece misteriosa para mí...
y también misteriosa para ti!

JÚPITER
(Lo mira sorprendido, pero con desconfianza;

se aleja y durante unos momentos se pasea
arriba y abajo indeciso. A partir de aquí se
expresa con menos gravedad)

¡La vieja canción
de los caminos de los hombres!
¡La vieja canción
del destino de los dioses!

(Resignado, permanece

adusto ante Midas)

Experimento de nuevo
lo que con demasiada frecuencia
hace que baje a la tierra,
¡yo, el dios amante!
Juego con los hombres,
con su amor...
¡pero tú te has entrometido
en la obra del dios!
¡El dios que te regaló
corona y oro!

Una cosa te ordena a ti,
su criatura:
Pasada esta noche
de oscuro esplendor dorado...
¡cambiará la imagen!
Podrás quedarte...Midas,
y conservar tus tesoros,
pero a mí...¡me quedará el amor!
¡Mía será...Dánae!

(Levantando su poderosa mano

derecha pronuncia el hechizo del oro)

¡Todo lo que toques,
todo lo que te lleves a los labios...
bueno o malo
se convertirá en oro!

(A partir de este instantese

pasea nervioso y alterado)

¡Valora Midas el poder de Júpiter!
¡Sopesa la dicha que te ha concedido!
¡Él te concede un gran beneficio,
valora los hechos antes de que pasen,
valora Midas el corazón de la muchacha...
en la pobreza valora el reluciente metal...
¡Valora Midas, valora!
¡No renunciaré
a la senda elegida!
¡Ella viene... ella... yo la llamo!
¡Valora Midas, valora!

(Sale corriendo. Todo queda en completa

penumbra, sólo arden las lámparas. Midas,
hechizado, permanece largo rato indeciso.
Escucha a través de la puerta que ha
quedado abierta tras la salida de Júpiter.
La música, con una delicada marcha, indica
la llegada de Dánae. Midas, recuperándose,
decide ponerse el yelmo y la capa dorada,
con lo que adopta el aspecto de Júpiter en
el primer acto. Dánae se aproxima vestida
de oro de igual modo que el acto primero;
así mismo, visten de la misma manera las
criadas que la acompañan. También llegan
las cuatro Reinas. Midas, al darse cuenta que
Dánae no llega sola, en un primer momento
da la espalda intencionalmente a los recién
llegados)

LAS CUATRO REINAS
¡Séquito nupcial!
¡Nunca es demasiado!
¡Amorosa y libremente
estamos aquí!

DOS DE ELLAS
Pero no te hagas
falsas ilusiones,
¡él antes ha sido mío!

LA TERCERA
¡Y mío!

LA CUARTA
¡Y mío!

LAS DOS PRIMERAS
Cuando recibió el retrato,
sus ojos no te
miraron a ti, Dánae...

LA TERCERA
¡Solo a mí!

LA CUARTA
¡Solo a mí!

(Dánae se aparta indignada)


LAS DOS PRIMERAS
Así será.
El vino a conquistarte...

LAS OTRAS DOS
Pronto te quedarás sola...
¡y sin embargo, han sido dos los pretendientes!

(Midas tiene un violento sobresalto)


LAS REINAS
¡El hermoso mensajero se quedará contigo,
la felicidad permanece, el oro se queda!

UNA A LA VEZ
¿No es verdad mi cisne?
¿Mi nube?
¿Mi toro?¿Anfitrión?

(Se han ido acercando a Midas.
Este se vuelve furioso.
Reconocen su error y salen
gritando)


DÁNAE
(Inmóvil, dulcemente)
Nadie... me llama.
Nadie... me guía.
¡Sola regreso...
sin resistencia...
al hogar... a mi sueño!

MIDAS
(de igual modo)
Dánae...

DÁNAE
¡Esa voz!
Demonio, ¿quién eres?

MIDAS
Midas... soy yo,
el amado de los dioses.
Su voluntad me hace
ser el rey más rico...
Su voluntad me domina
más que el oro.

DÁNAE
¡Esa voz! ¡Esa voz!
El esplendor de tu ropaje
corresponde a mis sueños...
Pero la voz me envuelve
con más dulzura que en el sueño...

MIDAS
Estás ante Midas,
¡el señor del oro!
No ante el pretendiente
que bajó del barco...
¡Finalmente estás ante Midas!

DÁNAE
¡Voz deliciosa!
¿Estoy ante quien
me trajo mis vestiduras,
quien con un suave hechizo
me anunció dulcemente...
el dorado sueño?
¿O ante el otro,
el fuerte, el poderoso,
el señor del sueño?

MIDAS
Estás ante un tercero:
estás ante Midas,
¡ante el que te ama!

DÁNAE
Se reúnen en Midas
la dulzura del sueño
y la imagen del heraldo...
Me siento...¡dichosa!

MIDAS
También Midas se siente
el más feliz de todos los hombres...
Más que el dispensador

de ambiguis dones...
¡Más que un dios!

DÁNAE
¡Un dios!¡Oh, no menciones
al que me castigaba con escalofríos
en mis noches de pesadilla!
¡El dios se abría paso
a través de la seductora lluvia!
¡Vivía en el oro!...
Tú eres... Midas
el verdadero y único
dador del oro;
no dividido en dos seres
mediante malignos hechizos,
servidor y portador del oro.
¡Rey y señor del oro!
¡Dame una señal!
¡Anuncia lo que es verdadero!

(Larga pausa llena de recelos)


MIDAS
Dánae, ¿conoces
este aposento?

DÁNAE
Vine aquí sin quererlo...

MIDAS
¡Deliciosa habitación,
aposento nupcial!

DÁNAE
¡Sin incienso y sin rituales
estoy ante ti!

MIDAS
¡Numerosas rosas
rodean el lecho!

DÁNAE
¡Sólo tras los rituales
de los sacerdotes
debería estar yo aquí!

MIDAS
¿Ves esta rosa, la más delicada,
la del rojo más brillante?

DÁNAE
¡Sólo después de purificarme
debo verla!

MIDAS
¡Ya es hora de que la recojas!

DÁNAE
¡Midas, me estremezco!

MIDAS
Presta atención a las señales,
para saber si soy Midas...

(Repite el hechizo del oro que ha hecho Júpiter)


¡Todo lo que toques,
todo lo que te lleves a los labios,
bueno o malo,
se convertirá en oro!

(Arranca la rosa y se la entrega.
Dánae que la toma en sus manos

y queda asombrada)
 
DÁNAE
¡Metal sin vida!

(La rosa cae al suelo con un ruido metálico)


MIDAS
¿Dánae dejas caer
lo que tanto anhelas?

DÁNAE
Es tan insensible...
está fría... sin vida.

MIDAS
(Arrodillándose le entrega la rosa)
¿No ofrece el amor
una existencia más elevada,
una vida mejor?

DÁNAE
(Adornándose con la rosa)
¡La tomo de nuevo gustosa,
pero aún siento temor!

MIDAS
(Se levanta feliz)
¡Mi hechizo sirve
sólo para embellecerte!

DÁNAE
¡Contemplo maravillada
el poder de Midas!

MIDAS
Rechazo despreocupado
los peligrosos dones.
No soy el portador del oro...
¡soy el servidor del amor!

(Se quita el yelmo y la capa)


DÁNAE
Servidor del amor,
¡no desprecies el prodigio!
Portador del oro...
¡concluye tu labor!

MIDAS
(Dirigiéndose a las rosas del lecho)
¡Así como os toco,
como os llevo a mis labios...
buenas o malas...
así os convertiréis en oro!

(Las rosas que rodean el lecho se
convierten en una enramada de oro.
Todo se llena de un dorado resplandor)


DÁNAE
(fascinada)
¡Oro... el lecho!
¡Luminosa felicidad!

MIDAS
La humilde habitación...
¡convertida en oro!

(la magia dorada perdura)

DÁNAE
¡Oro sin límites,
éxtasis fulgurante!

MIDAS
¡Candelabros... convertidos en oro!

DÁNAE
¡Qué jubiloso, oro feliz!

MIDAS
¡Todo, todo es oro!

DÁNAE
¡Infinito embeleso!

MIDAS
¡Sólo... para Dánae!

DÁNAE
(Con inmenso júbilo)
¡Juego maravilloso!
¡Sueño hecho realidad!
Lo que cayó como lluvia,
lo que me envolvió como un manto,
lo que predijo
el esplendoroso árbol...
se ha hecho realidad,
¡y me envuelve en esta habitación!
Lo que predijo el sueño,
el oscuro poder,
¡tú eres el pretendiente
que él anunció!
Desde tus manos
fluye hacia mí...
viniste para hacerlo realidad...
tú... ¡Midas!

MIDAS
(Al mismo tiempo, con el mismo júbilo)
¡Juego maravilloso!
¡Sueño hecho realidad!
Lo que me vino como un don,
concedido a disgusto
por la gracia divina,
se ha hecho realidad,
¡y nos envuelve en esta estancia!
Lo que se me otorgó
el poder del amigo,
lo veo aumentado
¡por la dicha del amor!
Desde tus manos
fluye hacia mí,
mejor que el mismo oro.
Viniste para hacerlo realidad...
tú...¡Dánae!

(Olvidándose de todo se abrazan.
Trueno. Oscuridad. Se escuchan los
gritos de Midas: ¡Dánae! ¡Dánae!
Tras un breve instante la música ataca
el motivo del hechizo del oro
y describe la conversión de Dánae
en dicho metal. Lentamente empieza a

clarear. Una luz débil y pálida deja
vislumbrar la dorada estatua de Dánae)


 MIDAS
(A los pies de la estatua)
¿Qué hice?
¡Don desdichado!
Los deslumbrantes senos...
fríos... sin vida...
la boca... inocente...
que acabo de besar...
helada... de oro...
¡Oro sin valor, muerto!
¡Malditas manos!
¡Malditos labios!
A través del maligno hechizo del oro
¡todo queda...destruido!
Tu don me ha convertido
en el asesino de Dánae...
¡Pérfido dios...
te maldigo!

JÚPITER
(se hace visible sumergido

en una luz fantasmagórica)
¡Me maldices

con excesiva ligereza!
¡Me confundes con el oro!
Aceptaste el don,
disfrutaste de la gracia concedida.
¡Fiel permaneció el dios!

MIDAS
¡Que termine
el astuto pacto!

JÚPITER
¿Le faltas al respeto al dios
al que estás sometido?

MIDAS
¡El que asesinó a Dánae,
por medio de mis propias manos!

JÚPITER
Perdida estará para ti,
para mí, ¡Dánae vive!

MIDAS
¿Dánae... vive?
Entonces... sólo para
el que ama...

JÚPITER
Desde el primer reflejo luminoso

de
la lluvia dorada,
hasta el fulgurante resplandor

que ahora emana de ella,
para mí
¡Dánae vive!

MIDAS
¡Pregúntale lo que desea!
Deja que nos informe
si quiere seguirte libremente...

JÚPITER
(Se coloca majestuosamente
ante la estatua de Dánae)

¡Escucha, Dánae!
¿Recuerdas el sueño?
¿El que te sumergió por la noche
en el más dulce de los encantos?...
Quién te pregunta,
el señor de los sueños,
¡quiere unirse a ti!
¡Escucha Dánae!
¿Recuerdas el sueño?

MIDAS
(Al mismo tiempo)
¡Escucha Dánae!
¡Rompe el hechizo!
Al que te trajo el oro,
al que te cubrió con el manto dorado,
¡regálale tu amor!
¡Libérate del oro!

¡A
Midas, el pobre,
y no a... Crysopher!
¡Escucha Dánae!
¡Rompe el hechizo!

JÚPITER
(ríe irónicamente)
¡Escucha, escucha!
¡Un arriero de asnos
te pretende!

MIDAS
¡Te ofrezco un destino humano!

JÚPITER
¡Y yo te ofrezco
el destino excelso de los dioses!

MIDAS
¡En mi corazón humano
anida un infinito amor!

JÚPITER
(Cada vez con más ironía)
¡En una miserable choza
serás la mujer de Midas!

MIDAS
¡Elige Dánae, elige!
Midas te conducirá,
con el más dulce amor,
a los más sublimes gozos
¡mucho mejores que el pérfido oro!
¡Elige el eterno regalo
de un corazón sensible!

¡Elige Dánae, elige!

JÚPITER
¡Elige Dánae, elige!
Mira, ¡te concedo
honores divinos!
¡Un templo dorado
te será consagrado!
¡Allí te rodearán
los más elevados dones!
¡Elige Dánae, elige!

(profunda pausa. Se escucha

la voz de Dánae como lejana)

DÁNAE
(dulcemente)
¡Midas, amado,
sé propicio a mí!
La vida... anhelo...
¡Adiós, sueño mío!

(cae un rayo y se oye un fuerte

trueno. Con la luz del rayo Dánae
revive y se dirige hacia Midas.
Los dos desaparecen en la oscuridad.
Permanece Júpiter dentro de un círculo

luminoso)

JÚPITER
¡Infiel Dánae!
¡Has elegido!
¡Has elegido la miseria,
del destino humano!
Una miserable choza,
un lecho de paja...
¡Allí te aguardan
noches colmadas de dolor!
¡Entonces recordarás inútilmente,
dolorida por las penas,
la dicha
que despreciaste!
 
¡Sobre el luminoso promontorio
se te preparaba
un templo de oro, majestuoso!
Allí se levanta
el círculo de columnas,
que como blancas llamaradas
se elevan hasta
los radiantes nuevos compañeros,
¡los dioses eternos!
Y en el luminoso centro
del círculo...
una flor de oro,
¡que tú, apasionadamente amaste!
Y ahora lo hs rechazado,
¡amada, desleal, Dánae!
¡El que te cubrió en sueños
volverá de nuevo,
en una excelsa nube
que descenderá sobre ti!
¡Resplandor sobre resplandor,
oro que se une al oro...!
¡Todos los hombres
de corazón desgarrado
por el anhelo del oro,
levantarán la mirada
a nuestros pies...
cegados por el resplandor...
y estremecidos exclamarán:
¡Dánae - la diosa -
vive allí en lo alto!
¡Una novia eterna!

(A partir de este momento la

escena se oscurece rápidamente)

¡Destino divino...
se te ofreció!
¡Destino humano...
has escogido!
¡Lejos de vosotros permanecerá el dios!

(Desaparece en la oscuridad)
 
 
 
TERCER ACTO 
 
 
Cuadro Primero 
 
(Paraje oriental. Midas y Dánae  
despiertan bajo un grupo de palmeras 
secas) 

DÁNAE
¡Amado! ¡Amigo!

MIDAS
¡Estoy... junto a ti!

DÁNAE
¿Quién... quién eres?

MIDAS
¡El que te ama, Midas!

DÁNAE
¿Midas? ¿Dónde estamos?

MIDAS
En un camino solitario...

DÁNAE
¿Y la habitación dorada?

MIDAS
¡Todo...ha desaparecido!

DÁNAE
¡Un nuevo hechizo!

MIDAS
¡Es el mundo que hemos escogido!

DÁNAE
¿Y estos vestidos?¿Y el ropaje dorado?

MIDAS
¡Se acabaron los vestidos lujosos!
¡Sólo pobreza!

DÁNAE
¿Qué reluce allí?...
¿Es oro?

MIDAS
¡Es una piedra, Dánae...
que brilla al sol!

DÁNAE
¡Oh, la maldición del extranjero!
¡Cruel!

(se pone a llorar)
 

MIDAS
Te quedaste petrificada,
como una estatua insensible...

DÁNAE
¿Fue tu beso
lo que me convirtió en estatua?

MIDAS
¡Fue el maldito
don del oro!

DÁNAE
(Sumida en profundos recuerdos)
¿Crysopher?
¡El portador del oro!
¿Tú... maldito?

MIDAS
¡Expulsé de mi interior
la maldición del oro!

DÁNAE
¡Entonces eras un rey
de riquezas inconmensurables!
¿Casi como él?

MIDAS
Cambié todo eso
por una felicidad mayor.
¡Conquisté a Dánae!

DÁNAE
¡El amor te trajo
pobreza y miseria!

MIDAS
¡Pero Dánae le dio...
alegría a mi vida!

DÁNAE
Sigue siendo un misterio
a quién he seguido...

MIDAS
En la ardiente Siria
un joven y pobre arriero
montaba en su querido burro,
su único bien.
Un viejo cubierto con su manto
se acercó a él.
Sus ojos divinos, relucientes,
 
lo fascinaron,
y su profunda voz
llena de misterio le envolvió.
¡Lo que ningún hombre
nunca tuvo en riquezas
será tuyo, Midas!
Escucha el hechizo:
Todo lo que toques,
todo lo que te lleves a los labios...
bueno o malo,
¡se convertirá en oro!
Para ello, el rey del oro
te impone una condición:
¡Cambiarás de imagen
a una señal suya!
¡Según su voluntad,
en cualquier lugar que sea!
¡Si quebrantas el juramento...
se acabará el don!
¡Así el dios se sentó
en el trono de Lidia+
en lugar de Midas!
Impresionado por el encanto
de tu retrato,
mandó al pretendiente
como portador del oro...
¡como Chrysopher!
¡En la mente del
amante mensajero
bullía tu retrato!
¡Tu belleza se manifestó
majestuosa,
tu mirada iluminó
mi desdichada senda!
¡El poder de tus ojos
derrotó al juramento!
Me dio fuerzas
para la más grande de las renuncias:
En lugar del poder del oro,
un esplendor más elevado
atrapó a Midas:
¡el amor de Dánae!

DÁNAE
Cuando llegó el mensajero
con el esplendoroso ropaje,
mi corazón sintió
 
una extraña sensación,
no por el obsequio,
no por las riquezas...
¡sino por la dulce mirada
del mensajero!

MIDAS
(al asno)
¡Dura es la senda
que debemos transitar!

DÁNAE
¡Bendita sea la pobreza
que nos une!
¡Bendito sea el destino
que hemos elegido!

MIDAS
¡En la pobreza camina Dánae...
conducida por el amor!

(La acomoda dulcemente sobre el burro)
 

AMBOS
Así te guío con mano dulce
por el país del amor.
No es oro lo que tenemos en la mano,
sólo nos quedan inquietudes y duro trabajo.
La jarra no es de oro, es de barro...
El trono que nos acogió ha desaparecido...
No es el oro lo que ilumina el sendero,
sino que ahora es el sol el que gobierna el mundo.

(Cambio de escena)
 

Cuadro Segundo

(Al levantarse el telón se ve un paisaje
boscoso en las montañas del sur. Entra
Júpiter sumido en profundos pensamientos.
Mercurio, medio dios, medio bufón de la
comedia romana, o de la comedia Dell ‘arte,
llega volando)

JÚPITER
¿Ya estás aquí?

MERCURIO
¡Puntual como de costumbre!

JÚPITER
¡Ha terminado el cortejo!
¡Regreso a casa!

MERCURIO
Dánae ha elegido
esposo por sí misma...

JÚPITER
¡Cómo! ¿Ya lo sabes?

MERCURIO
¡Hasta en el Olimpo
se ha escuchado tu trueno!
Cuando la convertida en oro
eligió al arriero de asnos,
retumbó el eco de tu trueno
en lo más alto del Olimpo.

JÚPITER
¡Curiosos!
¿Por qué teníais que estar escuchando?

MERCURIO
¡Y el primero en morirse
de risa fue Ares!
¡Vulcano bebía,
y se atragantó tosiendo sonoramente!
¡Ganímedes, al reír,
derramó el néctar...!
¡Sí, a raíz de la tormenta
motivada por tu cólera,
esta vez los hombres
recibieron néctar
en lugar de agua!

JÚPITER
¡Insolente bufón!

MERCURIO
¡La boca de Venus
insinuó una leve sonrisa!

JÚPITER
¡Calla! ¿Y ella...
mi esposa... Juno?

MERCURIO
¡Ay, la digna madre
de los dioses...
es la que más rió!
Llorando...
llorando de risa...
juró que en lugar
del templo dorado de siempre,
encontrarías
el templo a la fidelidad,
¡de la fidelidad conyugal!

JÚPITER
¡Amarga burla
al impotente dios!

MERCURIO
¡Otras tormentas rugen
en el palacio que destruiste!
¡La esperanza en Midas
ha desaparecido!
¡Los pretendientes desaparecieron!
¡Dánae... huyó!

JÚPITER
¡Entonces, démonos prisa!
¡Vamos, ascendamos al Olimpo!

MERCURIO
¡Paciencia!
¡Soporta la destructora furia
de los reyes, los esclavos...
de todo el pueblo
de la isla de Íos.
¡Mira... cuatro hermosas mujeres
han encontrado el camino para llegar hasta ti!

JÚPITER
¡No quiero verlas!
¡Nuevas desilusiones!
¡Mercurio...ayúdame a contenerme!

MERCURIO
(Mirando entre los árboles)
¡El deseo las impulsa!
¡Cómo corren
con sus delicados piececitos
por los escarpados senderos...!

JÚPITER
(Mirando sin mayor interés)
¿Pies delicados...?
Seguramente la que
cojea es Leda,
la novia del cisne...
Leda...está gorda...
La que se apresura tambaleándose,
es la cariñosa Alkmene,
siempre... demasiado cariñosa.
Europa...
Sémele...

(Entran las cuatro Reinas)


REINAS
¡Bienvenido Júpiter!
¡No, Júpiter-Midas!
¡Júpiter...el de siempre!
¡Para siempre... tuya!

JÚPITER
(de mal humor)
¿Qué queréis de nuevo?
¿Tanto os molesta la soledad?
¿Quién os señaló
el camino hacia el dios?

LAS REINAS
Mercurio, al  entrar
en la derruida sala,
¡nos reveló
el camino del amigo!

JÚPITER
¡Me lo sospechaba!
¡Sirviente mentiroso!...
¡Y ahora vosotras... a casa!
¡Corred, corred...
si no queréis ver de nuevo

mi restallante rayo!

DOS DE LAS REINAS
¡Cómo bromea
el divino amigo!
¡El que con astucia
lo planea todo
nos anuncia
una cita!

JÚPITER
¿Yo... anunciaros una cita?

LAS OTRAS DOS
¡Fue absolutamente divino
arrojar sospechas sobre Dánae

ansiosa de oro!
¡Envolviéndola
con el hechizo del oro,
en la engañosa lluvia!

LAS CUATRO
Y después recompensar
a la altiva muchacha,
que anhelaba el oro...
con un falso rey.
¡Un arriero de burros! ¡Ja, ja!

JÚPITER
(sintiéndose halagado)
Entonces ¿me veis de nuevo

esplendorosamente joven?

DOS DE LAS REINAS
Sólo quien se aproxima
al dios sin codicia.
Sólo quien humildemente
espera agradecido
abrazado a sus pies...
¡Sólo él, podrá esperar
la recompensa más excelsa!

LAS OTRAS DOS
Sólo quien obedece
los mandatos de Mercurio.
Sólo quien se conforma
con los esposos
que él nos designa,
por mandato de Júpiter.
¡Sólo él puede esperar
la recompensa más excelsa!

JÚPITER
(Condescendiente)
¡Podéis quedaros, aduladoras!
Y tú, Mercurio, ya que estás aquí,
alcahuete sinvergüenza,
¡esmérate y prepara la mesa!

(Una mesa ricamente cubierta

de oro surge del suelo)

LAS CUATRO REINAS
(Sentándose)
¡Juno no puede sentirse enojada
con este agasajo a las esposas!
¡Estamos protegidas
junto al amigo!
¡Sólo Dánae ha merecido el castigo!
A nosotras se nos perdona.
¡Estamos fuera de toda sospecha!

(Levantan las copas)


¡Damos la bienvenida a quien ha regresado,
no esta o aquella...no,
si no las cuatro!

(brindan)

JÚPITER
(replicando)
¡El que ha regresado
es de nuevo dichoso
al recordar
los días pasados!

LAS REINAS
(rodeándolo)
¡No es así! ¡Amado, no es así!
¡Dadme esa bebida! ¡A mí! ¡A mí!

LEDA
¡Qué agradable brilla la bahía
desde las montañas!
¡Cómo me agrada sumergir
mis cansados miembros
en el reflectante espejo azul!
¡Entonces, vi un cisne
observar precavido
hacia la profunda gruta!
¡Qué suaves son sus plumas!
¡Cuán pacífico se acomoda...
el divino cisne!

JÚPITER
¡Con poderoso aleteo
batió las alas el cisne!
¡Adiós Leda, adiós!

SÉMELE
¡Con cuánta curiosidad miré
las nocturnas, sombrías
y tormentosas nubes
ante las puertas de Tebas!
¡Mirad... una nube...
empieza a descender!
¡El amigo sale de ella!
¡Oh, si lograse ver alguna vez
su imagen real!

JÚPITER
¡No lo intentes jamás!
¡La nube se evapora...
estalla el rayo!
¡Sémele, adiós!

ALKMENE
Cuando el esposo se encuentra
en medio de la violenta batalla...
¿Vuelves a mí de nuevo?
En el reflejo de la lámpara de aceite
brilla la armadura
igual a la suya...
¡Igual a la de Anfitrión!

JÚPITER
¡Te queda el esposo!
¡El dios te abandona,
Alkmene, adiós!

EUROPA
¡Cómo reluce la campiña,
donde feliz pasta
el poderoso toro!
Amistoso se presta
al juego,
¡dejando que monte
en su ancho lomo!
¡Poderoso jadeo!
¡Veloz carrera
hacia la dichosa felicidad!

JÚPITER
¡Adiós Europa!
Se aparta de tu camino,
sube a las alturas el que te transportó,
¡el toro divino!

LAS REINAS
¡Oh, no bromees amigo!
¡Joven amado!

(decididas)

¡Cisne divino!
¡Nube celestial!
¡Abrázame de nuevo!
¿Regresarás de nuevo
en el reflejo de la lámpara de aceite?
¡El toro...el toro
entre las alegres flores!

(Todas pretenden retener a Júpiter)

JÚPITER
(incorporándose)
¡Vosotras contemplasteis
sólo una imagen!
¡Así os quedareis
con el alegre recuerdo
que cierta vez el dios os brindó
durante una hora feliz!
 
¡Recordad siempre
la nube y el cisne.
Anfitrión y el toro!
¡Sed felices!
En cambio... el dios
no soporta la desilusión
de la última imagen
en la que el ardiente deseo
le ofrecía la renovación
de una bella metamorfosis,
¡de un último amor!
Así, él se despide
de vosotras,
se despide del mundo
que ha amado
en todas sus imágenes,
sobre todo,

ha amado... en la lluvia de oro...
¡Adiós amigas!

(Oscurece súbitamente.
Se ve solamente la imagen de Júpiter
acompañado de Mercurio)


EL REY PÓLUX
(Fuera de escena)
¡Alto... alto! ¡Aquí está él!

ACREEDORES
(también fuera de escena)
¡El tramposo está atrapado!

(Entran en escena el rey Pólux, los
4 Reyes, los acreedores y el pueblo)


EL REY
¡El que se hacía llamar Midas...
huyó de la casa!

LOS CUATRO REYES
¡Con nuestras esposas!
¡Qué vergüenza infinita!

EL REY
¡La casa está incendiada,
y quemado el palacio!

LOS CUATRO REYES
¡Leda! ¡Alkmene!
¡Infieles!

(Se abalanzan sobre ellas)

EL REY
¡Dánae...fue raptada!

LOS CUATRO REYES
¡Sémele! ¡Europa!
¡Pedid perdón!

EL REY
¡Dánae, harapienta y miserable,
ha sido vista

¡montada sobre un asno!

CORO
¡Montada en un asno!

EL REY
¡Discúlpate, Midas...!
¡Sea quién sea!
¡Detened al farsante!

ACREEDORES
(atrapan y sujetan a Júpiter)
¡Midas, páganos!
Desilusiones, penurias,
bolsas vacías,
ninguna ganancia...
¡Páganos, páganos!

LOS CUATRO REYES
¡Infieles, impúdicas...
tendréis vuestro merecido!

(Toman a las Reinas y

se marchan rápidamente)

ACREEDORES
¡Midas! ¡Páganos!
¡Promesas y tormentos
cientos de veces!
¡Páganos! ¡Páganos!

JÚPITER
(angustiado)
¡Ayuda! ¡Mercurio!

MERCURIO
¿Al más grande de los dioses?
Aquí, sólo una cosa puede ayudar...
Lo que miles de veces ha servido

para salir airoso de cualquier situación:
¡el dinero!

(Júpiter, con un gesto, hace un conjuro
y resplandecientes monedas de oro caen
tintineantes sobre la multitud)


CORO
¡Pesadas gotas!
¡Tintinean, golpean!
Lo que nunca se vio...
¿tendrá lugar hoy aquí?
¡Bendición gratuita!
¡Lluvia de oro!
¡Copiosa e intensa...!
¡Luces fulgurantes!
¡Feliz instante!
¡Lluvia incesante!
¡Suena maravillosamente!
¡Midas...nos paga!

(Tras un primer instante de sorpresa
la multitud estalla en un inenarrable
júbilo que paulatinamente se convierte
en una alegre riña entre todos los que
tratan de atrapar las monedas que caen
en una la lluvia dorada


MERCURIO
¡Qué broma deliciosa!
¡Cómo pelean
agarrando en el aire
el amarillo metal!
¡Uno es feliz tomando el oro
que le arrebata a otro,
y éste a un tercero!
¡Qué poder
posee el Olimpo!
¡Con un guiño
concede una alegría
que nubla los sentidos!
¡Qué feliz eres, Júpiter!

JÚPITER
(Con ímpetu)
¡Cállate, Mercurio!...

(Menos brusco)

Lo que aquí ha sucedido...
es por causa de una muchacha
que me ha doblegado.
¡Yo continúo amándola
con el poder de Júpiter!

MERCURIO
¿Quién sabe, quién sabe?
Lo que no se ha logrado
en el palacio...
¿podría tal vez lograrse
en el penoso escenario
de la humilde cabaña
del arriero?
¡No pierdas
las esperanzas!

JÚPITER
¡Dánae!... ¡Dánae!...
A la que amo...
La última mujer que he amado...
¡No la volveré a ver!

MERCURIO
¿Por qué desesperarse?
¡El mundo está floreciendo
más hermoso que nunca!
¡Espera Júpiter, ten calma!
Nunca se ha visto
que donde falta el dinero
la gente sea feliz.
¡Espera Júpiter, ten calma!
Dánae se desengañará>
muy pronto...
¡demasiado rápido
renunció al oro!
Dánae,
amada por el joven Midas,
rechaza a los hombres maduros,
pero qué distintas encontrará
ambas cosas... pretendientes y oro...
cuando ella y Midas
se encuentren
en la más absoluta miseria.
¡Espera Júpiter, ten calma!
No hace falta que te transformes
en una lluvia de oro
en el arrogante palacio...
¡Pero si ella encuentra a Júpiter
en la mísera cabaña,
¡entonces florecerá el mundo para ella
más hermoso que nunca!

(Júpiter, calmo y sonriente le tiende la
mano a Mercurio)

Cuadro Tercero

(Interior de la cabaña del arriero,

muy modesta pero bien dispuesta.
Gran lecho, mesa baja con asientos,
cortinas de estilo oriental. Como
puerta un viejo tapiz. A través de las
cortinas de la ventana abierta, entra
el sol)

DÁNAE
(a solas)
Cómo me colma de paz,
cómo recrea mi vista,
este querido hogar.
¡Cabaña de Midas, eres la dicha de Dánae!
 
Cántaro que calmas mi sed,

tranquilo refugio lleno de paz,
nadie nos causa inquietud.
¡Cabaña de Midas, reino de Dánae!...
 
Misterioso, un día se acercó

un extranjero ante mi mente vacilante...
ante mis oscuros anhelos...
¡levantó un templo de promesas!
¡pero llenó de amenazas su despedida!
 
¡De aquella maldición brotó una bendición
al encontrar a Midas!
El destino me reconfortó
con la felicidad humana...
elevándome a una nueva vida.
Esperanza y amor...

unidos
en la sencillez de lo frugal.
¡Cabaña de Midas, reino de Dánae!

JÚPITER
(que ha entrado silencioso a través del
tapiz. Viste una pesada capa, tal como
lo describió Midas. Con dulzura dice)

Dánae...

DÁNAE
(Lo mira tranquila a los ojos)
¿Quién eres, extranjero?

JÚPITER
¿Esta es la cabaña
de Midas, el arriero?

DÁNAE
Él es su dueño...

JÚPITER
¡Le ordené al sirviente
que viniese aquí!

DÁNAE
¡Hacia la lejana Ispara
cabalga
para preparar
la venida del señor!

JÚPITER
¡Entonces me toca
caminar hacia la casa,
sobre la arena ardiente!...
Adiós mujer...

(Se encamina hacia la salida)

DÁNAE
Quédate, señor...
el día será muy caluroso.
Dentro de pocas horas
regresará Midas...

JÚPITER
(Se sienta suspirando)
¡Midas!

DÁNAE
Extraña voz...
Extraños ojos...

JÚPITER
¿Qué te resulta extraño,
tan extraño de mí?

DÁNAE
En los caminos de Siria...
Una oscura voz...
Unos ojos brillantes...
un viejo con manto...

JÚPITER
(para sí)
¿Un viejo? ¡Esto es el fin!

DÁNAE
Cuando Midas describió
al que nos maldijo...
¡Se parecía... a ti!

JÚPITER
Muchos peregrinos pasan
por los caminos de Siria.

DÁNAE
¿Quieres refrescarte,
extranjero,
con la modesta bebida
de Midas, el arriero?

JÚPITER
Que el más grande de los dioses,
señor de todo lo creado
te bendiga...
Si eres feliz...
Él contempla gustoso
la alegría de la gente,
pero con más fuerza le atraen
los conflictos apremiantes.
En tu corazón
hay un anhelo no concretado.
¡Eso lo lleva cada vez más y más
a bendecirte!

DÁNAE
(con sencillez)
La bendición encuentra
su apacible dicha,
entre los corazones pacíficos
de esta cabaña...
¡Es la felicidad de Midas!

JÚPITER
(Repite pensativo)
¿Apacible dicha...
la felicidad de Midas?

DÁNAE
El extranjero,

 arropado en su manto,,
¡lo maldijo!
¡Peo Midas nos redimió
con su felicidad!

JÚPITER
¡Veo la cabaña
del dichoso Midas...!
¿Tú la colmas
con tu ser,
con tu existencia,
toda su felicidad?
¿Tú eres dichosa a pesar
de la pobreza y el dolor?...

DÁNAE
¡Sigue contemplando
esta cabaña!
¡Dichoso disfruta
de esta copa!
Observa también
el sencillo y sobrio refugio...
¡Tranquilízate!...
Comprende... ¡estoy enamorada!

JÚPITER
(Abatido, evocador)
Otras noches
transcurridas hace tiempo...
Una tenue luz,
¡Parpadeante resplandor!
¿No fueron dulces deseos
de felicidad
aquellos envolventes
reflejos dorados?
¡Recuerda esas noches, Dánae!

DÁNAE
¡Recuerdos casi olvidados!
Noches doradas...
fríos abrazos...
¿Quién fue tan poderoso
como para despertar tales deseos?

JÚPITER
El poderoso brazo
hizo precipitar el oro...
El ardiente abrazo,
propició el tibio cobijo...

DÁNAE
(comienza a recordar)
¡Dorada lluvia de hojas...
delicioso frescor,
majestuoso cobijo!
¡Poderoso abrazo,
maravilloso resplandor
de los soberbios ojos!

JÚPITER
¿Recuerdas,
dulce Dánae,
los ojos y los brazos?
De la misma forma desea también
al que ahora se te aproxima...

DÁNAE
(Tras un breve desconcierto)
¡No... no tan cerca!
En un tiempo casi olvidado,
un amigo ofrece...
noches felices,
¡anhelos de oro!
Un dios promete
honores divinos
y un templo de oro...
¡Un demonio... lo cierra
con una terrible maldición!

JÚPITER
¡Se acercan los ojos!
¡Se acercan los brazos
que ofrecen nuevamente
el feliz peso del oro!
Para elevarte
desde la mísera cabaña
al esplendor dichoso
¡de la eterna felicidad!

DÁNAE
¡Mantente alejado
con tu esplendor
y con tu felicidad!
Comprende... ¡estoy enamorada!

JÚPITER
(Conmovido)
¡Profunda confesión!
¡Inviolable incluso

para el mismo señor
de la lluvia de oro,
para el propio dios!
¡Él es prisionero
de la eterna desmesura
de su creación!
Su anhelo es descender,

ofreciéndose
a todo lo creado,
¡a la humanidad entera!
¡Para legitimarse a sí mismo
y también para su infinita felicidad!

DÁNAE
Los caminos eternos
se dividen...
Sombrías noches,
de satisfechos deseos...
Lo desconocido
lejos de la gente,
Midas con Dánae.
Comprende... ¡estoy enamorada!

JÚPITER
(Conmovido)
Estás tan lejos...
No me escuchas...
¡Mira entonces los ojos
que reconociste
a pesar de los caminos separados!
¡Escucha el mito!
Del que brilló para ti...
¡El señor de las noches...!

(se produce una pausa)

¡É la amó una vez a Maia!
A la delicada y fugaz diosa,
para agasajarla,
para hacerla dichosa,
para... conquistarla...
La dejó... que soñara
¡con el esplendor maravilloso de las flores!
Y ella, en el fragante hechizo del sueño,
¡se entregó al dios!
Cuando Júpiter reposaba
en sus brazos...
desmesuradamente
hizo brotar en la
tierra desierta
flores y más flores,
¡conformando una alfombra multicolor!
Densa, compacta,
de inigualables fulgores
de la primera primavera...
¡Y con ella cubrió el mundo!
La mujer aspiró
el delicioso aroma
de los fragantes cálices...
¡Maia desapareció
cobijada por las flores!
Y Júpiter quedó

solo y
desdichado,
¡con su don de fragante riqueza!
Vagó en su soledad
por el jardín florido...
Año tras año,
en recuerdo de Maia,
la tierra feliz...
¡florece de nuevo
y el mundo es dichoso!

DÁNAE
¡La diosa Maia...

pudo ser la dicha de Júpiter!
¡La creación
sigue floreciendo con alegría!
¡Sigue floreciendo
el regalo de Maia
cada primavera!
Pero lo que el dios le ofreció a Dánae
siguió siendo oro,
¡oro inerte y frío!
Más elevado era
el anhelo de Dánae:
¡la felicidad eterna
de persona a persona!
Como ¡Dánae y Midas!...
Comprende... ¡nos amamos!

JÚPITER
(al mismo tiempo, emocionado)
¡Maia... pudo ser
la dicha de Júpiter!
En los cálices de las flores
desapareció Maia para el dios.
¡Lo dejó sin nada,
en la más absoluta pobreza!
¡Pero Dánae
reconoció al dios
que ofreció de nuevo
su radiante regalo!
¡Oh, humana felicidad!
¡Vosotros camináis fácilmente
por los senderos del amor!
¡Cambiáis flores y oro
por la felicidad humana!
¡Y el dios se queda solo y pobre!

(Intenta marcharse)


DÁNAE
¡Oh, no te marches,
sin un regalo,
bondadoso extranjero!
¡Mira, este alfiler
que se oculta tímido
en la espesura de mi cabello!
¡Toma de mí el oro...
de Dánae!
Puesto que la poderosa maldición
se convirtió en dicha.
Que piense el extranjero,
contemplando el alfiler,
en los dos felices seres
¡que su amor unió!
Piense en Dánae
que aprecia agradecida
la voluntad del dios
que en aquella noche oscura
¡la llevó a la luminosidad del amor!

JÚPITER
(contemplando el alfiler

que le ofrece Dánae)
También a ti te creó el dios...
A ti también te regaló el dios...
¡Penoso don
en las manos humanas!
¡Amor humano: regalo de los dioses!
¡Amor humano
peligro para el dios!
¿Recogerá el oro
que un día lo entrelazó con argucias

a Dánae y Midas?
Liberándose
de vuestro entorno
¿se dirigirá de nuevo
a las celestiales alturas?
Debes saber Dánae
más que a este oro
¡el dios se siente unido
a vuestro amor!
 
¡Maia! Mientras que tus bellas flores
broten eternamente,
¡permanecerás inmersa
en la belleza de la tierra!
¡Un refrescante aliento
resplandecerá en tus mañanas!
¡Un viento delicioso
jugará en tu jardín
que nunca se marchitará!
El radiante mediodía,
crecerá glorioso
desde lo más lejano
¡en eterna creación!
 
Pero el gran e inquieto dios
debe seguir su camino.
Al despedirse en el ocaso,
contempla nuevamente
desde las nubes fugitivas que él creó,

los jardines... que ama
¡y
a los hombres!...
El ojo del dios
los iluminará clemente,
los iluminará con su bendición
y su agradecimiento.

(Se marcha. Durante largo rato Dánae

lo sigue con la mirada. Después se dirige
lentamente hacia el hogar. En este instante
la orquesta inicia el tema del regreso de
Midas. Dánae lo llama alegremente
y sale corriendo a su encuentro)




Digitalizado y traducido por:
André Ojeda y José Luis Roviaro 2020