DRITTER AUFZUG


Erste Szene

(Poppeas Gemach mit einer Vordertür und 
zwei weiteren Seitentüren)

Rezitativ

POPPEA
Den guten Ottone habe ich an den Abgrund getrieben, 
aber der geplante Betrug
hat in mir die Lust geweckt, mich zu rächen;
sie zu überlisten, die mich überlistete.

Zweite Szene

OTTONE
Ah meine Poppea! Glaube mir,
ich habe keine Schuld
an diesem heimtückischen Verrat.
Das falsche Weib betrog mich,
als sie auf mein Bitten hin versprach,
gnädige Hüterin meiner Liebe
und Treue zu sein.
Ich folge meiner Liebe. anderes sorge ich nicht,
und dir, mein Leben, schwöre ich ewige Treue.

POPPEA
Und ich glaube dir von ganzem Herzen
und von ganzer Seele.
Für unsere Rache ist alles bereit,
und bin ich der Grund für das Unglück,
so will ich es auch tilgen.
Nun verbirg dich hier und schweige;
zweifle nicht an meiner Treue,
auf meine Worte oder Taten sei nicht eifersüchtig;
für einen Moment mußt du große Qual erdulden,
bis die anderen leiden und du glücklich sein wirst.

42. Arie

OTTONE
Ich werde schweigen,
solange du mich
wahrhaft liebst.
Ich werde Leid ertragen,
wenn deine Härte grausam ist.

(verbirgt sich hinter einer Tür mit Vorhang) 

Dritte Szene

Rezitativ

POPPEA
Noch erwarte ich Nero und Claudius.
Kaum kann ich es erwarten,
mich für die Schmach zu rächen. 

Vierte Szene

NERO
Ich komme so rasch ich konnte, Liebste,
uni den Lohn für meine Treue zu empfangen.

POPPEA
An deiner Verspätung erkenne ich,
daß Eifer dich nicht angetrieben hat.
Der vereinbarte glückliche Zeitpunkt
ist bereits verstrichen.
Länger währt nun die Genesung
des leidenden Herzens.
Aber, oh Gott, ich fürchte...

NERO
Was fürchtest du?

POPPEA
Daß Agrippina kommt und uns entdeckt.

(Sie schaut um sich)

NERO
Hierher soll die Mutter kommen?

POPPEA
Und schon bald.
Doch damit du
meine Gefühle kennst und siehst,
welche Beweise ich dir gebe,
will ich, daß du dich hier versteckst
und wartest, bis sie geht.
Dann sollst du sehen, wie sehr Poppea,
nachdem die Furcht gewichen,
dich liebt und anbetet.

NERO
Schon fühle ich süße Freude in meiner Brust.

OTTONE
(Für sich)
Immer mehr wächst in mir der grausame Schmerz.

43. Arie 

NERO
Deiner Liebe Glut
lasse die Zeit rasch vergehen!
Zu begierig wartet meine Liebe
auf die Stunde der Erfüllung.

(versteckt sich hinter einem ürvorhang 
gegegenüber Ottone Versteck)
 
Fünfte Szene 

Rezitativ

POPPEA
Gütiger Himmel, stehe meinem Plan bei.
Ich glaube, daß Ottones Herz
vor Zorn vergeht:
doch wer liebt, muß leiden.

Sechste Szene 

LESBO
Niemand ist hier, Herr;
die Liebe wird die Wunden heilen.

(ab)

POPPEA
Claudius, Ihr umwerbt mich,
doch liebt Ihr mich nicht wirklich.

CLAUDIUS
Wie? Zweifelst du an meiner Liebe?
Liebste, du weißt,
was ich für dich getan!

POPPEA
Was Ihr getan?
Stets kühner und frecher ist der,
der mir die Ruhe raubt.

CLAUDIUS
So richtet die Strafe
bei dem Schamlosen nichts aus?

POPPEA
Welche Strafe?

CLAUDIUS
Kann einer, der vom Gipfel gestoßen wurde,
noch so verwegen sein?

POPPEA
Ich vestehe Euch nicht, Herr.
Mehr als je hegt er Hoffnungen auf den Thron.

CLAUDIUS
Ist Ottone derart dreist?

POPPEA
Ottone? Von wem sprecht Ihr, Herr?
Ach, Claudius, endlich begreife ich
mein unseliges Geschick.

(gibt vor zu weinen)

CLAUDIUS
Du weinst, meine Schöne? Sag mir,
was ich tun soll! Befiehl mir!
Wie ich's dir versprach, soll Ottones Haupt 
der Lorbeerkranz entrissen werden.

NERO
(Fürs ich)
Könnte ich nur verstehen, was sie sprechen!

OTTONE
(Für sich)
Ich leide, doch sterbe ich nicht?

POPPEA
Ottones Haupt?

CLAUDIUS
Ja, von ihm, dem Verwegenen,
der deinem Herzen befiehlt.

POPPEA
Ottone, Herr, war es nicht.

CLAUDIUS
Wer dann?

POPPEA
Nero, über Nero klage ich,
er verbot mir, Euch wiederzusehen.

CLAUDIUS
Wie? Du sagtest Ottone.

POPPEA
Ich sprach von Nero. 
Ihr verstandet mich nicht recht.

CLAUDIUS
Nero? Wie paßt solches
zum Machtwillen, zum Zepter, zum Thron?
Du hintergehst mich, Poppea!

POPPEA
Ich Euch hintergehen? Vielleicht wißt Ihr nicht,
daß, bevor Ihr nach Rom kamt,
auf Agrippinas Befehl
Nero auf den Thron gelangte
und Kaiser wurde. Oder täuscht Ihr mich nur?

NERO
(Für sich)
Und noch immer geht er nicht, oh Himmel!

OTTONE
(Für sich)
Ich vergehe vor Schmerz!

CLAUDIUS
Ungeheuerliches erzählst du.
Aber sagtest du nicht Ottone? So antworte mir.

POPPEA
Mein Herr, vielleicht verstandet ihr
den Namen falsch.
Nero und Ottone klingt ähnlich.

CLAUDIUS
Ich weiß es nicht. Ich bin verwirrt.

POPPEA
Ihr zweifelt noch?
Vertraut mir, und wenn Ihr wollt,
liefere ich den Beweis,
daß der, welcher mir gegen meinen Willen
nachstellt, Nero allein ist.
Was werdet Ihr dann tun, Herr?

CLAUDIUS
Ich werde dich rächen.

POPPEA
Versprecht Ihr es?

CLAUDIUS
Ich schwöre es.

POPPEA
Genau wie ich hoffte.
Seht, ob mein Herz ehrlich oder betrügerisch ist.
Kommt hierher mit mir, Herr, hierher.

(Poppea führt Claudius hinter die Vordertür und 
geht zu Neros Versteck)

NERO
(Für sich)
Ist Claudius fort?

OTTONE
(Für sich)
Wie schwer wird mir das Warten!

POPPEA
Nero, wo bist du?

NERO
Hier bin ich, mein Leben.

Siebente Szene

CLAUDIUS
Verwegener, Schamloser!

NERO
(Für sich)
Oh Himmel, hilf mir!

CLAUDIUS
Selbst im Palast wagst du,
frecher Bursche,
schamlos und kühn,
achtbare junge Damen zu belästigen?

NERO
Hört, Herr!

CLAUDIUS
Schweig!

POPPEA
(Für sich)
Ich bin zufrieden.

OTTONE
(Für sich)
Frohlocke, oh Herz!

CLAUDIUS
Geh von mir 
und wage nicht,
mir wieder unter die Augen zu treten!

(Wie Nero gehen will, geht Poppea auf ihn zu)

POPPEA
(beiseite, zu Nero)
Geh zu Agrippina und sage ihr...

NERO
(Für sich)
Ach, grausames Schicksal!

POPPEA
... daß Betrüger selbst 
zu Betrogenen werden.

NERO
(im Gehen)
Ihr königlicher Geist wird dich die Zukunft lehren.
Agrippina weiß, wie sie sich rächen kann.

(Ab) 

Achte Szene

POPPEA
Nun, Claudius, was sagst du?

CLAUDIUS
Ich bin überzeugt.

POPPEA
Jetzt ist die Aufrichtigkeit meines Herzens offenbar.

(Für sich) 

Mit List muß ich mich von Claudius befreien.

(Zu Claudius) 

Doch Agrippina, ach,
wird alle Furien zur Hife rufen.
Nero läuft in seiner Wut
zur Mutter. Ach, ich sehe
mich umgeben von Schwierigkeiten.

CLAUDIUS
Befürchte nichts, oh Teure. Trockne deine Tränen.

POPPEA
Durch deine Liebe bin ich in großer Gefahr.
Die Zeit ist ungünstig, Herr.
Mein Geist ist verwirrt
und denkt an anderes als an Freuden.
Bald kommt Agrippina. Welche Marter!

CLAUDIUS
Nein, sie soll nicht kommen.

POPPEA
Ach, verlasse mich!
Von mir erhältst du nichts.

CLAUDIUS
Unglücklich wird also stets
meine Liebe sein?

POPPEA
Bezähme zuerst die Wut
deiner Gemahlin.
Schütze mich vor ihrem Zorn.
Dann wirst du hören, was mein Herz empfindet.

44. Arie

CLAUDIUS
Ich gebiete in Rom,
noch ist keiner, der mit mir regiert.
Es umschleichen den Thron,
auf dem ich sitze, 
die anderen mit ihren Gedanken.

(Ab) 

Neunte Szene

Rezitativ

POPPEA
(vergewissert sich, daß Claudius gegangen ist)
Endlich ist er fort. Ach wie lockt
süße Rache das Herz!
Claudius ist fort; die Intrige gelingt. Ich eile, 
den Geliebten von seiner langen 
Qual zu erlösen.

(Sie öffnet die Tür, hinter der sich Ottone versteckt)

Zehnte Szene

POPPEA
Nun, Ottone, was sagst du?
Siehst du, wie ich Nero
getäuscht habe, und wie ich mich
an Agrippina gerächt? Siehst du, daß ich
den Herrscher der Welt verschmähe,
und daß ich in Liebe dir,
Geliebter, verbunden bin?

OTTONE
Ein gesegnetes Band,
wenn es uns vereint,
und im ewigen Bund der Liebe
aus zwei Herzen eines macht.

POPPEA
So kann ich ganz
auf deine Treue bauen?

OTTONE
Bevor ich dich enttäusche,
sterbe ich lieber tausend Tode.

POPPEA
Du versprichst es?

OTTONE
Ich verspreche es nicht nur, ich schwöre es.
Möge mich der Blitz treffen, wenn ich lüge.

POPPEA
Doch wenn Claudius... 

OTTONE
Was kümmert's?

POPPEA
Agrippina, Nero...

OTTONE
Ich verachte sie.

POPPEA
Der Glanz des Thrones?

OTTONE
Für deine Umarmung gebe ich alles auf.

POPPEA
Dir, mein Geliebter, will ich mich schenken.

45. Arie

OTTONE
Deine Umarmung, mein geliebtes Wesen,
macht mich glücklich.
Ohne dich, mein Herz,
ist alles in mir nur Schmerz, nur Qual.

(ab)

Rezitativ

POPPEA
Im sanften, stillen Hort meines Herzens
lege deine Flügel nieder, oh mein Cupido!

46. Arie

Wahre Freude beschert uns
die treue Liebe! Sie beglückt das Herz.
Der Schönheit Glanz ist nichts,
wenn er nicht aus treuem Herzen kommt.

Elfte Szene

(Saal im kaiserlichen Palast)

Rezitativ

AGRIPPINA
Das wagte Poppea?

NERO
Wie ich dir sagte, sie umwarb mich, 
lud mich ein, empfing mich und
gab mich dem Kaiser preis!
Er tobt, sie lacht, und ich laufe zitternd
zu dir, oh Mutter,
um mich vor Claudius' Wut zu retten,
und vor der Gefahr; er ist dein Gemahl, 
du meine Mutter und ich der Sohn.

AGRIPPINA
Ah! Wie unbedacht, Nero;
jetzt, wo ich alle List und Tücke anwende,
um dich auf den Thron zu bringen,
folgst du blind einer törichten Liebe
geradeswegs ins Verderben?

NERO
Es ist wahr, ich irrte. Doch Poppea
hat jetzt deine Machenschaften durchschaut.
»Geh« - sagte sie - »zu Agrippina, und sage ihr,
daß Betrüger selbst zu Betrogenen werden.«

AGRIPPINA
Doch noch soll all meine Hoffnung
nicht vergebens sein.
Sohn, lösche die unwürdige Flamme
in deinem Herzen; erkenne in Poppea
deine Feindin.
Allein der Regentschaft widme deine Gedanken.

(ab)

47. Arie

NERO
Wie der Wind die Wolken verjagt,
vertreibe ich erzürnt dieses Antlitz.
Schon ist das Feuer in meinem Herzen erloschen,
das Band zu dieser Seele gelöst.

(Ab) 

Zwölfte Szene

Rezitativ

PALLAS
Gab es je eine bösere Frau?

NARZISS
Gab es je ein Herz, das kälter wäre?
Was sollen wir tun?

PALLAS
Wir müssen Claudius
alles entdecken. Uns vertraut
er mehr als allen anderen.
Kommen wir der Anschuldigung zuvor,
möge Agrippina büßen, was sie uns angetan hat.

NARZISS
In unserer gefährlichen Lage
scheint mir dein Rat der richtige.

PALLAS
Doch hier kommt der Kaiser.

NARZISS
Der Augenblick ist günstig,
unseren Plan voranzutreiben.

PALLAS
Überlasse es mir, doch steh mir bei.

Dreizehnte Szene

CLAUDIUS
Agrippina, Nero, Ottone und Poppea
rauben mir den Seelenfrieden,
indem sie einander beschuldigen.
Ich weiß nicht, wem ich glauben kann,
um den Schuldigen mit Härte zu strafen.

PALLAS
Sieh, Herr,
zu deinen Füßen
den unglücklichen Pallas fallen.

NARZISS
Um sein Leben zu retten, Herr,
bittet Euch Narziss um Beistand.

CLAUDIUS
Meine Getreuen,
von wem droht euch Gefahr,
sprecht!

PALLAS
Euch ergeben,
um uns zu verteidigen,
verklagen wir Agrippina,
denn sie allein ist es,
die uns ins Verderben stürzen will.

CLAUDIUS
Aus welchem Grund?

PALLAS
Bevor Ihr Rom erreichtet,
ließ sie mit unserer Hilfe
Nero zum Kaiser ausrufen.
Sie bediente sich unserer Dienste.
Doch wer betrogen wird, den trifft keine Schuld.

NARZISS
Wir nahmen an, Ihr wäret tot; so sind wir schuldlos.

CLAUDIUS
Das wagte Agrippina?
Jetzt begreife ich Poppea. Im Palaste selbst
befinden sich die Feinde.
Doch Furcht schürt in mir den Verdacht
in der allgemeinen Verwirrung.
Ihr seid treu, mein mächtiger Arm wird euch
schützen. Fürchtet euch nicht länger!

Vierzehnte Szene

Rezitativ

AGRIPPINA
Verehrter Gemahl, heute erwarte ich
die Einlösung deines Versprechens;
bestimme heute Nero zum Kaiser,
und alle Aufrührer
sind in die Knie gezwungen.

CLAUDIUS
Noch nicht, Agrippina.

AGRIPPINA
(Für sich)
Er zürnt mir.

(Zu Claudius) 

Deine Gefahr ist dir bekannt,
und deutlich das Mittel, sie zu beseitigen.
Mein Herr, warum länger zögern? Verhindere
das drohende Verderben.
Gebiete den Feinden Einhalt...

CLAUDIUS
Und Agrippina?

AGRIPPINA
(für sich)
Ich kann nicht heucheln
im Beisein von Narziss und Pallas.
Ich muß es selbst durchstehen.

PALLAS, NARZISS
(für sich)
Welch wütenden Blick Agrippina mir zuwirft!

AGRIPPINA
Aus deinem Ton spricht
die bösartige List deiner und meiner Feinde.
Sprich, sprich,
was ist der Grund für deine Verstimmung?

CLAUDIUS
Das wird der Kaiser sagen. 
Nero kennt den Grund.

AGRIPPINA
Ah! Claudius, nun begreife ich, daß man bisweilen
auch für eine gute Tat beschuldigt werden kann.

NARZISS
(für sich)
Was wird sie nun sagen?

PALLAS
(für sich)
Hören wir ihre Erklärung.

CLAUDIUS
Du nennst es eine gute Tat,
kühn mir das Reich zu entreißen
und während meiner Abwesenheit
Nero auf den Thron zu bringen?
Welche Entschuldigung sollte dich freisprechen?

AGRIPPINA
Ein aufrechtes Herz braucht sich nicht zu
entschuldigen. Was du sagst, Herr, ist wahr.

CLAUDIUS
Du gibst es zu, Verwegene?

AGRIPPINA
Dir den Thron und das Leben zu retten,
ist kein Vergehen. Wie glücklich bin ich,
daß Narziss und Pallas zugegen sind.

NARZISS
(für sich)
Welche Beharrlichkeit!

PALLAS
(für sich)
Wie kaftblütig sie ist!

AGRIPPINA
Es ging das falsche Gerücht,
du seist im schweren Sturme
ums Leben gekommen.
Schon verlangten Heer, Volk und Senat
nach dem Nachfolger;
hätte ein Stolzer die Macht ergriffen, mit jener
Nachricht, die immer gefällt, so wäre es um deine
Ruhe geschehen; um dich zu schützen,
ließ ich meinen Sohn ausrufen;
er bestieg den Thron, doch nur,
um ihn dir zu erhalten, mein lieber Gemahl!
Ich, die ich dein Leben
und den Thron verteidigte,
Ich soll die Feindin, die Aufrührerin sein?

PALLAS
(für sich)
Wie schlau sie ist!

NARZISS
(für sich)
Wie listig!

AGRIPPINA
Pallas und Narziss können es bezeugen;
bat ich euch nicht,
mir zu helfen?
So bezeugt, daß Nero auf die Nachricht,
daß Claudius gerettet war,
demütig vom Throne stieg,
und daß er, getreu meinem Wunsche.
ganz Rom dazu bewegte,
Claudius' Namen jubelnd auszurufen.
Jeder von euch sage es ehrlich.

CLAUDIUS
Ihr, was sagt ihr?

NARZISS, PALLAS
Herr, alles ist wahr.

AGRIPPINA
Wer sonst außer meinem Sohne,
wenn er einst regiert,
vom Volke stolz bestätigt,
hätte das Zepter abgegeben.
Indem ich dein Leben verteidigte,
dir den Thron bewahrte,
bin ich nun die Feindin, die Rebellin?

CLAUDIUS
(für sich)
Agrippina verwirrt mich;
die sie verklagten, verteidigen sie nun.

NARZISS
(für sich)
Ich bin erstaunt!

(ab)

PALLAS
(für sich)
Ihre eigene Untat wird ihr zum Lohn!

(ab)

CLAUDIUS
Teure, ich zweifle nicht an deiner Treue und Liebe.

AGRIPPINA
Aber, oh Gott, ich bin mir
deiner Treue und Liebe nicht sicher.
Ich glaube, daß du mich für schuldig hältst,
denn dein Herz hört auf...

CLAUDIUS
Auf wen?

AGRIPPINA
Auf Poppea.
Nur schmerzt es mich,
daß du ihren Betrug nicht wahrnimmst.

CLAUDIUS
So enthülle ihn.

AGRIPPINA
Diese Frau, von Ottone begehrt...

CLAUDIUS
Agrippina, du irrst dich: es war Nero.
Heda! Ottone, Nero und Poppea
sollen sofort kommen.

AGRIPPINA
Du wirst sehen, ob ich lüge oder ob sie schuldig ist. 

(für sich) 

Das habe ich vorausgesehen.

CLAUDIUS
Bei solchem Durcheinander
will ich sehen, wer der Übeltäter ist.
In den Herzen soll Ruhe und Frieden regieren.

48. Arie 

AGRIPPINA
Willst du Frieden, oh Geliebter,
so sei böser Hass dir fern!
Sieh, verehrter Gott,
meine Liebe und Treue an. 

Fünfzehnte Szene

Rezitativ

AGRIPPINA
(für sich)
Hier ist meine Rivalin.

POPPEA
(für sich)
Hier ist die grausame Ursache für großen Schmerz.

NERO
(für sich)
Was wird aus mir?

OTTONE
(für sich)
Himmel, was wird geschehen?

CLAUDIUS
Hier siehst du, Agrippina,
deinen Sohn, den kühnen Burschen,
der im Palast die Ehre
achtbarer junger Damen kränkt.

AGRIPPINA
Du irrst dich, Herrscher.

CLAUDIUS
Nein, ich irre mich nicht; nein, er wird es bestätigen.
In Poppeas Gemach fand ich dich doch verborgen?

AGRIPPINA
Himmel, was muss ich hören?

NERO
(für sich)
Ich wage nicht zu sprechen.

CLAUDIUS
Sein Schweigen überführt ihn.
Du, Poppea, kannst dies aufrichtig bezeugen.

POPPEA
Ihr saht es, Herr, es ist wahr.

AGRIPPINA
(für sich)
Noch seien ihre Pläne vereitelt.

OTTONE
(für sich)
Wie schlau rächt sich Poppea!

CLAUDIUS
Ich verlange Wiedergutmachung
für diese offenbare Schuld.

AGRIPPINA
(für sich)
Noch hoffe ich.

POPPEA
(für sich)
Oh wie froh ich bin!

CLAUDIUS
Das erhabene Band der Ehe
vereine Nero und Poppea.

POPPEA
(für sich)
Was vernehme ich?

AGRIPPINA
(für sich)
Was höre ich?

NERO
Eurer Gnade ergebe ich mich.

OTTONE
Hier zu Euren Füßen, oh Herrscher,
liegt der unglückliche Ottonene!

CLAUDIUS
Nun beruhige dich,
du bist von deiner Schuld befreit.
Ich versprach dir den Lorbeer.
Du sollst Kaiser sein.

AGRIPPINA
(für sich)
Ich vernehm' es und sterbe doch nicht!

OTTONE
Ich will den Lorbeer nicht.
will nicht herrschen, wichtig ist mir allein
meine geliebte Poppea.
Wollte das Schicksal Euch das Leben schenken,
so gebt Ihr mir den Tod, 
nehmt Ihr mir die Geliebte.

AGRIPPINA
Nun siehst du, wer der Schuldige ist,
ob es Nero ist oder Ottone, der Poppea liebt.

CLAUDIUS
(zu Nero)
Und du. Nero, was sagst du?

NERO
Ich beuge mich Eurem Willen;
doch ist es doppelte Strafe,
mir das Reich zu nehmen 
und mir eine Frau zu geben.

POPPEA
Und hast du mir nichts zu sagen?
Möge Nero Zeptet, Macht und Besitz haben,
Ich will niemand anderem gehören als Ottone.

CLAUDIUS
Eure Wünsche will ich auf die Probe stellen.

(zu Nero)

Entsagst du der Liebe für den Lorbeerkranz,

(zu Ottone)

Und verzichtest du auf Reich für die Liebe,
so wird die Nachwelt in euch würdige Helden
der Liebe und des Ruhmes erblicken.
Kaiser werde Nero, und du, Ottone,
nimm deine treue Poppea!.

(für sich) 

Frei ist mein Herz, 
wenn sie einem anderen gehört.

NERO, POPPEA
Wie glücklich bin ich.

OTTONE
Nun hat die Qual ein Ende.

AGRIPPINA
(für sich)
Nun, da Nero regiert, kann ich ruhig sterben.

CLAUDIUS
Aller Haß ist nun fern und Rom preise
diesen ersehnten Tag, der jedem Glück
und Segen beschert.
Auf Befehl des Kaisers,
zur Feier dieser glücklichen Heirat
der lieblichen Poppea, 
steigt Juno, Göttin der Ehe,
in allem Glanz herab.
Schon erscheint sie, und möge Rom
um Neros Haupt den Lorbeerkranz flechten.

(Juno steigt mit ihrem Gefolge herab)

49. Chor

CHOR
Heiter möge Wellen schlagen der Tiber
im Glanze des neuen Herrschers
und an den Gestaden preisen
voller Freuden den Gott der Liebe!

Rezitativ

JUNO
Zur Feier der Ehe von Ottone und Poppea
steigt Juno vom Himmel herab und streut Lilien.
Vom Brautbett erwartet die glückliche Göttin
neue Vasallen für Claudius, 
Söhne fürs ehrwürdige Rom.

Arie

Die Strahlen der Sterne
entzünden unsere Fackeln.
Zu Ehren solcher Treue
strahlen sie im hellsten Glanz.

(Es folgt der Tanz von Junos Gefolge)

Tanz



TERCER ACTO


Escena Primera 

(Cámara de Popea con dos puertas posteriores 
y dos laterales) 

Recitativo 

POPEA
Yo empujé a mi buen Otón al abismo, 
pero el engaño sufrido 
ha despertado mi deseo de venganza
para quien se burló de mí.

Escena Segunda 

OTÓN
¡Oh, mi Popea! 
¡Créeme, no me reproches nada!
Una mujer malvada me engañó cuando, 
al escuchar mis lamentos de enamorado, 
prometió ser una piadosa protectora 
de mi felicidad.
Sólo me preocupa seguir siendo fiel a mi amor, 
a ti, amada mía, 
¡te juro eterna fidelidad!

POPEA
Y yo con todo mi corazón, alma mía, la acepto.
Tengo todo dispuesto para nuestra venganza.
Quiero la destrucción de quienes 
arteramente nos han perjudicado. 
Ahora, escóndete y escucha atentamente...
Veas lo que veas y oigas lo que oigas,
no dudes de mi fidelidad ni por un momento. 
Deberás observar y soportar 
una terrible tempestad, que luego para algunos,
será de tristeza y para ti de felicidad.

42. Aria 

OTÓN
Callaré, callaré, 
con tal de que fiel 
se mantenga tu pecho.
Sabré soportar el dolor
aunque sea cruel.

(Se esconde tras una cortina) 

Escena Tercera 

Recitativo 

POPEA
Ahora vendrán Nerón y también a Claudio.
Apenas puedo soportar la espera
para vengarme de la ofensa recibida.

Escena Cuarta 

NERÓN
Vengo ansioso, querida, a recibir
la recompensa por mi fiel amor.

POPEA
Yo también he sentido 
la misma ansiedad.
Por fortuna los aciagos
momentos ya pasaron.
Durante muchos días 
mi corazón sufrió la espera... pero
¡oh, dioses! me temo que...

NERÓN
¿Qué temes?

POPEA
Que Agripina venga y nos descubra.

(Mira sobre su hombro)

NERÓN
¿Mi madre debe venir aquí?

POPEA
Sí, y muy pronto.
Pero para demostrarte 
cuan profundo 
es mi afecto hacia ti, 
quiero que te escondas aquí 
y esperes hasta que ella se vaya ido.
Entonces, libre de todo temor, 
verás cuánto Popea, 
te ama y te adora.

NERÓN
Ya siento un dulce placer en mi pecho.

OTÓN
(Para sí)
Un cruel dolor crece dentro de mí.

43. Aria 

NERÓN
¡Con la seguridad del amor de tu bello corazón 
el tiempo pasará rápidamente!
Ávidamente espero, amor mío, 
el transcurso del tiempo.

(se esconde tras una cortina cercana a 
donde está escondido Otón) 

Escena Quinta 

Recitativo 

POPEA
¡Cielo benigno, secunda mi plan!
Creo que el corazón de Otón debe estar furioso,
sin embargo siempre debe sufrir 
quien siente amor en su pecho.

Escena Sexta 

LESBO
Nadie por aquí, señor,
El amor sanará las heridas de vuestro corazón.

(Sale) 

POPEA
Claudio, tú me cortejas, 
pero no me amas realmente.

CLAUDIO
¿Cómo? ¿Dudas de mi amor?
¡Querida!
¿No viste lo que hice hoy por ti?

POPEA
¿Qué has hecho?
Aún más audaz y osado
se muestra el que turbó mi paz.

CLAUDIO
Así pues ¿el castigo nada ha logrado
sobre ese desvergonzado?

POPEA
¿Qué castigo?

CLAUDIO
¿Lo he desheredado 
y aún se muestra audaz?

POPEA
¿Pero no comprendes, señor,
que ahora más que nunca, él aspira al trono?

CLAUDIO
¿Otón puede ser tan audaz?

POPEA
¿Otón?... Señor, ¿de qué hablas?
¡Oh, Claudio, finalmente comprendo 
mi infortunado destino!

(finge llorar) 

CLAUDIO
¿Lloras, amada mía? 
¡Dime qué debo hacer! ¡Pídemelo!
Como te prometí, la corona de laurel 
ya no adornará la cabeza de Otón.

NERÓN
(Para sí)
¡No puedo entender lo que hablan!

OTÓN
(Para sí)
¡Sufro, y sin embargo no muero!

POPEA
¿La cabeza de Otón?

CLAUDIO
¡Sí, de él, de aquel osado
que presionaba tu corazón!

POPEA
¿De Otón, señor?... Pero ¡si no era él!

CLAUDIO
¿Entonces, quién era?

POPEA
¡Nerón! Sobre Nerón, sobre él recaen mis quejas.
¡Él me prohibía verte de nuevo!

CLAUDIO
¿Cómo?... pero si nombraste a Otón.

POPEA
Yo hablé de Nerón. 
Tú no me entendiste bien...

CLAUDIO
¿Nerón?... ¡Ahora encajan las cosas!...
Le cedí el poder , el cetro, el trono...
¡Tú me engañas, Popea!

POPEA
¿Yo engañarte? Quizá no sabes que, 
tras tu naufragio,
y antes que regresaras a Roma, 
por orden de Agripina Nerón fue aclamado César.
¿Aún piensas que yo te engaño?

NERÓN
(Para sí)
¡Y todavía no se va, oh cielos!

OTÓN
(Para sí)
¡El dolor me aflige!

CLAUDIO
Lo que dices es monstruoso.
Pero ¿no dijiste Otón?... ¡Dime, contéstame!

POPEA
Señor, quizá entendiste 
mal el nombre.
Nerón y Otón suenan parecido.

CLAUDIO
¿Será cierto?... No se qué pensar.

POPEA
¿Todavía lo dudas?
Confía en mí, y si es necesario, 
yo te daré claras pruebas 
de que el único que me sigue acosando
es Nerón.
Pero ¿en ese caso qué harás, señor?

CLAUDIO
Yo te vengaré.

POPEA
¡Prométemelo!

CLAUDIO
¡Yo lo juro!

POPEA
Eso espero de ti. Verás por ti mismo, 
señor, si mi corazón es honrado o falso. 
Ven conmigo, señor, quédate escondido aquí.

(Popea lleva Claudio detrás de la puerta 
posterior y va al escondite de Nerón) 

NERÓN
(Para sí)
¿Se habrá ido Claudio?

OTÓN
(Para sí)
¡Qué lenta se vuelve la espera!

POPEA
Nerón ¿dónde estás?

NERÓN
¡Aquí estoy, vida mía!

Escena Séptima 

CLAUDIO
¡Temerario, insolente!

NERÓN
(Para sí)
¡Oh cielos, ayuda!

CLAUDIO
¿Hasta en el propio palacio, 
muchacho atrevido y libertino, 
osas descaradamente, 
molestar a las jóvenes respetables?

NERÓN
¡Óyeme, señor!

CLAUDIO
¡Cállate!

POPEA
(Para sí)
Comienzo a estar satisfecha.

OTÓN
(Para sí)
¡Regocíjate, oh corazón!

CLAUDIO
¡Vete de mi presencia 
y no te atrevas a aparecer
nuevamente ante mí!

(Nerón va a marcharse, Popea se le acerca) 

POPEA
(Por lo bajo, a Nerón)
Ve con Agripina y dile...

NERÓN
(Para sí)
¡Oh, destino cruel!

POPEA
... que a todos los traidores
les llega su castigo.

NERÓN
(Marchándose)
El poder de su majestad te aplastará.
Agripina sabrá cómo tomar venganza tuya.

(Sale) 

Escena Octava 

POPEA
¿Y ahora, Claudio, qué me dices?

CLAUDIO
Que estoy convencido.

POPEA
Has podido comprobar mi fidelidad.

(Para sí) 

Con destreza, debo librarme de Claudio.

(A Claudio) 

Pero Agripina, ahora, 
convocará a toda las furias del infierno.
¡Nerón corre enloquecido 
a contarle lo sucedido a su madre!
¡Oh, entonces me veré en grandes dificultades!

CLAUDIO
No temas ¡oh, amada!... Seca tus lágrimas.

POPEA
A causa de nuestro amor corro un gran peligro.
¡El tiempo corre en contra nuestra, señor!
Mi espíritu está agitado 
y no puede pensar en nada que sea placentero 
¡Muy pronto Agripina vendrá! ¡Oh, martirio!

CLAUDIO
¡No, ella no va a venir!

POPEA
¡Oh, déjame!
No tengo ánimo para atenderte...

CLAUDIO
¿Mi amor será por siempre 
infinitamente desdichado?

POPEA
Refrena la furia de tu esposa,
protéjame de su cólera
y entonces podrás oír 
lo que mi corazón siente por ti.

44. Aria 

CLAUDIO
Yo gobierno en Roma como un dios, 
nadie reina conmigo. Soy el único soberano.
Al pie del trono donde yo me siento
los pensamientos de los demás 
no tienen valor.

(Claudio se marcha) 

Escena Novena 

Recitativo 

POPEA
(Asegurándose de que Claudio se ha marchado)
Finalmente se fue. 
¡Oh, como alivia la venganza a mi dulce corazón!
Claudio se ha marchado, la intriga dio sus frutos. 
Me apresuro para rescatar a mi amante 
de su largo dolor.

(abre la cortina tras la que se ocultaba Otón) 

Escena Décima 

POPEA
¿Y ahora, Otón, qué me dices?
¿Ves cuán burlado 
quedó Nerón y cómo 
me he vengado de Agripina? 
¿Ves cómo desprecio al soberano del mundo, 
y cómo, sólo por ti, amado mío, 
vivo encadenada al amor?

OTÓN
Benditas sean las cadenas 
que nos unen y,
por la fuerza del amor, 
de dos corazones hacen uno solo.

POPEA
Entonces, ¿puedo confiar 
en tu fidelidad completamente?

OTÓN
¡Antes que defraudarte, 
prefiero morir mil veces!

POPEA
¿Lo prometes?

OTÓN
No sólo lo prometo ¡sino que te lo juro!
¡Que un relámpago me atraviese si miento!

POPEA
Pero si Claudio...

OTÓN
¿Qué importa?

POPEA
Agripina, Nerón...

OTÓN
¡Los desprecio!

POPEA
¿Y el brillo del trono?

OTÓN
Por tu amor... ¡todo lo dejo!

POPEA
¡Y yo quiero dártelo, amado mío!

45. Aria 

OTÓN
Tu amor, bien mío, me hace feliz.
Todo es dolor, todo es pena, 
si tu corazón
no está conmigo.

(sale) 

Recitativo 

POPEA
En el apacible nido de mi dulce corazón,
reposa tus alas ¡oh, mi Cupido!

46. Aria 

¡La verdadera alegría nos la da el amor fiel! 
Sólo él hace feliz al corazón. 
El brillo de belleza es nada
si no proviene de un corazón fiel.

Undécima Escena

(Vestíbulo en el palacio imperial) 

Recitativo 

AGRIPINA
¿A eso se atrevió Popea?

NERÓN
¡Cuando yo le dije, que la deseaba,
me invitó y me presentó al emperador!
Él se enfureció mientras ella se reía, 
y yo corrí hasta ti temblando, 
¡ah, madre sálvame de la furia de Claudio!
Él es tu esposo, 
tú eres mi madre 
y yo tu hijo.

AGRIPINA
¡Ah, qué incauto eres, Nerón!
Yo aplico todas mis tretas y engaños 
para ascenderte al trono y tú, 
siguiendo un ciego y loco amor, 
corres tras tu destrucción?

NERÓN
Es verdad, yo me equivoqué, pero Popea 
descubrió tus maquinaciones pues me dijo:
"Ve y dile a Agripina que a todos los traidores
les llega su castigo.

AGRIPINA
No obstante todo lo que me cuentas, 
mi esperanza no se desvanece.
Hijo, apaga la indigna pasión de tu corazón 
y considera a Popea como tu enemiga.
¡Que gobernar el imperio 
sea lo único importante en tu mente!

(sale) 

47. Aria 

NERÓN
Como el viento que ahuyenta las nubes, 
desecho con ira ese rostro. 
Ya se apagó el fuego que había en mi corazón, 
y los lazos que ataban mi alma fueron disueltos.

(Sale) 

Escena Duodécima 

Recitativo 

PALLAS
¿Existe una mujer más malvada?

NARCISO
¿Puede haber tanta crueldad en su corazón?
¿Qué debemos hacer?

PALLAS
¡Debemos decírselo todo a Claudio!
Él confía en nosotros más que en otros.
Seamos los primeros en acusar.
Agrippina debe pagar 
por lo que ha hecho.

NARCISO
En nuestra difícil situación, 
tu consejo me parece adecuado.

PALLAS
¡Allí viene el emperador!

NARCISO
El momento es favorable 
para llevar adelante nuestro plan.

PALLAS
Déjame hacerlo a mí.

Escena Decimotercera 

CLAUDIO
Agripina, Nerón, Otón y Popea me roban la paz 
con sus acusaciones y engaños mutuos.
No sé a quien creer, 
pero debo descubrir la verdad 
para castigar al culpable con dureza.

PALLAS
Señor, 
a vuestros pies se arrodilla 
el infeliz Pallas.

NARCISO
Para salvar su vida, señor, 
Narciso os pide ayuda.

CLAUDIO
Mis leales súbditos, 
¿qué peligro os amenaza,? 
¡Decidme!

PALLAS
Señor, 
pedimos humildemente
vuestra protección, 
puesto que Agripina, 
amenaza con destruirnos.

CLAUDIO
¿Por qué razón?

PALLAS
Antes de vuestro regreso a Roma, 
ella hizo sentar a Nerón en el trono de César y, 
contando con nuestra ayuda, 
lo proclamado emperador. 
Ella nos engañó.

NARCISO
Creímos, que estabais muerto... ¡Somos inocentes!

CLAUDIO
¿A tanto se atrevió Agripina?
Ahora, confirmo lo que me dijo Popea. 
Los enemigos están en mi propio palacio.
El recelo y la sospecha imperan en mi alma.
Vosotros me sois fieles 
y mi brazo os protegerá. 
¡No tenéis nada que temer!

Escena Decimocuarta 

Recitativo 

AGRIPINA
Adorado esposo, éste es el día en que espero
el cumplimiento de tus promesas. 
Nombra a Nerón tu heredero hoy, 
y verás a todos los conspiradores 
de rodillas a tus pies.

CLAUDIO
Aún no, Agripina.

AGRIPINA
(Para sí)
¡Está enfadado conmigo!

(a Claudio) 

Claramente conoces el peligro que existe, 
y también el método para sortearlo. 
Señor ¿por qué dudas aún? 
Previene la destrucción que te amenaza.
y detén a tus enemigos...

CLAUDIO
¿Y Agripina?

AGRIPINA
(para sí)
No puedo disimular más 
pues están aquí Narciso y Pallas. 
Debo ganar tiempo...

PALLAS, NARCISO,
(para sí)
¡Con qué odio me mira Agripina!

AGRIPINA
Por el tono de tus palabras, 
adivino las artimañas 
de nuestros enemigos. 
¡Habla!...¿Dime cuál es la razón de tu enojo?

CLAUDIO
El César te lo va decir...
¡Nerón es la causa de mi enojo!

AGRIPINA
¡Claudio, cuando uno realiza una buena acción, 
los envidiosos lo acusan de maldad!

NARCISO
(para sí)
Y ahora ¿qué dirá?

PALLAS
(para sí)
Oigamos sus argumentos.

CLAUDIO
¿Hablas de una buena acción, cuando, 
audazmente quisiste tomar el poder?
Mientras yo estaba ausente 
¿no elevaste a Nerón al trono?
¿Qué puedes decir en tu descargo?

AGRIPINA
Un corazón sincero no necesita disculparse. 
Lo que dijiste, señor, es verdad.

CLAUDIO
¿Admites tu delito, descarada?

AGRIPINA
No es un delito salvarte el trono y la vida. 
Quisiera que Narciso y Pallas, 
lo atestigüen.

NARCISO
(para sí)
¡Qué persistencia!

PALLAS
(para sí)
¡Cómo lo manipula!

AGRIPINA
Un rumor horrible corrió, 
y que gracias a los dioses no era cierto,
que tú habías muerto en el fatal naufragio.
El ejército, el pueblo y el senado 
exigían un sucesor; 
si alguien hubiera tomado el poder, 
el destino del imperio hubiera sido muy triste. 
Para protegerlo, hice aclamar a "tu hijo"; 
¡Él subió a trono sólo
para conservarlo para ti, 
mi amado esposo!
¿Y ahora yo, que defendí tu vida y tu trono, 
debo aceptar ser acusada de enemiga 
y de conspiradora?

PALLAS
(Para sí)
¡Qué astuta es!

NARCISO
(Para sí)
¡Qué hábil!

AGRIPINA
Pallas y Narciso pueden testificar lo que digo.
¿Acaso no les pedí que me ayudaran?
Que atestigüen que Nerón, 
ante la noticia de que Claudio se había salvado,
humildemente bajó del trono 
que había protegido para él
y que en toda Roma, 
proclamó el nombre de Claudio 
con regocijo por su regreso. 
¡Que digan honestamente si miento!

CLAUDIO
¿Qué decís?

NARCISO, PALLAS,
Señor, todo eso es cierto.

AGRIPINA
Por otra parte, ¿quién otro, 
que no hubiera sido mi hijo, 
hubiera rechazado el trono 
cuando se supo tu regreso?
Así, yo defendí tu vida y protegí el trono.
¿Y hora resulta que soy 
la enemiga y la conspiradora?

CLAUDIO
(para sí)
Agripina me confunde...
Ellos la acusaron y ahora la defienden

NARCISO
(para sí)
Estoy asombrado.

(sale) 

PALLAS
(para sí)
¡De su crimen logra obtener mérito!

(sale) 

CLAUDIO
Cariño, no dudo de tu fidelidad y amor.

AGRIPINA
Pero ¡oh, dioses! soy yo la que no está segura 
de tu fidelidad y amor.
Creo que aún me consideras culpable, 
porque tu corazón confía en...

CLAUDIO
¿En quien?

AGRIPINA
¡En Popea!
Sólo me duele 
que no percibas claramente su engaño.

CLAUDIO
¡Revélamelo tú, entonces!

AGRIPINA
Esa mujer, es deseada por Otón...

CLAUDIO
Agripina, estás equivocada: 
quien la desea es Nerón.
¡Haced venid a Otón, Nerón y Popea!

AGRIPINA
Verás si yo te traiciono o es ella la culpable.

(Para sí) 

Tal como lo había previsto.

CLAUDIO
Entre tanta confusión, quiero saber 
quiénes son los rebeldes. Quiero que reine 
el reposo y la paz en todos los corazones.

48. Aria 

AGRIPINA
Si quieres la paz ¡oh, amado mío!
que el odio se aparte de ti.
Observa como los dioses
celebran mi amor y fidelidad.

Escena Decimoquinta 

Recitativo 

AGRIPINA
(Para sí)
Aquí está mi rival.

POPEA
(Para sí)
Aquí está la cruel causa de mi gran dolor.

NERÓN
(Para sí)
¿Qué querrá de mí?

OTÓN
(Para sí)
¡Oh; cielos!... ¿Qué ocurrirá ahora?

CLAUDIO
¡Mira, Agripina, a tu hijo!
Este muchacho atrevido 
que ofende el honor de las jóvenes respetables 
en el propio palacio real.

AGRIPINA
¡Estas equivocado, señor!

CLAUDIO
No, yo no me equivoco, él mismo lo confirmará.
¿No estabas escondido en la habitación de Popea?

AGRIPINA
¡Cielos!... ¿Qué oigo?

NERÓN
(Para sí)
No me atrevo a hablar.

CLAUDIO
Tu silencio implica el reconocer la culpa. 
Popea podrá atestiguar honestamente lo que digo.

POPEA
Tú, señor, lo has visto y esa es la verdad.

AGRIPINA
(Para sí)
Todavía mis planes no han fracasado.

OTÓN
(Para sí)
¡Qué astuta es Popea!

CLAUDIO
Toda culpa requiere un juicio 
y un justo castigo.

AGRIPINA
(Para sí)
Aún tengo esperanzas.

POPEA
(Para sí)
¡Ah, qué feliz soy!

CLAUDIO
¡Los dulces lazos del matrimonio 
unan a Nerón y Popea!

POPEA
(Para sí)
¡Qué escucho!

AGRIPINA
(Para sí)
¡Qué oigo!

NERÓN
Me someto a tu misericordia, señor.

OTÓN
Aquí postrado a tus pies, ¡oh, César!
está el infeliz Otón.

CLAUDIO
¡Cálmate!
Tú estás libre de todo reproche. 
Te prometí los laureles 
y serás emperador.

AGRIPINA
(Para sí)
¡Oigo esto y no me muero!

OTÓN
¡No quiero los laureles!
No deseo gobernar, 
sólo mi amada Popea es importante.
El destino quiso que yo te salvara la vida, 
pero tú, al quitarme a mi amada,
me darás la muerte.

AGRIPINA
Ahora puedes ver quién es el culpable
¿es Nerón u Otón quien ama a Popea?

CLAUDIO
(a Nerón)
Y tú, Nerón, ¿qué dices?

NERÓN
Yo me someto a tus designios.
Pero mi castigo es doble 
al quitarme un imperio y,
al mismo tiempo, darme una esposa.

POPEA
¿Y tú, señor, no me permites decir nada?
Que Nerón se quede con el cetro y el poder,
¡yo sólo quiero ser de Otón y de nadie más!

CLAUDIO
Quiero satisfacer los deseos de todos.

(a Nerón) 

Si tú renuncias al amor por la corona de laureles,

(a Otón) 

y tú desprecias el imperio por el amor, 
por todos los tiempos vosotros seréis
dignos héroes del amor y del poder.
¡Nerón será César!...
¡Otón, abraza a tu fiel Popea!

(Para sí) 

Mi corazón es libre 
ahora que ella pertenece a otro amante.

NERÓN, POPEA,
¡Qué feliz soy!

OTÓN
¡Ahora, el dolor llegó a su fin!

AGRIPINA
(Para sí)
Ahora, que Nerón reina, puedo morir contenta.

CLAUDIO
Que terminen los odios y las discordias 
y que Roma alabe por siempre este día
en que todos son felices y afortunados.
Por mandato del César, 
para la celebración de la feliz boda
de la dulce Popea, 
Juno, la diosa del matrimonio, 
desciende en todo su esplendor. 
¡Ahora puede Roma colocar la corona de laureles
sobre las sienes de Nerón!

(Juno desciende con su séquito)

49. Coro 

CORO
¡Alegre el Tíber encrespe sus olas 
bajo el fulgor del nuevo soberano,
y celebren sus orillas llenas de alegría
al dios del amor!

Recitativo 

JUNO
Para la celebración de la boda de Otón y Popea, 
Juno desciende del cielo y esparce azucenas. 
La diosa, feliz aguarda de este matrimonio
nuevos vasallos para Claudio 
y nuevos hijos para la venerada Roma.

Aria 

Los rayos de las estrellas 
encienden nuestras antorchas,
en homenaje a tanta fidelidad, 
ellas emiten su brillo celestial.

(Sigue la danza del séquito de Juno) 

Danza 



Escaneado yTraducido por:
José Luis Roviaro 2008